Problemjugendliche - was hilft?

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12 Antworten

Mit dem Elite-Internat... das würd ich erst mal lassen, bevor ich mit dem "Problemjugendlichen" keine Regeln aufgestellt habe. Sprich, wenn du dies und jenes tust, dann kommst du wieder dort hin (und dann aber auch radikal die Regeln durchziehen). Vielleicht hilft es ja, um gewisse Brennpunkte zu vermeiden, den Jugendlichen zu isolieren und erst langsam in eine Gruppe Gleichgesinnter zu führen. Es geht ja auch eigentlich in erster Linie um den Jugendlichen selbst (hat er bestimmte Probleme? Wie löst man sie, etc) und wenn man mit dem Jugendlichen einigermaßen gegenseitiges Vertrauen aufgebaut hat in die Gruppe integrieren... das wär so mein Vorschlag... Auf jeden Fall sollte man dem Jugendlichen klar machen, dass er als Person willkommen ist, dass nur bestimmte Verhaltenszüge einem nicht gefallen. Immer nur belehren und schelten bringt bei solchen Kids oft nichts, man sollte sie auch über ihre Taten reflektieren lassen.

Hallo!

Die Fragestellung ist sicherlich interessant. Aber für mich ist nicht ganz nachvollziehbar, warum es ausgerechnet ein "Elite-Internat" sein muss.

Zunächst muss ich moon73 Recht geben. In so genannten Elite-Internaten gibt es wahrlich schon genug Problemfälle. Dass die nun einen guten Einfluss auf "Intensivtäter" ausüben sollten, halte ich für eine gewagte These. Die Erfahrung ist, dass sich in jeder Einrichtung diejenigen Schüler mit ähnlicher Persönlichkeitsstruktur zusammenfinden und mit ihren negativen Eigenschaften gegenseitig "hochschaukeln".

Hier mal ein Beispiel aus der Praxis: http://zfi-gruenberg.beepworld.de/files/internatserfahrungenkrger.pdf

Und dass diese angeblichen Eliteinternate jeden Problemfall wieder zurechtbiegen, halte ich für ein Gerücht. Deshalb liegt Luise mit ihrer Ansicht, es täte beiden Seiten, d.h. den Problemfällen vom unteren und den Problemfällen vom oberen Ende der Gesellschaft, "total gut", zusammen in dieselbe Einrichtung gesperrt zu werden, ziemlich daneben. Ich kenne viele Internate, nicht nur in Bayern, wo das so läuft. Und es läuft keineswegs gut.

Vg

Ich muß hier gerade an einen ehem. Mitschüler denken. Weil er in der Schule immer auffällig wurde konnten wir oftmals keine Klassenfahrt machen. Das war gegenüber den anderen nun wirklich nicht sozial. Jeder verdient eine Chance, jedoch halte ich eine Unterbringung in einem Eliteinternat etwas für Übertrieben. Ein "Normalsterblicher" hat keine möglichkeit dorthin zu kommen. Aber wird man schwierig oder gar straftätig erschließt sich auf einmal eine Möglichkeit? - finde ich nicht OK!!! Wenn ein Jugendlicher wirklich sozial oder aus anderen Gründen stark benachteiligt gewesen ist, sollte der Jugendliche eine Chance wie andere auch erhalten. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ich könnte mir im Gegenteil eher vorstellen, dass diese "Problemjugendlichen" in einem solchen Internat noch mehr Schwierigkeiten machen würden und dort vielleicht sogar zu einer Gefahr für Mitschüler und Lehrer werden würden. Oder schlicht und einfach abhauen würden. Ist allerdings nur eine Vermutung die auf persönlichen Erfahrungen beruht.

Sozusagen ein Modell zum Abschaun zur Verfügung stellt? Was meint ihr?

In der USA wurde einmal ein Experiment gestartet, wo 2 Schulklassen mit normalen Schülern beteiligt waren. In der einen Schulklasse wurde den Lehrern gesagt, das die Schüler dort Sonderschulstatus haben und in der anderen Schulklasse wurde den Lehrern mitgeteilt, das es bei den Schülern um Hochbegabte handle.

Das Endresultat war, das die erste Schulklasse ( mit Sonderschulstatus ) wirklich zu Sonderschüler wurden.

Und die Schulklasse mit den angeblichen Hochbegabten, wurden Schüler die tatsächlich hochbegabt wurden.


Ich denke mir, das könnte einen positiven Einfluss auf die "Problem jugendlichen" haben.

Ob die Voraussetzungen in einem Elite-Internat wirklich so gut sind? Auch dort ist der Umgang nicht unbedingt vorbildlich. Da könnte ich eher engagierte Jugendorganisationen als tätiges Vorbild empfehlen.

Es wäre mehr als einen Versuch wert, weil ich grosse Chancen sehe, das Experiment erfolgreich abzuschliessen.

Der Aussenseiter würde entweder sich selbst anpassen oder von den "normalen Schülern " angepaßt werden.

Ich bin überzeugt, er hätte keine Chance, sein Ego durchzusetzen!

Das Problem liegt darin, die Eltern der anderen Schüler würden eine solche Maßnahme nicht akzeptieren!

Es gibt zwei Möglichkeiten denke ich. Entweder der Jugendliche schaft die Kurve nimmt sich ein Beispiel oder aber er mischt das ganze Internat auf. -Aber ich denke auch das es fast sinnlos ist dadrüber nach zu denken. In Internaten wird doch unsere Elite herangezogen, die Väter und Mütter werden sich schon dagegen zu währen wissen, das ihre Kinder keinen schlechten Umgang haben.

Das wird zum Teil schon gemacht, weil es beiden Seiten total gut tut: Dem Jugendlichen, weil er integriert wird, den Elite-Internatsschülern, die auch eine andere Welt kennen lernen und nicht zu arroganten "ich-bin-besser-als-die-anderen-Leuten" heranwachsen. Ich kenne ein Internat, bei dem läuft es so. Die bekommen Kinder/Jugendliche vom Jugendamt mit dazu. In Bayern.

Wer soll sich denn von wem was abschaun? Der Problemjugendiche von den Eltie-Schülern? Oder umgekehrt? Fakt ist, dass gerade auf Elite -Internaten schwierige Fälle der Reichen Leute betreut werden und das für Sehrgutverdienende Eltern oft die letzte Möglichkeit ist, ihre Problemkinder wieder auf die richtige Bahn zu bekommen!

Wenn ich dich richtig verstanden habe, fände ich das für den "Problemjugendlichen" u.U. vielleicht sogar hilfreich, denn er könnte sich an anderen orientieren!! Da ich aber mit dieser Materie nicht so sehr bewandert bin, ist das eine sehr vorsichtige Aussage!

Ich könnte mir gut vorstellen, daß diese Jugendlichen sich in einem Elite-Internat erst recht daneben benehmen.

Retzlaff 14.04.2008, 13:25

Ich könnte mir vorstellen, dass sie das vielleicht versuchen, dann aber so ausgelacht und ausgeschlossen werden, dass es einen Aha-Effekt geben könnte.

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