Präimplantationsdiagnostik Erklärung

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1 Antwort

Präimplantationsdiagnostik (PID) ist ein diagnostisches Verfahren zur Untersuchung von künstlich erzeugten Embryonen auf genetisch bedingte Krankheiten (sogenannte Erbkrankheiten).

Weiterer Text zu finden auf:

http://www.alfa-ev.de/fileadmin/user_upload/material/pid-infos-18-11-05-pdf.pdf

Informationen zur Präimplantationsdiagnostik (PID)

ich kann deinen Link nicht öffen..

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@Fluchtsalat

Komisch.. Funktioniert bei mir problemlos. Das ist eine PDF-Datei. Eventuell hast du keinen Acrobat Reader installiert.

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@derfishdl

1.) Was ist Präimplantationsdiagnostik? - Präimplantationsdiagnostik (PID) ist ein diagnostisches Verfahren zur Untersuchung von künstlich erzeugten Embryonen auf genetisch bedingte Krankheiten (sogenannte Erbkrankheiten) - entwickelt Ende der achtziger Jahre, 1990 erstmals erfolgreich angewandt - wird heute vor allem in den USA, Belgien, Australien, England, Spanien, Schweden, Russland und China praktiziert - Voraussetzung für Durchführung der PID ist eine In-vitro-Fertilisation (IvF) = Befruchtung im Reagenzglas, die zunächst für unfruchtbare Paare mit Kinderwunsch entwickelt und in einigen Ländern erlaubt wurde - PID wird bisher nicht generell bei allen künstlich erzeugten Embryonen angewandt, sondern nur bei Paaren, die zwar auf natürlichem Wege Kinder bekommen können, aufgrund ihres Erbgutes aber ein hohes Risiko für die Übertragung einer genetisch bedingten Krankheit auf ihre Nachkommen haben; dabei hat es wiederholt auch Fälle von Geschlechtsselektion (wegen geschlechtsgebundener) Erbkrankheiten gegeben - mit Ei- und Samenzellen solcher Paare werden ein oder mehrere IvF-Embryonen erzeugt; meist am dritten Tag werden diesen Embryonen (im 4 bis 10-Zellstadium) 1 bis 2 Zellen entnommen und im Labor auf genetische Fehler untersucht; diese Untersuchung nennt man „Präimplantationsdiagnostik“, also Diagnostik am Embryo vor dessen Implantation (=Einpflanzung, Transfer) in die Gebärmutter (Uterus) - konkret gibt es für die PID zwei Diagnoseverfahren, nämlich die molekulargenetischen Diagnostik mit Hilfe der Polymerase Kettenreaktion (PCR) oder die Chromosomendiagnostik mit der Fluorescence in situ hybridisation (FISH) - ob der Embryo durch die Entnahme der Zelle(n) geschädigt wird, ist noch nicht eindeutig geklärt (vgl. Regine Kollek, Präimplantationsdiagnostik, 2001, S. 53). Allerdings sind anfängliche Entwicklungsstörungen beschrieben. Einzelne Studien der letzten Jahre (vgl. Kollek, a.a.O., S. 57; Theresia Maria de Jong, Babys aus dem Labor, Weinheim/Basel, 2002, S. 175f.) sprechen von einem „doppelten Risiko“ für so entstandene Kinder aufgrund der künstlichen Zeugung und der PID. Allein die künstliche Befruchtung durch ICSI führt nach einer Studie der Universitätsklinik Mainz bereits zu einer Fehlbildungswahrscheinlichkeit von 23% (vgl. auch H. Satzinger in: Gen-ethisches Netzwerk, Grenzverschiebungen, Frankfurt 1999, S. 21ff.). Eine anschließend durchgeführte PID wird dieses Risiko vermutlich weiter erhöhen. - die entnommenen und dann bei der Diagnostik zerstörten Zellen sind noch „totipotent“, d.h. aus ihnen würde nach der Einpflanzung in die Gebärmutter ein Kind entstehen (􀃆 ethisches Problem!) - die Durchführung der Diagnose dauert bei jeder der beiden Labor-Methoden etwa 8 Stunden 4 - im Anschluss an die Diagnose: Eltern entscheiden nach Beratung durch die Ärzte, ob der Embryo in den Uterus der Frau transferiert wird, um dort weiter heranzureifen und – wenn alles gut geht – später geboren zu werden - bei mehreren untersuchten Embryonen wird der „beste“ (wer ist das?) ausgewählt und dann in die Gebärmutter implantiert - Embryonen, die bei der PID-Kontrolle „durchfallen“, werden nicht transferiert; man lässt sie im Labor sterben oder (z.B. in den USA und England) verwendet sie zu Forschungszwecken! (Näheres siehe unter „Medizinische Probleme der PID“) - in Großbritannien entscheiden die Eltern, ob die nicht implantierten Embryonen sofort vernichtet werden sollen oder ob sie noch für maximal 14 Tage zu Forschungszwecken benutzt werden dürfen! - Ziel der PID: bei einem Paar mit hohem Risikofaktor für eine genetische Erkrankung einen gesunden Embryo auszuwählen, d.h. jeden Embryo mit pathologischen Befund zu verwerfen - in einigen Ländern wird die PID auch zur Steigerung der immer noch sehr niedrigen Erfolgsrate von nur ca. 15 % bei der sehr teuren künstlichen Befruchtung mit IvF (pro Behandlung ca. 5.000 €) praktiziert, indem man nur besonders „gute“ Embryonen transferiert; auch der deutsche „Nationale Ethikrat“ hat sich im Januar 2003 mehrheitlich für einen Einsatz der PID zu diesem Zweck ausgesprochen

