Produzieren und wollen die Politiker und Unternehmen billige Fachkräfte?

7 Antworten

Ich halte das für verschwörungstheoretischen Blödsinn.

Natürlich wollen Unternehmen (von der kleinen Handwerksfirma bis zum Großkonzern) billige Fachkräfte, dann ist nämlich das Produkt billiger und leichter zu vermarkten und der Profit höher (der Profit der Handwerksfirmen, der Mittelstandsfirmenbesitzer und der Aktionäre, die die Großkonzerne besitzen).

Allerdings werden die Löhne der Fachkräfte auch vom Markt bestimmt und beziehen sich auch immer auf eine gewisse Mindestanforderung an deren Fachkenntnisse und Fähigkeiten.

Der Fachkräftemangel ist real und ein riesiges Problem; leicht festzustellen an den Schwierigkeiten einen Fachmann für irgendwelche Arbeiten im privaten Bereich zu bekommen, aber auch ersichtlich aus der Unzahl an Stellenausschreibungen, die oft unverändert längere Zeit in den verschiedensten Medien stehen.

Die fachlichen Qualifikationen ausländischer "Fachkräfte" sind, neben den mangelnden Sprachkenntnissen , das allergrößte Problem. Im Allgemeinen sind nur höher qualifizierte Fachkräfte aus Industriestaaten bei uns großflächig einsetzbar (abgesehen von der Sprachproblematik); "Fachkräfte" aus Entwicklungsländern oder dem nahen Osten gibt kaum und wenn (egal ob als Asylant oder Wirtschaftsflüchtling) dann haben die meisten davon in Deutschland oder europäischen Ländern studiert.

Insofern ist sowohl das Argument Fachkräfte durch Einwanderung oder Aufnahme von Flüchtlingen zu gewinnen eher schwach und wird allenfalls benutzt um parteipolitisch/ideologisch gut Wetter zu machen. Sinnmacht es nicht.

Einwanderung per se, insbesondere qualifizierte Einwanderung von Fachkräften wie in den USA oder Kanada, wäre dann noch eher eine Lösung, aber dafür ist unsere Bürokratie einfach zu schwerfällig.

Generell Einwanderung als Ausgleich zum demographischen Bevölkerungsrückgang wäre natürlich auch eine Option, aber dann eher langfristig; d.h. mit dem Ziel Eingewanderte und deren Kinder voll zu integrieren und dem Bildungssystem in D auszuliefern und so hoch qualifizierte Fachkräfte im LAnd heranzuzüchten.

Das ist ein Mythos:

Alleine schon wegen des gesetzlichen Mindestlohns gibt es keine "Billiglohnarbeiter".

Und warum sollten sich Firmen schwierig-Einzuschuldene nehmen, wenn sie dich nehmen könnten, der schon Deutsch kann?

Tatsächlich ist es so, dass in diesen Betrieben ein gewaltiger Nachfragemangel, Überalterung und Geringschätzung für diese Berufe vorherrscht.

Und oft sind es ja auch Berufe, die wirklich KEIN Deutscher machen will, weil zu anstrengend, schwierig und/oder kompliziert ist usw.

Woher ich das weiß:Recherche

Anstrengende, schwierige und/oder komplizierte Berufe können auch Deutsche machen.

Berufe wie Ärzte, Ingenieure, Entwickler, etc.

Oder habe ich diesen Absatz falsch verstanden?

0
@Interrogatore

Nein, Pflegepersonal, in Krankenhäusern und Altenheimen.

Oder Reinigungspersonal,

Oder die klassischen Handwerksberufe wie,

  • Tischler,
  • Zimmerer,
  • Schlosser,
  • Glaser,
  • usw.

Da hast du die Leerstände zu verorten und zu bekämpfen. Krieg doch mal Deutsche dazu, sich für diese Berufe zu interessieren. Nicht zu vergessen, die teilweise miserable Bezahlung OHNE Zulagen, egal wie anstrengend.

