Probleme beim Ausreiten, vielleicht kann mir jemand helfen?

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6 Antworten

Du verkrampfst dich doch, bevor die Stute überhaupt irgendetwas tut, oder? Das ist leider ein Teufelskreis, denn wenn du dich verkrampfst signalisierst du deinem Pferd 'da ist etwas, wovor du dich fürchten musst', dein Pferd schreckt sich erst recht und du hast das nächste Mal wieder, wenn nicht sogar noch mehr, Angst. Und genau diesen Teufelskreis solltest du durchbrechen. 

Ich würde dir empfehlen, dass du dein Pferd das getrennt übt. Sprich, du gehst mit einem braven, souveränen Pferd ausreiten und gewinnst in den kritischen Situationen wieder die Ruhe zurück, und dein Pferd lernt unter einem sicheren Reiter, dass es keinen Grund gibt, sich zu fürchten. Wenn beides getrennt voneinander funktioniert, geht gemeinsam ausreiten, du noch am braven Pferd, sicherer Reiter auf deinem, sodass du sehen kannst, dass sich deine Stute nicht fürchtet. Dann kann man langsam anfangen, dass du wieder auf deinem Pferd reitest, anfangs vielleicht sogar als Handpferd, bis du deinem Pferd wieder vertrauen kannst. 

Solltest du diese Möglichkeit nicht haben, würde ich mir solche Situationen ganz in Ruhe vom Boden aus erarbeiten. Spazieren gehen, viele Autos zeigen, anfangs vielleicht sogar Bekannte bitten, dass sie ganz bewusst an euch vorbeifahren, in einem Gelände, wo nicht viel passieren kann, das ganze dann natürlich steigern, bis ihr in Ruhe an einer Straße spazieren gehen könnt. Und nach und nach, wenn das ganze vom Boden aus gut funktioniert, wieder den Weg zurück in den Sattel suchen. Auch bei den ersten Malen wieder reiten ganz langsam die Situationen aufbauen. 

Nur Mut und Geduld, das wird schon wieder.

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das eine ist - dem pferd in der angstsituation freiraum nach vorn geben. mit beiden händen nach vorn nachgeben, so dass die zügel leicht durchhängen.

gleichzeitig mit hilfe deines schenkels verhindern, dass dein pferd umdreht, die hinterhand etwas "heranholen" und dich gleichzeitig im sattel schwer machen.

dein pferd tritt dann unter. lass die beinbewegung deines pferdes zu. so kann es den stress in bewegung umsetzen. dadurch und durch die freiheit nach vorn, kann es sich kontrolliert abreagieren. das gefühl, nach vorn wegzukönnen, wird dein pferd um einiges ruhiger machen.

es wird ein bisschen tänzeln, etwas trippeln, aber es wird nicht steigen, weil die bewegung nach vorn herauskann. rede dem pferd beruhigend zu - mit möglichst tiefer stimme, das beruhigt nämlich auch dich. und achte darauf, nicht schneller zu werden, als ein zügiges schritttempo

für dich selber empfehle ich progressives entspannungstraining (da gibts auch sehr gute cds) - oder zumindest übungen, bei denen du lernst, ganz auszuatmen. da gibts tutorials auf youtube. oder auch schon für relativ wenig geld gute kurse.

wenn du in einem chor bist, frag nach sprecherziehung und stimmbildung.

wenn du in der lage bist, deine atmung zu kontrollieren, bist du auch in der lage, dich im stressmoment bewusst übers ausatmen zu entspannen. und diese entspannung überträgt sich aufs pferd (ach - reiter ist ganz entspannt, dann kanns ja so schlimm nicht sein).

du bist der "leader" auf den das pferd sich verlässt. wenn der ruhe ausstrahlt, beuhigt sich auch das pferd.

pferde sind zwar fluchttiere, aber gewöhnlich rennen sie nicht in wilder panik davon. bevor sie rennen, verhalten sie zunächst und orientieren sich am ranghöchsten der gruppe. bleibt der ruhig und macht keine anstalten zum loslaufen, rennen auch die andern nicht los.

zunächst orientiert sich das pferd an dir. du selber entspannst dich ganz bewusst. GANZ AUSATMEN, normal einatmen. wiederholen. damit signalisierst du dem pferd: alles im grünen bereich. dein pferd bleibt dann zwar wachsam, gerät aber nicht mehr in panik.

gegenfrage: äppelt dein pferd in diesen situationen?

