Privat versichern oder doch lieber in der freiwilligen gesetzlichen Versicherung bleiben?

12 Antworten

Hallo fiti40,

da hast du aber ein sehr diskussionswürdiges Thema eröffnet. :-) 

Zunächst möchte ich einmal grob auf die Vorteile der PKV gegenüber der GKV eingehen: 

- die Leistungen werden weitestgehend auf deinen Bedarf angepasst bzw. gewählt (z. B. Chefarztbehandlung im Krankenhaus, bessere Unterbringung dort, Zahnleistungen etc.)

- ein beitragssenkender Selbstbehalt kann vereinbart werden (= Betrag bis zu dem du deine entstehenden Krankheitskosten selbst trägst, erst wenn du über diesen Betrag kommst, "springt" die PKV ein)

- "Grundtarife" sind wählbar. Diese sind meist preisgünstiger und liegen sogar unterhalb der Beiträge in der GKV.

Kurz gesagt: Der Versicherungsbeitrag in der PKV bemisst sich nicht an deinem Gehalt, sondern an dem, was du absichern möchtest!

Weitere Vorteile sind:

- der PKV-Versicherte bekommt oft schneller Termine bei Fachärzten oder in Spezialkliniken

- unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Beitragsrückerstattung möglich, welche man als PKV-Versicherter von seiner Versicherung erhält, wenn man für ein Kalenderjahr keine Leistungen in Anspruch genommen hat

- außerdem können fest vereinbarte Leistungen - anders als in der GKV - nicht gekürzt oder gestrichen werden.

Als "Nachteil" der PKV wird teilweise genannt, dass du die Rechnungen selbst bezahlen muss. Das muss aber nicht zwangsläufig negativ sein, denn so kann der Patient die Behandlung anhand der Rechnung besser nachvollziehen. Weiterhin gibt es meist eine Zahlungsfrist von 30 Tagen, sodass man die Kosten nicht immer vorstrecken muss, sondern die Erstattung der PKV abwarten kann. Medikamente müssen allerdings in der Apotheke bezahlt werden.

Ein großer Unterschied zwischen der GKV und PKV, den ich dir gerne veranschaulichen möchte, liegt in der Kalkulation der Beiträge:

Die GKV wirtschaftet nach dem sogenannten "Umlageverfahren" (= heißt, die Beiträge der einzahlenden Arbeitnehmer werden unmittelbar dafür genutzt, um laufende Krankheitskosten zu decken).

Die PKV kalkuliert hingegen nach dem sogenannten "Anwartschaftsdeckungsverfahren" (= stellt sicher, dass das Älterwerden des Einzelnen nicht zu steigenden Beiträgen in der Krankenversicherung führt). Denn: in jungen Jahren zahlt man mehr Beitrag ein, als man statistisch gesehen auf Grund des Alters an Leistungen benötigt und baut dadurch einen Sparanteil (= Alterungsrückstellung) auf. "Im Alter" wird diese Alterungsrückstellung dann aufgelöst und sorgt dafür, dass auf Grund des mit dem Alter gestiegenen "Krankheitsrisikos" keine Beitragserhöhung stattfindet.

Da es immer neue Behandlungs- und Operationsmethoden gibt, neue und ggf. teurere Medikamente verordnet werden und die Ausgaben für ambulante und Krankenhausbehandlungen steigen, kann es jedoch teilweise zu Beitragsanpassungen kommen. Hinzu kommt, dass die Menschen immer älter werden und dadurch auch länger eine medizinische Versorgung benötigen. Dies führt zu mehr Lebensqualität, aber auch zu höheren Kosten.

Von dem PKV-Beitrag zahlst du 10% in den Gesetzlichen Zuschlag ein. Hierdurch baut ein PKV-Versicherter bis zu seinem 60. Geburtstag einen zusätzlichen Sparbetrag auf, welcher bei solchen Anpassungen "im Alter" (ab dem 65. Lebensjahr) zum Tragen kommt. Beitragsanpassungen auf Grund von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen können dadurch finanziert bzw. abgemildert werden. Je länger der Gesetzliche Zuschlag gezahlt wurde, umso höher ist die mögliche Entlastung und umso länger dauert diese Phase an.

Du sorgst dich um die Belastung der PKV-Beiträge im Alter. Neben den Ansparungen durch den Gesetzlichen Zuschlag kannst du vorsorgen, in dem du bei deiner Versicherung einen Beitragsentlastungstarif vereinbarst (wenn ein solcher angeboten wird). Damit kannst du schon heute bestimmen, um wie viel € sich dein Krankenversicherungsbeitrag im Alter reduzieren soll. Ein weiterer Vorteil: Bist du Arbeitnehmer, so wird dieser Betrag auch bei dem Arbeitgeberzuschuss bis zu den Höchstbeträgen berücksichtigt. ;-)

Gerne beraten wir dich zu dem Thema und erstellen dir ein bedarfsgerechtes Angebot. Erste Informationen kannst du dir z.B. hier anfordern:

https://ssl.barmenia.de/de/formulare/informationsanforderung.xhtml?prd=Private+Krankenversicherung&produkt=193&pid=PKV+allgemein&dom=www.barmenia.de&p0=234003

Für einen vollständigen Marktüberblick wendest du dich am besten an einen Versicherungsmakler.

