Privatinsolvenz durch eheaus, neue Familie?

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7 Antworten

Der Mann ist unterhaltspflichtig für sein Kind. Die Höhe dieses Unterhaltes berechnet sich nach seinem "unterhaltsrelevanten Einkommen".

Sollte das Kind jünger als drei Jahre sein, so muss er ggf. auch noch Unterhalt für die Mutter des Kindes zahlen, wenn... 

  • diese kein ausreichendes eigenes Einkommen für ihren eigenen Lebensunterhalt verdient
  • und dem Mann nach Abzug des Kindesunterhaltes noch mehr als 1200 Euro zur Verfügung stehen (das ist der Selbstbehalt gegenüber der Kindsmutter).

Wenn ihr heiratet, so wäre der Mann zwar ggf. auch dir als seiner Ehefrau unterhaltspflichtig, falls dein eigenes Einkommen nicht ausreichend ist für deinen eigenen (anteiligen) Lebensunterhalt, allerdings...

  • hätte der Unterhalt für das Kind in jedem Fall Vorrang, solange es noch minderjährig (oder privilegiert volljährig) ist 
  • und auch der Unterhalt für die Mutter des Kindes (bis zum dritten Geburtstag des Kindes)  hätte Vorrang vor deinen Ansprüchen.

Die Schulden/ Kreditraten - egal ob vor oder während der Ehe entstanden - muss derjenige zurückzahlen, der sie aufgenommen hat/ dafür unterschrieben hat. 

  • Hat die erste Ehefrau dafür nichts unterzeichnet/ keine Verträge (z.B. auch Mietvertrag) mit abgeschlossen etc..., muss der Mann dafür alleine gerade stehen.
  • Die Rückzahlung der Schulden ist nachrangig gegenüber Unterhaltsforderungen, d. h., der Mann muss zuerst einmal den Unterhalt zahlen, bevor er vom Rest seines Einkommens die Schulden tilgen kann.

Die Schulden wirken sich nicht auf die Höhe der Unterhaltszahlungen aus.

  • Nur, wenn Kredite "ehebedingt" waren, also davon z.B. Haushaltsgeräte für die gemeinsame Ehewohnung oder Kinderzimmermöbel angeschafft wurden o.ä..... und der Mann sie allein zurückzahlen würde, könnte dafür evt. sein "unterhaltsrelevantes Einkommen" herabgesetzt werden.

Das unterhaltsrelevante Einkommen, nach dem der Unterhalt berechnet wird) ist sein Durchschnittseinkommen der letzten 12 Monate, abzüglich (ggf. auch zuzüglich...) anrechenbarer Beträge wie z.b. seine "berufsbedingten Aufwendungen".

  • Sollte der Mann also berufsbedingt umziehen müssen, könnte sich das ggf. auf seine berufsbedingten Ausgaben auswirken...

Gegenüber seinem Kind hat der Mann (derzeit) einen "Selbstbehalt von 1080 Euro. Dies ist der Betrag, der ihm von seinem unterhaltsrelevanten Einkommen zumindest verbleiben muss, um davon alle seine eigenen Lebenshaltungskosten (Verpflegung, Miete, Strom, Versicherungen...) bestreiten zu können. 

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Kommentar von habakuk63
02.05.2016, 08:43

Ja, passt komplett zu meinen Unterhaltserfahrungen.

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 09:14

Das Kind ist Eingeschult und die Mutter des Kindes hat eine eigene Wohnung und ist arbeitstätig. Die Schulden von ihm sind entstanden durch die Möbel und Haushaltsgeräte die gekauft worden sind für ihr damaliges Zuhause, die sie alles mitgenommen hat bei der Trennung, sie ist auch in der Wohnung geblieben hat aber die Miete nicht bezahlt und der Vermieter weigerte sich die Wohnung auf sie zu überschreiben, die Wohnung wurde auch von ihr kaputt gemacht und musste renoviert werden, alles auf seine Kosten.
Wie schaut es denn aus, wenn ich mitziehe und nicht arbeite jetzt und wenn wir heiraten,  werde ich mitgerechnet in sein "Lebensgeld" ?

