Problem mit der Oma - Tipps?

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5 Antworten

HALLO ZUSAMMEN. NACH EINIGEN WOCHEN MÖCHTE ICH EUCH UNSER RESULTAT MITTEILEN.

Wir haben meine Oma vor einigen Wochen in "Tagespflege" gebracht. Zuvor haben wir uns das mit ihr angesehen und zusammen(!) entschieden, dass es einen Versuch wert ist. Nach dem ersten richtigen allein-Besuch stand fest: Meine Oma will weiterhin gehen, und zwar öfter. Da bis zu 4 Besuche pro Woche von der Krankenkasse bezahlt werden, ließ sich das einrichten. Wir haben uns für 3 Tage entschieden, somit hat sie immer einen Tag zum Ausruhe (MO, MI, FR geht sie ..). Und der ist auch bitter nötig, denn sie erlebt dort so viel aufregendes udn spannendes, dass sie uns Abends beim Heimkommen stundenland alles erzählen muss. Nach schon einer Woche sah man, dass sie ein neuer Mensch ist. Sie hat den Tunnelblick verloren und ist optimister, ich weiß auch nicht wie ich es beschreiben soll. Wenn man sie gesehen hat, ging man von einer verbitterten alten Frau aus. Ohne das sie was sagt oder tut - rein vom Ansehen nur - wirkt sie nun völlig verändert - Ihre grundeinstellung hat sich positiv verändert. Jetzt wirkt sie eher wie ein süßes Großmütterchen :-) Das Problem mit meiner Tante bzw. ihrer Tochter hatte sich nicht verändert. Meine Tante entschied sich weiter zu kommen, aber sie zickten oder schwiegen sich an. Dann haben wir uns überlegt, dass meine Tante immer an den Tagen kommt, wenn Omi aus der Tagespglege kommt... Sie MUSS dann plappern, sie kann nicht anders, hat ja so viel zu erzählen .. und das anfangs gequälte "nagut dann teil ich mich meiner Tochter auch mit" hat sich nun in ein lockeres Gesprächsklima zwischen den beiden entwickelt. Ich muss wirklich sagen: Uns hätte nichts großartigeres passieren können. Meine Oma wirkt fitter, obwohl es ihr körperlich recht schlecht geht (z.B. erst vor einer Stunde musste sie wegen Wasser in der Lunge aufgrund einer Bronchities ins Krankenhaus eingeliefert werden .. bitte Daumen drücken, mein Opa/Ihr Mann ist daran gestorben..). Sie hat einen grund aufzustehen und freut sich unglaublich auf die Treffen - und ist tottraurig wenn sie nicht hingehen kann weil es ihr gesundheitlich zu schlecht geht. Danke an den Staat, dass er die Kosten übernimmt - da hat er mal was richtig gemacht. Pro Tag sind das 200-300 Euro, die wir 3x die Woche nicht hätten finanzieren können. Tolle Einrichtung, wenn nicht diese verflixxte Wasserlunge wäre könnte ich schwören, dass hat meiner Oma noch ettliche freudige Jahre beschert - und die ersten glanzvollen Wochen seit vielen Jahren. Und als Nebeneffekt geht's mit meiner Tante auch besser nun!

es gibt choleriker, die können sich selbst nicht leiden und motzen dafür ständig andere an.

das es hier die eigenen tochter trift, die auch noch gutes an der mutter tut, das ist schon traurig, aber sie wird sich nicht mehr ändern.

ich pflege meine mutti seit fast 8 jahren, sie ist dankbar dafür und zeigt das auch. die pflege ist schwer, verdammt schwer, wozu noch die immense psychische belastung kommt und dann noch die motzerei der mutter, das ist nur schwer zu ertragen.

meine mutter hatte eine phase, da war es schlimm und auch motzerei war an der tagesordnung. dazu die einpisserei aus faulheit, weil sie keine lust hatte aufs klo zu gehen, das war ihr lieblingsspruch, ich habe keine lust.

mir half der spruch, laut und deutlich gesprochen:

hör zu, mutter, du kannst tun und lassen was du willst, du kannst meckern, schreien, plärren soviel du willst, trotzdem bist du meine mutter und wirst es immer bleiben, also helfe ich dir jetzt. hast du das verstanden ? wenn du das nicht willst, sag es mir laut und deutlich und ich beantrage einen heimplatz.

