Probleme mit 120l Becken (Algen, Beläge auf Pflanzen, tote Fische etc)

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3 Antworten

Hallo,

es wäre recht hilfreich gewesen, die gemessenen Werte hier zu posten, denn die Aussage "im richtigen Bereich" hilft bei der Ursachenforschung leider nicht weiter. Jede Fischart hat eigene Anforderungen an PH-Wert und KH und es wäre auch sehr hilfreich, den Wert des Nitrats zu wissen.

Allerdings kannst du dir das Testen mit Teststäbchen auch sparen - denn die Werte sind derart ungenau, dass man wenig bis gar nichts mit ihnen anfangen kann. Genaue Tröpfchentests wären da schon die bessere Lösung.

Und es hängt mit Sicherheit auch weder mit Chlor noch mit Schwermetallen zusammen, denn diese Stoffe befinden sich eigentlich gar nicht im Leitungswasser (auch wenn die Hersteller von Wasseraufbereitern dies gerne behaupten, um ihre Produkte unters Volk zu bringen!)

Abstehende Schuppen, dicke Bäuche etc. müssen nicht unbedingt Anzeichen "der" Bauchwassersucht sein - die kommt ohnehin sehr sehr selten wirklich vor. Das sind auch Anzeichen ganz vieler unterschiedlicher Krankheiten - bakterieller Infektionen z.B. Auch dann sammelt sich viel zu viel Wasser im Bauch der Fische, weil deren Osmo-Regulation nicht mehr funktioniert.

Auf jeden Fall ist in diesem AQ das biologische Gleichgewicht nicht mehr vorhanden bzw. stark gestört.

Algen und gammelnde Pflanzen hängen meist zusammen - wenn ausreichend Nährstoffe vorhanden sind und Pflanzen nicht wachsen, dann freuen sich die Algen. Haben die Algen das AQ erst einmal "feindlich" übernommen, können die Pflanzen aber nicht mehr wirklich wachsen. Allerdings brauchen die Pflanzen neben den Nährstoffen (Nitrat und Phosphat in ausgeglichenem Verhältnis von 7-10 : 1) auch Mineralien, Spurenelemente, Co2, Eisen und richtiges und ausreichendes Licht. Fehlt nur ein Faktor und alles andere ist ausreichend vorhanden, dann wachsen die Pflanzen aber eben auch nicht - den Algen macht so etwas viel weniger aus.

Ein Filter sollte selten gereinigt werden, um die wichtigen nützlichen Bakterien nicht zu zerstören - das ist schon richtig.

Schlamm im Filter kann aber ebenfalls große Probleme bereiten (hohe Keimdichte etc).

Man sollte einen Filter also durchaus öfter reinigen, nur eben nicht das Filtermaterial zu gründlich!

Bei so einem AQ würde ich hingehen und es sehr gründlich säubern - also Pflanzen radikal entfernen und/oder zurückschneiden, jede Woche mind. 50 % des Wassers tauschen, den Bodengrund gründlichst absaugen, Algen mechanisch entfernen, den Filter reinigen (das Filtermaterial nur kurz in abgesaugtem AQ-Wasser ausspülen).

Schnell wachsende Pflanzen könnten helfen. Licht überprüfen, ggf. eine Beleuchtungs-Mittagspause einlegen (trotzdem 10 Std. beleuchten). Man muss jetzt ziemlich viel Zeit, Aufwand etc. in die permanente Pflege investieren, um alles wieder ins Lot zu bringen.

Gutes Gelingen

Daniela

jww28 14.11.2013, 15:51

Hallo, danke für deine Antwort. Hm habe ausgerechnet Stäbchenteste benutzt grmf :/ Da ich aber gleich eh nochmal losfahre werde ich mal ein paar Tröpfchenteste mitbringen. Was sollte denn noch gestestet werdem? Also Nitrat, Nitrit denke ich mal ja, KH und PH aufgrund des Nitratwertes auch hab ich da noch eines vergessen? Das Gleichgewicht ist da aufjeden Fall gestört, denke mal wie du sagtest einmal das Licht (haben hier eine marke eigenbau). Eisen sollte genug drin sein, dünge die Pflanzen regelmäßig mit Easy Life Ferro. Bin mir aber auch mit den Co2 Wert unsicher, haben ja nur den Außenfilter am laufen (Eheim 2213), war eigentlich der Meinung das das reichen müßte? Hm sollte ich dann mal vielleicht auch was gegen Bakterieninfektionen holen?? Oder erledigt sich das von alleine wenn ich nun die Wasserwechsel und Reinigungen so mache? Die sollen ja in rund 2 Monaten umziehen und sollen dann auch mit den anderen Fischen aus den 250er Becken vergesellschaftet werden, habe etwas Angst das die mir dann die 'Bakterien da direkt miteinschleppen :( oder eben durch den Streß wieder krank werden. Lg und danke nochmal :)

