Psychatrie-wie genau?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

"[...] interessiert mich einfach ob eine Anstalt wirklich so "horror" ist wie alle sagen [...]"

Gleich vorweg, nein eine Psychiatrie kommt weder den "Horrorgeschichten", die oftmals erzählt werden, noch den Szenerien aus so manch einem Horrorfilm gleich.
Natürlich gibt es auch unter den Psychiatrien welche, die eine eher destruktive Arbeit leisten, oftmals geprägt durch einen merklichen Personal-, Geld- und Fortbildungsmängel, jedoch stellen diese nicht die Norm da. 

Deine Fragen möchte ich nun nach und nach beantworten, wenn sich darüberhinaus noch weitere stellen sollten, so kannst du diese natürlich gerne via Kommentar oder auch privater Nachricht stellen - ich versuche zeitig zu antworten. 

"[...] darf man dann Dinge wie zb Handy oder Bücher mitnehmen?"

Ich habe bisher noch von keinem Fall gehört, in denen Bücher ein Problem dargestellt hätten und würde, unter einem gewissen Vorbehalt, sagen wollen - ja, diese darf man mitnehmen und an der Stelle kann man auch von generell sprechen.
Bei elektronischen Geräten wie Handys, Laptops oder mobilen Spielekonsolen sieht das jedoch anders aus - hier macht jede Station seine eigenen Regeln. Insbesondere muss hier getrennt werden zwischen den Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie. 
Auf den Kinder- und Jugendstationen sind die Regelwerke meist sehr viel straffer gehalten und in vielen Fällen wird die Nutzung von Handys reglementiert - beispielsweise über bestimmte Zeiten, in denen die Nutzung gestattet ist. Laptops und mobile Spielekonsolen unterliegen hierbei zumeist einem vollständigen Verbot und dürfen auch bei der Einweisung nicht mitgebracht werden. 
Auch den Psychiatrien ist heute natürlich bewusst, dass eine gewisse Kommunikation nach außen nicht komplett unterbunden werden kann und sollte, dementsprechend greifen viele mittlerweile zu einer Reglung wie
"In der Therapiefreien Zeit zwischen X Uhr bis Y Uhr und bis spätestens Z Uhr ist die Handynutzung gestattet." 
Wie genau dies jedoch geregelt wird, muss bei der entsprechenden Klinik selbst angefragt werden. Eine allgemeingültige Reglung existiert hier nicht. 
Die Erwachsenenpsychiatrien sind an der Stelle meist lockerer. Zwar ist eine permanente Handynutzung nicht sehr gerne gesehen und wird, sofern diese aus Sicht des Personals überhand nimmt, auch thematisiert, jedoch werden hier seltener strenge Reglementierungen aufgestellt - außer die, die selbstverständlich sein sollten, wie beispielsweise das Verbot von Handys, während der Therapiezeit. 
Laptops und andere größere elektronische Geräte werden allerdings auch in der Erwachsenenpsychiatrie nicht selten verboten, allerdings ist die Chance das es solch ein Verbot nicht gibt, wesentlich höher, als auf den Kinder- und Jugendstationen. 

Sonderfälle stellen hier noch besondere Umstände da. Beispielsweise gibt es Kliniken, zu denen die Patienten über lange strecken anreisen und dort entsprechend auch, ohne umfassende Besuchsmöglichkeiten, leben - unter solchen Umständen gibt es auch oftmals gelockerte Reglungen.
Im Zweifel gilt es jedoch immer, die betreffende Klinik selbst zu fragen, wie diese die Nutzung regelt.

Ansonsten darf vieles mit in die Psychiatrie genommen werden, außer Gegenstände die sich zum Missbrauch eignen, lose Rasierklingen oder Messer beispielsweise, Drogen et cetera. Auch hier steht natürlich immer die Frage im Vordergrund, auf welche Station man im Endeffekt geht beziehungsweise kommt. 
Ein sehr strenges Regelwerk haben zumeist die geschlossenen Stationen, auf denen selbst Gürtel einen durchaus problematischen Gegenstand darstellen.

