Pro und Cons: Werbung

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Contra: Es werden oft – um Defizite des beworbenen Produkts zu verschleiern – Formulierungen gewählt, die der Verbraucher falsch verstehen muss. Da wird beim Preis ein kleines "ab" hinzugefügt oder bei der Wirkung ein "oft" oder "in fast allen Fällen". Die eigentliche Wirkung, nämlich das Produkt beim Verbraucher sympathisch zu machen, wird durch marktschreierischen Werbestil verfehlt.

Pro: Werbung hilft kleinen und mittleren Unternehmen zu überleben. Beispiel: Ein kleiner Seifensieder im Schwarzwald und die Firma Henkel entwickeln zufällig gleichzeitig mit hohem Kosteneinsatz ein sensationelles neuartiges Waschmittel. Jetzt stelle man sich vor, dass es keine Werbung gäbe (sie wäre z.B. ganz plötzlich verboten). Da die Hausfrauen von der Existenz der Waschmittel keine Werbung sehen und nur durch Zufall drüber "stolpern", müsste sich das Produkt jetzt unter den Hausfrauen herumsprechen. Das dauert beispielsweise drei Jahre. In dieser Zeit ist die kleine Schwarzwälder Firma längst an ihren Investitionen mangels Umsatz pleite gegangen, der Großkonzern Henkel mit seinen finanziellen Ressourcen sitzt die drei Jahre aber locker auf einer Backe ab. Außerdem wird er aufgrund seiner Marktstärke von den Supermärkten bei der Produktplazierung ohnehin bevorzugt.

Werbung gehört mittlerweile zum Erscheinungsbild unserer Städte, wie trist sie ohne Werbung aussehen, kann jeder an den beiden Bildern von Sao Paulo erkennen eins 2005, das andere 2007, dazwischen wurde in Sao Paulo jede Außenwerbung verboten (die zugegebenerweise ziemlich übertrieben worden war). Wer übrigens vor 1989 in der DDR war, weiß, wie grau und unwirtlich eine Stadt aussieht, in der die einzigen Plakate irgendwelche kommunistischen Parolen sind.

Sao Paulo 2005 - (Werbung, Ware) Sao Paulo 2007 - (Werbung, Ware)

Pro: Vorstellung neuer Produkte

Contra: beschreibt nicht wirklich die Produkte. Der Spruch geht so ähnlich, genau weiß ich ihn nicht, aber er trifft es relativ gut. "Werbung versucht uns einzureden was wir kaufen sollen, mit Geld das wir nicht haben, nur um Menschen zu imponieren, die wir nicht leiden können"

Werbung dient allgemein im verwertenden (aktuellen) Kapitalismus nur dazu, völlig überzogene wie Ressourcen ausbeutende, nicht nachhaltige Ziele, also Bedürfnisse einer Überproduktions Industrie zu befördern und zu befriedigen und "bildhaft" verführerische Trugbilder von einem "ausgehöhlten, oberflächlichen" Lebensideal umzusetzen (darin) und zu produzieren, Eine Scheinwelt aufzubauen, in der nur äussere Scheinwerte wie Konkurrenz und Statusdenken herrschen, die anstelle echter, gemeinschaftlicher Zusammengehörigkeit und gelebter Mitmenschlichkeit, stehen.

Werbung unterstützt diese aktuelle, Raub - und Beutewirtschaft in jeglicher Hinsicht, stützt "Obsolescence" (also Produktion mit eingebautem Verschleiss) unwichtige Modetrends und all das, was Menschen davon ablenken und abhalten soll, sich als mündige und sich selbst bewusste Wesen zu verhalten, die eben nicht von aussen permanent fremdgesteuert, manipuliert und instrumentalisiert werden, für Bedürfnisse, über die sie noch nicht einmal "demokratisch" in irgendweiner Form mit bestimmen dürfen,

"Werbung produziert und stützt eine Wirtschaftsform, die unter dem Motto steht

"Produzierte Bedürfnisse für die Bedürfnisse der Produktion!"

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Zusatz:

„ Eine neue, nachhaltige Gesellschaft bräuchte all das nicht mehr: keine Rüstung, keine gewollt konstruierten Verschleißprodukte, Raumfahrtechnologie, Werbung, Prestigeausgaben, keinen Superluxus für die Superreichen, keinen unnützen Transport, ..“

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