Privatinsolvenz: Frage zum Konto und zur "außergerichtlichen Schuldenbereinigung"?

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3 Antworten

zu 1.

http://www.p-konto-info.de/

Guck mal dort. Da steht was von Grenzen. Darüber hinaus kann man vermutlich pfänden. Lese das mal durch.

zu 2.

So weit ich weiß sind das zwei verschiedene Insolvenzen, sonst wird die zweite ja nicht gestattet werden. Zur INSO gehört immer ein Vorvergleich. Es gibt ja auch neue Fristen und eventuell neue Gläubiger und Schulden. Es ist ja quasi auch eine Prüfung, ob man die Bedingungen für eine Insolvenz zusammen hat und erfüllt.

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Nun meine Frage: kann ein Gläubiger trotzdem noch eine Kontopfändung
veranlassen und kann dann von dem (eigentlich) unpfändbaren Einkommen
Geld gepfändet werden? Wenn ja, was kann dagegen unternommen werden?

Während der Insolvenz und der Wohlverhaltensperiode besteht ein Vollstreckungsverbot für Insolvenzgläubiger. Eine Pfändung wäre daher unzulässig. Ausnahmen kann es bei Neugläubigern unter gewissen Voraussetzungen geben, aber die liegen hier sicher nicht vor.



Gegen einen Schuldner wurde bereits vor einiger Zeit ein
Insolvenzverfahren (Regelinsolvenz weil Einzelunternehmer) eingeleitet.
Der Schuldner hat alles unternommen um dieses Insolvenzverfahren
abzuwenden - das Verfahren wurde dann auch mangels Masse eingestellt.
Nun möchte der Schuldner seinerseits in die Insolvenz gehen. Kann der
Schuldner ein Privatinsolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung anstreben
ohne vorher eine "außergerichtliche Schuldenbereinigung" durchlaufen zu
müssen?


Das kommt darauf an, ob ein Regelinsolvenzverfahren oder Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet werden würde.
Zum Verbraucherinsolvenzverfahren sagt § 304 InsO:

(1) Ist der
Schuldner eine natürliche Person, die keine selbständige wirtschaftliche
Tätigkeit ausübt oder ausgeübt hat, so gelten für das Verfahren die
allgemeinen Vorschriften, soweit in diesem Teil nichts anderes bestimmt
ist. Hat der Schuldner eine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit
ausgeübt, so findet Satz 1 Anwendung, wenn seine Vermögensverhältnisse
überschaubar sind und gegen ihn keine Forderungen aus
Arbeitsverhältnissen bestehen.(2)
Überschaubar sind die Vermögensverhältnisse im Sinne von Absatz 1 Satz 2
nur, wenn der Schuldner zu dem Zeitpunkt, zu dem der Antrag auf
Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt wird, weniger als 20
Gläubiger hat.


Ob das zutrifft, kann ich von hier aus nicht sagen.

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Zu Frage 1

Sofern er Insolvemzgläubiger ist darf er nicht mehr Pfänden lassen. Viele versuchen es aber trotzdem. Allerdings nutzt es nichts, selbst wenn sie Erfolg haben sollten müssen sie das Geld an den Insolvenzverwalter zurückzahlen.

Wenn sowas passiert und das Konto gesperrt ist, umgehend mit dem Insolvenzverwalter in Verbindung setzen. Dieser klärt das dann, denn Zugriff auf Dein Konto stünde nur ihm zu.

Zu Frage2

Ich bin mir nicht sicher, aber es müßte auch hier eine außergerichtliche Schulenbereinigung versucht werden.

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Kommentar von Realisti
07.01.2016, 17:14

@Artus01

zu Frage 1

Mir kam der Gedanke, dass es um aktuelle Schulden geht, also Neuere als die Insolvenz. Quasi in Insolvenz und dann sofort wieder Schulden gemacht, noch vor Ablauf der WV-Phase.

Die neuen Gläubiger sind somit nicht in der Insovenz und können dann durchaus pfänden. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass ein Insoverwalter es auch versuchen wird. Die erpfändeten Summen kann der Neue, bestimmt behalten. Ich habe sogar mal gehört, dass das strafbar ist (für den Schuldner). Ob das stimmt habe ich nie geprüft.

Dann gibt es ja auch noch die abgesonderten Sachen. Die müssen ja auch irgendwie eingetrieben werden.

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