Projekt mit Flüchtlingen?

6 Antworten

Wie "Bitterkraut" schreibt, wäre ein so genanntes "banales" Thema empfehlenswert - nicht gleich so "intellektuell anspruchsvolle" wie Homophobie, Frauenrechte etc., - besonders dann nicht, wenn die Flüchtlinge des Deutschen noch nicht so mächtig sind oder gar völlig unterschiedliche Deutsch-Kenntnisse haben.

Ich habe knapp 20 Jahre lang DaF (Deutsch als Fremdsprache) unterrichtet in "Asylanten-Klassen" mit hoher Fluktuation, mit großen Alters-Unterschieden (12 - 18 !!), mit Kindern aus sechs verschiedenen Ländern - eine Herausforderung ohnegleichen !!

Projektähnliche Aktionen:

  • Spaziergänge durch den der Schule nahen Park (Kennenlernen von Bäumen, Blumen, Vogel-Namen - Natur...),
  • über Wochen Darstellung (Tapete) des eigenen Heimatlandes, dessen Erläuterung den anderen gegenüber,
  • Sportspiele unter Einhaltung simpelster Regeln,
  • gemeinsamer Gang in und durch die Stadt, Zeigen von Sehenswürdigkeiten (mit Begleitung eines zusätzlichen Lehrers),
  • Mitbringen - sofern vorhanden - eigener "heimatlicher" Musik-Instrumente und Spielen darauf; andere das Spielen lehren (Ich brachte Gitarre und sechs Mundharmonikas mit)... u.a.m.

So wurde "quasi nebenbei" auch spielerisch Deutsch gelernt.

pk, Deutsch- und Sport-Lehrer

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ja, ich denke auch, ewige Gespäche über Integration bringen gar nix. Viel wirksamer und hilfreicher für alle Seiten ist, es rauszugehen und anzupacken, wo Hilfe gebraucht wird oder selber etwas anzuleiern, womit wiederum Dritte, auch Deutsche angsorchen werden können. Eine Band gründen, mit Sportvereinen sprechen, eine Sportmanschaft gründen, das ist viel nachhaltiger und effektiver als ewiges Gerede. Es gibt auch viele Nachbarschaftsinitiativen, wo man mitmachen kann und ner alten Frau mit kleiner Rente mal kostenlos die Bude streichen oder sonstwas nützliches im Team tun kann. Sich in der Gesellschaft Anerkennung verschaffen, das ist der Weg.

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@Bitterkraut

Da niemand wollte, initiierte ich selbst eine "Asylanten-Klasse" - Mitte der 90er (Kosovo-Krieg) - an "meinem" Gymnasium. - Ohne hier Antwortenden Böses zu wollen, muss ich sagen, dass manche Antworten, um es höflich zu formulieren, arg weltfremd sind, das Wort "ignorant" bewusst vermeidend.

Sie, die Kinder, mit ihrer neuen, vorübergehenden (?) Heimat auf EINFACHE Weise irgendwie vertraut zu machen und dabei "unauffällig" ; - ))) die deutsche Sprache zu integrieren, war mein alleiniges Ziel - auch später, als Heranwachsende anderer Nationen hierher flohen: aus Afghanistan, dem Libanon, Irak, Iran, Eretreia und und und.....

Alles, was du im Kommentar schreibst, kann ich nur heftigst unterstreichen - besonders was "Nachbarschaftshilfen" und Integration in hiesige Sportvereine betrifft (Da sitze ich ja an der Quelle.)

Zu Beginn bloooß keine zähflüssigen, verkrampften Diskussionen, um die "Leute" mit den "Werten" unserer Kultur, Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen.....

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@paulklaus

Ja, man muß die Gesellschaft und deren Werte und Gebräuche erfahrbar machen, darüber reden bringt gar nix.

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Wie wär es mit einm so "bananlen" Thema wie Umweltschutz, Naturschutz? Fragt mal bei den Nabu-Sektionen in eurer Region, ob die Aktionen laufen haben, wo ihr euch mit den Flüchtlingen beteiligen könnt. Teamwork/Umweltwissen/Frauengleichbehandlung dank Frauenrechten etc. kommn da ganz automatisch auf den Tisch, allein durch die Zusammenarbeit.

https://www.nabu.de/spenden-und-mitmachen/aktiv-vor-ort/index.html

So können auch Kontakte mit Deutschen hergestellt werden, die Flüchtlinge können aktiv etwas leisten und das fördert das Selbstvertrauen und die Integration, ebenso die Sprachkenntnisse.

Sicher gibt es auch noch andere Vereine/Intiativen, die Leute brauchen können, die mit zupacken. Und zupacken, etwas tun können, das fehlt sicher den meisten Flüchlingen, die keinen Job haben, und die oft monatlang nur rumsitzen und warten.

Die Aufgabenstellung könnte sein: Was kann ich sinnvolles für mein Gastland und freundliche Aufnahme in demselben tun. Wo kann ich einspringen, wo werde ich gebraucht.

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Ja, mach ein Projekt gegen Homophobie. Damit kommste in die Zeitung.

Sind da etwa auch AfDler unter den 17-jährigen Migranten?

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@atzef

Ich glaube unter Muslimen gibt es mehr Homophobe als unter AfD-Wählern. Aber das ist nur meine Meinung.

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geht mit ihnen auf einen friedhof, jeder sucht sich ein altes verlassenes grab und richtet es wieder her.. unkraut entfernen, sauber machen, neue kerzen aufstellen und ein kurzes gebet für einen völlig fremden sprechen.. das hat psychologische wirkung.

Aber vorher bei der Friedhofsverwaltung anklopfen, damit es keinen Ärger gibt.

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@Bitterkraut

häää? .. warum sollte es ärger geben? .. muss nicht immer alles seine adolf-ordnung haben.

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@djx3000

Weil nicht jeder sich auf fremden Gräbern zu schaffen machen darf.

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@Bitterkraut

seit meiner kindheit kenne ich es nicht anders, als dass alle an allerheiligen auf den friedhof gehen und wilfremde gräber wieder herrichten.. hat sich noch nie jemad beschwert.

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Integration, Mülltrennung, Hausordnung.

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