Probleme mit Kleinkind was mach ich falsch?

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5 Antworten

Zunächst gilt es zu verstehen, dass wir Menschen in diesem Alter einfach nur nachmachen. Je nach Reaktion verhalten wir uns dann weiter. 

Die Wahrnehmung der Erwachsenen ist so kleinen Kindern erst mal vollkommen fremd. Reagieren die Erwachsenen dann auch noch ärgerlich, ist es den Kindern in dem Alter schlicht unmöglich, den Ärger nachzuvollziehen. 

In meinen Kreisen hat sich sehr gut bewährt 

zunächst mal zu verstehen, dass nachgeplappert wird. Da ist die Kita durchaus als Herkunftsort vorstellbar. 

Dann macht es Sinn zu verstehen, dass die Kinder in dem Alter anfangen, Gruppen unter sich zu bilden. Um eine Gruppe bilden zu können braucht es Mittel der Abgrenzung. 

Eine Gruppe benutzt also solche Worte. Eine andere Gruppe versucht, noch mehr Ärger bei Erwachsenen durch andere Worte hervor zu rufen. Das ist eine Möglichkeit der Gruppenbildung. 

Immer noch: Die Kinder nehmen nur den Ärger der Erwachsenen wahr, die Ursache aber können sie nicht nachvollziehen. 

Können die Erwachsenen verstehen, dass es hier zu ersten Gruppenbildungen kommt - also zur ersten Übung in sozialer Kompetenz - , dann können Erwachsene darauf gelassen reagieren. Gelassen kann auch bestimmt sein. 

Den Kindern lässt sich also erklären

dass sie selbst noch manches Jahr brauchen, bevor sie so erwachsen sind wie ihre Eltern. Dass sie noch unvorstellbar viele Jahre dazu brauchen. Und dass sie deshalb eben auch noch nicht Alles wissen und kennen können. 

Dann lässt sich ein Mal - wirklich nur ein Mal - erklären, für Erwachsene sind solche Worte eine schwere Beleidigung. Wie eine schlimmer Ohrfeige. Deshalb möchten die Erwachsenen diese Worte nicht hören. 

Ich erinnere gerade eine kräftige Ohrfeige, weil ich wissen wollte, wie stark die Ohrfeige wohl sei, wenn ich eben so ein Wort benutze. - Rund 55 Jahre her. - Ok. Die Ohrfeige habe ich also bekommen. Und bin nicht daran gestorben. Aber meine Neugierde war befriedigt. 

Ich gehöre zu den seltenen Exemplaren unter uns Menschen, die sich hier und da lieber nach ihren Eltern als kleines Kind richteten als nach Gleichaltrigen im Kiga. 

Bei meinen Kindern kamen Wiederholungen vor. Also wurde das Kind so lange ignoriert, wie solche Worte genutzt wurden. 

Selbstverständlich saß das Kind deswegen auf jeden Fall trotzdem mit am Tisch. Wie kann ein Mensch so ein kleines Wurm komplett ausgrenzen? Isolation ist Folter. Das ist unangemessen. 

Wir haben einfach nicht reagiert. Nachdem der Teller vom Kind bestückt worden war, zu trinken am Platz stand. 

Es wird bei einigen Kindern ein bisschen ein Hü und Hott für die Eltern. Ist es konsequent, dauert es nicht lange. Denn werden die Worte nicht genutzt, verhalten sich die Eltern einfach, als sei Nichts gewesen. Schließlich ist das mit dem Langzeitgedächtnis nicht in jedem Fall schon voll ausgeprägt. 

Und dann ist da noch das Thema Gruppenbildung. Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Heute lernen Erzieherinnen nach meiner Kenntnis manche davon. Sie dürfen gerne von den Eltern ermuntert werden, bei der Gruppenbildungsphase verschiedene Abgrenzungsmöglichkeiten anzubieten. Denn sind welche im Angebot, müssen nicht Worte genutzt werden, die den eigenen Eltern weh tun. - Wie beschrieben an meinem Beispiel - 

Uns wurden in der Kiga schon solche Angebote unterbreitet. Aber eben nicht von allen angenommen. 

Kinder haben erst mal grundsätzlich ihre Eltern lieb. Ganz doll lieb. Sie wollen also ihren Eltern nicht grundlos weh tun. Jedenfalls, wenn eine gute Bindung entwickelt werden konnte vom Kind zu den Eltern. 

Die Phase legt sich relativ schnell wieder. Viele Worte werden vergessen. 

Was sich in meiner Generation schon zusätzlich bewehrt hat und auch bei meinen Kindern und Enkelkindern: 

Ein Wettbewerb, wer die meisten Schimpfworte kennt. 

