probleme meinen körper als ein teil von mir zu sehen, was tun?

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10 Antworten

Das Problem ist, dass du und dein Körper dein ganzes Leben lang miteinander auskommen müsst, auch wenn dein "ich" sich allein im Gehirn wiederfindet.

Wenn es deinem Körper schlecht geht, dann geht es auch deinem "ich" schlecht. Andersherum wird sich deine Psyche langfristig auf deinen Körper auswirken.

Es empfiehlt sich also, möglichst behutsam mit seinem Körper umzugehen.

ich habe das gefühl mein leben ist sowas wie ein einziger zwang.

Ich würde es so ausdrücken: Du bist in eine Umgebung mit Randbedingungen hineingeboren. Niemand zwingt dich zu lächeln, es sei denn du bist Verkäufer, aber niemand zwingt dich, Verkäufer zu sein.

Ich würde dir empfehlen, lockerer zu werden. Normalerweise sind dafür legale Drogen wie Alkohol gut zu gebrauchen. Davon würde ich aber dir speziell abraten, weil du eventuell ihn als alleiniges Fluchtmittel missbrauchen könntest. Wenn du dazu übergehen solltest, musst dir darüber im klaren sein, dass Alkohol niemals die Ursache von Problemen bekämpft. (Mir fällt gerade ein, dass ich gar nicht weiß, wie alt du bist. Vielleicht fällt Alkohol schon allein aus Altersgründen flach)

Tja, wie kann man noch lockerer werden? Ich glaube, das Geheimnis ist, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Außerdem brauchst du unbedingt die passenden Personen in deiner Umgebung. In deinem Umfeld muss es vor Spaß, Partys, Freude nur so wimmeln.

Deinen besten Freunden würde ich nach und nach erzählen, wie du dich fühlst. Falle nicht mit der Tür ins Haus. Dann schaue, wie sie es annehmen. Ich finde es immer wichtig, wenn man jemanden hat, mit dem man direkt über seine Probleme reden kann. Sei nicht zu stolz oder zu vorsichtig. Das hat zwei Vorteile. Zum einen musst dann nicht mehr alleine mit deinem Problem klar kommen und zum anderen trainierst du, aus dich hinaus zu kommen.

Ich hoffe, ich habe überhaupt dein Problem richtig verstanden. Das wären jedenfalls meine Ratschläge.

Suboptimierer 22.03.2012, 08:53

Oh, ich habe mir gerade die Beiträge der anderen durchgelesen.

Ein Beweis für meine Laienhaftigkeit ist die Tatsache, dass ich wohl die Ernsthaftigkeit nicht erkannt habe. Ich dachte, du wärest nur ein bissl verklemmt und Essstörung ist auch ein dehnbarer Begriff.

Na ja, wie dem auch sei. Die Möglichkeit einer professionellen Beratung durch einem Psychater steht dir sowieso immer zur Verfügung. Ich denke, das weißt du aber selbst.

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Dieses Problem, deinen Körper als einen Teil von dir zu akzeptieren und auch gerne zu spüren, hängt mit der Essstörung zusammen und ist eine typische Begleiterscheinung bzw. Symptom. Die falsche Körperwahrnehmung und ein zwanghafter Umgang mit dem Körper und mit eigenen Gefühlen ist typisch für Personen, die unter einer Essstörung leiden. Bei einer Essstörung bist du gedanklich sehr auf deinen Körper fixiert und du versuchst ihn über die Nahrungsaufnahme zu kontrollieren. Ein kontrollierter Umgang mit den eigenen Gefühlen und auch eine akurate, perfektionistische Art sind bei Essgestörten häufig zu beobachten. Es erscheint nur logisch: Wer seinen Körper in dieser Art kasteit, der versucht auch seine Gefühle im Zaum zu halten und auch in anderen Bereichen bestimmte (selbst festgelegte) Ideale zu erreichen. Eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung hast du vermutlich nicht. Aus der Ferne kann man das nicht diagnostizieren, jedoch gehe ich davon aus, dass du unter 18 Jahre alt bist. Persönlichkeitsstörungen werden erst im Erwachsenenalter diagnostiziert, da es eben um eine Persönlichkeit geht und diese sich erst ausprägen muss.

