Probleme während der Scheidung!

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3 Antworten

Ihr Mann kann sich nur mit ihrem Einverstaendnis aus dem Mietvertrag rausschreiben lassen (beide muessen die Wohnung kuendigen und ein neuer Vertrag muss geschlossen werden). DIe Mietpartner sind Gesamtschuldner, d.h. jeder kann zur Zahlung der vollen Miete herangezogen werden. Problem ist, zieht er aus und zahlt keine Miete mehr, dann kann ihn der Vermieter ja auch nicht dazu zwingen und wird daher nach 2 Monaten Rueckstand die Wohnung ggf. kuendigen und sie muss dann ausziehen bzw. wird geraeumt.

Wohnt er denn noch in der Wohnung oder ist er ausgezogen?

Bis er gezwungenermassen Unterhalt zahlen wird und muss, das kann dauern(ca. 6 Monate), bis dahin braucht sie aber Geld. Ist der Mann ausgezogen und sie hat kein Einkommen, dann kann sie sofort beim Jobcenter Hartz IV beantragen, das zahlt dann zumindest in Vorleistung (holt es sich spaeter vom Ehemann ggf. zurueck). Wieso sollte sie erst im April Geld bekommen, wenn sie bis letztes Jahr in Erziehungsurlaub war, das verstehe ich nicht? Es spielt ja nur eine Rolle, ob sie noch Erziehungsgeld bekommt und das endet ja schon 1 -2 Jahre nach Geburt. Also warum sollte ihr kein HartzIV zustehen?

Fuer das Kind muss sie beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen. Das holt sich das Geld auch vom Vater zurueck.

Das Jobcenter uebernimmt dann zwar vorerst die Miete, aber die Wohung hat zuviel qm und ist wohl zu teuer, d.h. sie wird dann aufgefordert, sich was kleineres zu suchen und umzuziehen. Das macht aber auch mit Unterhaltszahlungen Sinn, denn die Wohnung ist zu teuer auf Dauer alleine.

Sie sollte sich schleunigst nach einer neuen Arbeit umsehen und sehen, ob auch ein Kitaplatz moeglich waere, damit sie bald auf eigenen Beinen stehen kann. Fuer sie gibt es meist nur den Trennungsunterhalt (ca. 1 Jahr), danach muss sie sich selbst versorgen (oder vom Amt leben).

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Kommentar von MissAggro
02.02.2015, 22:28

Erstmal vielen Dank für die hilfreiche Antwort.. Ja ihr Noch-Mann lebt nach wie vor noch in der Wohnung. Da er aber noch keine neue Wohnung in Aussicht hat, weiß ich nicht wie er auf so eine bescheuerte und übereilte Idee kommt.. Ich werde meiner Schwester aber schonmal morgen deine Infos mitteilen...

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Während des "Trennungsjahres" hätte die Schwester Anspruch auf "Trennungsunterhalt" - aber nur, wenn dem Mann nach Anrechnung bzw. Abzug des Kindesunterhaltes noch mehr als 1200 Euro von seinem Einkommen zur Verfügung stünden (dies ist sein "Selbstbehalt" gegenüber seiner Frau)...

Sollte der Mann allerdings noch allein für die Miete aufkommen, würde dies dann auf den Trennungsunterhalt angerechnet werden (er sich entsprechend verringern).
Könnte er der Frau deshalb keinen (oder nur sehr wenig) Trennungsunterhalt zahlen, müsste sie ggf. ALG II beantragen.

Wurde die Wohnung von beiden gemietet, könnte sie auch nur von beiden zusammen gekündigt werden.
In Absprache mit dem Vermieter könnte die Wohnung ja dann ggf. von der Schwester allein übernommen werden.
Wenn die Schwester der Kündigung aber nicht zustimmen würde, könnte der Mann dies gerichtlich erzwingen lassen.... (Kosten ggf. zu Lasten der Frau...).

Der Trennungsunterhalt endet mit der Scheidung.
"Nachehelicher Unterhalt" wird nur noch in Ausnahmefällen zugesprochen, denn es wird davon ausgegangen, dass nach der Scheidung beide ihren Lebensunterhalt selbst erwirtschaften (verdienen) können.

Da das gemeinsame Kind bereits drei Jahre alt ist - und eine ganztägige Betreuung in einer Kita o.ä. möglich wäre - gilt die Frau als voll erwerbsfähig.
Dies wird sicher auch vom Jobcenter so berücksichtigt, falls sie ALG II beanspruchen müsste....

Für das Kind müsste der Mann Unterhalt zahlen, wenn es bei der Frau lebt.
Er hätte dann ein "Umgangsrecht" (das gemeinsame Sorgerecht bleibt ja weiterhin bestehen...)

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Kommentar von MissAggro
02.02.2015, 22:33

Ich danke auch dir für deine schnelle und hilfreiche Antwort, welche ich ebenfalls morgen an meine Schwester weiterleite...

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Ich denke, deine Schwester kann sich nicht durchsetzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie weder von den Ämtern noch vom Anwalt eine zielführende Auskunft bekommt. Natürlich muss sie Unterhalt bekommen. Sie sollte nochmals zum Anwalt gehen. Vielleicht kannst du sie begleiten.

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Kommentar von MissAggro
01.02.2015, 21:26

Laut Anwalt sollte sie Unterhalt (700€) bekommen, aber ihr Nochmann sagt mehr als 100 € bekommt sie von ihm nicht, und das alles einzuklagen dauert einfach zu lange.. Sie hat ja JETZT das Problem und da kann sie auch nicht einfach sagen, das schiebe ich auf. Ich meine verhungern und auf ser Straße sitzen werden meine Schwester und mein Neffe nicht, sie haben ja uns aber ist ja auch keine Lösung..

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