Privates Unternehmen?

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2 Antworten

Nachgehakt: private oder öffentliche Unternehmensformen

RECHTSFORMWAHL

  • Wer ein Unternehmen gründet, muss sich zunächst für eine Rechtsform entscheiden.
  • Die Rechtsformwahl ist ein typisch betriebswirtschaftliches Entscheidungsproblem, weil sich aus den unterschiedlichen Merkmalsausprägungen einzelner Rechtsformen weitreichende betriebswirtschaftliche Konsequenzen ergeben können.
  • Die Wahl der Rechtsform wirkt sich auf mitgliedschafts- und haftungsrechtliche sowie steuerliche Überlegungen aus. Hierzu gehören die Haftung der Gesellschafter und deren Recht zur Geschäftsführung, Betriebsgröße, Kapitalbedarf, Börsenfähigkeit, Aufnahme neuer Mitgesellschafter, Rechnungslegung, Publizitätspflichten, Mitbestimmungs- (ausgeschlossen bei OHG und KG), Konzern- (AG und SE als europaweite Holding) oder gewerberechtliche Fragen als Entscheidungskriterien.
  • Während bei Personengesellschaften mindestens ein Gesellschafter auch mit seinem gesamten privaten Vermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet (Ausnahme: GmbH & Co. KG), ist die Haftung bei Kapitalgesellschaften begrenzt (z. B. auf die jeweiligen Einlagen der Gesellschafter).
  • Wird eine natürliche Person unternehmerisch tätig, so haftet sie mit ihrem Gesamtvermögen.
  • Es können jedoch auch Ein-Personen-GmbHs gegründet werden, in denen ein Gesellschafter alle Anteile besitzt.
  • In den einzelnen Staaten gibt es aus Gründen der Rechtssicherheit und des Gläubigerschutzes einen geschlossenen Katalog von möglichen Rechtsformen, unter denen der Gründer sich für eine entscheiden kann.
  • Die gesetzlich vorgesehenen Rechtsformen besitzen einen Rechtsrahmen, an den sich ein Gründer bei der Errichtung des Gesellschaftsvertrages orientieren muss (Rechtsformzwang).Diese Rechtsformwahl ist bei bestimmten Geschäftstätigkeiten allerdings gesetzlich eingeschränkt.
  • Eine bestimmte Rechtsform ist vorgeschrieben bei Versicherungsgesellschaften (nur in der Rechtsform der AG, VvAG, SE oder Anstalten des öffentlichen Rechts und Körperschaften des öffentlichen Rechts; § 7 Abs. 1 VAG), für private Bausparkassen (AG; § 2 Abs. 1 BauspG); bei Pfandbriefbanken hielt man die bisher einschränkende Vorgabe einer zulässigen Rechtsform (AG und KGaA für Hypotheken-banken) für nicht mehr erforderlich.
  • Kapitalanlagegesellschaften dürfen nur in der Rechtsform der AG oder GmbH geführt werden (§ 6 Abs. 1 Satz 2 InvestmentG).
  • Nach § 2a Abs. 1 KWG ist für Kreditinstitute im Sinne des § 1 Abs. 1 KWG lediglich die Rechtsform des Einzelkaufmannes ausgeschlossen, alle übrigen Rechtsformen sind zulässig (OHG und KG nennen sich „Privatbankiers“, AG und KGaA „Aktienbanken“).
  • Nach § 340a HGB müssen jedoch alle Kreditinstitute, auch wenn sie nicht in der Rechtsform einer AG betrieben werden, ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften aufstellen.

ARTEN

  • In Deutschland sind 14 Rechtsformen (ohne Mischformen) zulässig.
  • Jeder Zusammenschluss von natürlichen Personen zu einer Gesellschaft löst eine Entscheidung auch über deren Rechtsform aus.
  • In Deutschland und international wird generell zwischen Rechtsformen des Privatrechts (private law) und öffentlichen Rechtsformen (public law) unterschieden.
  • Im Privatrecht gibt es die Personen- und Kapitalgesellschaften. Zu den Personengesellschaften gehören Verein, BGB-Gesellschaft, OHG, KG und EWIV. Kapitalgesellschaften sind die AG, KGaA, GmbH und SE.
  • Das öffentliche Recht kennt Regiebetriebe (die ursprünglichste Rechtsform der öffentlichen Hand), Eigenbetriebe (Rechtsform ist in den Eigenbetriebs-VO geregelt), Anstalten des öffentlichen Rechts, Körperschaften des öffentlichen Rechts und die öffentliche Stiftung.
  • Sie werden nicht wie die Rechtsformen des Privatrechts durch einen Gesellschaftsvertrag gegründet, sondern kraft Gesetzes oder Satzung.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsform#Rechtsformwahl)

Ich hoffe, ich konnte Deinen Wissensdurst stillen. Meine vorige (richtige) Antwort sollte nur die Kurzform dieser obigen Recherche sein. Gruß, Bernd.

Youtube-Video: privates Tutorial zu BWL (Unternehmensrechtsformen)

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privat oder öffentlich / staatlich ?

Also: als ein Privatunternehmen (einschließlich Tierarztpraxis) sind Unternehmen im weitesten Sinne zu benennen, wenn keine öffentlichen Einrichtungen, Ämter, Behörden oder Städte & Gemeinden in die Firma involviert sind.

keine Beteiligung an Unternehmen durch:

  • Einrichtungen von Stadt & Gemeinde (Verwaltungen, Ämter)
  • staatliche Einrichtungen, Schulen, Universitäten oä.
  • Land (Ämter, Behörden)
  • Bund (Ministerien, Ämter, Behörden)

Dabei ist es unerheblich, ob das private Unternehmen staatliche Fördermittel bezieht oder bezogen hat, denn diese sind immer projektbezogen.


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