Privatentnahmen als Selbstständiger planen...

2 Antworten

Du zäumst das Pferd von hinten auf. Wie kannst Du die Privatentnahmen planen, wenn Du nicht vorher eine Planrechnung (Umsatz, Jahresüberschuss) gemacht hast? Das wäre nämlich die Grundlage für alle weiteren Rechnungen. Die Arbeitslosenversicherung ist zwar ein kleiner Posten, aber den kannst Du als Selbständiger vergessen. Bei der KV und RV gehe davon aus, dass Du die Beträge voll bezahlen musst, weil der Arbeitgeberanteile fehlt. Aber auch diese Beträge sind natürlich steuerlich gesehen Vorsorgeaufwendungen, also Privatentnahmen. Und bei der Einkommensteuer must Du berücksichtigen, dass der Arbeitnehmerfreibetrag wegfällt. Du solltest Dir eigentlich darüber klar sein, dass Du in der Gründungsphase ohne professionelle Hilfe nicht klar kommen wirst.

Das ich zu einem Gründercoaching z.B. bei der IHK gehe, ist mir bewusst und klar, nur dachte ich, dass ich eine derartige Frage bereits entsprechend beantwortet bekomme.

Ich weiß nicht so recht, ob die Frage verstanden wurde, daher eine detailliertere Beschreibung von mir...

Sagen wir mal, ich habe als Angestellter ein Netto von EUR 1850,00 und entsprechend ein Brutto von EUR 3000,00 je Monat. Auf das Brutto kommen sämtliche AG-Anteile zur sozialen Absicherung und Berufsgenossenschaft, die ich als Selbstständiger natürlich selbst in voller Höhe zu tragen habe.

Jetzt hatte ich den Denkansatz, dass ich von dem zuletzt erhaltenen Nettogehalt ausgehend, meine Einnahmensituation als Selbstständiger planen kann. Die Aufwendungen für Pacht, Personal, Versicherungen, Wareneinsatz etc. kenne ich bereits zu genüge, also wäre es doch möglich, ausgehend von dem, was man sich "planmäßig" jeden Monat als Privatentnahme entnehmen möchte, zu berechnen, wie hoch der Mindestumsatz sein muss, um derartige Privatentnahmen tatsächlich zu realisieren...

Vielen Dank für die Hilfe!

0
@Kitchenbull

Du benötigst einen monatlichen Überschuss von etwa 3.700,00 €, um nach Abzug der Beiträge zur Sozialen Sicherung und der Einkommensteuer statt der bisherigen Lohnsteuer auf rd. 1.900,00 € zu kommen. Also: monatliche Kosten, die Du kennst, zuzüglich 3.700,00 € ergibt den monatlichen Umsatz, um auf Deinen bisherigen Nettolohn zu kommen. Das wären dann eine "freien Entnahmen" ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass Du für Deine selbständige Tätigkeit (wohl eher Gewerbebetrieb) auch Beträge im Betrieb stehen lassen solltest für künftige Investitionen usw. Und bei der rechnerischen Umsatzgröße bist Du Regelbesteuerer bei der Umsatzsteuer, also müsstest Du für diesen Nettogewinn zunächst einmal die Umsatzsteuer auf die Verkaufspreise aufschlagen. Du solltest Dich daher neben dem Gründungscoaching auch mit einem Steuerberater in Verbindung setzen, denn bei der erwarteten Umsatzgröße macht man sonst leicht teure Fehler.

0
@Helmuthk

Den Steuerberater habe ich auch noch auf meiner Checkliste der zu erledigenden Dingen stehen... ;-)

Vielen Dank für die Hilfe, damit kann ich doch was anfangen!

Die Berücksichtigung der Umsatzsteuer ist bekannt und wird entsprechend mit eingeplant, zudem werden Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse eingeplant. Auch habe ich an die anfallende Gewerbesteuer gedacht, die ja als Vorauszahlung ans FA geleistet werden muss - wobei im ersten Jahr diese als Rücklagen auf dem Geschäftskonto stehen bleiben.

