Prognose für die Zukunft der heutigen Jugend?

Das Ergebnis basiert auf 12 Abstimmungen

Jugend wird profitieren. 50%
Jugend wird Entwicklungsstörungen aufzeigen. 42%
Das macht keinen Unterschied. 8%

2 Antworten

Ich bin ziegespalten. Handys und Internet sind natürlich gut. Sonst könnte ich ja hier auch überhaupt nicht antworten. Andererseits werde ich aber auch ein bisschen wehmütig.

Mein Uropa ist in den "wilen 20ern" zusammen mit einem besten Freund von der Rhön aus nach Hamburg ausgerissen. Das Geld haben sie sich verdient, indem sie bei Wallfahrten Heiligenbilder verkauft haben. In Hamburg sind sie einige Zeit durch die Gegend getingelt. Genaues weiß ich nicht. Sie haben sich aber ihren Unterhalt verdient, indem sie in Kneipen und auf Schiffen musiziert haben. Mein Uropa hatte seitdem einen großen Anker auf dem Arm tätowiert.

Irgendwann - Weiß Gott warum - hat es sie an den Rhein in der Nähe der Loreley geführt. Der beste Freund meines Uropas hat sich dort verliebt und ist in eine Wirts-Familie eingeheiratet, die ein Gasthaus am Rhein hatte. Im Laufe der Jahre hat er sämtliche Gasthäuser in der Straße aufgekauft und hat praktisch das Dorf zur Rhöner Kolonie gemacht. 😅

Als dann die Herrschaft der Nazis begann und es am Rhein - auch durch die Nähe - der Franzosen immer ungemütlicher wurde, ist mein Uropa dann wieder in die Heimat, hat dort meine Uroma kennengelernt - mein Opa und seine Brüder sind geboren und dann musste mein Uropa auch schon in den Krieg nach Polen, wo er später in russische Gefangenschaft geriet.

Warum erzähle ich das so ausführlich? Weil all das heute eigentlich nicht mehr möglich wäre. Viele Jugendliche sind träge geworden. Die jugendliche Abenteuerlust ist verflogen. Früher hätten Jungs niemals ihre Freiheit hergegeben. Heute ist Eingesperrt sein gar nicht so schlimm, wenn es W-Lan gibt. Warum überhaupt weg gehen? Im Urlaub ist das W-Lan schlecht. Da jammern viele Jungs - sie wollen nach Hause. Das W-Lan hat sie komplett eingelullt.

Zum anderen die ständige erwartete Erreichbarkeit. Wenn mein Bruder mal zwei Stunden nicht online ist, dann dreht seine Freundin total am Rad. Totale Kontrolle: Seine Freundin will wissen, was er so googelt - könnte ja sein, er sucht was Schluddeliges - , seine Freundin will wissen, mit wem er sonst noch schreibt. Diese ganze Kontrolle hätte es früher überhaupt nicht gegeben! Wenn mein Bruder mal zwei Tage lang nicht erreichbar wäre, würde seine Freundin bestimmt die Polizei alarmieren.

Und als letztes: Die Lebensplanung. Heute sollen Kinder am besten mit 12 schon wissen, was sie werden möchten. Wenn nicht, werden sofort Berufsberater geschickt. Alles muss voraus geplant sein. Lebensversicherung am besten bereits mit 14 abschließen - man weiß ja nie. Und Praktika muss das Kind natürlich machen - am besten in den Ferien. Und Nebenjob und Auslandsjahr und Schüleraustausch nach China. Alles muss durchplant sein, weil die Vorgesetzten riesige Erwartungen an einen Lebenslauf haben. Am besten noch mit exotischen Hobbys.

Mein Uropa hat erst nach dem Krieg so richtig angefangen zu arbeiten. Da war er Mitte 30. Er wurde dann KFZ-Mechaniker (oder so ähnlich). Das ist natürlich eine Ausnahme. Viele haben damals bereits mit 15 gearbeitet. Aber das Leben war noch nicht so bis ins Detail vorausgesagt, wie heute. Man war auf einer Art freier und unabhängiger als heute.

Welche Auswirkungen das auf Kinder hat, kann ich nicht abschätzen. Aber dass es Auswirkungen hat, sollte jedem klar sein. Noch nie hat sich die Kindheit und Jugend so radikal verändert, in einer so rasanten Geschwindigkeit, wie in den letzten 30 Jahren.

Während es früher fast ein Naturgesetz war, dass Kinder einen fast unstillbaren Bewegungsdrang und Lebenshunger haben, braucht es in letzter Zeit Pädagogen, die genau diese fundamentalen Dinge den Kindern wieder beibringen müssen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – politisch interessiert / politische Familie

* Mitte 40 war er , nicht Mitte 30

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Ich verstehe dich irgendwie nicht. Nicht jeder war ja zu dieser Zeit wie dein Uropa. Es gibt ja genau so viele Reisefreudige Menschen, wie es damals gab. Wenn nicht, sogar mehr, da wir uns alles durch Google planen koennen und durch die moderne Infrastruktur ueberall hingehen koennen.

Das hat ja mit der heutigen Generation nicht zu tun. Ich weiss auch nicht, warum du den Krieg erwaehnst? Die meisten Menschen waren zu dieser Zeit voellig zerstoert und ich verstehe die Aussage einfach nicht. Sollen wir jetzt ein Krieg starten?

Den zweiten Punkt sehe ich zwiegespalten. Klar, alles wird geplant, aber man kann es ja in beiden Richtungen sehen. Menschen, die es sich nicht gerne planen, tun es im Regelfall nicht. Menschen die es gerne tun, oder eben nicht wissen, wie ihre Zukunft aussieht, bekommen die beste Unterstuetzung.

Und naja, frueher war das schlechte, weil man als 14 Jaehriger Junge in den Krieg geschickt wurde.

Zu dem allerletzten Punkt kann ich nicht viel sagen. leider ist es nun mal so, dass Depressionen haeufiger denn je vorkommen. Die WHO geht sogar davon aus, dass es eines der meist verbreitesten Krankheiten wird.

Das mit der Freundin habe ich absichtlich nicht beantwortet. Solche Maedchen sind ja wohl selten

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Jugend wird profitieren.

Verweichlichung, wann ist man Junge oder Mann?

Ich finde es schön, dass wir in einem Jahrhundert leben, wo es erlaubt ist, Gefühle zu haben. Egal ob man Mann oder Frau ist. Man darf sensibel sein, man darf emotional sein und man darf auch mal einer Frau nachtrauen, heulen und muss nicht mit den Kumpels 20 Bier trinken und alle Frauen als Schlampen betiteln.

Durch die Sozialen Medien und die Toleranz, die gerade in der modernen Welt aufgebaut wird, gibt es immer mehr Menschen die zu dem stehen, was sie sind.

Wir sind nicht verweichlicht, wir sind einfach nur so weit entwickelt, dass wir uns um "kleinere" Probleme auch kümmern

Zerstören Handys & co. die Entwicklung vieler Jugendlicher?

Nein. Früher waren es Bücher, heute sind es Handys. Menschen mit sozialen Problemen können endlich Freunde über die ganze Erde finden. Durch Seiten wie Wikipedia und Skillshare kann man seine Talente und sein Wissen aufrüsten, durch YouTube, TikTok und co. kann man sehr schnell Unterhaltung finden und eine Community für sich entdecken.

Hand aufs Herz. Jugendliche waren immer asozial. Heute sieht man es, dank den sozialen Medien, einfach deutlicher

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