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dsupper 14.11.2013, 20:20
@adianthum

Bitte auf keinen Fall jetzt auch noch irgendein Medikament ins AQ kippen. Diese Mittel können nicht zwischen "guten" und "bösen" Bakterien entscheiden - und somit würdest du dann auch noch die wichtigen Filterbakterien umbringen - die Katastrophe wäre perfekt.

Bei Problemen im AQ ist es erst einmal nur besonders wichtig, Nitrit und Nitrat und vllt. auch den Phosphatwert im Wasser zu bestimmen - dafür wären Tröpfchentests ziemlich wichtig. PH und Härte kannst du außen vor lassen - die haben nicht unbedingt direkt was mit dem biologischen Gleichgewicht zu tun - eher mit der Haltung der Fische. Zebrabärblinge und Mollys sind nun aber nicht so empfindlich und vertragen eine ziemliche Bandbreite dieser Werte.

An deiner Stelle würde ich jetzt mal in den nächsten Wochen auf "übertriebene" Beckenhygiene achten - damit bekommt man auf jeden Fall die Keimdichte im AQ herunter - und beobachten, ob weitere Fische sterben. Bei der genauen Beobachtung der Fische lässt sich dann auch feststellen, ob es vielleicht doch äußere Anzeichen einer Krankheit gibt - dann könnte man gezielt behandeln.

Nur bitte die Filtermaterialien nicht übermäßig säubern!

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jww28 25.12.2013, 12:52
@dsupper

Hallo wollte mal eine Rückmeldung geben, was nun aus mein Becken geworden ist. Habe nachdem mir noch weitere Fische gestorben sind, einen Toten mal eingepackt und zum Zoofachgeschäft gebracht, die haben den untersuchen lassen, habe die Neonkrankheit im Becken gehabt :( was auch erklärt warum es den Dornaugen, Mollys und Amanos noch so gut ging, da die Krankheit lt Zopfachgeschäft nur auf manche Salmler und Bärblinge geht. Habe das Becken nun komplett gereinigt, desinfiziert und die verblieben sind im Moment in einen 54er Quarantänebecken bis das 120er wieder bezogen werden kann, Habe mir zusätzlich einen UVC Filter geholt und seitdem scheint Ruhe zu sein, also die letzten 3 sehen aufjeden Fall wieder gesünder aus, haben mehr Farbe und schwimmen auch wieder mehr rum. Werde sie wieder in das 120er setzen und keine neuen Fische mehr holen und warten bis alle eines natürlichen Todes sterben. Algen haben sich nach meiner Reinigunsaktion auch erledigt, haben zusätzlich die Lampen ausgetauscht und die neuen Pflanzen mal mit Kupfer gedüngt und nun lass ich es erstmal wieder vernünfitg einfahren.

Danke nochmal an allen lg jww

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Tote Fische werden oft z.B. von Schnecken gefressen, das geht binnen weniger Stunden, also nicht unbedingt verwunderlich, wenn sie einfach "verschwinden".

Nitrat deutet immer auf viele Nährstoffe hin, etwa durch abgestorbene Pflanzen, zuviel Futter oder zu hohen Besatz (Exkremente). Das alles scheint aber Deinen Schilderungen nach zu passen, weshalb ich mal den Filter als Ursache vermuten würde, evtl. schafft der nicht mehr genug weg. Gerade wenn er eher auf maximal 120l ausgelegt ist. Ist schon richtig, man soll ihn nicht zu oft reinigen, aber 1x pro Monat zumindest einen Teil des Filtermaterials gründlich unter fließendem Wasser auszuspülen macht schon Sinn.