"Und wie lange bleibt man dort bei zum Beispiel Selbstgefährdung?"

Als Faustregel könnte man sagen: So lange, bis keine akute Suizidgefährdung mehr besteht. 
Kaum eine Klinik wird einen Patienten ohne weiteres entlassen, bei dem eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung besteht und da diese immer unterschiedliche Ursachen haben können, ist auch der Zeitraum des Aufenthaltes sehr variabel. 
Eine pauschale Antwort lässt sich dementsprechend nicht geben - dafür gibt es zu viele Faktoren und Variablen die bestimmen, wie lang solch ein Aufenthalt gehen kann.
Um jedoch einen groben Überblick zu geben - die klassische Krisenintervention geht im Schnitt ein bis zwei Wochen, manchmal jedoch auch nur wenige Tage.

"Darf man auch Freundschaften schließen?"

Freundschaften stellen in der Psychiatrie, in der Regel, kein Problem da. Als problematisch werden zumeist Beziehungen eingestuft.
Gerade bei Patienten, die sich in einer Krise befinden und das trifft auf nahezu alle, die sich stationär in der Psychiatrie befinden, zu, kann ein Scheitern einer solchen Beziehung oder auch nur Rückschläge eine weitere Krise auslösen oder auch die vorhandene verstärken - therapeutische Fortschritte gingen dabei ebenfalls verloren. 
Auch hier regelt eine Psychiatrie solche Fälle meist individuell, jedoch kann es bei Liebesbeziehungen soweit gehen, dass einer der beiden seine Therapie unterbrechen muss, bis der Partner seine beendet hat.
Freundschaften sind aber wie erwähnt unproblematisch und sogar wünschenswert.

"Ist der Unterschied groß zwischen einer geschlossenen und einer offenen?"

Auf dem Papier nicht. Die geschlossenen Stationen sind, wie der Name schon sagt, geschlossen - es kommt also niemand ohne weiteres raus und auch, was sehr wichtig ist, niemand ohne weiteres hinein. Es besteht also nicht die Möglichkeit, die Station einfach zu verlassen - selbst wenn man sich nur auf dem Gelände bewegen möchte.
Die offenen Stationen bilden das Gegenstück. Hier kann man sich als Patient relativ frei bewegen - die Station also auch verlassen und nach Absprache auch das Geländer verlassen, um beispielsweise in der Stadt etwas zu kaufen und Kaffee zu trinken. 
Allerdings gibt es auch auf den Stationen Unterschiede. Wie bereits oben einmal angedeutet, sind die Regeln auf der geschlossenen Station sehr viel strenger - das betrifft insbesondere die mitgeführten Gegenstände. Auch fällt dort auch, im Gegensatz zu der offenen Station, das Therapieangebot, wenn es überhaupt eines gibt, sehr viel kleiner aus - hier geht es in erster Linie darum, Menschen von denen eine Selbst- oder Fremdgefährdung ausgeht zu schützen.

··································································································

Wichtig ist, dass keine der hier getroffenen Aussagen immer zutreffen. 
Die Kliniken regeln vieles selbst und unterscheiden sich stark in ihrer strenge und ihren Regelwerken. Möchte man seine Fragen spezifisch beantwortet haben, so muss man sich stets an die entsprechende Klinik wenden und diese nach ihrer Handhabe befragen.

Für weitere allgemeine Fragen, rund um das Thema Psychotherapie, würde ich dir folgendes PDF der PTK Bayern empfehlen wollen - sehr lesenswert:

https://www.ptk-bayern.de/ptk/web.nsf/gfx/D4B39DD1F62D6450C125770D002B3D83/$file/FAQ-Psychotherapie.pdf

Psychiatrien sind, auch wenn die Regelwerke einen oft abschrecken können, nicht der Horror, den man oftmals vermutet und auch fürchtet. Natürlich haben viele auch schlechte Erfahrungen gemacht, denn nicht jede Klinik wird ihrer Aufgabe auch gerecht - "Schwarze Schafe gibt es immer." könnte man an der Stelle sagen.
Im Gegenzug haben viele auch eine sehr gute Zeit in einer Psychiatrie genossen und aus dieser Zeit auch vieles mitnehmen können. Dementsprechend gilt immer, dass wenn die Notwendigkeit besteht, ein Aufenthalt in einer Psychiatrie nicht gescheut werden sollte - er ist selten so schlimm, wie man ihn sich vorstellt.

