Probleme mit angaloppieren nach Reitpause

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2 Antworten

Hallo,

na da mogelt sich gute Steve aber effektiv ums Galoppieren ;-)

Ich würde bei so einem Pferd erstmal am Trab arbeiten: Viele Schritt-Trab-Halt-Rückwärts-Trab usw Übergänge, um die Hinterhand aktiver zu machen und so ihm die Gewöhnung zu nehmen, dass demnächst schneller Trab angesagt ist. Wenn er immer wieder vorher zum Schritt oder zum Halt durchparieren und rückwärtsrichten sollte, wird er tendenziell eher langsam traben, weil es für ihn unnötig wäre, schnell zu traben (Stichwort Bequemlichkeit). Aber erarbeite dir das wirklich durch viele Übergänge und nicht durchs Am-Zügel-ziehen. Bis der Trab schöner wird (es sind nur Nuancen), dauert es sicherlich die Hälfte oder zwei Drittel der Stunde. Das ist aber völlig in Ordnung.

Wenn er dann mal länger schönen Trab gezeigt hat (was nicht heißt, dass er ein längeres Stück schön getrabt ist, sondern dass er einige Male nach dem Halt oder Rückwärts schon direkt beim Antraben einen schönen Trab gezeigt hat udn das eben mehrmals), dann galoppier relativ überraschend an. Mach ihn durch entsprechende Hilfen kurz vorm ersten Galoppsprung evt. noch einen Ticken langsamer, dann hast du ein bisschen "Puffer", sodass er nicht direkt in den Rennpass schießen kann. Dann gibst du eine deutliche Galopphilfe, legst also deutlich das äußere Bein nach hinten, treibst gar nicht groß mit dem inneren (dass das innere Bein treibt, kennt er vom Angaloppieren - diese Hilfe empfand er aber noch nicht als ernst zu nehmend, was man eben daran erkennt, dass er niht angaloppiert ist, sondern nur im Renntrab losgestochen ist. Weil er beim Treiben des inneren Schenkels vermutlich wieder im Renntrab losstochen würde - was wir ja vermeiden wollen - finde ich es an dieser Stelle ok, direkt mit einem stärkeren Signal zu starten. Das hat einen gewissen "Überrumplungseffekt", der grade faule Pferde dann dazu bringt, mal entprechend zu reagieren) sondern tickst ihn direkt mit der Gerte an der Flanke an und gibst innen nach.

Durch diese überraschend deutliche Galopphilfe wird er meiner Erfahrung nach angaloppieren. Auch, wenn ich immer sage, man muss jedem Pferd eine Chance geben, auf ein so feines Signal wie möglich zu reagieren, gilt das hier nicht mehr für mich. Denn dieses Pferd wurde schon oft genug gefragt, ob es doch nicht bitte auf ein feines Signal angaloppieren würde - was er deutlich verneint hat ;-) Deshalb sollte der Reiter, der ja immer der Anführer sein und Richtung und Geschwindigkeit bestimmen sollte, hier jetzt nicht mehr "Würdest du bitte?" fragen sondern deutlich "Mach jetzt bitte!" sagen.

Allerdings bezweifle ich, dass du das nach 1,5 Jahren Reitpaue so souverän umsetzen können wirst. EIgentlich müsste da mal ein professioneller Reiter drauf, der das Pferd wieder korrigiert, damit es nicht denkt, Galopp wär was blödes, wo man sich durchmogeln muss, sondern damit es wieder Spaß an der Bewegung hat.

Deshalb bitte mal deine Reitlehrerin, ob Steve nicht mal für 4 Wochen aus dem Schulbetrieb rausgenommen werden kann, damit sie ihn korrigiert, denn so lernen die Reitschüler ja auch nichts.

Grüße

FeliciaDussa 13.08.2012, 22:39

Also ein großes Dankeschön, das sind echt viele Tipps! (:

Das Problem ist, dass er eine Mieterin hat, bis Ende August (soviel ich weiß, sie kann aber auch verlängern) und sie ihn derzeit auch meist nur für Longestunden und Kinderreitstunden in die Bahn holen, wo er eben nur an der Longe galoppieren muss, aber nicht frei in der Bahn.

Angeblich sollte eine befreundete, gute, Reiterin Steve einmal geritten sein, und da wäre er sehr fein und fleißig gegangen, ohne Probleme. Und auch seine Mieterin galoppiert mit ihm (hat aber auch zu kämpfen was mir erzählt wurde).

Mich würde es sehr reizen ihn täglich zu reiten und eben an gewissen Sachen zu arbeiten (an seinen trägen Gangarten, Stangenarbeit, und eben der Galopp), aber da kommt wieder die Mieterin ins Spiel...