Viele Grüße

Katharina vom Barmenia-Team

 

@fiti40,

nehmen wir mal an, du ist 35 Jahre alt und hast keinerlei Krankheiten.

Dein Beitrag in der PKV richtet sich nach dem Eintrittsalter und nach den gewählten Tarifen und dürfte für einen guten PKV-Tarif dann so mtl. um die 600,00 € betragen incl. Krankentagegeld und privatärztliche Versorgung im Krankenhaus. Davon zahlt dann der AG die Hälfte.

Als freiwillig GKV-Versicherter darfst du ca. 750 € zahlen incl. AG-Anteil.

Bei einer Privaten Krankenversicherung sollte man nicht nach dem günstigen Beitrag schauen, aber dafür auf einen guten Krankenversicherungsschutz.

Den Differenz-Betrag zwischen GKV und PKV, (mtl. ca. 100 €) solltest du für eine Altersversorgung anlegen, damit die Mehrkosten der PKV im Rentenalter mit dem ersparten Kapital aufgefangen werden, bzw. u.U. sogar damit die gesamten KV-Beiträge übernommen werden können.

Bitte beachte auch, dass du keine Zusatzkrankenversicherung zur GKV mehr benötigst und auch hier Beiträge sparst.

Für die Altersrücklagen  würde sich bei einem Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung anbieten.

Du brauchst dir keine Gedanken über den KV-Schutz deiner Ehefrau, noch Kinder zu machen, da diese ja nach Beihilferecht privat krankenversichert sind.

Und im Rentenalter bekommst du zu den PKV-Beiträgen noch einen Zuschuss (heute 7,3 % der mtl. Altersrente) zu deiner privaten Krankenversicherung.

Und achte nicht auf manches dumme Gerede hier im Forum, dass die Kosten im Alter ins Unermessliche steigen.

Nur wie geschrieben - immer die Ersparnisse in einen Rücklagentopf einzahlen - dann hast du mit den Beiträgen im Alter keine Probleme.

Gruß  Apolon

Hast du mal ein paar Tarife inkl. Preis?

Ist der "Berater" unabhängiger Makler oder vertritt er nur eine Gesellschaft? Bist du kerngesund (die letzten 5 Jahre nicht beim Arzt, die letzten 10 Jahre nicht im Krankenhaus)?

GKV zahlst du Höchstsatz (ca. 420,- € Abzug vom Lohn), der Arbeitgeber das gleiche nochmal. Wenn das Kind eh schon PKV mit Beihilfe versichert ist, könntest du wahrscheinlich durchaus Geld sparen.

Dieses Geld solltest du aber sinnvoll anlegen, sonst kann evtl. irgendwann das böse Erwachen kommen.

Nach OP: Klinik hat kurze Zahlungsfrist. Rechtens?

Meine Schwester ist Beamtin, ist privat versichert und bekommt Beihilfe (70%)

Sie hatte vor kurzem eine OP, die private Versicherung hat ihre 30% direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet. Über die anderen 70% (entspricht über 5000 Euro) hat sie eine Rechnung für die Beihilfe bekommen. Die Beihilfe hat eine Bearbeitungszeit von 6-8 Wochen. Die Klinik möchte das Geld aber innerhalb von zwei Wochen haben. Meine Schwester hat schon angerufen und eine Fristverlängerung erbeten: abgelehnt. Jetzt sind drei Wochen um, die Mahnung kam schon mit der Androhung, in einer Woche das Inkassobüro einzuschalten. Sie hat das Geld nicht.

ist das rechtens? Was kann man machen? Kredit fällt flach, da schon zu viele laufen.

...zur Frage

Krankenversicherung der Kinder - wenn Vater privat versichert ist

Unsere Kinder sind zur Zeit über mich gesetzlich mit versichert. Main Mann ist privat versichert und verdient ab diesem Jahr mehr brutto 55000 Euro - das wäre über die Jahreseinkommensgrenze. Müssen wir die Kinder privat versichern? Was kostet pro Kind eine Privatversicherung. Wir haben zwei Söhne. Würde Beihilfe etwas übernehmen? p.s. ich bin momentan in Elternzeit, habe kein Einkommen. Danke für eure Antworten.

...zur Frage

Beamtin in der PKV und Mann (Angestellter) in der GKV

Hallo zusammen,

Ich würde gerne wissen wollen, wie Ihr euch versichert habt und ob sich ein Wechsel der Versicherung für meine Frau in die GKV lohnt? Wir sind eine 4-köpfige Familie und haben 2 Kinder im Alter von 1 und 4 Jahren. Ich bin Angestellter und freiwillig versichert in der GKV und meine Frau ist Beamtin und versichert in der PKV aber noch in Elternzeit und arbeitet aktuell wieder in Teilzeit (aber sehr wenig). Unsere Kinder sind ebenfalls in der PKV über meine Frau versichert. Desweiteren ist meine Frau beihilfefähig und bezahlt monatlich 211€ inkl. der Kinder. Mir geht es darum, ob der Wechsel in die GKV als Familienversicherung sinnvoll wäre? Man würde sich die 211€ sparen und evtl Zusatzversicherungen in der GKV hinzubuchen. Als das 2. Kind geboren wurde, hatten wir uns für ein Einbett-Zimmer entschieden welches wir auch selber bezahlen mussten. Mich würde interessieren, ob es ähnliche Konstellationen gibt und wie Ihr euch entschieden habt?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?