Vielen Dank

0

Unsere Mandanten tätigen ihre Privatentnahmen (größenteils) so: Ich brauche 70 EUR, ich nehm mir 70 EUR. x)

Allerdings hat Helmuthk komplett Recht. Kümmer dich zuerst um alles andere x)

geldwerter Vorteil -

Hallo,

wenn ich bei einer Lohn- und Gehaltsabrechnung den geldwerter Vorteil mit einrechnen muss, dann gehe ich nach diesem Schema:

Bruttogehalt

+VL Zulage

+geldwerter Vorteil

= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Gehalt

-Lohnsteuer

-Solidaritätszuschlag

-Kirchensteuer

-KV

-RV

-AV

-PV

= Summe Abzüge

= Nettogehalt

-VL

-geldwerter Vorteil

= Überweisungsbetrag

Nehmen wir an, bei dem geldwerten Vorteil handelt es sich um einen PKW mit einem Wert von 4000,- €. Welchen Betrag schreibe ich dann beim geldwerten Vorteil rein? Wie berechne ich den? Hat das evtl. auch was mit der km-Zahl zu tun?

Viele Grüße InnaC

...zur Frage

Wie ist der Zusammenhang zwischen Privatentnahmen und Gewinn?

...zur Frage

Muss ich auf Privatentnahmen aus einer KG Einkommensteuer zahlen?

Als Miteigentümer einer Kommanditgesellschaft erhalte ich in einigermaßen regelmäßigen Abständen Geld in Form von Privatentnahmen. Dies gebe ich in meiner privaten Einkommensteuererklärung als Entnahme aus Unternehmen an. Unter welchen Umständen berechnet mir das Finanzamt darauf eine zu zahlende Einkommensteuer? Ich wundere mich etwas, da ich für 2014 im Steuerbescheid eine nicht unerhebliche Summe für "Einkünfte aus Beteiligungen" nachzahlen soll, dies musste ich im Vorjahr bei ähnlicher Höhe der Privatentnahmen nicht tun.

...zur Frage

Kleinunternehmer, wie Privatentnahme buchen?

Hallo Leute.

Ich habe ein Gewerbe das unter der Kleinunternehmerregelung fällt, da meine Einnahmen aus meinem Hobby nur sehr gering sind und ich damit unterhalb der für die Steuer relevanten Grenzen bleibe. Ich weise also keine UST aus oder sowas.

Mein Gewerbe läuft seit dem 01.02, habe aber erst in diesem Monat den ersten Geldeingang von rund 200 Euro. Für das Gewerbe habe ich mir ein separates Konto besorgt, damit Gewerbe und Privat sauber getrennt sind.

Ich weiß, dass ich die Rechnung in der EÜR nun als Einnahme buchen muss. Ich möchte nun von diesen 200 Euro genau 100 Euro privat nutzen und deswegen einen Übertrag auf mein Privatkonto machen. Wie buche ich sowas? Trage ich einfach "Ausgabe Privatentnahme" in die EÜR ein oder muss ich sowas überhaupt buchen?

Kurz: 200 Euro gingen aufs Konto ein, 100 davon will ich auf meinem Privatkonto übertragen, wie muss das Buchungstechnisch gemacht werden, wenn überhaupt?

Wäre klare wenn mir einer von Euch das kurz sagen könnte.

gruß

...zur Frage

Werden Privatentnahmen doppelt versteuert?

Bei einer GbR werden Privatentnahmen getätigt. Bei der privaten Steuerklärung zahlt man Einkommenssteuer darauf. Sie vermindern jedoch nicht den Gewinn des Betriebes. Auf den Gewinn zahlt man Gewerbesteuer. Sehe ich das also richtig, dass Privatentnahmen quasi doppelt versteuert werden? Vielen Dank.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?