Probleme im gemieteten Haus

...komplette Frage anzeigen Das ist eine Ecke der Küche - (Mietrecht, Kündigungsfrist, Schimmel)

6 Antworten

Das Alter und die Baufälligkeit der Hütte wurde sicherlich in der Miethöhe berücksichtigt und berechtigt jetzt nicht zur zusätzlichen Minderung, so in unseren Fällen die Gerichte und in vielen anderen die Literatur und der BGH immer wieder. Der Vermieter sollte sofort handeln und die Bewohner raussetzen, erst dann wird er Ruhe haben, fürchte ich.

Mawa2007 27.01.2013, 15:32

Also ich weiss ja nicht wo du herkommst oder was du für bewusstseinserweiternde Drogen zu dir nimmst, das Haus hier kostet den Ortsüblichen qm Preis von 5,50 nix Baufällig oder sonst was, folglich kann ich eine bewohnbare Wohnung erwarten und nicht eine Tropfsteinhöhle

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Andrea1964 28.01.2013, 21:20
@schleudermaxe

Die Mietpreise sind eben z. B. in München wesentlich teuer, als in einem kleinen Dorf! Wenn also eine ortsüblich m²-Miete verlangt wird, kann der Mieter eine bewohnbare Mietsache verlangen und kann dies auch vom Vermieter verlangen.

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schleudermaxe 31.01.2013, 09:53
@Andrea1964

Genau, wenn eine ortsübliche und dies geht aus der Frage eben nicht hervor und ein Mieter schaut schon, wenn er anmietet und drückt auch, auch auf dem Land.

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Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du diese Sanierung jedenfalls vorläufig selbst bezahlen musst. Wenn durch eine Kolonne Schwarzarbeiter da weitere Schäden entstehen, wird der Hausbesitzer dich zusätzlich haftbar machen. Du kannst nicht einfach eine Baufirma beauftragen, an einem Objekt, das dir nicht gehört zu arbeiten.

Habe folgendes gefunden: http://www.mietrechtler-in.de/fristlose-kuendigung-wegen-schimmelpilzen.html?PHPSESSID=75923e3e951d95c5ffbc5d49f268bfcc

Wann kann der Mieter wegen des Schimmels fristlos kündigen? Welche Voraussetzungen hat die Rechtsprechung entwickelt? Eine berechtigte fristlose Kündigung durch den Mieter wegen Schimmelbefalls ist nur dann möglich, wenn durch die Schimmelbelastung eine derart hohe Beeinträchtigung vorliegt, dass der Mieter deswegen nicht bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist warten kann, sondern gezwungen ist, das Mietverhältnis sofort zu beenden. Der Mieter kann zum Beispiel fristlos kündigen, wenn der Mieter es nachweisen kann, dass der in der Raumluft vorhandene Schimmel nachweislich zu Erkrankungen der Bewohner geführt hat. Dann hat der Mieter nach Auffassung des Amtsgerichts Charlottenburg in einem Urteil vom 9.7.2007 (Aktenzeichen 203 C 607/06) ein Recht zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses. Der Mieter darf das Mietverhältnis gegebenenfalls auch dann fristlos kündigen, wenn lediglich Verdachtsmomente für eine toxische Belastung des Schimmels vorliegen. Die Benutzung der Wohnung muss wegen des Schimmelbefalls mit einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit verbunden sein. Eine Gesundheitsgefährdung ist gegeben, wenn ein Gesundheitsschaden ernsthaft in Frage kommt. Eine Erkrankung von Bewohnern oder Mietern ist nicht notwendig. Diese Gesundheitsgefährdung kann regelmäßig nur mit einem toxikologischen Gutachten nachgewiesen werden. Es muss nachgewiesen sein, dass in wichtigen Funktionsräumen und/oder den Haupträumen ein toxischer Schimmel (in toxischer Menge) auftritt. Bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen (Frage 6: Was muss der Mieter beweisen, damit das Gericht eine Mietminderung feststellt? Wie ist die Beweislastverteilung vor Gericht?) kann der Mieter dann fristlos kündigen. In den meisten Fällen ist es unbedingt erforderlich, dass der Mieter dem Vermieter vor der fristlosen Kündigung erfolglos eine Abmahnung erteilt. In der Abmahnung muss der Mieter den Zustand genau bezeichnen und den Vermieter auffordern, den Schimmelbefall zu beseitigen. Reagiert der Vermieter nicht oder wird die Gefahrenquelle nicht beseitigt, hat der Mieter das Recht, das Mietverhältnis nach einer angemessenen Abhilfefrist fristlos zu kündigen (Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.4.2007, Aktenzeichen: VIII ZR 182/06, lesenswert: Amtsgericht Duisburg-Hamborn, Urteil vom 17.2.2009, Aktenzeichen: 6 C 414/08). Ausnahmsweise braucht man für eine fristlose Kündigung wegen Schimmelbefalls keine Abmahnung, wenn durch den Schimmel in der Wohnung Mieter lebensbedrohlich erkrankt sind (Landgericht Berlin, Urteil vom 20.1.2009, Aktenzeichen: 65 S 345/07).

