Privat oder gesetzlich Versichert als Beamte?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

wenn man mindestens ein Jahr ohne Unterbrechung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist, kann man auch als Beamtenanwärterin in der GKV bleiben.

Wenn man als Beamtenanwärterin vor der Entscheidung GKV oder PKV steht, sind viele Punkte wichtig:

• Man sollte spätere Veränderungen mit in den Vergleich einbeziehen: Nachwuchs (Kind mit Behinderung?), Frühpensionierung, Sabbatjahr, späteres Studium bei unbezahltem Urlaub, nicht berufstätiger Ehegatte (in der GKV zahlt der Ehegatte ggf. Beiträge nach der Hälfte des Einkommens des PKV-Ehegatten), positive oder negative Gesundheitsprüfung des Ehegatten für die PKV, ...

• Was ist, wenn man nach der Zeit als Beamtenanwärterin nicht (direkt) als Beamtin übernommen wird? Als Arbeitslose kann man nicht mehr in die GKV zurück. Der Beihilfeanspruch entfällt und die PKV-Beiträge steigen deutlich.

• der Beihilfesatz wechselt häufig je nach Familienstand: für den aktiven Beamten, den Pensionär, den geschiedenen Beamten, die Kinder gibt es immer unterschiedliche Beihilfesätze Die PKV-Beiträge verändern sich dann auch entsprechend.

• Bei den Leistungen sollte man besonders auf Reha/Kuren, den offenen Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie (Anzahl der Sitzungen), Hebammenhilfe, Haushaltshilfe in der Elternzeit, Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe) achten. Hier gibt es zwischen den Privatversicherungen (und zur GKV) große Unterschiede. Für Neugeborene kann man u.U. nur die Tarife versichern, die die Eltern bereits abgeschlossen haben. Bei behinderten Kindern kann das ein großes Problem sein.

GKV-Hilfsmittel: http://db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Als Beamtin oder Pensionärin ist eine Rückkehr in die GKV nie mehr möglich.

Wenn die Kinder in der PKV versichert werden, ist eine Versicherung in der GKV erst wieder möglich, wenn sie eine betriebliche Berufsausbildung oder ein Studium in Deutschland beginnen. Bei einer schulischen Ausbildung, bei Arbeitslosigkeit, Selbständigkeit oder als Beamtenanwärter bleiben sie in der PKV.

In der Privatversicherung werden nur Leistungen nur erstattet, soweit sie das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Problematisch kann es sein, dass man erst erfährt, was notwendig ist, wenn man Rechnungen zur Erstattung einreicht. Der Behandler hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - nur anerkannte Behandlungsmethoden erstattet:

§ 4 Absatz 6 und § 5 Absatz 2 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Bei den Gesundheitsfragen im Antrag ist alles zu 100% korrekt anzugeben:

test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

In der GKV beträgt der Beitrag 14,9% zur Kranken- und 0,975% (bzw. ab 23 Jahre: 1,225%) zur Pflegeversicherung (berechnet von den Bruttoeinnahmen). Bei Teilzeitarbeit ist das ggf. ein Vorteil.

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/taetigkeitsbericht/

Schnellsuche nach PKV: rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

Vielleicht interessant:

.gutefrage.net/frage/von-der-privaten-in-die-gesetzliche-krankenversicherung

Vor einer Entscheidung sollte man sehr ausführliche Gespräche mit Experten der PKV und Experten der GKV führen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf. Ggf. auch Beamte fragen, die häufig Leistungen benötigen bzw. in Frühpension gegangen sind.

In der GKV kann man auch einen Erstattungstarif wählen. Dann ist man beim Arzt Privatpatient und kann die Privatrechnungen bei der Krankenkasse und der Beihilfestelle einreichen. Einzelheiten mit der gesetzlichen Krankenkasse und der Beihilfe vorher klären. Den Tarif kann man nach drei Monaten jederzeit beenden.

In Hessen bekommen Beamte, die in der GKV versichert sind, einen Zuschuss zu den Krankheitskosten, die die Krankenkasse bezahlt hat.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

Sehr hilfreiche Antwort. VielenDank!!!!

0
@nettedani

Danke für den Stern!

Sind noch Fragen offen?