Gut vorbereitet durchhalten. Denn mit Sicherheit wird es dem Minimenschen zuerst langweilig. Und vor allen Dingen keine Denkpause zulassen. Das muss schnell gehen. 

Nebenbei: Pubertät nutzt heute solche Worte in ganz anderem Sinn. 

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Ein gutes Mittel ist ignorieren wenn er das macht.

Lasst ihn dann auch nicht mit euch essen, sondern er muss alleine vor/nach euch essen. Sag ihn vorher klar, dass er alleine essen muss wenn er sich so benimmt und zieht das dann durch.

So eklig es klingt, aber spuckt zurück. Am Besten natürlich zu Hause, wo nicht noch blöde Kommentare von Fremden kommen ("kein Wunder dass er das macht, wenn seine Eltern das machen"). Dann merkt er wie das ist. Oder ihr nehmt eine Sprühflasche mit Wasser und sprüht in dann immer ein mal an, wenn er spuckt. Manche schreckt das ab, andere nicht...

Evtl. helfen auch Maßnahmen wie für jedes Schimpfwort kommt für 5 Minuten das Lieblingsspielzeug weg (oder mehrere Spielzeuge, damit er es auch wirklich bereut), für Spucken für 15 Minuten, wird es nicht besser noch länger. Gerne auch abends vor dem Schlafen hart bleiben. Vermisst er sein Kuscheltier zu doll und kommt sich entschuldigen, dann gebt es ihm, aber wenn es öfter vorkommt lasst ihn mal eine Nacht ohne schlafen. Vielleicht hilft nur dieser "drastische" Weg. Das geht natürlich nur, wenn er an bestimmten Teilen total hängt.

Wenn er fernsehen darf und eine Serie gerne sieht, dann verbietet sie ihm, er darf sie nur nach Besserung nachgucken (also dann aufnehmen).

Kinder in dem Alter brauchen klare Grenzen und auch Konsequenzen wenn sie diese (zu oft) überschreiten. Wenn man jetzt nicht hart bleibt, dann lernen das manche bis zum erwachsen werden nicht mehr.  

Vermutlich kommt es aus der Krippe, ich habe laut Aussage meiner Mutter im Kindergarten auch allen Kindern Schimpfwörter beigebracht, die ich bei meinen älteren Geschwistern oder deren Freunden aufgeschnappt hatte. In Kombi mit anderen Kindern wo solche Wörter zu Hause normal waren und anderen die auch ältere Geschwister hatten kam ganz schön was zusammen.

Teilweise waren wohl sogar Beleidigungen dabei, die wir zwar aufgeschnappt hatten aber nicht mal wussten was das heißt. Wir hatten eben nur gehört, dass es als Beleidigung benutzt wurde und der andere reagiert hat.

Aber wie du schon meintest: Ändern könnt ihr es nicht mehr, das wird in der Grundschule später ähnlich laufen.

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Hi,
ich würde in dem Alter die Wörter auch ignorieren. Die kommen schon aus der Betreuung. In der Grundschule wird es dann richtig "schön" mit den Wörtern. Dann kann man aber mit ihnen darüber sprechen, weil sie es besser begreifen. Mit 3 Jahren geht das noch nicht so gut und so schlimm sind die von Dir beschriebenen Wörter ja auch nicht. Die sind ja eher witzig als beleidigend.  Es ist gut, dass ihr ein gutes Vorbild seid und keine Schimpfwörter benutzt. Das ist die beste Grundlage um später zu erklären, dass man sich das nicht sagt und keiner es schön findet Schimpfwörter zu hören.

Wegen dem Spucken mal fragen ob er ein Lama ist. Meist mögen Kinder solche Vergleiche nicht. Sie wollen ja große Kinder sein und keine spuckenden Tiere. Lappen in die Hand und Spucke weg wischen hilft auch. Oder weg gehen und sagen er kann gerne wieder zu Dir kommen wenn er aufgehört hat zu spucken.

3 Jahre ist eben ein schwieriges Alter. Da müssen wir alle mit unseren Kids durch. Manchmal fruchten Dinge schnell und manchmal dauert es eine Weile. Durchhalten :-)

LG

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mein großer hat in dem alter auch versucht  einen anzuspucken..ich habe einmal zurück gespuckt....danach kam das nie wieder vor weil er verstanden hat wie sich das anfühlt..das habe ich übrigens auch mit erschrecken und nass spritzen gemacht und er hat erfahren müssen das heiss, fass das nicht an auch heiss bedeutet..

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Ignorieren.

Völlig.

Natürlich helfen gutes Zureden, Belohnungen und Schimpfen nicht. Das hat es noch nie getan.

Das ist eine Phase, die geht auch wieder vorbei.

Und sie geht schneller vorbei, wenn du diesen Verhalten einfach ignorierst.

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