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LyciaKarma 04.02.2016, 07:16
 rede dem pferd beruhigend zu - mit möglichst tiefer stimme, das beruhigt nämlich auch dich. und achte darauf, nicht schneller zu werden, als ein zügiges schritttempo

Das würde ich nicht empfehlen, obwohl ich sonst eigentlich immer zustimme. 

Wenn ich mein Pferd beruhige, signalisiere ich, dass da etwas besonders ist an der Situation. Und genau das will ich ja nicht. Es soll ja lernen, Traktoren etc als normal anzusehen. 

Meiner hatte lange Zeit Probleme, die Hufe zu geben. Ich hab immer wie blöd gelobt, bis meine HO mir sagte, dass ich das mal lassen oder deutlich reduzieren soll, damit er lernt, dass das nichts Weltbewegendes ist - und siehe da, es klappte. 

Das mit dem Schritttempo ist allerdings super. Ich habe mit meinem Pferd den "Deal", dass er sich aufregen darf, er darf guckig sein - aber er muss dabei immer im Schritt bleiben. Meinetwegen Rennschritt, aber Schritt. 

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Wie geht es Dir, wenn Du das Pferd an der Hand mit nach draußen nimmst?

Dann einfach mal beobachten, dass es ruhig bleibt und das so lange, bis auch Dein Unterbewusstsein das mitbekommen hat. Erst dann wieder "Kontakt zur Situation" vom Sattel aus aufnehmen.

Ansonsten: Hast Du Menschen Deines Vertrauens, die mit Dir Pferd tauschen, die Du auch freiwillig auf Deins lässt und deren Pferde sowas von obercool sind, dass es cooler gar nicht geht? Dann vielleicht tatsächlich mal eine kleine Runde getauscht drehen, bis Du Dein Pferd auch unterm Reiter in absoluter Ruhe beobachten konntest.

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Nun, das kenn ich. Ich würde vorschlagen, das Pferd ohne Reiter neben angeschalteten Autos  und auch Traktoren langsam zu führen. Sie müssen nicht mal fahren. Einfach so im Stand. Mach das mehrere Male am besten jeden Tag für rund 5-10min.  Somit gewöhnt es sich an den Krach. Ich bin überzeugt auf dem Hof findet sich jemand der dir dabei hilft.

Nachdem dein Pferd nicht mehr darauf reagiert und cool bleibt, würde ich versuchen das Pferd spazieren zu führen ein Paar mal biss es das auch besser kennt und keine Angst mehr hat. So bist du wenigstens in Sicherheit.

Und wenn das funktioniert hat, kannst du wieder aufsteigen und zs mit Ihr ausreiten, das klappt bestimmt, Pferde sind Fluchttiere wie du weißt und ängstlich, also Schritt für Schritt und dann klappt das. Davon bin ich überzeugt.

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Erstmal musst du lernen deiner Stute zu vertrauen, sie sollte Respekt vor dir haben und du solltest auch etwas Respekt vor ihr haben, sollte man ja vor Pferden sowieso. Der Chef musst aber immer du sein und bleiben. Führe deine Stute vllt. ab und zu an der Straße spazieren und nimm jemanden mit, der dir im Notfall helfen kann. Genauso kannst du es auch beim Reiten machen, aber es ist wichtig, dass du ruhig bleibst, da dein Pferd deine Unsicherheit spührt und natürlich dann auch Unsicher wird. Reite am besten dann mit einer zweiten Person aus, die ein gelassenes Pferd hat. So sieht dein Pferd dann auch, dass nichts passiert und es kann sich etwas an dem anderen Pferd dann orientieren. Das Problem lässt sich auf jeden Fall lösen, ihr schafft das mit viel Ruhe, Vertrauen und Geduld.

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Gehst du alleine ins Gelände? Sonst könnte jemand anderes Vorgehen.
Außerdem kannst du Schrecktrainig mit deiner Stute machen.

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