Derzeit können sie Steve nicht aus dem Unterricht nehmen, da sie kein Pferd im Stall haben, auf das sie 8 Jährige setzen können, außer ihm, da er wirklich sehr gutmütig ist.

Ich hab bereits mit äußeren Schenkel und Gerte getrieben, den Innenschenkel eigentlich nicht benutzt. Hab's (wie bereits erwähnt) am langen und kurzen Zügel versucht, am Hufschlag und in der Volte, ganz ohne Gerte, nur mit leichten 'Druck' des Außenschenkels, Oberkörper vorne, Oberkörper hinten. Ich war sogar schon so verzweifelt, dass ich direkt ohne Ausitzen versucht habe anzugaloppieren...

Danke auf jeden Fall nochmal, und ich werde in der nächsten Stunde einfach rein an seinem Trab und an den Paraden arbeiten, auch um mich mal wieder 'warm im Sattel' zu machen! :D

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little0cookie 13.08.2012, 22:59
@FeliciaDussa

Gerne :-)

Worin genau siehst du ein Problem bezüglich der Mietreiterin? Dass sie selbst nicht gut reitet und ihn deshalb wieder "versauen" könnte, wenn du versuchst, mit ihm zu arbeiten, oder dass er durch die Mietreiterin zeitlich so eingespannt ist?

Sorry, aber das Wohlergehen des Pferdes (was mit Beritt nunmal verbessert wird) geht vor dem wirtschaftlichen Gewinn durch Reitschüler. Die Einstellung von deiner Reitlehrerin geht nicht.

Am langen Zügel angaloppieren zu wollen wird dir deshalb nicht helfen, weil das Pferd hundertprozentig kein Gewicht mit der Hinterhand aufgenommen hat, sondern auseinadergefallen auf der Vorhand schlappt - perfekte Bedingungen, um in den Renntrab zu fallen.

Hm, das hab ich mir schon gedacht, dass du das schon alles ausprobiert hast ;-) Aber wahrscheinlich ohne vorher am Trab gearbeitet zu haben (Stichpunkt Hinterhandaktivität) und dann kurz vorm Angaloppieren nochmal einen Tick verlangsamt zu haben, richtig?

Das Pferd irgendwie in den Galopp zu prügeln, bringt nichts (nein, ich weiß, dass du das nicht gemacht hast, nur erlebe ich häufig, dass das der nächste Schritt ist, den der Reiter dann ausprobiert, deshalb will ich dir jetzt schonmal davon abraten), du musst es entsprechend vorbereiten und dann wie gesagt "überraschen".

Versuch nicht, abenteuerliche Gewichtsverlagerungen nach hinten oder vorne zu nutzen, damit bringst du das Pferd nur aus dem Gleichgewicht - wieder die perfekte Grundlage für Renntrab ;-)

Sitze ruhig, ohne das Pferd zu stören, und gib im richtigen Moment deutlich und klar die Impulse.

Was sagt denn deine Reitlehrerin dazu? Fällt ihr dazu nichts ein? Das ist ihr Job, dafür bezahlst du sie, also fordere ruhig Hilfe von ihr!

Grüße

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FeliciaDussa 14.08.2012, 12:13
@little0cookie

Die Mitreiterin ist bezüglich beidem ein Problem... Ich weiß ja nicht wie sie reitet, aber mir wurde eben gesagt, dass sie auch Probleme mit dem Galopp hätte und meistens sowieso nur ausreiten würde. Meine einzige Hoffnung ist, dass sie ihn im September nicht mehr mietet und ich ihn dann öfter reiten und mit ihm arbeiten könnte...

Ich hab zwar während der Stunde immer hin und wieder Trab-Schritt Paraden etc. und Rückwärts geübt, aber wirklich rein an seiner Hinterhand hab ich nicht gearbeitet, werd ich aber alles nächste Reitstunde nachholen.

Ja ich weiß, dass man ihn eher vernünftig bereiten sollte, aber ich will jetzt auch nicht mit der Stallbesitzerin streiten und dann vielleicht nicht mehr dort reiten können... Wenn du das verstehst, denn in meiner Gegend gibt es sonst keinen Reitbetrieb mehr, der noch Offenstallhaltung hat und wo die Pferde nicht 5 Stunden am Tag laufen müssen...

Nein, ich hab ihn garantiert nicht in den Galopp zu prügeln versucht, bin eher eine sanfte Reiterin, aber wenn man nach so langer Zeit wieder mal am Pferd sitzt, dann hat man eben gerne eine kleine Hilfe! ;D

Ja sicherlich, mein Verusch ihn mit ständig wechselden Mitteln in den Galopp zu 'schwingen' hat ihn wahrscheinlich eher durcheinander gebracht als das es was geholfen hätte, aber ich wollte eben nichts unversucht lassen.