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Kommentar von claudialeitert
02.05.2016, 14:52

erst dass Kind . dann du falls noch was übrig ist. Selbstbehalt 1080 Euro nur für den ihn

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Zunächstmal empfielt es sich hier dringend einen Fachanwalt für Scheidungsrecht hinzuzuziehen.

Zunächstmal der Kindesunterhalt, hier ist im Falle einer Privatinsolvenz in aller Regel der Mindestunterhalt fällig. Für den Mindestunterhalt eines minderjährigen Kindes spielen Schulden nur in Außnahmefällen eine Rolle, z.B. wenn diese für die Erwerbstätigkeit aufgenommen wurden. Für höhere Stufen spielt die Lebenstellung des Unterhaltszahlers eine Rolle, die durch die Privatinsolvenz geprägt wird.

Bezüglich des nachehelichen Unterhalts ist es so, das ehebedingte Schulden in der Regel als Bedarf des Unterhaltsspflichtigen zu werten sind und bei der Berechnung vorab vom Einkommen abgezogen werden. Das gilt natürlich besonderes dann, wenn die Schulden auf ein Verhalten des Unterhaltsberechtigten zurückzuführen sind. Anders würde es aussehen, wenn den Schulden Vermögen gegenübersteht, z.B. die Finanzierung eines in der Ehe angeschafften Eigenheimes.

Diese Summe hat sich angeheuert weil sie die Wohnung behalten hat, sowie die Ausstattung, die Wohnung wurde versaut durch sie als er sie
verlassen hat, das heißt die Miete für mehrere Monate die Möbel die auf
raten waren + Elektrogeräte und auch noch die Kaution war hin +
Restaurierkosten die fällig wurden als sie dann die Wohnung verlassen
musste, weil er sie gekündigt hat nach einer Zeit.

Die Frage ist hier, ob dies für eine Verwirkung des Unterhaltsanspruchs ausreicht. Das hängt neben den genauen Ablauf auch vom Können des Anwalts und der Laune des Richters ab.

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 09:21

Das Problem ist ja, wir beide sind bereit dem Kind das zu bezahlen was dem Kind zusteht, es war alles außergerichtlich geregelt, jetzt durch die Beförderung von ihm die leider mit einem Umzug stattfindet haben diese Probleme angefangen. Unterhalt für eine Exfrau von einer ehedauer von 1 Jahr, die auch noch berufstätig ist ist mir neu. Die Schulden die gemacht worden sind dadurch sein Konto gepfändet wurde, durch die Blockade die entstanden ist durch die Exfrau im Prinzip, wo er jedem Monat 1000€ nicht abziehen kann von seinem Konto, bis es abgezahlt wird, ist meiner Meinung frech. Wir überwiesen den Unterhalt durch mein Konto, durch Seins geht es ja nicht da er keine volle Kontrolle über sein Konto hat, und jetzt das.

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Hallo aleska111,

leider ist deine Frage sehr unübersichtlich formuliert, aber ich versuch dennoch mal dir zu gewissen Punkten zu helfen bzw. genauer zu fragen.

Wie kommt er überhaupt auf Privatinsolvenz? ...Klingt zwar vernünftig um seiner Ex-Frau keinen Unterhalt zahlen zu müssen, aber dennoch müsste da ja eine Rechtsberatung erfolgt sein?! Diese würde ich euch dringend ans Herz legen.

Es ist immer so eine Gratwanderung von wegen Recht und Unrecht. Natürlich müsste seine Ex-Frau vom gesunden Menschenverstand her, die Hälfte der Schäden tragen. ABER leider gibt es auch immer Ausnahmen bzgl. ihres Einkommens zum Beispiel zu diesem Zeitpunkt und zum Jetzigen.

Nach meinem Wissen kann sie in einem Monat nicht zweimal von ihm Geld fordern, auch nicht für den Kindesunterhalt.

Wendet euch an einen Anwalt oder Beratungsstellen. Nur so könnt ihr tatsächlich wissen woran ihr seit und euch auch auf diese Aussagen stützen.

Viel Glück

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 09:25

Die Hälfte durch die gescheiterte Ehe, und die zweite Hälfte durch Selbständigkeit für diese muss er ja alleine haften.