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@derfishdl

2.) Welche Krankheiten und Defekte können mit der PID diagnostiziert werden? - Chromosomenveränderungen (Aneuploidien) wie Doppelungen (z.B. die Trisomie 21 = sog. Down-Syndrom) oder Chromosomenbrüche oder Translokationen (Umlagerungen innerhalb von Chromosomen oder Austausch ganzer Chromosomenteile - Krankheiten, die auf einzelne Gendefekte zurückzuführen sind, z.B. die Bluterkrankheit, Mukoviszidose (=cystische Fibrose), Chorea Huntington und Thalassämien (verbreitet besonders im Mittelmeerraum), Muskeldystrophien, fragiles XSyndrom - etwa 3% aller Krankheiten sind monogen, d.h. durch ein Gen bzw. dessen Verlust bedingt. Nach Regine Kollek, stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, sind bislang über 5000 monogene Erbkrankheiten bekannt, nach anderen Autoren bis 7000 (s. welt und umwelt spezial, 1995). Darunter sind auch sehr seltene und solche Erkrankungen, die erst im Laufe des Lebens auftreten werden, wie z.B. die Chorea Huntington oder erblicher Brust- bzw. Darmkrebs - der Zusammenhang zwischen Genen und Krankheiten ist nach neuesten Erkenntnissen nicht so einfach, wie bisher angenommen; bei der Entstehung des größten Teils aller Krankheiten wirken verschiedene Gene und Umweltfaktoren in zumeist noch unbekannter Weise zusammen 􀃆 der Begriff „Erbkrankheiten“ ist problematisch geworden 􀃆 Aussagekraft von Gentests ist fragwürdig; trotzdem werden durch die immer reichlichere Entwicklung von Genchips zum Testen die Anwendungsmöglichkeiten der PID ständig erweitert 5 - Geschlechtsbestimmung mit PID und die wahlweise Selektion nach Geschlecht ist möglich und wird bei geschlechtsspezifischen Erbkrankheiten auch praktiziert, z.B. bei Muskeldystrophie Duchenne 􀃆 Übergang zum „Designerbaby“?