sie war erstmal still, hat dann den tag nicht geredet und abends hat sie gesagt in etwa so:

es tut mir leid, es ist schlimm zu merken, das man sich alleine nicht mehr erhalten kann, das man hilfe benötigt, um gut leben zu können. ich hab den ganzen tag überlegt, was du eigentlich für mich alles machst. ich danke dir dafür und ich will nicht ins heim. ich bemühe mich, dich ein wenig zu unterstützen und es dir etwas leichter machen.

seitdem geht sie wieder zur toilette, nicht immer zur richtigen zeit, aber sie bemüht sich.

da die oma ihre eigene tochter nicht leiden kann - zumindest sieht es so aus - ist das natürlich unheimlich schwer. ihr solltet einen psychiater zu rate ziehen, es gibt soiganannte aufhellende medikamente, da sieht man die welt rosarot, das ist jetzt ein wenig blöd geschrieben, aber es trifft den kern.

und... ehe sich die tochter seelisch fertig machen läßt, wäre es ratsam, mit der mutter mal zu besprechen, ob sie selbst lieber in einem heim untergebracht sein möchte, es gibt menschen, die ziehen das vor, als das sie von angehörigen abhängig sind.

es ist sehr schwierig und mir tut das unendlich leid.

alles alles gute für die tochter, die ihre mutter pflegt und undank erntet. was muß sie im leben schon gelitten haben unter so einer mutter, deshalb ist es besondes anzurechnen, das sie sie auch noch plegt. meine hochachtung.

schreibfehler ? ich bitte um pardon !

wunderlos 24.06.2011, 09:31

Das Problem ist, dass sie meine Mutter gerne als richtiger Tochter gehabt hätte, und auch von ihr gepflegt werden will .. schwer zu erklären .. sie ist richtig berechnend, hat im Krankenhaus die Pfleger angelogen sodass sie nur die niedrigste Pflegestufe bekommen hat, damit meine Mutter sie pflegen muss, und hat nun ihre eigene Tochter weggeekelt .. hat im Grunde erreicht was sie wollte. Sie möchte nicht ins Heim, sie hat das Haus aufgebaut und dort ihr Leben gelebt, sie ist glücklich damit und naja wie gesagt - sie meint sie wäre der Mittelpunkt des Universums für Mama und Papa und will nur(!) von denen gepflegt werden .. war ein HEIDENKAMPF schon eine Morgen-Pflege zu kriegen.. Aber der erste fettgeschriebene Satz, da hast du recht, sowas in der Art wurde so GANZ direkt noch nie gesagt ... vielleicht sollte man das mal versuchen..

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Ohja... das kenne ich so oder so ähnlich nur allzu gut. Leider ist es so, dass die Menschen (besonders Mütter? ... naja, mein Vater ist halt schon früher verstorben) im Alter immer eigenartiger werden. Meine Mutter ist über 70 und wird so gesehen immer anstrengender. Ewige Lästerei über den, der grad nicht da ist, Rausschmisse, Beschimpfungen, Versöhnungsansätze, dann wieder irgendein Hammer, intrigante Methoden... Ich kann Deine Tante gut verstehen, dass sie die Schnauze voll hat. Auch das "zwischen-zwei-Stühlen-sitzen" ist mir wohl bekannt... alles in allem eine sehr belastende Situation.... zu der ich ehrlich gesagt aber auch keine Lösung habe... sonst ginge es mir oder unserer Familie auch wesentlich besser. Ich habe nach längerer Zeit des "Lagerns" (ich hatte dann etwa ein halbes Jahr gar keinen Kontakt zu meiner Mutter) neulich doch angerufen, aufgrund eines familiären Todesfalls, den ich als Anlass nehmen wollte. Sie hat sich sehr gefreut und ich habe ihr quasi "die Hand hingestreckt"... dass das alles nicht von Dauer sein wird und Friede, Freude, Eierkuchen... aber andererseits lohnt es nicht, sich "die bleibenden Jahre" zu zanken. Evtl. hilft nur Augen zu und durch. Obwohl ich sagen muss: auf gewisse Weise war auch die Zeit, wo ich keinen Kontakt hatte reht leicht... aber es kamen doch immer wieder beschwerende Gedanken auf, weil ich halt doch auf viele schöne Momente zurückblicken kann. Das scheint bei Deiner Tante ja nicht so wirklich der Fall zu sein. Dazu im Übrigen: zu Zeiten Deiner Oma waren Jungs irgendwie mehr wert als Mädchen. Auch meine Mutter musste sich nach einem Bombenangriff 1942, bei dem ihr kleiner Bruder ums Leben kam von meiner Oma anhören: "Warum musste er sterben? Warum nicht Du?" ... das baut natürlich auf! Auch meine Oma war sehr herrisch und "eklig" in ihrer Art, dennoch hat meine Mutter sie auch bis zum Tod gepflegt. Tja, Du siehst: keine Lösung, vielmehr ein Erfahrungsbericht :o)

