Problem mit Onlineshop bei der Gewährleistung

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2 Antworten

Trozdem würde mich mal interessieren ob ich in diesem speziellen Fall überhaupt verpflichtet bin denen das Geld nun zu überweisen.

Schließlich bedeutet das ja für mich nun Aufwand. Ich muss zur Bank gehn und die Überweisung tätigen, nur weil die einen Fehler gemacht haben.

Kennt sich da jmd. aus, das würde mich nämlich wirklich mal interessieren. Ich hab leider auch noch keinen vergleichbaren Fall endeckt....

Schreib denen, du hättest nur aus KULANZ dein Gerät wieder zurückgefordert, da du das Gerät brauchtest.

Außerdem seien 60 Euro für diesen Vorgang nicht angebracht. Schreib ihnen weiterhin, dass du Tontechniker bist und weißt, dass die Buchse nicht durch unsachgemäßen Gebrauch kaputtgegangen ist, sondern wegen einem Konstruktionsfehler.

Schreib ihnen dann, dass falls sie anderer Meinung sind dir bis zum 12.07.2013 schriftlich darlegen sollen:

  1. Wie sie festgestellt haben, dass du der Beschädiger der Buchse warst

  2. warum die 60 Euro ihrer Meinung nach begründet sind,

  3. und warum sie 1 1/2 Monate statt 14 Tage gebraucht haben, das Gerät zurückzuschicken.

Dann sagst du, dass du ihre Antworten mit deinem Rechtsanwalt besprechen wirst.

Genau das würde ich machen. Vor allem würde ich sie schreiben lassen, denn dann werden sie wahrscheinlich Aussagen machen, in denen indirekt ihr Verschulden zum Vorschein kommen wird. Außerdem will ich mal sehen, wie sie festgestellt haben, dass du - als Tontechniker - die Buchse beschädigt haben sollst.

Danach sehen wir weiter...

PS: Ach ja: Schreib das alles als Brief und schick es als Einschreiben bzw. Einschreiben mit Rückschein. Daran erkennen die dann deutlich, dass du es anscheinend ernst meinst.

Auf so eine Weise hab' ich vor kurzem innerhalb von 2 Tagen von einem Online-Shop 150 Euro zurückgezahlt bekommen.

Goldi25 03.07.2013, 23:42

Sehr schön, viele dank :). Ich werde es mal auf diesem Wege versuchen. Man kann sich ja schließlich nicht alles bieten lasse. Und mehr als verlieren kann ich auch nicht ;).

Das mit dem Einschreiben finde ich ne gute Idee, das macht das Ganz wirklich nochmal etwas wirkungsvoller.

Ich werde dann demnächst berichten wie es ausgegangen ist.

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Goldi25 09.07.2013, 23:51
@Goldi25

Bericht über die Antwort des Service-Partners:

Also, ich hab denen jetzt den ganzen Mist und meine Fragen per Post zu geschickt und heute kam per Mail die Antwort, ich geb das Ganze hier mal sinngemäß wieder:

1) Kaputte Buchse - Begründung:

An meinem Gerät liegt eine mechanische Beschädigung vor. So etwas ist laut dem geprüften Service und Reparatur-Partner des Online-Shops nur auf Fremdeinwirkung zurückzuführen. Das heisst nicht gleich, dass es mutwillig beschädigt wurde, vielmehr wird mir ein unsachgemäßer bzw. unvorsichtiger Gebrauch des Gerätes vorgeworfen.

2) Die Kosten:

Setzen sich aus Handling, Transport und Überprüfungskosten zusammen. Keine Details angegeben....

3) Versanddauer:

Dazu haben sie sich erst gar nicht geäußert.....

4) Der Interne Abwicklungsfehler:

An dieser Stelle schieben Sie die Schuld ihrem Servicepartner zu und sagen, er sei schuld, dass das Gerät ohne Nachnahme an mich zurückversand wurde.

5) Ein Angebot:

Da Sie als Händler immer an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind, bieten Sie mir an, die Hälfte der Kosten selbst zu tragen, wären dann im Klartext für mich immer noch knapp 30€....

Für mich ist die Sache eig. klar. Den Streit wer die Buchse kaputt gemacht hat werd ich nie gewinnen, ist mir mittlerweile aber auch ehrlich gesagt egal, ich werds demnächst einfach selber reparieren und auf sonen Mist verzichten. Da kann ich ehrlich auf die Garantie pfeifen!