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@derfishdl

3.) Medizinische Probleme der PID - nach den bisherigen Erfahrungen im Ausland erfordert PID einen hohen Verbrauch von Embryonen: Durchschnittlich werden zum Zweck der PID pro Frau und Zyklus etwa 12 Eizellen, in Einzelfällen auch erheblich mehr gewonnen und befruchtet - der 105. Deutsche Ärztetag hat u.a. wegen der medizinischen Probleme für ein Verbot der PID votiert (Drucksache VI-43) - eine im Jahr 2002 veröffentlichte Erhebung der „European Society of Human Reproduction“ (ESHRE) berichtet über bisherige Erfahrungen mit der PID im Ausland: demnach wurden in 25 PID-Zentren in Europa, USA und Australien von 1994 bis 2001 bei 1561 Paaren bzw. Frauen 2074 Behandlungszyklen durchgeführt; dabei wurden fast 27000 Eizellen benötigt und 16800 Embryonen künstlich gezeugt, aber es kam nur zu 309 Schwangerschaften und 215 Geburten mit 279 Kindern 􀃆 für 279 Kinder wurden also 16800 Embryonen benötigt!! (Quelle: Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Recht und Ethik in der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages aus dem Jahre 2002, S.89) - Fehleranfälligkeit der Methode: beim FISH-Test lag die Fehlerquote 1997 bei 18%. Bei PCR wird die Sicherheitsquote in der medizinischen Fachliteratur unterschiedlich angegeben: von 2-3% bis 21% bei Geschlechtsbestimmung und 7% bis 36% bei der Untersuchung auf Eingendefekte; mehr als 1% der Kinder hatte sogar genau die Behinderung, die durch die PID ausgeschlossen werden sollte! - durch die PID nicht erfasst werden die Risiken, die sich während der Schwangerschaft oder der Geburt ergeben und das Kind schädigen können, z.B. durch eine Rötelnerkrankung der Mutter oder durch Sauerstoffmangel, entweder noch in der Gebärmutter oder während bzw. nach der Geburt - ein vollständig und umfassend aussagekräftiger Gencheck existiert nicht; die Geburt eines gesunden Kindes kann durch PID keinesfalls garantiert werden. Deshalb bestehen die Mediziner bei eingetretener Schwangerschaft nach PID auf der „Verlaufskontrolle“ durch Pränataldiagnostik; in den USA wird in den entsprechenden Aufklärungsbögen explizit darauf hingewiesen - nur in ganz wenigen Ausnahmefällen ist die diagnostische Relevanz des Gentests eindeutig; in der Regel lässt der Test keine eindeutigen Aussagen für das Individuum zu. Ob und wie schlimm ein genetischer Defekt sich im späteren Leben auswirkt, hängt von vielen, nicht abwägbaren Faktoren ab (s.o.) - die überwiegende Mehrzahl aller genetisch mitbestimmten Krankheiten (Diabetes, Bluthochdruck etc.) wird multifaktoriell vererbt. Häufig führt erst die Kombination verschiedener Genveränderungen oder das Hinzutreten von exogenen Faktoren (Umwelteinflüsse) zum Ausbruch einer Krankheit 6 - es gibt wohl eine genetische Veranlagung, aber keinen genetischen Determinismus für viele „Volkskrankheiten“ 􀃆 wie ist dann bei entsprechendem Befund zu entscheiden? Darf ein Embryo mit erhöhtem genetischem Krebsrisiko zur Welt kommen? – jeder von uns ist Anlage-Träger von durchschnittlich sechs (autosomal-rezessiven) erblichen Erkrankungen, die sich nicht in Form einer Erkrankung manifestieren. Zitat Regine Kollek: „Zählt man noch disponierende Gene für häufige Erkrankungen wie coronare Herzerkrankungen, Diabetes, ... Krebs ... hinzu, würden nach entsprechendem Ausschluss kaum noch Embryonen für den Transfer zur Verfügung stehen“ - nicht unerhebliche gesundheitliche Risiken bestehen bei der PID für die Frau: ihre Gesundheit wird durch die Hormonbehandlung zur Gewinnung möglichst vieler Eizellen gefährdet. Die Schwangerschaftsrate bei IvF liegt um 15% pro Zyklus 􀃆 3- bis 6-maligeWiederholung der Behandlung (Hormonbehandlung und Follikelpunktion) erforderlich, um zu einem PID-getesteten Baby zu kommen. Gefährlich ist das Hyperstimulationssyndrom, dessen Häufigkeit mit 1-30% angegeben wird und das eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt - Embryo kann bei der Mikromanipulation beschädigt werden (s.o.) - künstliche Selektion bedeutet Eingriff in die natürliche Erfolgsmethode der Evolution, denn die Variabilität der Gene ist Voraussetzung der Evolution 􀃆 Folgen sind bisher überhaupt nicht abschätzbar

