Premium Direkt Medienservice

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Vermutlich gibt es die Firma namens "Premium Direkt" gar nicht. Insofern wäre alles, was Du am Telefon gesagt hast, null und nichtig. Denn gegenüber einem unbestimmbaren Phantom kann rechtlich keine Willenserklärung zur Zustimmung in einen kostenpflichtigen Vertrag geäußert werden. Bei Vertragsschluss müssen beide Vertragspartner einander bestimmbar bekannt sein.

Daran ändert sich auch nichts, wenn jetzt plötzlich in der Auftragsbestätigung ein dubioser "Vermittler" aus Wien als "Makler" ins Spiel kommt, der dann auch wiederum nur eine Postfachanschrift bekannt gibt. Dieser "Maker" ist nicht Dein Vertragspartner. Ein rechtlich hinreichend bestimmbarer Ansprechpartner für den Widerruf ist er auch nicht.

Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage ab Zustellung einer Widerrufsbelehrung. Jedoch muss in einer Widerrufsbelehrung eine korrekte ladungsfähige Anschrift angegeben sein, sonst ist die Widerrufsbelehrung ungültig. Die Widerrufsfrist beginnt somit niemals zu laufen, und man hat auch noch ein schier unbegrenztes Widerrufsrecht.

Unter solchen Umständen (Vertragspartner gar nicht bestimmbar, keine gültige Anschrift für den Widerruf...) ist jede weitere Korrespondenz mit dem "Dienstleister" unnötig. Weder muss man kündigen, noch widerrufen (bei wem denn?...), noch muss man sich rechtfertigen oder irgendetwas erklärbärverschwurbeldibummsen. Gar nichts muss man hier.

Man darf die Gelder, die dann vom Konto abgebucht werden, rabiat durch seine Bank rückbuchen lassen, da kein gültiges SEPA-Mandat erteilt wurde (Vertragspartner unbekannt). Basta, aus. Das geht bis 13 Monate ab Kontobelastung.

Wahrscheinlich kommen dann ein paar böse Inkassobriefe, evtl. auch von Anwälten. Macht nichts. Das darf man komplett ignorieren. Bei Mahnbescheid (gelber Brief vom Gericht), der aber sehr unwahrscheinlich ist: Widerspruch innerhalb 14 Tagen ans Gericht schicken. Ziemlich sicher wird man den aber nie zu Gesicht bekommen.

Nach ein paar bösen Drohbriefen schläft das Mahntheater dann sang- und klanglos ein.

Man sollte Strafanzeige wegen des versuchten Betrugs und der Geldwäsche gegen den dubiosen Zahlungsdienstleister erstatten, der das Geld vom Konto abbucht. Denn der darf dann der Staatsanwaltschaft sagen, auf welches Stiftungskonto in der Schweiz oder in Liechtenstein oder in Zypern er die Gelder weiter verschiebt.

Meldung an das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht erstatten, dort gibt es eine Beschwerdestelle.

Wenn das Inkassobüro oder der Anwalt frech bleibt: die Herrschaften gleich in die Strafanzeige mit einbeziehen.

Wie gesagt: eine "Firma Premium Direkt" ist nicht auffindbar. Die Domain "premium-direkt-service.com" wird von einer "MSS Media Solution Service Ltd" in Belize betrieben. Es handelt sich bei Belize um eine Steueroase, ohne Doppelbesteuerungsabkommen mit der Bundesrepublik. Ebenfalls gibt es kein Auskunftsabkommen und kein fiskalisches Auslieferungsabkommen. In solchen Fällen darf der Zahlungsdienstleister, der hier abbucht, auch der Finanzbehörde erklären, wohin das Geld geflossen ist. Die Auftragsbestätigung wird ja auch wohl kaum mit Poststempel aus Belize gekommen sein, folgerichtig ist eine Betriebsstätte in Deutschland oder der EU zwingend anzunehmen.

Ich bin leider auch auf diese Firma reingefallen. Heute habe ich ein Schreiben aus Österreich bekommen. Da steht auch eine Adresse: MSS Media Solution Service, Europaplatz 2/1/2, 1150 Wien. An die soll man seine Kundenkorrespondenz schicken. Muss ich jetzt den Widerruf an die schicken? Ich habe eine Kündigung an die auf dem Schreiben angegebene E-Mail-Adresse geschickt mit Bitte um Rückbestätigung und dass sie meine Daten löschen sollen und ich keine Angebote von ihnen mehr will (mal sehen, ob da was kommt). Soll ich weiter nichts unternehmen?

Wie ist es bei dir weitergegangen huss1612? Das würde mich sehr interessieren!

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