0
@RHWWW

Ist ja auch eine Top Antwort :-) Ich habe soeit alles verstanden fürs erste Danke ;D

0

Während derAusbildung kannst Du vielleicht noch kostenlos in der gesetzlichen KV bei deinen Eltern versichert sein, musst du da fragen,danach kannst du entweder in der gesetzlichen KV bleiben und zahlst dann aber ca.15% von deinem Bruttoverdienst und verschenkst sozusagen deinen Beihilfeanspruch, dafür sind dann später alle Kinderlein kostenlos mitversichert, oder du versichrst dich privat zu 50% und kriegst die andere Hälfte von der Beihilfe.

Danke erstmal für die Antwort. Bin zur Zeit alleine gesetzlich krankenversichert nicht mehr über meine Eltern.

0

Als Student wieder in die gesetzliche Krankenversicherung kommen?

Hallo,

Ich habe eine komplizierte Situation und weiß einfach nicht weiter. Und zwar habe ich meine Polizeiausbildung abgebrochen. Während der Ausbildung war ich über die sogenannte „freie Heilfürsorge“ versichert und davor schon immer privat. Jetzt stehe ich ohne Krankenversicherung da. Mein Vater möchte nun dass ich die Krankenversicherung selbst übernehme, da ich auf eigenen Antrag meine Ausbildung abgebrochen habe. Problem: ich komme ich keine gesetzliche Krankenversicherung, da bei mir keine Sozialversicherungspflicht besteht und ich vor der Polizeiausbildung schon immer über meinen Papa privat versichert war! Jedoch sehe ich es nicht ein jeden Monat so viel geld zuzahlen bzw suche einen Ausweg um in eine gesetzliche oder freiwillige Krankenversicherung zu kommen...ich werde ab 01.10. ein Studium beginnen jedoch besteht nun hier auch Keime Sozialversicherungspflicht mit der ich in die gesetzliche komme oder? Kennt sich jemand aus wie ich mich auch ohne neue Ausbildung gesetzlich versichern kann? Habe bereits bei einigen Krankenversicherungen angerufen und höre immer wieder das gleiche, sie nehmen mich nicht bzw können mich angeblich garnicht nehmen da keine Sozialversicherungspflicht besteht und ich noch nie gesetzlich versichert war.

...zur Frage

Nettolohn in der Ausbildung Beamte?

Wieviel bekommt man von 1024,00 € brutto in der Ausbildung als Beamtin im mittleren nichttechnischen dienst?

...zur Frage

Wie versichern während schulischer Ausbildung?

Ich fang im September meine zweite Ausbildung (schulische Ausbildung zur Sozialassistentin) an. Bisher bin ich noch über meinen Ehemann versichert aber die Scheidung ist jetzt bald durch und dann sind meine Tochter und ich nicht mehr versichert . Über meine Mutter kann ich mich auch nicht versichern da ich zu alt bin. Ich muss mich also freiwillig gesetzlich versichern. Das ist aber recht teuer und weil ich dann nur knapp 650 € Bafög bekomme eigentlich sogar ZU teuer :( Gibt's keine Möglichkeit wie man sich während einer schulischen Ausbildung günstig versichern kann? Falls das was zur Sache tut- die Ausbildung läuft über eine Höhere Berufsfachschule.

...zur Frage

Wer bezahlt dann die Krankenkasse? Und was ist mit dieser Zusatzversicherung?

Hallo,

Meine Ausbildung fängt im August an und ich muss mir dafür eine eine gesetzliche Krankenkasse aussuchen. Momentan bin ich noch über meinen Vater privat versichert, der ist bei der Postbeamtenkrankenkasse. Ich habe ja in der Ausbildung erst 3 Monate Probezeit. Ich hoffe natürlich, dass ich die überstehe, aber man weiß ja nie. Wenn mir in der Probezeit gekündigt wird, wer bezahlt denn dann die Krankenkasse? Weil ich habe da ja kein Geld für... Mein Vater meinte, das Amt bezahlt das dann?! DIe sind doch gar nicht für mich zuständig oder? Ich bin übrigens 22, fast 23. Mir wurde gesagt, ich kann dann nicht mehr zurück in die PbeaKK und bin für immer gesetzlich versichert... Das macht mir Sorgen. ...

Und das andere ist: Mein Vater wollte, dass ich die Zusatzversicherung von der PbeaKK behalte, die würde er dann bezahlen. Ist das möglich? Also kann ich gesetzlich versichert sein und trotzdem diese Zusatzversicherung dort haben? Mein Vater meinte, falls die gesetzliche KK mal was nicht bezahlt, bezahlt dann die PbeaKK das. Das muss man der gesetzl. KK doch dann mitteilen oder?^^ Es tut mir Leid, ich habe gar keine Ahnung von sowas..

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?