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@derfishdl

4.) Ist PID nach heutigem Recht in Deutschland erlaubt? - Stand November 2005 - Mehrheitsmeinung unter Juristen: PID verstößt in mehrfacher Hinsicht gegen das Embryonenschutzgesetz (EschG) von 1990 􀃆 eine - wenn auch nur bedingte - Zulassung der PID würde eine vorherige Änderung dieses Gesetzes erforderlich machen - Ziel des EschG ist es, jede Verwendung eines künstlich gezeugten Embryos zu verhindern, die nicht seinem Erhalt durch Herbeiführung einer Schwangerschaft dient - PID bedeutet einen Verstoß gegen §1 und §2 ESchG - nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 EschG macht sich strafbar, wer „es unternimmt, eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt“; die Befruchtung der Eizelle erfolgt bei der PID aber nicht ausschließlich zu dem Zweck, eine Schwangerschaft bei der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt, sondern primär zum Zweck der Qualitätskontrolle des Embryos vor der Implantation. Die Entscheidung, durch Übertragung des Embryos in die Gebärmutter eine Schwangerschaft anzustreben, fällt nicht vor oder bei der Befruchtung, sondern erst nach der Untersuchung des Embryos 􀃆 eine nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 ESchG „missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken“ 􀃆 gesetzeswidrig und strafbar 7 - Bei der PID werden dem Embryo zu Diagnosezwecken „totipotente Zellen“ entnommen und „verbraucht“; totipotente Zellen sind gem. § 8 Abs. 1 ESchG einem Embryo gleichgestellt, weil sie sich - nach tierexperimentellen Erkenntnissen - zu einem vollständigen Organismus, also zu einem Menschen entwickeln können. Ihr Verbrauch im Rahmen der Diagnostik dient nicht dem Erhalt dieser Zellen 􀃆 Verstoß gegen § 2 Abs. 1 EschG 􀃆 strafbar - hat der getestete Embryo den befürchteten Gendefekt 􀃆 keine Übertragung auf die Frau, der Embryo wird „verworfen“. Das „Wegschütten“ oder anderweitige Abtöten des genetisch auffälligen Embryos dient „nicht seiner Erhaltung“ 􀃆 nach § 2 Abs. 1 ESchG strafbar 5.) Pro- und Contra-Argumente im Diskurs a) PID in wenigen Ausnahmefällen unter strengen Auflagen zulassen? Die Bundesärztekammer hatte 1999/2000 in einem „Diskussionsentwurf“ vorgeschlagen, der Gesetzgeber solle in wenigen, eng begrenzten Fällen die PID unter „strengsten Auflagen“ erlauben. Ähnlich wie bei der gesetzlichen Regelung der Abtreibung könne man das Leben des Embryos dabei durch eine Beratungspflicht für die Eltern schützen. Die PID würde sich dann, so eine erste Prognose, auf jene seltenen Situationen einschränken lassen, bei denen ein hohes Risiko für eine schwere genetische Erkrankung des Kindes besteht (ca. 400-500 mal pro Jahr). Ein „Dammbruch“ beim Lebensschutz oder eine Diskriminierung Behinderter sei in diesem Falle nicht zu befürchten. Der 105.deutsche Ärztetag folgte dieser Argumentation im Juni 2002 nicht und sprach sich für ein generelles Verbot der PID aus. Im Dezember 2002 lehnte auch der Präsident der Bundesärztekammer Prof.Hoppe eine Zulassung der PID ab; dabei argumentierte er unter anderem, die PID lasse sich eben nicht auf wenige Fälle beschränken. - ca. 60000 IvF in Deutschland pro Jahr 􀃆 alle so gezeugten Kinder sind prinzipiell der PID zugänglich 􀃆 bei Legalisierung des Verfahrens gibt es eine hohe Zahl zumindest potentiell betroffener Embryonen - Beispiel: Beschränkung nur auf Familien mit schweren Erbkrankheiten, Paare mit häufigen Fehlgeburten und die IvF-Befruchtungen über 35-jähriger Frauen (erhöhtes Fehlbildungsrisiko!) 􀃆 das allein wären schon etwa 4000 „Indikationen“ für PID pro Jahr in Deutschland!! - wer will hier Kriterien, einen Maßstab festlegen? Wie soll ein solcher Maßstab aussehen? Jeder Katalog von Krankheiten wäre diskriminierend gegenüber Menschen mit den dort aufgezählten Defekten und würde sich infolge des diagnostischen Fortschritts ständig erweitern 􀃆 selbst viele PID-Befürworter lehnen einen solchen Katalog ab - auch sogenannte spät manifestierende Krankheiten mit erblicher Ursache (z.B. Chorea Huntington, Alzheimer/Parkinson-Disposition), die erst viel später zu Er8 krankungen führen (z.B. Chorea Huntington im 35. bis 40.Lebensjahr!) oder lediglich Veranlagungen für Erkrankungen (z.B. Diabetes) sind, die vielleicht gar nicht ausbrechen, könnten als Grund für eine Selektion anerkannt werden. Der Nationale Ethikrat hat dies in seiner Stellungnahme zur PID (Januar 2003) jedenfalls als eine Option bezeichnet, die man betroffenen Eltern „nicht verweigern“ dürfe - es könnten auch nicht-medizinisch-indizierte Kriterien herangezogen werden (Geschlecht, Intelligenz, Größe...) 􀃆 positive Eugenik. Bereits heute kann man per Internet Ei- und Samenzellen nach persönlichen Wünschen aussuchen - welcher Mediziner würde dafür plädieren, einen auch nur als krank vermuteten (!) Embryo zu implantieren, wenn ihm hinterher Schadensersatzansprüche drohen? Erfahrungen mit der Pränataldiagnostik zeigen: Ärzte würden unter erheblichen juristischen Druck geraten, im Zweifelsfalle lieber zur Verwerfung des Embryos