0

Hä? Wenn Länder zu "sicheren Herkunftsländern" erklärt werden, dann nicht, um Menschen von dort "herholen" zu können, sondern um sich dahin abzuschieben! Sprich, allein an diesem Punkt entwickelst du faktisch komplett falsche Verschwörungstheorien...

Und Fachkräfte sind das Gegenteil von billig. Bis jemand so weit ausgebildet ist, dass diese Person als Fachkraft gilt, muss man sehr viel Geld in die Ausbildung investieren, sowohl bei den Unternehmen, als auch beim Staat. Oder glaubst du, dass an Berufsschulen und Unis die Lehrer*innen und Dozent*innen ehrenamtlich und somit kostenlos unterrichten und dass Heizung, Strom etc. dort von den Versorgern kostenfrei hergestellt und geliefert werden??

Was glaubst du denn, was es mit der EU-Osterweiterung auf sich hatte.

Bahn frei für die Betreiber der großen Fleischfabriken, die sich jetzt viel billigere "Fachkräfte" aus dem Ausland holen konnten, die sich gegen diese Ausbeutung kaum wehren können. Deutsche und andere EU-Arbeitnehmer haben das nicht mit sich machen lassen.

Das ist eigentlich unsinnig. D hat der Osterweiterung nur mit hohen Auflagen und Schranken für den freien Verkehr und Arbeitsplatzwahl zugestimmt.

Die absolut blödsinnige Folge war, dass hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Osten überwiegend nach Großbritannien und Frankreich gingen und dort die Wirtschaft stützten, während Deutschland am Ende die eher gering qualifizierten abbekam.

Die Billigstfirmen (a la Tönnies) mit kaum qualifiziertem Personal konnten ihre Standorte in D nur halten, weil die Politik letztlich den Mindestlohn gerade so hoch setzte, dass geringqualifizierte Billigarbeiter aus dem Osten es noch attraktiv finden. Ausbeutung kann man das generell nicht nennen. In den entsprechenden osteuropäischen Fabriken geht es wesentlich beschissener zu (bei gleichzeitig niedrigerer Produktqualität),

0
@PeterJohann

Hast du mitbekommen, wie die Menschen untergebracht werden? Und was denen dafür vom Lohn abgezogen wird?

Das IST Ausbeutung.

0
@Kristall08

Und was haben diese Einzelereignisse mit den großen Ganzen zu tun ? Geringqualifizierte Billiglöhner aus dem Osten, ob ausgebeutet oder nicht, sind eine Randerscheinung, die dann wieder vergeht, wenn die letzten steuerlich gepamperten Billigfabriken in D schließen und komplett im Osten oder irgendwelchen Drittweltdreckslöchern produzieren.

Die Industrie (in ganz West-Europa) wollte die Osterweiterung wegen des größeren Marktes und der Hoffnung qualifizierte Fachkräfte einzukaufen, wobei die Löhne absolut zweitrangig sind. Nur Ds Politik war so doof das hier zu verhindern und hat uns dann lediglich die wenig qualifizierten Übriggebliebenen beschert, was im Gegenzug diversen Zombiefirmen (wie z.B. Großschlachtereien) eine Gnadenfrist gewährt hat.

0

Nicht jeder Unternehmer tickt so wie du denkst.

Wir dürfen nicht noch mehr Arbeitsplätze abbauen, verdiente Mitarbeiter auf die Straße schicken und der Jugend keine Perspektiven mehr bieten. Der Arbeitslohn ist in Deutschland nicht zu teuer, wenn die Arbeitskraft richtig eingesetzt wird, die Arbeitnehmer motiviert sind und die Leistung in ein verkaufbares Produkt eingeht. Bedingungen dafür zu schaffen ist die Aufgabe von uns Unternehmern.
Nicht Macht, Marktanteile und Größe dürfen für unser Handeln bestimmend sein, sondern Solidität, Verantwortung für die Mitmenschen, Gerechtigkeit und Beständigkeit.

https://www.trigema.de/unternehmen/philosophie/

Was möchtest Du wissen?