Private Krankenversicherung trotz Krankschreibung wegen depressiver Verstimmung?

6 Antworten

Grundsätzlich kann man auch mit einer solchen Diagnose in die PKV kommen. Das was LouPing schreibt, ist zum Teil Unsinn. Wenn Du als Beamtenanwärter in die PKV willst, musst Du zu einem Versicherungsmakler gehen der sich mit Beamten und allem was damit zusammen hängt, auskennt. Der wird dann mit Hilfe Deiner hoffentlich ausführlichen, ärztlichen Unterlagen Voranfragen machen und damit herausfinden ob und wenn ja, unter welchen Umständen Dich welche in Frage kommende PKV nimmt. Aber - und hier ist fachlich hochqualifizierter Rat gefragt - es gibt eben auch die sogenannte Öffnungsklausel für Beamten. Google das mal, und dann wirst Du auf den Begriff Kontrahierungszwang stoßen. das greift aber nicht für Beamtenanwärter sondern nur bei der erstmaligen "richtigen" Verbeamtung.

Welcher Weh jetzt sinnvoller ist und welche großen und kleinen Unterschiede, und auch welche Fallen, es bei den verschiedenen Wegen gibt, das erklärt Dir alles der besagte Fachmann/-frau.

Du kannst z.B. als Beamtenanwärter ja auch problemlos in der GKV bleiben und dann später, wenn die Verbeamtung auf probe ansteht, normal oder eben via Öffnungsklausel in die PKV wechseln. Bei der Nutzung dieser Öffnungsklausel gibt es jede Menge Dinge zu beachten, das ist wirklich Nichts für selbst herumwurschteln.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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Er ist kein Anwärter- die evtl. Ausbildung wurde noch nicht mal begonnen!

Seine Frage ist- kommt er mit der Vorerkrankung jetzt in die PkV, hierfür stehen die Aussichten nicht gut.

Auch seine Aussicht überhaupt verbeamtet zu werden ist fraglich.

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@LouPing

Achja- meine Familie ist von je her privat versichert.

Die Regeln der Aufnahmekriterien sind mir auch von Berufswegen her bekannt. Auch bei mit fordern die Versicherer potentieller Kunden regelmäßig Unterlagen an.

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Zur Risikoprüfung nutzen die privaten Kk Informationen von anderen Krankenversicherungen (PKV /GKV). Die Depression gehört zu einen Erkrankung die über sehr viele Jahre sehr kostenintensiv sein kann, oft sind die Patienten auch arbeitsunfähig- also besteht zusätzlich das Risiko eines sehr geringen Einkommens.

Die Ablehnung einer anderen PKV führt in der Regel zu einer Ablehnung bei allen anderen privaten Krankenversicherungen. Das lässt sich auch nicht mit Risikozuschlägen kompensieren. Einen Bewerbungsmarathon kann man sich also sparen.

Die privaten Krankenkassen, ebenso wie andere Versicherungsgesellschaften, tauschen solche Informationen über gekündigte Versicherungsverträge, Leistungsmissbrauch, Versicherungsbetrug, auffällige Schäden, häufige Versicherungsfälle und anderes über eine Zentraldatei aus, ähnlich der Schufa zur Risikoeinschätzung für Kreditanfragen, Ratenzahlungen, Mobilfunkverträge, Mietverträge und so weiter.

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Das heisst, ich kann das duale Studium mit Ziel Beamter zu werden gleich vergessen?

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@Chrissportler

Eine Verbeamtung halte ich für nahezu aussichtslos- auch der Dienstherr möchte Mitabeiter mit Aussich auf eine lange Dienstzeit / wenig Fehlzeiten.

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@Chrissportler
Das heisst, ich kann das duale Studium mit Ziel Beamter zu werden gleich vergessen?

Nein wieso? Was hat denn das Eine mit dem Anderen zu tun? Du kannst doch auch Beamter werden ohne dich privat zu versichern bzw. dich privat versichern mit einem Risikoaufschlag von vielleicht 10 EUR oder 20 EUR/Monat.

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@EinAlexander

Der Risikoaufschlag wird bei einer Deperssion nicht greifen- den zahlen Raucher, Leute mit Hauterkrankungen, Migränepatienten.

Ein Raucher kann aufhören, die anderen Leiden sind recht einfach zu therapieren. Die Depression hat eine andere Dimension.

Auch die Anforderungen an eine Verbeamtung haben sich drastisch geändert- chronische Schmerzerkrankungen, Adipositas und seelische Leiden werden nahezu ausgeschlossen.

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@LouPing
Ein Raucher kann aufhören

Und deshalb sagt die PKV "Hey, weil Du mit dem Rauchen aufhören könntest, musst Du keinen hohen Risikozuschlag zahlen"?

Leute mit Hauterkrankungen, Migränepatienten (...) sind recht einfach zu therapieren..

Eine Migräne, Neurodermitis oder Psoriasis ist recht einfach zu therapieren? Wie denn?