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@derfishdl

zu raten. Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs: fehlerhafte genetische Beratung macht schadenersatzpflichtig; mangelhafte Pränataldiagnostik mit nachfolgender Geburt eines kranken Kindes: verantwortliche Ärzte müssen Schadensersatz leisten 􀃆 das kranke Kind wird zum "Schadensfall", nicht der bedauernswerten Eltern, sondern des Arztes 􀃆 Ärzte werden alles tun, um nicht mit solchen Ansprüche konfrontiert zu werden! - was würde eine Beratung helfen, wenn beide Eltern nur ein „gesundes“ Kind akzeptieren wollen? Würde man unter solcher Bedingung dazu raten, etwa auch einen kranken oder nur „verdächtigen“ Embryo zu implantieren? Es wäre doch auch widersinnig, mit PID einen kranken Embryo herauszufinden um ihn dann doch zu implantieren. Wenn Beratung, dann vorher mit dem Ziel, Eltern Alternativen wie Adoption oder den Verzicht auf Kinder nahe zu bringen - Erfahrungen mit der Pränataldiagnostik haben gezeigt: letztlich werden die Eltern entscheiden, ob ihr Kind abgelehnt und abgetrieben wird, nicht irgendeine objektive „medizinische Indikation“. Das sogenannte „Dammbruch-Syndrom“ (engl. „slippery slope“) stellt sich bei gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten relativ rasch ein 􀃆 es ist zu erwarten, dass das bei der PID ebenso käme - die moralische Hemmschwelle ein Kind abzulehnen und abzutreiben liegt bei vielen Menschen wesentlich niedriger, als sie in öffentlichen Diskussionen zumeist angesetzt wird. Auch die Anlage zu Fettleibigkeit oder eine durchaus operable Hasenscharte wird laut einer Umfrage von vielen bereits als Abtreibungsgrund gewertet - Entscheidung für die Tötung eines Embryos im Reagenzglas fällt leichter als die Entscheidung für die Abtreibung eines Fötus im Mutterleib, dessen menschliche Formen und Lebensäußerungen man im Ultraschallbild bereits sehen kann. Außerdem ist eine Pränataldiagnostik mit Spätabtreibung für die Eltern, besonders für die Frau psychisch und physisch eine große Belastung; bei der PID gibt es eine solche Belastung fast nicht 􀃆 Entscheidung zur PID mit anschließender Selektion wird wesentlicher leichter fallen, auch bei relativ geringen Defekten - Erfahrungen mit der PID im Ausland bestätigen: Indikationenbeschränkung auf bestimmte wenige Fälle ist nicht durchzuhalten; nach Regine Kollek wurden inter9 national bis 1999 bereits 60% der PID´s nicht bei Trägern genetischer Schädigungen, sondern als Routineverfahren bei der Behandlung unerfüllten Kinderwunsches durch IvF aufgrund einer Altersindikation (Frauen ab 35) durchgeführt, um Embryonen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) auszusondern! 