Preis für Nachhilfe in Ordnung, einfach Zettel in allen Gymnasien aufhängen?

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9 Antworten

Ich erteile nur Nachhilfe als Doppelstunde (90 Minuten), da 45-Minuten-Einheiten gar nichts bringen. Für eine 90-Minuten-Einheit verlange ich 22,00 Euro. Online-Nachhilfevermittlungen wie z.B. Top-Nachhilfe werben ebenfalls mit einem Preis von 11,00 Euro pro 45 Minuten. Nachhilfeinstitute verlangen wesentlich mehr. Meine Tochter musste für Nachhilfe im Studienkreis 33 Euro für 60 Minuten Einzelnachhilfe zahlen. Das waren bei 10x Nachhilfe 330 Euro. Als ausgebildete Pädagogin und Grundschulpädagogin könnte ich wahrscheinlich auch diesen Preis verlangen, aber ich habe den Anspruch, dass meine Nachhilfe auch für Leute mit wenig Einkommen erschwinglich ist. Das Sozialamt/Jobcenter zahlt z.B. für Kinder von Arbeitslosen 10,00 Euro für 45 Minuten Nachhilfe. Das heißt, dass ich vom Sozialamt/JC pro Kind und 90-Minuten-Einheit 20 Euro erhalte, und die Eltern jeweils 2 Euro selbst bezahlen müssen.

Du musst deine Tätigkeit anmelden, mindestens 8,50€ die Stunde nehmen (gesetzlicher Mindestlohn) und Rechnungen mit Steuernummer ausstellen. 

Auch für 20€ a 45min bekommst du des öfteren keinen Einzelunterricht mehr. In manchen Gegenden sind 35€ brutto pro Stunde gängig, wenn es keine Schwarzarbeit ist und die Einzel-Nachhilfe durch einen versicherten Studenten, Lehrer oder jemandem mit Berufserfahrung im Unterrichtsfach gegeben wird.  

Ich empfehle dir der GEW beizutreten, die haben sehr günstige Berufshaftpflichtversicherungen für freiberufliche Nachhilfen - für den Fall, dass einem Kind während deiner Unterrichtszeit mal etwas passiert. 

 5€ à 45Min. bzw. 7€ à60Min. oder würdet ihr es als zu teuer empfinden,

Du bist keine 14 mehr. Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Verstoß gegen die Gewerbemeldepflicht, Verstoß gegen den Mindestlohn, deine Einnahmen hast du sicherlich auch nicht deinen Sozialversicherungen und dem Bafögamt gemeldet, mögliche Abmahnungen durch die ordentlich gemeldete Konkurrenz kommen noch dazu. Da kann dir schnell einiges ins Haus stehen. 

Wer so einen beschäftigt, riskiert es obendrein selbst Verfahren an die Hacken zu bekommen. 

Gaiasduhter 25.08.2015, 14:53

Seit wann muss man Rechnungen mit Steuernummern ausstellen, wenn man unter dem Mindeststeuersatz liegt? Das wäre mir ganz neu. Bei der sog. Kleinunternehmerregelung z.B. braucht man gar keine Rechnungen zu stellen und man muss auch keine Einkommenssteuer zahlen. Ein Gewerbe muss man als Nachhilfelehrer auch nicht anmelden, denn man betreibt kein Gewerbe sondern ist Freiberufler, wenn man reine Nachhilfe gibt und nicht auch noch Lernmaterialien verkauft oder für diese Werbung macht.

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Fraganti 25.08.2015, 15:25
@Gaiasduhter

Bitte informiere dich erst mal richtig!

Ein Kleinunternehmer darf auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, denn die führt er ja nicht ab. Dafür muss „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ auf seinen Rechnung stehen. 

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Fraganti 25.08.2015, 15:32
@Fraganti

Auf der ordentlichen Rechnung des Kleinunternehmers muss außerdem stehen: 

Vollständiger Namen und die vollständige Anschrift des Kleinunternehmers (Stempel ist die einfachste Lösung) und des Rechnungsempfängers. 

Fortlaufende Rechnungsnummer.

Die Steuernummer des Kleinunternehmers (kann in den Stempel integriert werden).

Das Ausstellungsdatum.

Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder der Umfang der Dienstleistung.

Das monatsgenaue Liefer- oder Leistungsdatum. Das kann durch "Leistungsdatum entspricht Rechnungsdatum" ersetzt werden. (Es gibt Vordrucke, die das bereits enthalten.)

Bei der sog. Kleinunternehmerregelung z.B. braucht man gar keine Rechnungen zu stellen

Da irrst du dich gewaltig. 

und man muss auch keine Einkommenssteuer zahlen.

Wenn man anhand der Rechnungen bei der jährlichen Steuererklärung nachweisen kann, dass die Gesamteinnahmen unterhalb der Freigrenzen lagen, wird keine Einkommensteuer erhoben. 

Ein Gewerbe muss man als Nachhilfelehrer auch nicht anmelden, denn man betreibt kein Gewerbe sondern ist Freiberufler

Die freiberufliche Tätigkeit ist nur eine freiberufliche Tätigkeit, wenn sie auch als solche angemeldet ist. 

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Gaiasduhter 25.08.2015, 18:59
@Fraganti

Dann muss ja mein Finanzamtansprechpartner ein ganz schöner Depp sein, wenn er mich falsch informiert hat und es bei mir ohne Rechnungen läuft.