Bei einer grundlegenden Sanierung des Hauses, welche ein Bewohnen für euch unzumutbar machen könnte, müsste euch der Vermieter die Unterbringung in einem günstigen Hotel/Pension zahlen, weißt ihn doch mal darauf hin, dass da Kosten auf ihn zukommen könnten. Vielleicht läßt er euch ja schon deswegen früher aus dem Vertrag.

Wenn keine Einigung zu erzielen ist, bleibt noch die normale Kündigung!

DerHans 27.01.2013, 10:03

Der Vermieter hat mit dieser "Sanierung" ja gar nichts zu tun. Die hat der Mieter widerrechtlich in Auftrag gegeben.

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Mawa2007 27.01.2013, 15:59
@DerHans

ich weiss nicht wo du das rausgelesen hast DerHans die hat der Vermieter in Auftrag gegeben

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Ich würde auch ausziehen, da die Luft sicher mit Sporen belastet ist. Wenn Ihr Kinder habt ist das noch schlimmer. Ich hatte mal Feuchtigkeit in einem Raum und Probleme mit der Nase. Als ich ausgezogen war, waren die Nasenprobleme nach 3 Monaten weg.

Ein Kollege hatte ein undichtes Heizungsrohr in der Wand und dadurch Feuchtigkeit in der Eigentumswohnung. Er zog mit der Familie aus und konnte erst ein Jahr später wieder rein bis alles saniert war. Parkett, alles mußte raus. Luftproben wurden genommen, alles gereinigt, auch die Einbauküche. Alle Möbel kamen raus und wurden gereinigt. Nun ist er nun wieder drin, die Luft ist geprüft und ok, alles saniert.

So viel zu Erzählungen / Erfahrungen. Als ich das Feuchtigkeitsproblem hatte, kam mir der Vermieter entgegen mit dem Auszug. Ich konnte eine Ersatzwohnung suchen solange ich wollte und dann binnen eines Monats ausziehen.

Fragt mal beim Mieterverein nach - die können dazu rechtlich absolut sichere Antworten geben. Wenn Ihr noch nicht Mitglied seid könnt Ihr mit der Anfrage gleich Mitglied werden. Man muß nicht erst ein paar Monate Mitglied sein, um eine Beratung zu bekommen.

Ich bin zwar nicht sachkundig im Mietrecht, allerdings wäre meine Argumentation "Aufgrund der aktuellen massiven Gesundheitsgefährdung ist ein Sonderkündigungsrecht das Mindeste, wenn nicht sogar alternative Wohnmöglichkeiten vom Vermieter bzw. dessen Versicherung mitgetragen werden müssen". Die Behebung der Schäden kann nicht von heute auf morgen erfolgen und es ist nicht zumutbar, dass ihr diese Wohnung weiter bewohnt.

Meiner Meinung nach, solltest du dies deinem Vermieter mal kund tun und wenn er immer noch auf die 3monats-Kündigungsfrist besteht, dann musst du ihm klarmachen, dass du aufgrund der Unbewohnbarkeit einiger Räume selbstverständlich die Miete mindern musst oder so... dann lass dich lieber gleich von einem Mietrechts-Anwalt beraten und zeige ihm die Fotos.

In diesem Fall empfiehlt man eigentlich, sich an den Mieterbund oder wenn Rechtsschutz vorhanden ist, gleich einen RA einzuschalten. Dann bist Du auf der sicheren Seite.

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