􀃆 Tendenz zur Qualitätsoptimierung, zum „Kind nach Maß“, zum „Designer-Baby“ 􀃆 positive Eugenik. Beispiel: Die Human Fertilization and Embryology Authority, die in England die Invitro- Befruchtungen beaufsichtigt, plant offiziell die Freigabe der Selektion von tauben Babys tauber Eltern und die selektive Zerstörung der gesunden Embryonen. Die Sprecherin des Royal Institute for Deaf People erklärte hierzu: "Im Fall eines tauben Ehepaars, das sich einer In-vitro-Behandlung unterzöge und die Wahl träfe, ein taubes Kind zu haben, ist deren Wahl maßgebend. Wir würden es in dieser Wahl unterstützen." In den USA haben sich Eltern in einem Fall bereits ein taubes Kind ausgesucht, in China und Indien wird mit Hilfe der PID nach Geschlecht selektiert! - Qualitätswahn unserer Zeit 􀃆 Befürchtung: Einlass-Kriterien ins Leben werden immer strenger werden und immer mehr Kinder werden sie nicht erfüllen können - Gefahr einer „schiefen Ebene“ mit Eigendynamik und innerer Gesetzmäßigkeit zeichnet sich ab: Pränataldiagnostik mit fast immer anschließender Abtreibung bei Schädigung des Kindes (ist schon Realität) 􀃆 PID mit Selektion unerwünschter Embryonen 􀃆 Embryonenforschung an selektierten Embryonen 􀃆 therapeutisches Klonen zur abstoßungsfreien Heilung von Krankheiten 􀃆 Reproduktives Klonen mit der jetzt entwickelten Technik (z.B. als Ersatz für verstorbene Kinder!!) 􀃆 Kinder nach Wunsch, Designerbabys; auf dieser Ebene wird es keinen Halt geben, wenn wir nicht jetzt eine klare Grenze ziehen. Diese Grenze heißt: „MENSCHENWÜRDE“ gemäß Grundgesetz Artikel 1. - denn: „Wer einmal anfängt, menschliches Leben zu instrumentalisieren, wer anfängt, zwischen lebenswert und lebensunwert zu unterscheiden, der ist in Wirklichkeit auf einer Bahn ohne Halt.“ (Johannes Rau, Berliner Rede 2001) - Ausdehnung der Eugenik auf weitere Bereiche ist zu befürchten, z.B. auf Patienten nach einem schweren Unfall mit starken Dauerbehinderungen, psychisch Kranke, behinderte Neugeborene oder Säuglinge (letzteres ist eine Forderung von Peter Singer), die alle unter Begriff des „Unzumutbaren“ fallen (negative Eugenik); letztlich könnte auch die Einführung der aktiven Euthanasie (=aktive Sterbehilfe) wie in Belgien und den Niederlanden eine Folge dieser Entwicklung sein - da das Leben des Menschen mit der Empfängnis beginnt, gibt es eine strikte Vergleichbarkeit zwischen dem Embryo in vitro und dem geborenen Menschen, und zwar in beiden

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@derfishdl

Richtungen: dem Embryo ist das Lebensrecht genauso zuzubilligen wie einem geborenen Menschen - oder aber, wenn man ihm das Lebensrecht abspricht und verwehrt, kann man sie prinzipiell auch geborenen Menschen mit dengleichen Argumenten absprechen - gewaltiges ökonomisches Potential dieser Technik: IVF und PID sind aufwendige und teure Verfahren; sie werden in anderen Ländern, wo sie zulässig sind, auch unter ökonomischen Aspekten sehr gewinnbringend angeboten; um die PID mit ausreichender Erfahrung und wirtschaftlich durchzuführen, benötigt ein IvFZentrum(von denen es in Deutschland über 100 gibt!) laut Aussage von Experten mindestens eine PID am Tag 􀃆 rasche Ausweitung der PID allein aus finanziellen Gründen zu erwarten.

Ich hoffe, man kann was damit anfangen. Am besten, den Text rauskopieren und besser lesbar in einem Texprogramm einfügen.

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