Prüfung - Heimat - Was bedeutet sie für dich?

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Hei, ChristianHofer, bei Licht betrachtet ist 'Heimat' ein Wischiwaschi-Begriff, zu dem ich noch nie eine als völlig zutreffende Definition gelesen habe. Denn allein schon die Frage: "Wo ist meine Heimat?" bleibt jeder gescheiten Antwort unschlüssig: Wo ich geboren bin, wo meine Kindheit war, wo ich meine tiefsten Erlebnisse und Erfahrungen / Begegnungen gesammelt habe , da, wo ich mehr oder minder freiwillig des Berufs und der Familie wegen lebe, meine Freunde und Bekannten habe …" Fast möchte ich ähnlich dem deutschen Freiheitsdichter Ernst Moritz Arndt antworten: "..mein Heimatland muss größer sein".

Ich sehe also in dem Begriff ein ganzes Bukett von Emotionen, wie Blumen in der Vase, manche schon verwelkend, andere frisch gepflückt, manche duften, manche sprühen vor Farbe und Blühfreude, andere dümpeln so dahin, schon vergessen oder dicht davor, vom Hirn aus dem Flor der Erinnerung "entsorgt" zu werden.

Heimat: Letztlich auch eine Frage nach der geistigen, geistlichen und intellektuellen Heimat: Wo fühle ich mich geborgen, wo ist zu Hause - in meiner angeborenen Kultur, den angelernten Sitten, den überlieferten Bräuchen und den "angewachsenen" Gewohnheiten …? Man kann sich - intellektuell - noch so sehr als Kosmopolit geben, sich als Weltbürger fühlen; doch ganz tief drinnen, im Herzen, in der Seele, im Gemüt, in der Psyche ist etwas, das einen nicht verlässt

… die Summe gelebten Lebens heißt - vielleicht - Heimat.

Viel Erfolg für deine Arbeit! Grüße!

"Harmonie und überschaubare Lebenszusammenhänge", was am Schluss des Textes steht, ist gar nicht schlecht beschrieben.

Blochs "Definition" H. ist, 'was allen in die Kindheit scheint' , sagt etwas ganz Ähnliches.

Für mich ist Heimat, wo ich mich auskenne und sein kann, wie ich bin. Das heißt, dass ich offenbar in meiner Herkunftsfamilie und an meinem Herkunftsort "Harmonie und überschaubare Lebenszusammenhänge" erlebt habe. Wäre ich tyrannisiert oder missbraucht worden, wäre meine Definition von Heimat komplizierter.

Bloch führt seine Erklärung noch weiter: "worin noch niemand war".

Natürlich habe ich mich noch nie in allem ausgekannt, was mir begegnet, und ganz so egoistisch, faul und launenhaft usw., wie ich immer wieder bin, will mich leider niemand haben. Also fehlt auch mir immer noch ein Stückchen, mich ganz beheimatet zu fühlen.

Ganz so einfach, wie ich es mir gemacht habe, solltest du es dir aber nicht machen, sondern auf jede der behandelten Beschreibungen von Heimat eingehen und prüfen, wie weit sie deinem Heimatgefühl entsprechen.

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Ein Schriftsteller hat mal gesagt "Heimat ist nicht
da, wo man geboren ist, sondern da, wo man
geliebt wird."

Speziell als Österreicher lohnt sich ein
Blick in den Text der Nationalhymne -
da wird nämlich nicht nur gejubelt
wie in der deutschen.

Noch ein Tipp: Lies mal das Gedicht
"Die Stadt" von Theodor Storm (ist kurz ;-))
Gemeint ist Husum, das ist an der Nordsee.
Da wird eine Stadt sehr unvorteilhaft
(aber treffend, ich kenne jemanden von dort)
beschrieben, aber es kommt trotzdem
eine gewisse Liebe zur Heimatstadt heraus.

heimat ist kein ort, heimat ist ein gefühl.

oder anders...heimat ist da, wo dein herz ist.

das heißt für mich, da wo meine familie ist, da wo meine freunde sind, wo ich mich verstanden und geborgen fühle.

seefahrer betonen häufig auch die see/das meer , sei ihre heimat. das hat auch nichts mit geburtsort oder arbeitsort zutun, sondern mit den gefühlen, die sie damit verbinden.

Heimat ist für mich da, wo meine Familie ist. Sie ist das wichtigste in meinem Leben.

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