Die Depression hat eine andere Dimension.

Lässt sich genauso "einfach" therapieren wie chronische Hauterkrankungenoder Migräne - Antidepressivum verschreiben und gut ist ...

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@EinAlexander

Halte dich fest- auch Frauen zahlen eine Risikozuschlag, die können schwanger werden! Meine Frau protestiert bis heute dagegen, weil die Schuld an ihren Sws trage ich.

Die echte Depression ist nicht heilbar und vom Risiko her nicht abzuschätzen. Über die Hälfte der chron. depressiven Menschen werden im Laufe ihres Lebens aufgrund der Erkrankung arbeitsunfähig- und das ist für die PKV ein rein finanzielles Risiko.

Antidepressiva sind nur unterstützend- die eigentliche Aufgabe muss eine Psychotherapie übernehmen. Teuer, langwierig und minimale Aussicht auf eine dauerhafte Stabilisierung. Die Depression verläuft in Schüben, viele Faktoren spielen hierbei ein Rolle- für ein Wirtschaftsunternehmen nicht rentabel.

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@LouPing
Antidepressiva sind nur unterstützend- die eigentliche Aufgabe muss eine Psychotherapie übernehmen. Teuer, langwierig und minimale Aussicht auf eine dauerhafte Stabilisierung.

das ist mir schon klar - dasselbe gilt aber auch für Psoriasis, Neurodermitis, Migräne und zahlreiche andere Erkrankungen.

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@Chrissportler

Nein, natürlich nicht, Du könntest sogar lebenslang in der GKV bleiben, Ob das als Beamter erstrebenswert ist, lasse ich mal dahingestellt.

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Okay. Aber ich habe nie eine Psychotherapie gemacht oder âhnliches.

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@Chrissportler

Wie ich bereits schrieb werden die Daten abgeglichen, dafür unterschreibst du jeweils eine Schweigepflichtentbindung.

Du bist verpflichtet wahre Angaben zu deiner Gesundheit zu machen, hüte dich davor etwas zu verschweigen. Warst du weg. Depessionen bei Arzt und bekamst deshalb eine AU steht das in den Akten.

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@LouPing

Ist das wirklich so strikt?

Ich kenne Personen, die sogar trotz vorangegangener Psychotherapie verbeamtet wurden (Lehramt). Sie waren zu dem Zeitpunkt der Überprüfung durch den Amtsarzt gesund und hatten eine gute Prognose. Die PKV hat Öffnungsklauseln. Über haben sich meine betroffenen Bekannten versichert. Der FS war doch noch nicht mal in Behandlung und hat keine Diagnose

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@Gugu77

Die Regeln sind härter geworden. Eine Patientin von mir wurde ausgrund der familiären Vorbelastung abgelehnt- die Mutter leidet unter einem agressivem Rhema, die Anlage hierfür ist erblich. Auch krh. Übergewicht ist heute ein Ausschlusskriterium.

Ein Vorgespräch könnte also hilfreich sein.

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"Einen Bewerbungsmarathon kann man sich also sparen. " - Völlig falsch, so eine Aussage zeugt von keinerlei Fachwissen und ist deshalb tendenziell unverantwortlich. Es gibt auch keinne Bewerbungsmarathon sondern wohlgezielte Voranfragenl

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@DolphinPB

Gezielte Voranfragen? -das ist lediglich eine nettere Umschreibung. Mein beruflicher Alltag widerspricht dir deutlich.

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Kann man trotz, dass man mal vom Arzt wegen einer depressiven Verstimmung krankgeschrieben wurde in die private KV kommen?

Ja kann man. Die Versicherung wird aber vertraglich Leistungen ausschließen für Kosten, die durch die Behandlung von Depressionen und depressiven Verstimmungen entstehen bzw. Du musst einen erheblichen Zusatzbeitrag bezahlen.

Alex

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Aber Depression wurde ja nie diagnostiziert

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@Chrissportler
Aber Depression wurde ja nie diagnostiziert

Das interessiert den Versicherer doch nicht. Wenn du wegen depressiver Verstimmung krankgeschrieben wurdest, geht der Versicherer davon aus, dass ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Depression besteht. Dieses Risiko wird er entweder ausschließen wollen oder sich bezahlen lassen.

Wenn ein Freund von mir im vergangenen Jahr zehnmal wegen Geschwindigkeitsübertretung geblitzt wurde, würde ich ihm niemals mein Auto leihen - selbst wenn er noch nie einen Unfall gebaut hat. Aber das Risiko, dass er einen Unfall baut, wäre mir angesichtes seiner Fahrweise einfach zu hoch.

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@Chrissportler
Und wenn ich das nicht angebe?

Dann wird das früher oder später rauskommen, was dazu führen kann, dass Du Deinen Versicherungsschutz diesbezüglich verlierst und bereits erstattet Zahlungen für die Behandlung von depressiven Verstimmungen zurückzahlen musst.

Gib's einfach an im Bogen an - oder geh zur GKV.

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