Promotion als Ingenieur?

3 Antworten

Das kommt ganz drauf an, was Du später machen willst.

Finanziell lohnt es sich oft nicht.

Vorbehalte kann es geben, die kann man oft aber auch aus dem Weg räumen. Man muss mit dem Dr. ja auch nicht hausieren gehen.

Ich arbeite mit vielen Dr. und Dr.Ing. zusammen. Die machen alle den gleichen Job wie die anderen Ingenieure und verdienen auch nicht mehr. Von denen bildet sich aber auch so gut wie keiner etwas auf seine. Dr. ein oder legt Wert darauf damit angesprochen zu werden. Die meisten wollen sogar, dass auf Veranstaltungen auf Namensschildern der Dr. weggelassen wird.

Andererseits kenne ich auch Fälle, wo der Dr. der Türöffner in eine Position als Assistent von Geschäftsführern und Vorständen war. Oft bei welchen, die selber keinen Dr.-Titel hatten und sich vermutlich für das Ego einen Assi mit Titel holten.

Und der Job als Assistent kann karrieretechnisch zwar etwas bringen, den Job muss man aber auch wollen...

Da ich nach einigen Jahren auch mal wieder auf dieser Plattform bin, meine Sichtweise dazu:

Zunächst erstmal hängt es sehr davon ab, wo und in welcher Position man promoviert. Welches Institut, Lehrtätigkeit, Industriekontakte, Themenbereich, Prof., Universität, "Dual" in Kooperation mit einem Unternehmen, ...

Durch die hohe Anzahl an Variablen lässt sich die Frage pauschal einfach nicht beantworten.

Was ich allerdings durch die Erfahrungen Vieler aus meinem Institut ableiten kann:

Lediglich zu promovieren, um später mehr Geld zu verdienen, ist selten richtig. Die Arbeitszeiten sind nicht zu unterschätzen (alles wieder ganz vom Institut abhängig); die Promotion zieht sich meistens ganz schön (bei uns für gewöhnlich 5 Jahre). Andererseits ist die Bezahlung zumindest bei uns gut und vergleichbar mit der in der Wirtschaft nach dem Master. Innerhalb der Promotion spezialisierst du dich extrem in einem Themengebiet (+weitere Randgebiete). Der Doktorand, für den ich derzeit noch arbeite, hat mehrere Berechnungsverfahren entwickelt, die einen hohen realen Nutzen in der Industrie besitzen, Kosten sparen, Qualität erhöhen, ...

Promovierte Ingenieure sind natürlich prädestiniert für die F&E; als M.Sc. hast du letztlich nicht mal die Hälfte an Erfahrung in der Forschung. Heißt allerdings nicht, dass du dich darauf ausruhen kannst. Lediglich ein weiteres As in deinem Ärmel beim Vorstellungsgespräch.

Ein Job zu finden ist für gewöhnlich nicht das Problem, beispielsweise durch Industriekontakte, die über die Jahre entstehen. Es geht eher darum, den richtigen Job zu finden (also genau in der Nische, die du in der Promotion behandelt hast, sofern du das willst).

Aufgrund der von dir gestellten Fragen scheint es mir so, als wärst du noch weit von einem möglichen phd entfernt, sodass ich mir da heute noch keine Gedanken machen würde. Allerdings sollte dir klar sein, dass nur ca. 5% (hab ich zumindest so bei uns mal gehört) der Ings promovieren, und das sind zumindest bei den Instituten, die ich kenne, häufig die wirklich Guten im Jahrgang (nicht zwingend die Besten).

Hier noch ein netter Link, der sich mit dem deckt, was ich von anderen so höre: https://www.mut-job.de/artikel/was-bringt-der-dr-ing

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Klar entsteht bei einem Doktortitel automatisch das Vorurteil, dass die Person teurer ist, als ein vergleichbarer Mitarbeiter mit Master o.ä. - schließlich will sich die Person ja die dafür aufgewandte Zeit bezahlt haben. Ich kann mir dementsprechend vorstellen, dass man es vorallem in mittelgroßen bis kleinen Unternehmen sehr schwer haben wird, einen Fuß reinzusetzen.

Generell halte ich Personen mit einem Doktortitel nicht für kompetenter als Personen mit einem Master oder Dipl-Ing. - vor allem da der Doktortitel erfahrungsgemäß sehr oft nur für das eigene Ego und aufgrund des Schreis nach Anerkennung gemacht wird.

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