Ansonsten mehr schnellwachsende Pflanzen die viele Nährstoffe brauchen, etwa Hornkraut, eine ganz gute Liste um dem Algenbefall (bzw. Nährstoffüberschuss) Herr zu werden gibt es unter http://www.aquariumfischeeinrichtung.com/starker-algenbefall-im-sommer/

Eine weitere Idee: Antibakteriell wirken Seemandelbaumblätter im Wasser, gibts überall im Aquaristikbedarf, leider etwas teuer, aber sehr gut. Gegen Schwermetalle oder andere unerwünschte Stoffe hilft z.B. Tetra Aquasafe.

Last but not least: Mal den Händler wechseln, gerade in den Aquarienabteilungen großer Baumärkte ist der Infektionsdruck durch den Streß und starken Besatz der Becken recht hoch, evtl. waren die Fische also von Anfang an nicht die stabilsten.

jww28 14.11.2013, 15:35

Hallo, erstmal danke für deine Antwort. Habe direkt mir mal den Filter angeschaut und ja der war voll mit schwarzen Schlamm :/ hab ihn erstmal notdürftig nun gereinigt, also den Schlamm rausgeschaufelt und mit eingefahreren Wasser etwas ausgedrückt. Ja mit den Toten weiß ich halt nicht, da ich jeden Tag 10 Stunden weg bin und die Becken meist nur im dunklen dann betrachten kann. Kann mir aber schon vorstellen das da die Helenas und die Amanogarnelen dann wohl ganze Arbeit verrichtet haben. Werde aus meinen großen Becken eine Plfanze rübersetzen, weiß zwar nicht wie sie heißt ist aber eine große Pflanze, die im großen Becken so wuchert das ich die regelmäßig schneiden muss damit ich noch was im Becken sehe. Hornkraut wird irgendwie immer von meinen Mollys und Amanos förmlich verspeist. Mal schauen vielleicht nehm ich dann die Wasserlinsen wieder raus, die wuchern zwar ohne Ende, aber scheinen ja nicht wirklich viel zu helfen. Seemandelbaumblätter hab ich auch schon 3 kleine drin, die sollten eigentlich reichen für 120l Wasser, die hab ich eh schon drin, weil meine Dornaugen sich gerne darunter verstecken. Beim Händler war ich schon ewig nicht mehr, außer für die Wasserteste und Futter. werde allerdings mal mein Händler fürs Frostfutter ändern, vielleicht ist das nicht so das beste. Ansonsten hab ich Pflanzen immer aus meinen 250er Becken rübergesetzt, wo ich komischerweise gar keine Probleme habe. Allerdings hab ich das auch anders eingerichtet mit Bodengrund für Pflanzen, dunklen Kies, Pflanzenlampen, deutlich mehr Steinen und Wurzeln. Denke mal das das sicherlich auch viel ausmacht.

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Nitratwert übehöht- also quasi "überdüngt"

Hast du ein paar Schnecken drin? Die kümmern sich normalerweise um Reste und weiden Algen ab.

Was für einen Bodengrund hast du im Becken? Welche Tempeatur?

Setz mal ein paar Turmdeckelschnecken ein, die "putzen" dir das Becken.

Aber woran das liegt, dass diese Becken dermaßen störanfällig ist, kann ich dir leider so auch nicht genau sagen.

jww28 14.11.2013, 15:24

Hi ja die Schnecken könnten das Problem sein, habe als ich das Becken übernahm dummerweise mir 5 Raubturmdeckelschnecken (Anentome Helena) mir eingesetzt. Mittlerweile sehe ich nur noch diese Art in meinen Becken :/ Bodengrund ist noch der vom Vorgänger drin, also normaler leider weißer Kies. Leider auch kein Bodengrund für Pflanzen dadrin. Turmdeckelschnecken stehen nun schonmal mit auf meiner Liste. Das Becken war ja von Anfang von so störanfällig. lag aber auch dadran, das mein Schwiegervater sich das Becken damals von Hornbach zusammenstellen ließ. Habe ja in den Jahr nun erstmal geschaut das ich die vielen Fische loswerde, die drin waren ( unter anderen auch Prachtschmerlen und Co). Dann hat der einen neuen Deckel gebastelt mit den falschen Birnen drinen. Da kam soviel zusammen direkt am Anfang, das ich das Becken nachfolgend betrachtet lieber komplett neu eingerichtet hätte.

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