Private Krankenkasse und Rechte

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6 Antworten

Hallo,

im Versicherungsantrag ist immer eine Klausel enthalten, dass die bisherigen Ärzte, Krankenkassen und Krankenversicherungen der neuen Versicherung Auskünfte erteilen dürfen. Wenn eine gesetzliche Krankenkasse Anfragen von Privatversicherungen erhält, werden die Antworten an den (früheren) Versicherten geschickt. Die Privatversicherung stellt diese Anfragen aber oft erst dann, wenn teurere Leistungen bei der Privatversicherung beantragt werden. Nicht angegebene Erkrankungen können dann zum Verlust der Krankenversicherung führen.

http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" (z.B. später Kinder) und Verringerung der Einnahmen

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

  • Mutterschaftsgeld, Hebammenhilfe, Hauhaltshilfe, Mutter-Kind-Kuren

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

• Insolvenz, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit bei Arbeitslosengeld II, späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausfrau, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten (ohne Arbeitslosengeld) werden in der GKV immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

handelsblatt.com/unternehmen/banken/kunden-bezahlen-fuer-systemfehler/3645140.html

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

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Kommentar von RHWWW
23.06.2011, 19:20

Danke für den Stern!

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Beim Wechel in eine private Krankenkasse muss man seine Ärzte von der Schweigepflicht befreien. Die Prüfung bei der Versicherung nehmen aber wiederum ebenfalls nur Ärzte vor. So dass die geschützten Daten weiterhin geschützt sind. Auf Grunddieses aktuellen Gesundheitszustandes gibt die Versicherung dann das Angebot ab. Erst wenn es angenommen ist, ist der Wechsel vollzogen. Es sollte also tunlichst niemand bereits kündigen, bevor er die neue Police sicher hat. Bei wissentlichen Falschangaben kann die Gesellschaft sogar Jahre später noch vom Vertrag zurück treten. Dann hat der Versicherte ein massives Problem.

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Nein, sie hat keine Einsicht in deine Krankenakte bei der gesetzlichen Versicherung - allerdings ist Vorsicht geboten bei der Angabe von Vorerkrankungen. Besteht eine Vorerkrankung und sie wurde nicht beim Antrag angegeben, die PKV bekommt das mit, wird sie die Leistungen nicht übernehmen und den Vertrag wegen falscher Angaben kündigen. Auch kann sie eine Gesundheitsprüfung vor Vertragsschluß machen. http://www.wissen-private-krankenversicherung.de/gesundheitsfragen-gesundheitsangaben

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Einblick in Deine Akten haben sie nicht.

Du mußt aber einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen - wahrheitsgemäß - sonst kann Dir der Versicherungsschutz flöten gehen. Man kann Dich auch zu einer Untersuchung "verdonnern", damit ein unabhängiger Arzt Deinen gesundheitlichen Zustand beurteilt.

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Nein....Du hast Recht, das fällt unter das Datenschutzgesetz....

Die Private wird sich aber - mit Deiner Zustimmung - Unterlagen bei Deinen Ärzten einholen.

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die PKV hat das Recht erst ein mal nicht. Sie nimmt Dich aber nur, wenn Du ihr für die Gesundheitsprüfung dieses Recht einräumst und auf den Datenschutz verzichtest.

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