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Für das Kind muss er auf jeden Fall den Mindestsatz nach der Düsseldorfer Tabelle zahlen, also Kindesunterhalt nach Stufe 1. Ob er evtl. sogar mehr zahlen muss, hängt von seinem Einkommen ab. Schulden für die frühere Wohnung sowie sonstige gemeinsame Schulden, die er allein abzahlt, kann er abziehen, soweit er sie tatsächlich abzahlt. Bleibt ihm nach Abzug des Kindesunterhakts und nach Abzug der Schulden mehr als 1.200,- Euro übrrig, kommt auch Ehegattenunterhalt in Betracht, jedenfalls wenn das Kind noch nicht älter ist als 3 Jahre. Denn in diesem Fall muss die Mutter noch nicht selbst arbeiten gehen. Du bleibst auf jeden Fall unberücksichtigt, selbst wenn Ihr heiraten solltet. Denn an erster Stelle kommt das Kind, an zweiter Stelle seine Ex, und Du - weil Ihr kein gemeinsames Kind habt - erst an dritter Stelle. Wenn er Privatinsolvenz anmeldet, kann das übrigens dazu führen, dass er mehr Unterhalt zahlen muss als bislang! Denn durch die Privatinsolvenz verringern sich seine monatlichen Schulden, er hat also mehr Geld übrig.

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 09:09

Also das Kind ist im Schulalter und die Mutter ist auch arbeitstätig, hat sie dann doch noch Ansprüche? Wie schaut es mit mir aus ich werde Zeit brauchen um mir dort Arbeit zu finden, werde ich in sein "Lebensgeld" miteingerechnet, jetzt oder wenn wir verheiratet sind?

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Erst mal in aller kürze und ich melde mich später noch mal. Wenn sie in der Ehe Schulden gemacht haben, dann wird das nur gesplittet, wenn beide diesen Kredit gemeinsam unterschrieben haben. Ansonsten ist sie alleine dafür verantwortlich.

Nur so viel, er hat sich sehr leichtsinnig verhalten mit seinen ganzen Zahlungen an sie.  Eine Privatinsolvenz kann für ihn jetzt die Chance zum Neuanfang bedeuten. Sie ist Pflicht und er sollte keine Zeit verlieren, sonst droht ihm das Versagen der Restschuldbefreiung durch Insolvenzverschleppung, so weit ich informiert bin.

Wenn ihr beiden verheiratet seid, hat seine Insolvenz keine Bedeutung für Dich. Ich meine, selbst wenn Du gut Verdienst, wirst Du finanziell nicht mit herangezogen. Alles Gute!

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 09:16

Die Zahlungen an das Kind wurden außergerichtlich von denen geregelt, jetzt aber kam der Brief von ihrem Anwalt das alles nochmal nachgezählt werden müsse ob er den genug zahlt. Er verdient durch seine neue Arbeit besser, davor war er bei 1300-1400 und hat 250€ Unterhalt bezahlt. Soweit ich weis sind alle Schulden die in einer Ehe gemacht werden zu teilen es sei denn es wurde ein Ehevertrag geschlossen, da sagen aber manche was anderes.

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Unterhalt ist Unterhalt, den kann man nicht einfach kürzen, allerdings hat dein Verlobter einen gewissen Selbstbehalt.

Was die Schulden betrifft, alles was gemeinsam an Schulden gemacht wurde in der Ehe, muss auch gemeinsam bereinigt werden. Da sind beide gleich haftbar, außer die beiden hatten einen Ehevertrag, allerdings haben sie diesen wohl nicht, sonst hättest du das denke ich geschrieben.

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 09:23

Einen Ehevertrag hat es nicht gegeben, alles wurde von ihr behalten was gekauft worden ist auf raten und das Kind ist eingeschult, sie ist auch arbeitstätig.

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für gemeinsame schulden wird auch gemeinsam geah

aftet. also nicht jeder die hälfte sondern beide für alles. hat sie nichts holen die gläubiger sich das bei ihm.

den unterhalt verringern kann er dadurch nicht. die rückzahlung der schulden muss dann warten bis genug geld da ist

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Kommentar von aleksa111
02.05.2016, 10:54

Sie arbeitet Vollzeit genau wie er. Außerdem sollten Schulden ja so berechnet werden das sie zu zahlen sind, denk ich mir. Warum soll nur die eine Partei dafür aufkommen.

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