Was du hast, ist klar: "Eine Essstörung und noch mehr". Reicht das nicht schon aus, um dich in eine Behandlung zu begeben? Dort kannst Du langsam deine Körperwahrnehmung ändern und vielleicht erlaubst du dir dann auch irgendwann, deine Gefühle zu zeigen. Das zwanghafte Unterdrücken deiner Gefühlsausbrüche resultiert aus Ängsten. Wäre es nicht schön, wenn diese Ängste weg wären und du dich nicht mehr kontrollieren musst? Man liest aus deinem Text raus, dass dein Zustand sehr anstrengend und belastend für dich ist.

Was du tun kannst, ist hier schon oft beschrieben: Mache eine Therapie. Du kannst dich auch selbst immer wieder mit deinem Körper konfrontieren und andere Personen "nutzen", um ein differenziertes Bild deines Körpers zu gewinnen. Ob du die Aussagen deiner Freunde/Familie so schnell annehmen kannst, wirst nur du beurteilen können. Wenn du denkst, dass du da alleine nicht rauskommst und auch zu große Angst hast, dich selbst immer wieder mit den für dich unschönen Körperstellen zu konfrontieren, dann suche dir Anleitung und Hilfestellung. Die richtigen Ansprechpartner für dich sind Psychiater und Psychologische oder Ärztliche Psychotherapeuten. Oder machst du vielleicht schon eine Therapie? Wenn nicht: Was hindert dich, eine Therapie zu beginnen?

Du kannst eine Sache tun. Nur eine. Zu einem Psychiater gehen. Der wird von der Krankenkasse gezahlt und hat Ahnung. Keinenfalls zu einem "Psychotherapeuten", der dir dann womöglich noch Geld abverlangt für zweifelhafte Ratschläge. Und das schlechteste ist in einem Forum wie dem hier Rat zu suchen.

Psychiater sind Ärzte, unterliegen der Schweigepflicht und haben mindestens 9 Jahre gelernt um Rat geben zu können, daher sind sie die einzigen Ansprechpartner.

Ich wünsch dir alles Gute

juliabernstein 22.03.2012, 14:00

Psychotherapeut ist ein gesetzlich geschützer Begriff, man muss dazu eine mehrjährige Ausbildung nach dem Studium absolvieren. Sowohl Ärzte als auch Psychologen (und für die Therapie von Kindern auch Pädagogen) können diese Ausbildung absolvieren. Zweifelhafte Ratschläge bekommt man von solchen Fachkräften also nicht. In der Regel haben niedergelassene Psychotherapeuten auch eine Berechtigung, mit den Krankenkassen abzurechnen. Psychotherapeuten unterliegen ebenso der Schweigepflicht. Nebenbei ist eine Psychotherapie keine Beratung, in der man mit Ratschlägen zugeballert wird, sondern es ist Hilfe zur Selbsthilfe.

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badandworst 24.03.2012, 12:29
@juliabernstein

auch ein Verkäufer braucht ne mehrjährige Ausbildung - also das ist wirklich kein Argument!

Der gewaltige Unterschied: ein Psychiater muss sich selbst auf die Couch legen - als Patient!

Von Psychotherapheuten der verschiedensten Coleurs halt ich auch nicht viel!

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Es ist sehr schwierig auf dieses kompakte Thema etwas zu schreiben. Wie Du schreibst, hast Du eine Essstörung und anderes. Das Problem ist, dass wir hier alle Laien sind und können bzw - so meine ich - dürfen Dir i auch in dieser Situation keinen Rat geben. Du solltest Dich dringend an einen Arzt oder Psychotherapeuten wenden. Dieser kann Dir sicher weiter helfen und hat auch die richtigen Antworten für Dich. Geh zum Hausarzt und bitte ihn zuerst um ein Gespräch. Dann wird er entscheiden, ob er Dich weiter zum Facharzt schickt.