Das ich das Geld jetzt aber noch zahlen soll seh ich nicht ein, zumal Sie ja wissen wer das mit der Nachnahme verbockt hat. Das ist doch nicht mein Problem, ich bin mir da aber halt rechtlich nicht so ganz sicher, das würde mich immer noch brennend interessiern wie das eig. ist.

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lasera 13.07.2013, 05:11
@Goldi25

Es wird also behauptet, die Buchse sei nicht kaputtgegangen, weil beim Kauf ein Sachmangel vorlag, sondern weil du sie unsachgemäß behandelt hast.

Laut Service-Partner des Unternehmens liegt eine mechanische Beschädigung vor. Dieser Service-Partner MEINT, dass diese (nicht genannte) mechanische Beschädigung nur auf Fremdeinwirkung zurückzuführen ist.

Innerhalb der ersten 6 Monate nach Kauf liegt die Beweislast hinsichtlich möglicher Sachmängel auf der Seite des Verkäufers. Das bedeutet, dass der Verkäufer beweisen muss, dass zum Zeitpunkt des Kaufs kein Sachmangel vorlag.

Eine Kopfhörerbuchse wird bei sachgemäßem Gebrauch kontinuierlich mechanisch beansprucht. Bei jedem Einstöpseln oder Herausnehmen des Steckers werden sowohl der Klemmmechanismus als auch die Kunststoffröhre mechanisch etwas beansprucht. Die Buchse ist dann nicht mangelhaft, wenn sie so konstruiert ist, dass sie bei üblichem Gebrauch zumindest so lange hält, wie es üblicherweise erwartet werden kann. Wenn sie in deinem Fall z.B. nur 3 Monate gehalten hat, ist das natürlich zweifellos inakzeptabel.

Wenn also die die Buchse, die bei sachgemäßem Gebrauch ständig einer mechannischen Beanspruchung ausgesetzt ist, überraschend früh kaputtgegangen ist, dann wurde sie entweder unsachgemäß behandelt oder wies von Anfang an einen Sachmangel auf, der dazu führte, dass sie eine viel geringere Lebensdauer als üblich aufwies. Der Sachmangel könnte z.B. in einer mangelhaft erstellten Kunststoffumhüllung liegen, in Bauteilen geringer Qualität und noch vieles mehr.

Da die BEWEISlast in den ersten sechs Monaten auf Seiten des Verkäufers ist, muss dieser nicht etwas "meinen", sondern BEWEISEN, dass der vorhandene Defekt nicht auf einen Mangel zurückzuführen sein kann und NUR durch Verschulden des Käufers entstanden sein kann.

Bisher wurde dir nur die Meinung des technischen Service mitgeteilt.

Wenn ein Sachmangel vorlag, dann ist der Verkäufer nach wie vor verpflichtet, den Mangel zu beseitigen. Du gehst nach wie vor von einem Sachmangel aus, da du als Tontechniker mit Buchsen professionell umgehst und du ohnehin noch nie eine Kopfhörerbuchse beschädigt hast. Aus diesem Grund gehst du auch nach wie vor davon aus, dass der Verkäufer verpflichtet ist, den Sachmangel durch Reparatur der Buchse zu beseitigen. Nur aus Kulanz hast du dich bereit erklärst, das Gerät unrepariert zurückzunehmen.

Angesichsts der Tatsache, dass du nach wie vor von einem Sachmangel ausgehst und momentan aus Kulanz auf eine Reparatur verzichtest, ist es selbstverständlich, dass du natürlich anderweitig keinerlei Kosten zu übernehmen hast.

Nur falls kein Sachmangel vorgelegen haben sollte, könnte es für den Verkäufer überhaupt berechtigt sein, ggf. eine Gebühr für den stattgefundenen Vorgang zu erheben. Angesichts der Beweislastlage ist jedoch festzustellen, dass der Verkäufer noch nicht bewiesen (bewiesen!) hat, dass zum Zeitpunkt des Kaufs kein Sachmangel vorlag.

