Probleme der Entwicklungsländer und ihre Ursachen

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1 Antwort

Du gehst von der falschen Annahme aus, dass Entwicklung etwas lineares ist. (Außerdem legen wir hier auch einen sehr subjektiven Entwicklungsbegriff zugrunde) Weder haben sich die heutigen Industrienationen stetig weiterentwickelt bis sie den heutigen Entwicklungsstand erreicht hatten, noch waren sie den heutigen Entwicklungsländern in dieser Entwicklung immer voraus. Viele dieser Länder hatten zu diversen Zeitpunkten der Menschheitsgeschichte Kulturen, die der "unsrigen" zum damaligen Zeitraum überlegen waren. Die ersten Stadtgründungen gab es z.B. in Asien und Afrika lange vor den ersten europäischen Städten.

Die heutigen Probleme der meisten Entwicklungsländer haben ihre Gründe erst in der neuesten Geschichte und gehen zu einem Großteil auf die Kolonialgeschichte zurück. Damit spreche ich den heutigen Staaten übrigens keineswegs ihre Eigenverantwortung für ihre heutigen Probleme ab. Aber die Kolonisierung z.B. Afrikas hat Staaten mit schwerwiegenden strukturellen Problemen im Bereich der Innenpolitik, Wirtschaft etc. hinterlassen, die sich nicht so leicht lösen lassen.

Zum Anbeginn der Menschheit ist somit erstmal garnichts "falsch gelaufen" und die "Dritte Welt" hat auch nie aufgehört sich zu "entwickeln". Nur als bei uns die industrielle Revolution einsetzte, der damit verbundene Bevölkerungsdruck in Europa neue Techniken erforderte um diese Bevölkerung ernähren zu können (inkl. Waffentechnik) und sich unter anderem um die soziale Frage zu lösen begann andere Weltteile zu erobern, waren die Völker dort eben Waffentechnisch unterlegen. Die Kolonisten legitimierten ihre Eroberung dann damit, dass ihre Überlegenheit gottgewollt sei und ihre Kultur eben höher entwickelt sei. Letztendlich ist dadurch aber erst den Ländern die Möglichkeit genommen worden sich selbst weiter zu entwickeln.

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