Professionelle Zahnreinigung ja oder nein

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ANWORT AUF DEN KOMMENTAR VON FRANZI1985

Sehr geehrte Nutzerin Franz1985,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Da ich Medizin und Zahnmedizin studierte, „fehlt“ um genau zu sein ein „Dr. med. Dr. med.dent“., wenngleich nicht jeder Arzt promovieren müsste und ich auf akademische Grade keinen übergesteigerten Wert lege.

CHX ist bereits ab 0,12% wirksam, dies haben internationale Studien zweifelsfrei belegt (Rödig T, Hülsmann M.: Indikationen und Präparate zur medikamentösen Desinfektion. In Quintessenz 56 (10),2001, S. 1003-1011 und Zimmer S, Kolbe C, Kaiser G, Krage T, Ommerborn M, Barthel C.: Clinical efficacy of flossing versus use of antimicrobial rinses. In: J Periodontol 77, 2006, S. 1380-1385).

Genau das ist auch der Grund, weshalb CHX vom Robert-Koch-Institut vor jeder zahnärztlichen Maßnahme empfohlen wird. Wenn die Wirkung, die bereits seit mehr als 70 Jahren belegt ist, nicht eintreten würde, gäbe es diese Empfehlung nicht. Sämtliche Munderkrankungen werden durch Bakterien ausgelöst, daher ist eine antibakterielle Therapie der einzig sinnvolle Weg, um gegen die Erkrankungen vorzugehen. Mit Bohrer und Füllungen lassen sich nun mal keine Bakterien vertreiben. Eine antibiotische Therapie könnte den gleichen Effekt haben, ist jedoch in den meisten Fällen nicht notwendig, da eine antibakterielle Behandlung mit CHX oder ggf. auch Triclosan ausreichend ist. CHX hat zudem keine Nebenwirkungen, sondern lediglich „ungewünschte Begleiterscheinungen“ können zeitweise auftreten. Mit den neu entwickelten Produkten mit ADS-Formel treten diese Begleiterscheinungen zudem nicht auf.

Nachlässige Diagnosen, Behandlungsfehler, Übertherapien, Kosten und Schmerzen sind alles Gründe dafür, warum Wissenschaftler und Experten den Nutzen solcher Spüllösungen deutlich höher einschätzen als vorübergehende Zahnverfärbungen und Geschmacksirritationen. Ein gesundheitliches Risiko besteht nicht. Es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen. Zumal auch darauf hinzuweisen ist, dass zahnärztliche Behandlungen teils enorme Risiken mit sich ziehen (Gesichtslähmung, Geschmacksverlust, chronische Schmerzen, lebensbedrohliche Infektionen, Zahnverlust etc.). Alleine in Deutschland sterben min. 1000 Menschen jährlich im Zahnarztstuhl. Im Vergleich dazu sind die möglichen Begleiterscheinungen von CHX harmlos.

Zumal insbesondere Bakterien abgetötet werden, die für die Entstehung von Parodontitis verantwortlich sind. In einer aktuellen Studie konnte nachgewiesen werden, dass diese Bakterien Myokardinfarkt (Herzinfarkt) bzw. Herz-Kreislauf-Versagen auslösen können, immerhin einer der Haupttodesursachen. Und Sie wollen behaupten CHX sei schlecht? Die Freiburger Professorin für Zahnmedizin, Prof. N. B. Arweiler, wies erst kürzlich in einer Fachpublikation deutlich darauf hin: „Die positiven Eigenschaften überwiegen immer, möglichen negativen Erscheinungen“.
Sie verteufeln CHX, wohl wissend, dass jeder Eingriff, jeder Entzündungshemmer, jedes Schmerzmittel, jedes Füllungsmaterial, jedes Röntgenbild und jede Anästhesie in puncto Risiken nicht durch eine Mundspülung mit CHX zu übertreffen ist. Die Rede ist dabei von einem Wirkstoff, der nicht einmal apothekenpflichtig ist und frei als Kosmetikum verkauft werden darf. Selbst für hoch dosierte CHX-Präparate ist im Gegensatz zu hoch dosierten Fluoriden kein Rezept nötig.

Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, dass Studien belegten, dass es mit CHX zu keiner negativen Verschiebung der Mundflora kommt und auch die Bildung von Kreuzresistenten nicht möglich ist (Studien auf Anfrage). Ihr Einwand warum einen PZR sinnvoll sein soll, ist auch nur eine Nebelkerze. Warum sollte man 2x im Jahr „Essensreste“ (nur Zucker wird übrigens von s. mutans verstoffwechselt) entfernen? Bei der nächsten saccharosehaltigen Mahlzeit sind diese wieder exakt dort, wo sie der Patient nicht haben möchte, nämlich zwischen den Zahnzwischenräumen. Solange nicht die bakterielle Ursache der Erkrankung bekämpft wird, können Sie und auch ein Zahnarzt niemals den Erkrankungen Herr werden. Ich gehe davon aus, dass Sie selbst in der „Zahnmedizin“ beschäftigt sind und davon wirtschaftlich profitieren. Ich finde es unveranwortlich, dass Sie Aussagen lancieren, die einzig das Ziel haben, Patienten zu verunsichern und Patienten von der Gesundung abzuhalten. Wenn die Zahnmedizin so effektiv wäre und auch PZR einen nachhaltige Wirkung hätten, warum bitte haben dann 95% der Deutschen ein Problem mit Karies, obwohl Sie zum Zahnarzt gehen?
Das Problem ist doch in der Zahnmedizin, dass sie ohne schädliche Bakterien ihre Daseinsberechtigung verlieren würde, deshalb hält man absichtlich und vorsätzlich die wissenschaftlich unumstrittenen Fakten zurück.

Selbst der Begründer der bakteriellen Kariestheorie, Willoughby D. Miller, empfahl bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Kombination aus sorgfältiger Zahnpflege, einer Einschränkung zahnschädigender Genussmittel und die Hemmung des Bakterienwachstums mittels antibakterieller Wirkstoffe. Auf seiner Entdeckung basiert die gesamte, heutige Zahnmedizin. Der wichtigste Punkt wird jedoch unterschlagen: die antibakteriellen Wirkstoffe und das mit dem Ziel der finanziellen Bereicherung einer Zunft, die auf Bakterien angewiesen ist. 13 Milliarden Umsatz pro Jahr sind offenbar zu verlockend, als dass die Moral dieses Gewinnstreben unterbinden würde.

Gruß, Dr. L. Hendrickson, Facharzt für Pädiatrie und Zahnarzt i.R.

Naja, ich würde es vielleicht nochmal machen und dann gründlicher auf die Zähne aufpassen, sodass die sich nicht nochmal entzünden. Frag doch mal einen anderen Zahnarzt, ob so eine Zahnreinigung nötig wäre (bzw. so eine teure!!!).

prinzipiell ist eine professionelle zahnreinigung ca. 1x im jahr sinnvoll (inkl. zahnsteinentfernung). ich lasse das auch immer regelmäßig machen. mit der bürste und selbst mit zahnzwischenraumbürsten bekommt man die zähne nicht so gründlich sauber poliert (und hinterher mit fluor behandelt). dies also als prophylaxe. gegen zahnfleischentzündung muss man allerdings noch anders rangehen. das reicht nicht.

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