Beeinflussung der Wahrnehmung - was ist hierbei die Problemstellung?

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3 Antworten

Wahrnehmungsbeeinflussung durch Umgebungsreize funktioniert in etwa in zwei Richtungen und zwar so:

wenn Du immer von Tomaten umgeben bist und manipulativ nur diese präsentiert bekommst, nimmst Du auch nur Tomaten wahr, und keine Paprika mehr (obwohl sie ja auch in Deinem Wahrnehmungshorizont existent sind)  = angepassst/kongruente Wahrnehmungslenkung/- reaktion.

Es kann aber auch sein, dass Dir Paprika mehr auffallen = kontrastierende, inkongruente Wahrnehmungsreaktion.

Noch schwieriger wird es mit sublimerer Wahrnehmungslenkung:

bei Produktpräsentationen räkeln sich halbnackte bunte Mädchen auf Luxuskarossen, na? Könnte es sein, dass Deine Wahrnehmung der Fahrzeuge dadurch beeinflusst wird? (suggestiv gefragt).

Komplett sublime Wahrnehmungsbeeinflussung in der Werbung ist m.E. verboten: wenn bei 24 Bildern pro Sekunde im Spot auch nur ein Bild mit einer Botschaft wie: "Gummibärchen XY musst Du kaufen" auftaucht, ohne, dass Du das wirklich wahrnehmen kannst, ist das inakzeptabel und die mieseste Masche von Wahrnehmungsbeeeinflussung, neben Reizüberflutung (unüberschaubar viele Reize, einige manipulativ mengenmäßig uüberhäuft oder überhöht).

weites Feld, sehr interesssant, und betrifft alle unsere Sinneswahrnehmungsfähigkeiten, eben auch Gehör und weitere.

Mh ich versteh das nicht so ganz, aber danke für die Antwort

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anders beantwortet:

wenn Dir ein Video mit negativem Inhalt/Botschaften gezeigt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, danach Fragen zu einem neutralen Bild tendenziell eher mit negativer Haltung zu beantworten oder anzukreuzen höher, als umgekehrt.

Nach Video mit positiver Botschaft/Stimmung danach dasselbe Bild eher mit positiver Tendenz anzukreuzen, oder zu beantworten ist folglich dann wahrscheinlicher.

So kann menschliche Wahrnehmung zum selben Sachverhalt manipuliert werden.

Rückfragen? Gerne! Syberlin

Ich würde vermuten, dass nach einem postiven Video ebenso eine positive Grundeinstimmung ausgelöst wurde, dies kann sich dann in der Wahl der Adjektive entsprechend niederschlagen. Ebenso gilt dies umgekehrt für das negative Beispiel. 

Der theoretische Ansatz könnte hier sein, dass uns eindeutig negativ oder positiv ausgerichtete Darstellungen beeinflussen, so dass wir, nun "gefärbt" durch diese Eindrücke, mehr oder weniger unbewußt, umgehend darauffolgende Bewertungen mit dieser inneren Stimmung vornehmen, ohne bewußt zu prüfen, ob diese gemachte Bewertung tatsächlich auf uns zutrifft.

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