Alles Gute für Dich!

Injure 22.03.2012, 08:06

Wesen der ES ist diese Entfremdung und es ist sehr gut für dich, dass du das noch so sachlich wahrnehmen kannst -eine gute Voraussetzung, um wieder ganz und heil werden zu können. Viel Erfolg wünscht

Injure

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Wir sind geprägt aus der gesamten Menschheitsgeschichte und wenn du diese betrachtest, erlebte der Körper unglaublich viel Leid und Schmerz. Daraus entstanden viele (unbewusste) Überzeugungen, Gedankenkonstrukte, verdrängte Emotionen und Gefühle.

Heilen kannst du dies durch Selbsterkenntnis. Du hast ja die Fähigkeit, dich wach und aufmerksam zu beobachten und tust es auch. Das ist gut so. Jetzt darfst du dir nur noch bewusst machen, dass das was du beobachtest, deine Gedanken, Gefühle, nichts Feststehendes ist, sondern eben die Folge dieser unbewussten Überzeugungen.

Von "nicht im Körper sein wollen", bis "das Leben als zu schmerzhaft empfinden", zu "Angst vor Gefühlen", scheint alles dabei zu sein.

In dem Maße, wie du dir deiner unbewussten Wesensanteile bewusst wirst, erkennst und verstehst, warum du so tickst, kannst du dich selbst, deinen Körper, immer mehr annehmen. Das ist ein Weg, der mit dem ersten Schritt beginnt. Sag JA zu dir selbst. Sag JA zum Leben. Auch wenn es sich im Moment noch "verlogen" anfühlen mag, macht es doch den Weg frei, damit dir alles begegnen kann, was du zu deiner Heilung brauchst.

ICH wünsche dir dafür ALLES LIEBE!

Ich kann mich nur auf das beziehen, was Du schreibst und werde einen Deibel tun, hier eine Ferndiagnose zu stellen.

Bei Deinem ersten Absatz dachte ich "wow, g.eil, und das in so jungen Jahren"
Nur der Rest von dem, was Du schreibst passt nicht zu einer Dissoziation, einer Distanzierung vom "ich" und auch vom Körper, wie sie auch beim sog. "Erwachen" auftreten kann. Worauf einige der Ratgeber hier abzielen.

Selbst wenn es das wäre, was ich aber nicht denke, hättest Du nicht die seelische Stabilität, die lebensverändernde Wucht des Ereignisses/Nicht-Ereignisses des Erwachens auszuhalten. Dagegen spricht der weitere Verlauf Deiner Schilderung.

Es gibt auch eine psychologische Dissoziationsstörung, und die könnte meinem Eindruck nach bei Dir durchaus und sehr viel eher vorliegen. Damit ist nicht zu spaßen. Eine solche ist akut behandlungsbedürftig.

Wende Dich bitte an einen Psychotherapeuten Deines Vertrauens, anstatt weiter für Dich allein zu grübeln, und lasse das diagnostisch abklären. In einer Therapie wirst Du lernen, all das viele Leben, was da in Dir tobt, adäquat zum Ausdruck zu bringen.

dass der körper nur eine hülle ist, die wir bewohnen, wird sehr schön in der Bhagavad-Gita beschrieben. ich sehe dein besonderes ich-bewusstsein als ein großes glück an. in vielen kulturen ist es völlig selbstverständlich.

die phase der pubertät bringt nochmal sehr viele unsicherheiten, löst aber auch viel aus und auf. da muss man einfach geduld haben. versuche deine aufmerksamkeit auf andere dinge zu lenken, hör auf, dich ständig zu beobachten und zu hinterfragen. dann wird das besser mit der zeit. konzentriere dich auf andere, bemühe dich, anderen zu helfen, wo du hilfe zu bieten hast. damit bekommst du resonanz von außen.