wunderlos 24.06.2011, 09:26

Ja, das klingt so als hättest du wirklich eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht ... Das Problem ist nicht, dass sie allgemein Frauen weniger wertschätzt .. Einfach ihre Tochter. Ihr gefiel er Werdegang im Leben nicht, ihre Nähe zu Gott (auch nix für mich - aber jedem das Seine, oder?) und und und .. Meine Mutter hätte sie gerne als Schwiegertochter und sie scheut auch nicht ihrer richtigen Tochter das spüren zu lassen. Und ja, das mit dem "im alter zunehmend verändern" ist ebenfalls ein großer Punkt dabei. Ich bin da gar nicht so tief drin, meine Oma ist zu mir normal und hätt ich diese Zankereien nicht mal selbst mit erlebt, würde ich es nicht glauben, weil ich sie nur als warmherzigen Menschen kenne .. Das problem ist, dass sie gepflegt werden muss. meine Mama sagte schon, das macht sie gerne und das ist kein Thema, aber sie hat auch ein Leben und einen Job und ihre Verpflichtungen, sie kann nicht alles auf den Haufen werfen nur weil Oma nicht mit ihrer Anderen Tochter sprechen will (die IMMER Zeit hätte und der das NICHTS ausmachen würde ..), aber nein, sie will nicht. Und das schlägt meiner Mutter auf die Psyche, sie schläft kaum noch und eigentlich kenne ich meine Mutter eher als "Fels in der Brandung", unerschütterlich .. Sowas erschreckt mich, aber leider ist auch keine Lösung in Sicht .. Ich überlegte schon ob ich mal mit meiner Oma rede, aber ich bin die kleine Enkelin (19 Jahre), und da hört sie sowieso sicherlich nicht auf mich .. oder setzt eins ihrer falschen Gesichter auf und erzählt mir Lügengeschichten.. Hach, so schwierig alles!!

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schlummermutter 24.06.2011, 09:33
@wunderlos

vielleicht solltest du ihr mal sagen, das du enttäuscht bist von ihr, das sie so handelt. oder traust du dich das nicht ? ehrlichkeit ist immer am besten.

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wunderlos 24.06.2011, 09:43
@schlummermutter

Sie ist depressiv (bekommt jetzt Antidepressiva) und hat echt düstere Gedanken .. Denkt eh schon wir haben uns alle gegen sie verschworen .. Wenn ich ihr sowas sage, macht sie sicherlich ganz dicht...

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wiralle2010 24.06.2011, 10:05
@wunderlos

Das ist genau die Handhabe von meiner Mutter... ist ja auch "schwierig", sich "was sagen zu lassen", wenn man eigentlich vor Lebenserfahrung nur so strotzen (müsste), aber die Frage ist immer, ob nicht doch junge / jüngere Menschen frischen Wind in alte Gedanken bringen... Du könntest einen diplomatischen Ansatz wagen, aber ob der von Erfolg gekrönt ist... hmmm... Verrannt ist nunmal leider gerne mal verrannt... und dann halt verkantet!

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wunderlos 24.06.2011, 10:09
@wiralle2010

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich versuche es heute Abend einfach mal. Wenn ich dran denke, kann ich ja mal das Ergebnis davon hier kundtun..

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**Das "Problem", das Dich und Deine Familie anbetrifft, geht m. E. nicht von Deiner bald 90jährigen Oma aus, sondern von ihrer Tochter bzw. Deiner Tante, die bisher allen Widerwärtigkeiten zum Trotz sich wohlwollend und anerkennend um ihre Mutter gekümmert hat! ** ****

Diese Tante, die die Schwester Deines Vaters ist, belastet Dich mit Deiner Familie ständig mit ihrem Problem, mit ihrer 90jährigen Mutter charakterlich nicht klar zu kommen!

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die 90jährige Mutter (bzw. Deine Oma) in ihren Verhaltensweisen gravierend schwierig ist (und es möglicherweise in jüngeren Jahren auch schon war!) und sehr unangenehme Situationen hervorrufen kann, und das ohne Berücksichtigung der Fürsorge, die man ihr gewährt.