Meine Reitlehrerin hat sich mehr um das andere Mädchen in der Bahn gekümmert (da diese bald eine Reitprüfung hat) und mich eher, naja; "links liegen gelassen", wie man das so schön sagt. Hat mich auch in dem Moment nicht weiterhin gestört, hab eben weiter Paraden und so gemacht, aber mehr aus Langeweile und 'Gehorsam' (natürlich vom Pferd ;D) als aus dem Gedanken heraus an Steve zu arbeiten.

Aber nochmal ein richtig fettes Danke, sobald ich wieder auf ihm sitze (in 10Tagen, ich glaube ich sterbe bis dorthin^^) werde ich alles was du mir geraten hast umsetzen, sollte normalerweise kein Problem sein, wenn ich darum bitte an seiner Hinterhand arbeiten zu dürfen!

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little0cookie 15.08.2012, 01:57
@FeliciaDussa

Ja das kann ich nachvollziehen. Aber du musst ja nicht unbedingt direkt mir ihr streiten - sachlich erklären, was wieso und warum darfst du, auch als Reitschüler. Natürlich wird sie die Kritik nicht freudig aufnehmen, aber meiner Erfahrung nach hat das noch nie zu einem Rausschmiss geführt. Außerdem kann mans ja auch verpacken und dezent durch die Blume sagen, um der Dame nicht auf den Schlips zu treten ;-)

Oh, der Stall hat Offenstallhaltung?!?! Wow, wo findet man das noch in Schulbetrieben... mensch da hast du echt Glück!

Ne also dich fast die gesamte Stunde unbeachtet zu lassen geht gar nicht! Auch wenn viele Reitlehrer das dann verpacken als "Hör mal, du kannst doch schon sooo viel besser reiten, ich lass dich heute mal ein bisschen selbstständiger arbeiten!" - du zahlst für die Stunde, und zwar ist das eine Unterrichts(!)stunde, sprich, dein Lehrer muss dir was beibringen. Fordere das auch während der Stunde ein, indem du immer wieder zur RL rufst "Guck mal XY, ist das richtig so?" oder "Ich hab hier ein Problem, hilf mir mal bitte!". Wenn die RL meint, ihrem Job nicht nachgehen zu müssen, sorg dafür, dass sie das macht, und sprich auch nochmal nach der Stunde mit ihr. Du brauchst dir dabei nciht doof vorkommen, das ist dein gutes Recht. Wenn das andere Mädel Einzelförderung braucht, soll sie bitte Einzelstunden nehmen.

Nochmal gern geschehen und danke dir für den Stern! Wie gesagt, dass der Stall Offenstallhaltung hat, ist zwar sehr gut, allerdings scheint die RL noch sehr an ihren didaktischen Fähigkeiten arbeiten zu müssen. Sei direkt und fordere ruhig ihre Hilfe ein, dafür bezahlst du sie!

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achte darauf, dass du die zügel kurz genug hast und das pferd auf "spannung" hälst. meine stute gallopiert zb. am längeren zügel nur sehr schwer an (erstmal renntrab), wenn ich aber die zügel kurz genug habe, gallopiert sie ordentlich an, auch aus dem schritt. du darfst ihn nur nicht "zu lang" werden lassen

FeliciaDussa 13.08.2012, 18:11

Ich hab die Zügel immer schön gestrafft und es auch mit lockeren versucht. Aber anscheinend ist ihm die Zügelspannung völlig egal.

Da ich aber eher 'Fan' von gestrafften Zügeln im Galopp bin, hab ich es dann noch mit Gerte versucht. Aber auch die war im völlig egal...

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kleinsoso 13.08.2012, 18:11
@FeliciaDussa

hast du mal probiert ihn aus dem schritt anzugallopieren? manchen pferden fällt das leichter

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kleinsoso 13.08.2012, 18:11

versuch ihn auch aus einem langsamen trab anzugallopieren. also lass ihn garnicht erst in diesen renntrab, da der sich auch schwer sitzen lässt und deine hilfen so nicht gut durchkommen. wenn du merkst, dass er losrennt, nimm in lieber nochmal zurück und versuche es in ruhe nochmal. manchmal ist es auch leichter, aus einer volte anzugallopieren. dann hast du die stellung schon drinne und er ist schon langsamer. dann versuchst du ihn direkt an zu gallopieren, wenn du aus der volte kommst

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FeliciaDussa 13.08.2012, 18:15
@kleinsoso

Aus dem Schritt noch nicht, werd ich mal versuchen. (:

Ich hab ihn immer in der Volte angaloppieren versucht, aber auch am Hufschlag. Aber das mit dem langsamen Trab klingt auch gut, muss ich alles erst mal versuchen, hab leider erst wieder in fast 2Wochen Stunde, bis dorthin kann ich mir ja noch viel überlegen.. ;D

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