der mensch sieht sich am besten durch den spiegel seiner mitmenschen. den solltest du nutzen.

außerdem kannst du üben. nimm dir vor, jeden tag eine äußerung zu tätigen, die du normalerweise nie über die lippen bringen würdest. zwing dich. das ist wie schwimmen üben. die ersten züge sind ungelenk und lassen einen sich nicht unbedingt über wasser halten. aber die übung macht den meister. hab keine scheu, dich zu blamieren. hinfallen macht stark, das hab ich in meiner yudo-zeit gelernt. man muss allerdings aufstehen und weiterkämpfen :-).

du kannst dir außerdem professionelle hilfe suchen. dein hausarzt kann hilft dir da gern. du hast viel mehr möglichkeiten, als du denkst, nutze sie!

ich wünsche dir viel erfolg!

badandworst 24.03.2012, 12:33
Daher - und obwohl ich mit Dir fühle - wär es nicht richtig, eher fahrlässig, auf so ne schwierige Frage hier zu antworten.

Gib Dir nen Ruck, und auch wenns lächerlich klingt: in deinem Körper wohnst Du!

Nett abgeschrieben - siehe Timecode

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Suboptimierer 24.03.2012, 16:25
@taigafee

badlandworst meint den Zeitstempel seines Beitrags. Der ist älter als deiner. Damit wollte er zeigen, dass du von ihm abgeschrieben hast, falls du in einem Extrakommentar das Gegenteil behaupten wolltest.

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taigafee 24.03.2012, 19:30
@Suboptimierer

muss ein scherz sein... wüsste nicht, was ich abgeschrieben haben sollte.

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dafür jetzt ein kurzer text: gegen körperentfremdung hilft sport, so betrieben das man es spürt.

MissMango 22.03.2012, 02:16

ist nicht so einfach, wenn ich sport mache dann tue ichs so gut wie immer extrem... also ich mache exzessiv sport und das ist nicht gerade gut

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JaJaS 22.03.2012, 02:17

Hilf sehr gut auch gegen eine oben beschriebene Essstörung. Lieber Sport machen wenn man schon eh keine Muskeln mehr hat. Und lieber sich auf nen BMI von 7 trainieren.... Schöner rat!

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MissMango 22.03.2012, 02:34
@JaJaS

BMI von 7? da wäre ich aber schon längst tot O.o bin mir sicher, du meinst 17

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JaJaS 22.03.2012, 02:36
@MissMango

Ich arbeite in der Notaufnahme einer Uniklinik. Glaub mir, es gibt alles. Leider. Deswegen wäre ich froh wenn du dir wirkliche Hilfe suchst.

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MissMango 22.03.2012, 02:50
@JaJaS

aah, sorry ich habs falsch gelesen und habs deshalb nicht verstanden... du hast das mit sport ironisch gemein oder?

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JaJaS 22.03.2012, 02:20

Und selbst bei einem zu hohen BMI ist Sport nicht uneingeschränt zu empfehlen. Man muss immer aufpassen, was geht, was für die Gelenke noch gut ist und auch die Lunge und das Herz vertretbar ist.

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Würd mich an deiner Stelle mal beraten lassen.

Tierpflegerin84 22.03.2012, 02:14

Eine Antwort, die auf absolut jede Frage passt!

Sehr clever! ^^

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Das ist ein Fall für nen Seelen-Doktor und nicht für GF - denn das klingt nach ernsthafteren Problemen, die zu diversen Fehlfunktionen führen können, sei es Ritzen, Hungern, Sucht.

Daher - und obwohl ich mit Dir fühle - wär es nicht richtig, eher fahrlässig, auf so ne schwierige Frage hier zu antworten.

Gib Dir nen Ruck, und auch wenns lächerlich klingt: in deinem Körper wohnst Du!

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