Aber man sollte bedenken, dass man bei einer solch betagten und hilfsbedürftigen Person "über den Dingen stehen" und Unannehmlichkeiten nicht "auf die Goldwaage" legen sollte. Wenn man jedoch - wie Deine Tante - psychisch nicht (oder nicht mehr!) dazu in der Lage ist, dies zu tun, sollte man die Umstände ändern bzw. für die Fürsorge der betagten Dame "in andere Hände geben". ****

Offenbar übernehmen - aus welchen Gründen auch immer - Deine Eltern nicht die Betreuung. Als Alternative gibt es gute fachkompetente Betreuungsmöglichkeiten (Seniorenheime!) mit dazu autorisiertem Personal.

wunderlos 24.06.2011, 10:17

Anscheinend wurde hier nicht ganz verstanden .. Meine Eltern machen es GERNE, das ist kein Problem. Aber sie haben auch ein eigenes LEBEN, eigenes Berufsleben, eigene Verpflichtungen ... So wurde es aufgeteilt, meine Eltern kümmern sich Morgens bis mittags, und meine Tante dann Nachmittags bis Abends um meine Oma, so passte es PERFEKT. Aber meine Oma will einfach das meine Eltern das komplett machen, ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben und die Tochter, die sowas OHNE ZU MECKERN und LIEBENDGERNE übernehmen würde - aber nicht zugelassen wird! Das Problem liegt EINDEUTIG nicht bei meiner Tante - ich kann deine Anmutungen verstehen aber nein, so ist es nicht. Sie war einfach nicht die Tochter, die erwünscht war. Schon in jungen Jahren war es wohl so, dass meine Tante heim kam, und die Mutter(meine Oma) einfach OHNE GRUND plötzlich kein Ton mehr mit ihr sprach, für tage oder wochen. Ein friedliches Zusammenleben wurde von Zeit zu Zeit schlimmer. Ich teile meiner Tante eher Respekt zu, dass sie sich tagtäglich über Jahre hat fertig machen lassen, beschimpfen und ärgern lassen, und trotzdem vorbeikam, komme was wolle, egal ob sie am Ende wieder weinend in ihrem Auto saß oder nicht. Diese enorme psychische Stärke, ihre Mutter pflegen zu wollen obwohl sie ihr NIE was gutes tat, finde ich lobenswert!

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katwal 24.06.2011, 11:56
@wunderlos

@wunderlos: Irgendwie verstehe ich in Deiner Darlegung der Begebenheit keine Logik:

Deine Tante pflegt ihre bald 90jährige Mutter jahrelang aufopfernd und fürsorglich und lässt sich dafür "als Dank" von ihrer Mutter "fertig machen bzw. beschimpfen und ärgern"; hinzu kommt (und das ist das wichtigste Kriterium!), dass diese Mutter von ihrer Tochter überhaupt nicht betreut werden will.

Frage: Warum macht die Tante DAS, wenn sie dadurch "psychisch heruntergeknüppelt" wird und ihre Betreuung gar nicht erwünscht ist?!?

Es kommt der Gedanke auf, ob es vielleicht etwas mit dem "Erbe" zu tun haben könnte(?).

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Christa251248 26.06.2011, 08:58

@katwal......sehr gute Antwort. Gebe dir in jedem Punkt recht. Gerade bei so alten und betagten Menschen, soll man unbedingt "über den Dingen stehen."

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Ich selbst habe daß Gleiche erlitten. Es gab nur den Lieblingssohn. Ich habe als Kind und auch später viel erleiden müssen. Später hat Sie mich und meine Kinder aufs schärfste beleidigt daß ich mit Ihr den Umgang ganz gebrochen habe. Danach ging es mir viel besser. Diese Frau hat meine Seele zerstört.

wunderlos 24.06.2011, 09:27

Kann ich nachvollziehen, sowas ist grausam .. Aber jetzt leidet auch meine Hälfte der Familie darunter, irgendwie muss man doc die vergangenheit aus dem Weg schaffen und ein wenigstens halbwegs friedliches Zusammenleben ermöglichen?!..

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jimpo 24.06.2011, 09:40
@wunderlos

Sowas kann man nicht einfach wegschieben. Ich war schon eineinhalb Jahre in Behandlung. Danach ging es mir etwas besser.Heute überfällt mich dieses Trauma meistens in der Nacht. Ich habe angefangen ein Buch darüber zu schreiben. Aber es bleibt alles wie es war.

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wunderlos 24.06.2011, 09:47
@jimpo

Schade, ich bin sicher so schlimm ist es bei uns nich, sie ist ja bereit sie zu pflegen weil ihr bewusst ist, dass eindeutig nicht mehr viel Zeit dafür bleibt mit dem Alter und den gesundheitl. Problemen..

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