Problem mit legalen Mafia. Inkasso Unternehmen EOS Did. ( Zu hohe kosten? )

4 Antworten

Gerechtfertigt ja, durchsetzbar nein.

Zahle die Hauptforderung (inkl. Umsatzsteuer), sowie die Zinsen direkt an den Gläubiger.

Bei den Verfahrenskosten würde ich nochmal nachhaken, und eine genaue Auflistung nach § 367 BGB fordern. Diese sind nicht klar und evtl. auch zu hoch angesetzt.

Scheint ja zwei Warenlieferungen gegeben zu haben. Demnach wären 39,99€ plus 99,73€ Hauptforderung (muss identisch sein mit dem Rechnungsbetrag) durchsetzbar. Dazu Zinsen für 5% über Basiszins (www.basiszins.de/zinsrechner). Das sind bei mir dann allerdings für die 99,73€ nur knapp 6€. Zumeist werden die Zinsen vom Gericht berechnet, also ggf. OK.

Verfahrenskosten sind gerechtfertigt. Auslagen des Antragsstellers ebenso.

Nebenforderungen: Mahnkosten 10€ könnten OK sein, 2,50€ pro Brief, wird ggf. einige gegeben haben.

Inkassokosten und Kontoführungskosten widersprechen.

Demnach also rund 170€ berechtigt und so schnell wie möglich überweisen. Idealerweise direkt heute. Dann beim Mahnbescheid den Inkassokosten und Kontoführungskosten widersprechen und handschriftlich ergänzen "Widerspruch VB, da bezahlt". Mehr nicht.

Nachtrag: Wenn die Forderung inhaltlich NICHT gerechtfertigt ist, man also gar nichts bestellt hat o.ä., dann dem Mahnbescheid vollumfänglich widersprechen ohne etwas zu bezahlen. Die beiden ersten Punkte (Kosten Verfahren etc.) sind nur berechtigt, wenn es wirklich ein gerichtlicher Mahnbescheid ist und man im Verzug ist, also beispielsweise bei der Bestellung/ auf der Rechnung ein Zahlungstermin vereinbart war (Zahlbar in 14 Tagen usw.)

Denn dann befindet man sich in Verzug und nur das ist wichtig. Gibt es noch gar keinen Verzug sollte man zwar trotzdem schleunigst bezahlen aber dann sind einige Kostenpunkte eventuell nicht erstattungsfähig.

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@mepeisen

Der Fragesteller gibt beim Warenwert den Nettobetrag an, kann also sein, dass er Unternehmer ist. Dann wären die Zinsen mit 8% über Basis anzusetzen.

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@kevin1905

Kommt aber auch nicht hin, das wären dann rund 10€ Zinsen, keine 7€. Aber mit den Zinsen lässt sich ggf. ja klären. Das sind dann ja auch nur einige Cent oder 2-3 €, wo den Unterschied machen.

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Die Kontoführungsgebühren sind unzulässig.

Da ich die ganze Geschichte nicht kenne, sage ich, überweise den Betrag abzüglich der Kontoführungsgebühren und gebe das auch auf dem Überweisungsschein an (WICHTIG!).

Danach lasse sie mahnen, so lange sie wollen. Vor Gericht geht es nicht, da wie gesagt, diese Gebühren unzulässig sind.

Ganz ehrlich für popelige 26 Euro sollte man es nicht riskieren weiterhin negativ in der Schufa zu stehen! Und bezahlen muss er die! Denn wenn er die nicht zahlt können da auch wieder über 200 Euro draus werden! Ob er 200 oder 226 Euro zahlt macht keinen Unterschied! Dafür sind die Schulden weg! Denn wenn er es riskiert das die 26 Euro weiterhin angemahnt werden und immer höher werden und er sie nicht mehr zahlen kann kommt er nie mehr aus der Schufa!

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@Spacegirl5979

Dazu müsste das Inkassounternehmen aber erstmal Schufa-Mitglied sein. Die meisten sind es nämlich nicht!

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@Spacegirl5979

Wenn so etwas an die Schufa gemeldet wird, hat man es schneller wieder draussen, als die Papp sagen können. Das wissen die auch.

Da können auch nur 200€ draus werden, wenn man keine Ahnung hat, wie man reagiert. Natürlich, wer etwas bestellt, sollte es bezahlen. Aber das bedeutet nicht, dass man jeden Unfug eines Inkassobüros mitbezahlen muss. Also bitte erst informieren, dann mitreden. Danke.

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@Spacegirl5979

Ich schrieb ja, dass ich die ganze Geschichte nicht kenne. Aber die scheinen gerne mal Uraltforderungen aufzukaufen, die schon längst verjährt sind. Da natürlich mit Hinweis auf die Verjährung gar nichts zahlen.

Allerdings scheinen die wirklich Schufa-Mitglied zu sein.

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@Spacegirl5979

Liebes Spacegirl5979,

und wieder einmal brauchst du Nachhilfe in Rechtssachen. Letztens war es das Widerrufsrecht und die Preisangabeverordnung, diesmal widmen wir unsere Aufmerksamkeit den §§ 174, 254, 273, 367, 410 und 824 BGB mit kurzem Intermezzo im RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz). RDG (Rechtsdienstleistungsgesetz) und der ZPO (Zivilprozessordnung). Liefer ich gerne, denn Wissen ist Macht! =)

Ein Inkassobüro ist ein privater Finanzdienstleister ohne gesonderte Rechtsvollmachten, keine Behörde, keine Körperschaft des öffentlichen Rechts und kein Organ der Rechtspflege. Es hat nicht mehr oder weniger Rechte als ein Bäcker, ein Maurer oder jeder andere.