Liebe Grüße.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Diese Fragen kann dir niemand beantworten.

Es kommt ganz auf das Krankheitsbild und die vom jeweiligen Arzt bevorzugte Therapieschule an.

In der Verhaltenstherapie, die ja mit Belohnungen arbeitet, kann sein, dass du mit zunehmender Besserung (manchmal ist es auch nur Anpassung) dein Handy täglich länger benutzen darfst, oder dass du Besuche bekommen kannst, oder dass du wieder deine Bücher lesen kannst usw.

Freundschaften kannst du schließen, denn niemand schaut in dein Herz. Ob das aber sinnvoll ist, solltest du dir überlegen. Ausleben kannst du sie dort aber kaum. Es ist zwar möglich, dass du dich verliebst, doch im Allgemneinen ist es nicht ratsam, dass der einäugige den Blinden führt.

In der geschlossenen Abteilung geht es hauptsächlich darum, deine Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen, was mit passenden Medikamenten erreicht werden kann.

Ein Horror ist es nicht zwingend, doch ich würde eine Psychosomatische Klinik jeder Psychiatrie vorziehen.

Salopp könnte man sagen, die Psychiatrie ist eher eine Notaufnahme, die dich für eine Psychosomatische Klinik vorbereitet..

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich habe mehrere aufhalte hinter mir, und ja es ist vielleicht nicht so wie in den ganzen horrorfilmen aber es ist auf eine ganz andere art horror (zumindestens für mich) es kommt drauf an wo du bist offene oder geschlossene und am allerwichtigsten wie das personal so ist... alles in allen ist das kein ort der erstrebenswert ist 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hehe, ich schreibe folgendes aus Erfahrung (bin frisch entlassen): Ja, du darfst all das mitnehmen, jedoch wird das Handy eingezogen und du bekommst es nur für bestimmte Zeit. Bücher sind da gar kein Problem, die darfst du behalten. Vermutlich gibt es dort ebenfalls eine Klinikschule, deshalb nimm Deutsch-, Mathe- und Englischzeug (und Stifte! XD) mit. MP3-Player ist auch in Ordnung, war es bei mir zumindest. Viel Glück!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auf der geschlossenen darfst du oft kein Handy benutzen,  das ist aber von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich.

Klar darfst deine Bücher mit nehmen; ) du hast ja auch zeit für dich.

Freundschaften schließt man dort recht schnell,  da ja alle dort sind die Probleme haben. 

Wie lange du dort bist hängt vom Erfolg der Therapie ab.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Je nachdem ob das jetzt jugend oder 18+ ist...handy wird selbstverständlich abgenommen.... dir werden alle flüssigkeiten agenommen und dein 'gepäck' duechgesehen welches du hoffentlich zum schlafen wieder bekommst... wenn du dich mit den leuten verstehst ist gut ...wenn nicht werdet ihr euch miteinander arrangieren müssen... du musst dich selbst "abmelden" wenn du auf toilettw musst.....zu den pflegern musst du dich ebenfalls arrangieren....nach ungefähr spätestens 24h musst du ein Arzt sehen (ausser es ist WE oder Feieertage dann konnen es auch mal 48h sein) es kann Horror sein, dir kann aber auch super geholfen werden ...ist Charactersache... pass auf das du danach in der Schule am Ball bleibst .. dorrt der Unterricht ist dafür da das du geistig nicht eingehst....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MissSugarPink
07.02.2017, 18:43

in welcher psychatrie muss man sich bitte abmelden wenn man auf die Toilette muss.

1

Was möchtest Du wissen?