Produktpiraterie in Urlaubsländern

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5 Antworten

Griechenland besitzt seit dem 11.4.2012 ein novelliertes Markengesetz, das u.a. die Durchsetzungsrichtlinie RL 2004/48/EG beinhaltet. Bis so etwas mit Leben gefüllt wird braucht es seine Zeit.

Die betroffenen Markenrechtsinhaber haben jedenfalls die Möglichkeit ihr geistiges Eigentum und den Schutz Ihrer Rechte nun auch in Griechenland entsprechend der EG Richtlinie durchzusetzen. Die Firmen sind auch präsent und beschäftigen Ermittler.

In den einzelnen Staaten der EG wird der Umgang mit Produktpiraterie auch höchst unterschiedlich innerhalb der nationalen Gesetzgebung gehandhabt. Während in Italien und Frankreich zum Beispiel auch der Erwerb/Besitz von gefälschten Produkten strafbar und mit zum Teil empfindlichen Strafen belegt (in Frankreich droht Besitzern gefälschter Markenartikel bis zu drei Jahren Gefängnis) ist, werden bei uns in Deutschland Kapillarimporte (Einfuhr von rechtsverletzenden Waren innerhalb der Reisefreigrenzen) geduldet. Da braucht man gar nicht mit dem Finger nach Griechenland zu zeigen.

Produktpiraterie ist eines der größten gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. Das organisierte Verbrechen arbeitet hier besser strukturiert und übergreifend wie die jeweiligen nationalen Strafverfolgungsbehörden. Die Strukturen reichen da bis in die Politik. Insofern gibt es keine sehr guten Fälschungen. ;-)

Wenn Dich das Thema interessiert. Es gibt dazu einen sehr gut recherchierten Bericht des National Geographic mit dem Titel Produktpiraten - Die globale Bedrohung.

Spassbremse1 06.12.2013, 21:53

Danke für die ausführliche Antwort, die in etwa dem Ergebnis eines Telefonat heute mit dem Zoll entspricht.

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In Griechenland gelten was Produktpiraterie betrifft prinzipiell die gleichen Gestze wie bei uns: Sie ist verboten. Händler können verhaftet werden, Produkte beschlagnahmt etc...

Die Kontrollen sind aber beispielsweise auf Kreta eher lau. Da kommt eine Menge aus China ins Land und nur selten wird mal so ein Import entdeckt und konfisziert. Auf Märkten werden von den Ordnungshütern auch prinzipiell beide Augen zugedrückt.

Das hat vor allem 2 Gründe: Zum einen machen die gefälschten Produkte lokalen Produkten keine allzu große Konkurrenz, da es auf Kreta z.B. keine nennenswerte Textilindustie gibt (abgesehen von Lederproduktion - da sind aber die griechischen Produkte qualitativ soviel besser und trotzdem bezahlbar, dass man jedem nur raten kann da zuzugreifen statt chinesische Billigimitate zu kaufen).

Der andere Grund ist, daß vor allem die Einheimischen dort preiswert einkaufen können (auch die Familie des Dorfpolizisten). Und da die Haushaltskassen der griechischen Familien knapp sind und die Löhne nur einen Bruchteil unserer Löhne betragen kann sich schlicht und einfach kaum jemand die echten Edelmarken leisten. Da freut sich doch ein jeder über Schnäppchen.

Dazu kommt auch die recht entspannte südländische Mentalität (besonders bei den Kretern). Vor dem Staat, Politikern und Großindustriellen haben die Kreter wenig Respekt - schließlich haben diese ihr Land in die Krise und in Verruf gebracht und viele Familien an den Rand des Ruins geführt. Warum sollte man denen also helfen?

Die unterbezahlten Zöllner am Flughafen scheren sich daher ebenso wenig darum. Einmal weil sie kein Interesse haben und zweitens sind sie auch nicht unbedingt exzellent ausgebildet, um Fälschungen auf Anhieb zu erkennnen.

Das "Wespennest" ist letztendlich auch nicht Kreta, sondern das ist in den Produktionsstätten in China und asiatischen Billiglohnländern.

In den Ländern kennt man auch die Produktpiraterie, es werden Razzien durchgeführt aaber am nächsten Tag ist wieder alles beim Alten. Selbst mehrfach in Thailand erlebt.

Wenn es die Landesgesetze erlauben .... Das Problem ist, wenn dieser Markt (dort) verboten wird, ist das Wehklagen, dass hunderte Arbeitsplaätze verloren gehen. Das Bester wäre, wenn die Touristen sol "schlau" wären und diese Märkte gnorieren würden. Dann würde sich das Problem von selbst lösen. Ich laufe nicht mit "falschen Federn" durch die Gegend

Spassbremse1 06.12.2013, 08:51

Ob falsche Federn oder nicht, muss jeder selbst entscheiden - das war auch nicht meine Frage - meine Frage war, weshalb die betroffenen Marken - und das sind fast alle aus dem Highendbereich - nicht direjt vor Ort Zugriff auf die Straftat haben - in Deutschland gehts doch auch - hier habe ich noch nie öffentlich präsentierte Fälschungen gesehen.

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chinafake 06.12.2013, 15:54
@Spassbremse1

hier habe ich noch nie öffentlich präsentierte Fälschungen gesehen.

Schau mal bei Ebay rein, Rechtsvertreter von Markenrechtsinhabern könnten sich dann direkt neue Betätigungsfelder suchen, wenn dort alles sauber wäre ;-)

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Das ist inzwischen so weit verbreitet, dass man dagegen schon gar nicht mehr ankommt. Auf den Kanaren ist das ganz extrem. Wenn die Händler sehen, dass die Polizei kommt, dann verschwinden die in alle Richtungen. Oftmals haben diese Händler auch gar keine Papiere. Es sind meistens arme Menschen, die das Zeug verkaufen. Wie soll man die bestrafen? Es würde an den Touristen liegen, dass so etwas nicht mehr gekauft wird

Spassbremse1 06.12.2013, 09:19

es sind feststehende Geschäfte auf Kreta - teilweise wunderschöne Häuser an der Promenade oder in Einkaufsstraßen - da wird nicht schnell versteckt - wie denn auch? der ganze Laden ist voll davon

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