Dennoch verlangen Inkassobüros für ihre Dienste zumeist deutlich mehr als ein Rechtsanwalt nach RVG für die gleiche Tätigkeit abrechnen dürfte, obwohl sie nicht mal Klage für ihren Auftraggeber einreichen dürfen. Dies ist nach dem RDG nämlich AUSSCHLIESSLICH den Rechtsanwälten vorbehalten.

Wenn also ein Inkassobüro weniger kann als ein Rechtsanwalt und dennoch mehr kostet, wieso sollte der Schuldner diese unnötigen Mehrkosten, die der Gläubiger verursacht bezahlen? Richtig, muss er überhaupt nicht, womit wir beim § 254 BGB wären. Dieser regelt nämlich die Schadensminderungspflicht des Gläubigers und sagt sinngemäß, wenn der Gläubiger die Kosten für die Betreibung der Forderung erstattet verlangen will, muss er den günstigsten Weg nehmen. Dies ist i.d.R. das gerichtliche Mahnverfahren (vgl. §§ 688 ff ZPO).

Auch muss ein Inkassobüro, wenn es den tätig wird, spätestens auf Verlangen des Schuldners, seinen Auftraggeber mit ladungsfähiger Anschrift benennen (§ 174 BGB). Kauft ein Inkassobüro eine Forderung ab, so muss es die Abtretungserklärung nach § 410 BGB vorlegen. Beide Dokumente nur im Original. Bis sich ein Inkassobüro ordnungsgemäß legitimiert hat, kann sich der Schuldner auf sein Zurückbehaltungsrecht berufen (§ 273 BGB) und muss gar keine Zahlung leisten. Bei aufgekauften Forderungen ist das Inkassobüro der neue Gläubiger, darf aber KEINE Inkassogebühren erheben, für eine Tätigkeit in eigener Sache.

Auch ist darauf hinzuweisen, dass für einen Schufa-Eintrag ZWINGEND 3 Dinge erfüllt sein müssen.

  1. Das eintragende Unternehmen muss Mitglied der Schufa sein (dies kostet Geld und nicht jedes Unternehmen ist dazu bereit, unseriöse Abzocker schon gar nicht).
  2. Der Schuldner muss im Rahmen des Vertragsschlusses einer wirksamen Schufaklausel zugestimmt haben.
  3. Die Forderung muss offen, überfällig UND unbestritten sein. Eine durch Widerspruch streitig gestellte Forderung darf NICHT in die Schufa eingetragen werden. Wird sie eingetragen macht sich der Eintragende schadenersatzpflichtig wegen Kreditgefährdung (§ 824 BGB).

Um eine streitige Forderung einzutragen bedarf es der gerichtlichen Titulierung.

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@kevin1905

Zwei Mini-Ergänzungen: Ein Inkassobüro darf durchaus Rechtsdienstleistungen vollbringen, darf also mehr als ein Bäcker. Dafür muss es aber - aufgemerkt - als Rechtsdienstleister eingetragen sein, womit es unter die Aufsicht eines Gerichtes fällt, das schon bald erhebliche Kompetenzen bekommt, diese Aufsichtsfunktion endlich vernünftig wahrzunehmen. Ist es das nicht, macht es sich strafbar, wenn es Rechtsdienstleistungen erbringt (=Im Namen von Gläubigern handelt).

Was darf es nun mehr als der Bäcker? Es darf nämlich, aufgepasst: A) Einen gerichtlichen Mahnbescheid stellen B) Einen vorhandenen Vollstreckungstitel betreiben

A) halte ich persönlich für völlig überflüssig, das kann jeder geschäftserfahrene Gläubiger selbst machen. Aber gut. Die Gebühren hierfür sind nach RVG fest vorgegeben, womit wir wieder bei der Schadensminderung sind. Die typische Inkassogebühr oder Kontoführungsgebühr ist nichts, was dazu gehört und ist damit aus Mahnbescheiden eigentlich immer zu widersprechen und zu streichen.

B) Betrifft das Beantragen von Pfändungen (beispielsweise Lohnpfändung usw.), sowie das Übermitteln an die Drittschuldner (Bank/ Arbeitgeber) und das empfangen von Zahlungen. Gegebenenfalls das Einsehen des Schuldnerregisters und die Interaktion mit einem Gerichtsvollzieher. Die Gerichtsvollzieher sind natürlich nicht dumm. Im Gegenteil. Sie haben fundiertes Rechtswissen. Aber sie sind total neutral. Sie haben einen Titel also vollstrecken sie. Punkt. Sie geben keine Rechtsberatung. Insofern mögen Inkassobüros die Gerichtsvollzieher nicht immer, denn die halten sich an die Gesetze, was bedeutet: Nicht titulierte Unfugsgebühren streichen die. Da kennen die kein Pardon. Viel besser ist es ja, eine Gehaltspfändung oder eine Kontopfändung zu machen, statt den Gerichtsvollzieher direkt vorbeizuschicken. Banken und Arbeitgeber habens nicht immer so genau mit den Unfugsgebühren...

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