Der Verkäufer möge dir doch bitte schriftlich den Beweis nachschicken. Der Verkäufer muss folgendes beweisen: Zum Zeitpunkt des Kaufs war die Kopfhörerbuchse in so einem Zustand, dass durch einen ÜBLICHEN Gebrauch mit einhergehender üblicher mechanischer Beanspruchung der vorhandene Defekt nicht auftreten konnte und nur durch einen unsachgemäßen Gebrauch entstehen konnte. Solang genau dies nicht BEWIESEN ist, liegt ein Sachmangel vor. Bisher wurde dir keinerlei Beweis dargelegt, so dass nach wie vor ein Sachmangel vorliegt, weswegen sich nach wie vor der Verkäufer in der Pflicht befindet und daher auch davon abzusehen hat, von dir die Begleichung irgendwelcher Gebühren zu verlangen.

Der Verkäufer möge dir also ergänzend zu seiner bisherigen Einschätzung nun den fehlenden Beweis liefern - d.h. den Beweis, dass zum Zeitpunkt des Kaufs kein Sachmangel vorlag. Erst dann wird es angebracht sein, sich über irgendwelche Gebühren noch einmal zu unterhalten. Vorsorglich weist du darauf hin, dass "Beweis" nicht etwa die Darlegung "wahrscheinlicher" oder "plausibler" Umstände bedeutet. "Beweis" bedeutet im vorliegenden Fall die fundierte und schlüssige Darlegegung derjenigen Fakten, die vollkommen unzweifelhaft und unvermeidbar zur Schlussfolgerung führen, dass der vorhandene Defekt auf keinen Fall durch irgendeinen Sachmangel hervorgerufen worden sein kann.

Der Verkäufer möge dir doch bitte entweder den fehlenden Beweis nachschicken oder selbstverständlich auf jegliche Gebührenerhebung für den vorliegenden Fall verzichten.


So ungefähr genau das würde ich jetzt zurückschreiben...

Außerdem würde ich mal bei der Verbraucherzentrale fragen, wieviel so eine günstige kurze anwaltliche Beratung kostet. Das kostete mal unter 10 Euro.

Ich füg' hier gleich noch einen Link einer Website ein, auf der es um Sachmängelhaftung usw. geht.

Was ich da über das Wort "Beweis" gesagt habe, ist nicht einfach nur so nach "gesundem Menschverstand" dahergesagt. Als Linguist bin ich hierin sozusagen ein "Fachmann".

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lasera 13.07.2013, 05:20
@lasera

Gerade habe ich noch was gedacht: Du meintest, sie hätten dich per E-Mail angeschrieben. Schreib doch einfach GAR NICHT zurück. Früher oder später müsstest du ja dann EVENTUELL einen Brief bekommen.

Dann kannst du immer noch passend antworten. Die E-Mail würde ich mir natürlich trotzdem vorsichtshalber ausdrucken.

Wenn du jetzt nicht reagierst, bedeutet das für sie bzw. ggf. für deren Juristen, dass sie ab jetzt den Zirkus veranstalten müssen, um 30 Euro zu bekommen (denn sie gehen ja davon aus, dass du die E-Mail gelesen hast). Wer weiß, ob die da noch zu mehr als höchstens einer schriftlichen Zahlungserinnerung Lust haben. Wenn sie tatsächlich schreiben, könntest du ja eigentlich im obigen Sinne antworten. Auf jeden Fall können sie nicht so leicht zurückschreiben, sie hätten keine Lust auf Dialoge und du mögest jetzt mal einfach zahlen. So geht das nicht.

Hier noch der Link:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/tricks-von-herstellern-und-haendlern-warum-die-garantie-nicht-immer-garantiert-ist/7160324.html

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lasera 13.07.2013, 05:30
@lasera

PS: Ggf. legst du den Fall auch öffentlich auf "http://de.reclabox.com/" dar. Du musst nur aufpassen, dass alles, was du da schreibst auch wahr und von dir belegbar ist. Auf dieser Website beschweren sich Leute über schlechten oder nicht vorhandenen Service u.ä. Ich hatte da auch mal was gepostet, nachdem ich wegen einer nicht erhaltenen Sendung eine teurer Hotline-Nummer hätte anrufen müssen. Eine halbe Stunde später hatte sich wundersamerweise jemand vom entsprechenden sehr großen Versandunternehmen gemeldet und mich dann persönlich angemailt, das Problem flink gelöst und mir noch einen Versandgutschein fürs nächste Mal angeboten. Darauf hatte ich dann verzichtet... Vorher aber hatte ich mich nur mit Hotline-Warteschleifen rumgeschlagen. Reclabox scheint glaube ich ziemlich gut zu wirken.

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