Praktikum im Altenheim macht mich psychisch und körperlich fertig?

7 Antworten

Wie lange soll dieses Praktikum gehen?

Wenn es "nur" ein begrenzter Zeitraum ist (beispielsweise für die normale Schule), dann würd ich versuchen durchzuhalten.

Aber: Ich würde mit meinem Praktikumsanleiter sprechen (sowohl der im Seniorenheim, als auch der Lehrer der Schule der für mich zuständig ist während des Praktikums).

Vielleicht könnte auf diese Weise etwas gefunden werden, innerhalb der Einrichtung, das dir zwar den Alltag dieser Arbeit vermittelt - dich aber körperlich und psychisch nicht so stark belastet.

Ich hab vor vielen Jahren mal von mir aus ein Probepraktikum in einem Seniorenheim absolviert. Nach nur einer Woche trennten die Heimleitung und ich uns in beiderseitigem Einvernehmen. Die Leute dort waren toll, ich half einem Bewohner das nervige "Zirpen" aus seinem Zimmer zu entfernen (eine Grille hatte sich dort verirrt), ich erkärte einer Mitarbeiterin den Umgang mit der Computermaus, ich war dort "eigentlich" ganz gerne.... Doch es nahm mich sehr stark mit wenn ein Bewohner "einfach nicht mehr wollte, sich aufgegeben hatte". Nein, diese eine Woche zeigte mir das dieser Bereich (zumindest damals) kein Arbeitsplatz wäre für mich.

Hey, mach dir keine Vorwürfe. Praktikas sind in der Regel grade dazu da um zu schauen "Sagt mir dieser Beruf/ diese Arbeit in diesem einen Betrieb zu" und "Bin ich aktuell für diese Art Arbeit geeignet?". Manchmal merkt man dadurch "Jepp, klappt gut, das ist genau das Richtige für mich". Manchmal merkt man "Hmm es ist okay, aber es ist keine Arbeit die ich wenigstens Ansatzweise gerne und mit voller Aufmerksamkeit durchführen möchte für zig Jahre". Manchmal merkt man "Nein nein nein, das ist nicht meine Welt. Ich bekomme hier Alpträume und Magenschmerzen".

Dazu möchte ich noch sagen: Jeder Mensch entwickelt sich im Laufe des Lebens auch weiter. Heißt im Klartext: Wenn man mit beispielsweise 16 noch denkt "Nee, der Beruf da taugt nichts für mich" oder "Oh weh, ich bin hier fehl am Platz, ich schaff das nicht" - dann kann man mit Mitte 20 vielleicht schon anders darüber denken und (durch die mittlerweile gewonnene Lebenserfahrung und Denkweise) anders mit dieser Arbeit umgehen.

Plus: Es gibt Berufe, bei denen man in den unterschiedlichsten Richtungen arbeiten kann. Ein Arzt ist nicht gleich Arzt, es gibt Tierärzte, Kinderärzte, und und und..... Sie können in einer kleinen Praxis arbeiten, in Gemeinschaftspraxen, in großen Krankenhäusern. Verstehst du?

Ein Erzieher ist nicht automatisch nur im Kindergartenbereich zu finden. Seine Einsatzmöglichkeiten umfassen unter anderem die Krippe, den Hort, Kinderheim, Jugendheim, (Tagesförderstätte und WfB waren auch Einsatzmöglichkeiten für normale Erzieher als ich damals die Ausbildung machte), ... und und und. Und in jedem dieser einzelnen Bereiche gibts andere Anforderungen die der Berufsalltag so mit sich bringt. Heißt, vielleicht ist man für beispielsweise den Kindergarten nicht "geeignet" und fühlt sich dort unwohl und gestresst - aber im Jugendwohnheim "blüht man in der Arbeit auf, kann sich bestens engangieren und tolle Arbeit leisten" (so als herbeigesponnenes Beispiel).

Ich kann dich absolut verstehen. Wenn es dich beschäftigt dann bedeutet das, dass du ein Mensch mit Empathie bist. Schließlich sieht man Menschen in sehr schwierigen Situationen. Ich selbst hätte auch Schwierigkeiten damit und habe deshalb großen Respekt vor jedem, der diese sehr wichtige Arbeit macht. Und auch nur mit einem Praktikum kannst du den Leuten soviel gutes tun. Die freuen sich ja über jedes nette Wort. Toll, dass du das machst! Und es völlig normal, dass das nicht einfach ist.

Sich mit Sport abzulenken ist sicher ein guter Rat. Man muss da lernen abzuschalten.

... wenn du durchziehen möchtest, brauchst du vielleicht etwas zum Abshalten. Mir hilft Sport direkt nach der Arbeit. Danach geht es mir wieder besser.

Gib dir noch ein bischen Zeit und sprich mit einer Vertrauensperson. Ich wünsche dir alles Gute

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