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Gaiasduhter 25.08.2015, 19:14
@Gaiasduhter

Anscheinend kennst Du Dich ja mit der Materie aus, also schreibe ich mal den Brief vom Finanzamt ab und sag mir dann, wo oder bei wem der Fehler liegt.

Aufnahme einer unternehmerischen Tätigkeit

Sehr geehrte Frau ....,

Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie unternehmerisch tätig sind. Nach Ihren Angaben wird diese Tätigkeit allerdings nur gelegentlich in geringem Umfang ausgeübt. Der Zuteilung einer Steuernummer bedarf es deshalb zur Zeit nicht. Mit den voraussichtlichen Einnahmen - wie von Ihnen angegeben - sind Sie umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer i.S. von § 19 Abs. 1 UStG einzustufen, mit der Folge, dass keine Umsatzsteuer von Ihnen erhoben wird. Unternehmer sind Kleinunternehmer i.S. von § 19 Abs. 1 UStG, wenn Ihr Bruttoumstz im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 € nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 € voraussichtlich nicht übersteigen wird. Hat der Unternehmer seine Tätigkeit nur in einem Teil des Kalenderjahres ausgeübt, so ist zur Anwendung der Grenzen der tatsächliche Gesamtumsatz in einen Jahresgesamtumsatz umzurechnen. Bei Neugründungen ist auf den voraussichtlichen Umsatz des Erstjahres und auf die Grenze von 17.500 € abzustellen.  Bitte beachten Sie: Da Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, sind Sie nicht berechtigt, in ihren Abrechnungen Umsatzsteuer auszuweisen. Achten Sie auch darauf, dass ggf. auch keine Umsatzsteuer in den an Sie erteilten Gutschriften ausgewiesen ist. Zu Unrecht ausgewiesene Umsatzsteuer müssten Sie an das Finanzamt entrichten (§ 14 c Abs. 2 UStG); der Leistungsempfänger könnte diese jedeoch nicht als Vorsteuer abziehen (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG. Legen Sie dieses Schreiben bitte auch Ihren Auftraggebern zur Information vor! Außerdem liegen Sie einkommenssteuerlich unter allen Freibeträgen, die eine steuerliche Erfassung nötig machen würden. Bitte beachten Sie, dass der Grundfreibetrag für Ledige bei 8.004 € liegt. Überschreiten Sie allerdings diese Grenzen, sind Sie verpflichtet, dies dem Finanzamt unverzüglich anzuzeigen. Sollte sich später ergeben, dass Sie doch eine Einkommenssteuererklärung abgeben müssen, weil Sie z.B. Einkünfte mit Lohnsteuerkarte haben, so geben Sie bitte auch die Einkünfte aus der o.g. Tätigkeit an. Fügen Sie bitte in diesem Fall der Steuererklärung eine Kopie dieses Schreibens bei.

Mit freundlichen Grüßen

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Fraganti 26.08.2015, 21:46
@Gaiasduhter

Und jetzt zeige mir bitte, wo dort stünde, dass du keine Rechnung ausstellen brauchst? Das steht nirgends, denn dazu bist auch du gesetzlich per Umsatzsteuer-Anwendungserlass( UStA) und Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV) verpflichtet.

Dort steht ausdrücklich und an mehreren stellen drin, dass die Pflichtangaben auf Rechnungen auch für Kleinunternehmer i.S. von § 19 Abs. 1 UStG gelten und bei ihnen lediglich die Ausweisung der Umsatzsteuer durch einen Verweis auf § 19 Abs. 1 UStG zu ersetzen ist.

Natürlich bekommst du keine Umsatz-Steuernummer zugewiesen (wird nur vom Bundeszentralamt für Steuern erteilt, wenn benötigt). Deine Tätigkeit verfolgt gar nicht das Ziel irgendwann in einem Umsatzbereich zu landen, in dem eine Umsatzsteuer erhoben wird, auch hast du nichts mit internationalen Geschäftsabwicklungen zu tun. Deine vorhandene, persönliche Finzamts-Steuernummer, unter der du bei deinem lokalen Finanzamt geführt wirst, ist für deine Zwecke ausreichend, da wird nichts neu erteilt.

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Meine Nachhilfe kostet 7,50 € pro 45 Minuten und das ist im Vergleich zu anderen schon relativ günstig.Deswegen denke ich,dass sie ruhig mehr verlangen können

In Unserem Ort bezahlt man für 90 min Nachhilfe 25€ ! man hat aber einen    " Vertrag " ... da bezahlt man etwa 100€ im Monat und kann ich der Woche für 90 min kommen und in den Ferien so oft wie man möchte (Kostenlos) !     Ich würde mal sagen das dein Preis vollkommen in Ordnung ist ! 

MFG Aqua126 

Nein, der Preis ist optimal.

Wenn du dich eingearbeitet hast, dann kannst du ihn sogar erhöhen - hängt natürlich von den Erfolgen ab, die deine Schüler dank dir erzielen. Aber 5 Euro sind schon sehr wenig, da lohnt sich das nicht. Verlange ruhig etwas mehr. Sieben Euro ist schon besser.


Üblicherweise wird da bis zu 20 Euro pro Stunde verlangt, dein Preis ist optimal. Jedoch würde ich ihn erhöhen, wenn deine Nachhilfe Anklang findet.

LG

Also jeder Kassierer verdient mehr als das - 10€ pro Stunde würde ich mindestens verlangen!

Guter Preis. Normal ist es viel teurer ;)

Ist sehr günstig, 10€ kannst du schon verlangen

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