Kann man auch wenn man nur eine Zeugenaussage bei der Polizei macht und lügt, eine Strafe bekommen?

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10 Antworten

Hier stellt sich für mich die Frage, warum du einen Dieb deckst? Warum tust du das? Mal vollkommen unabhängig von der rechtlichen Beurteilung, ist das dem Bestohlenen gegenüber wohl nicht besonders fair.

Von der rechtlichen Seite ist eine Lüge bei der Polizei, solange du nicht gerade einen Unschuldigen belastest, nicht so tragisch. Du musst dir aber darüber im Klaren sein, dass du die Aussage evtl. auch vor Gericht bestätigen musst. Spätestens dort musst du dann die Lüge eingestehen.

Sowohl aus moralischer, wie auch aus rechtlicher Sicht, kann ich dir nur den Rat geben, bei der Polizei wahrheitsgemäß auszusagen. Ein Dieb hat es nicht verdient, dass du ihn schützt. Genausowenig hat es der Bestohlene verdient, dass du dich gegen ihn stellst.

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Wenn es auffliegt wird es natürlich Folgen haben. Eine falsche Aussage kann zu einer ordentlichen Geldstrafe führen. 

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Ja, du musst die Wahrheit sagen und darfst auch nicht schweigen. Es sei denn, du würdest mit deiner Aussage einen nahe Verwandten oder Ehepartner, Verlobten belasten.

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Wegen falsch Aussage kannst du dran kommen.

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Es gibt keine Verpflichtung der polizeilichen Vorladung zu folgen. 

Folgst du ihr aber und lügst in der Vernehmung, so ist die Lüge an sich nicht strafbar, könnte aber als Begünstigung und/oder Strafvereitelung strafbar sein.

Aber warum willst du denn überhaupt den Täter schützen? Was würdest du denken, wenn es dein Handy wäre und der Zeuge lügt?

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Als Zeuge ist man verpflichtet die Wahrheit zu sagen. Hast du dem Beschuldigten gegenüber ein Zeugnisverweigerungsrecht? Verwandt, Verschwägert oder ähnliches?

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Du kannst vor der Polizei die Aussage verweigern. Wenn es vor Gericht geht, mußt Du aber Deine Aussage machen, es sei denn, Du belastet Dich selbst oder einen Angehörigen.

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Kommentar von augsburgchris
17.02.2016, 12:03

Verweigern kannst du die Aussage dort nicht wenn du dich entschieden hast den Termin wahrzunehmen. Aber man kann einfach nicht hingehen.

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Also:

1. Du musst nicht zur Polizei. Das ist eine freiwillige Geschichte. Wenn du jedoch hingehst, müssen deine Aussagen der Wahrheit entsprechen. Es sei denn es geht um einen Angehörigen oder dich selber, dann musst du gar nichts sagen.

2. Solltest du dich entscheiden nicht hinzugehen, werden die Ermittlungen ohne deine Aussage weitergeführt, jedoch wird vermerkt, dass du etwas dazu wissen könntest (sonst hätte es ja keine Vorladung gegeben). Der Staatsanwalt entscheidet dann, ob ihm die vorhanden Beweismittel reichen oder ob er auf deine Aussage nicht verzichten kann.

Wenn dich der Staatsanwalt dich vorlädt MUSST du erscheinen und es gelten die oben genannten Regeln: Wahrheit sagen, außer wenn du dich selbst oder Angehörige belasten musst darfst du schweigen.

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Du machst Dich, wenn Du nichts sagst oder lügst, der Mitwisserschaft schuldig. Ich würde bei denen schon die Wahrheit sagen.

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Kommentar von Szwab
17.02.2016, 11:56

'Mitwisserschaft' wie du es so schön nennst ist keine strafbare Handlung.

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Kommentar von vladimerk
17.02.2016, 11:57

Man kann doch auch seine Aussage verweigern und nicht dafür belangt werden oder irre ich mich da?

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Kommentar von Szwab
17.02.2016, 12:01

Als Beschuldigter ja. Als Zeuge nur, wenn man mit der Aussage Gefahr läuft sich selbst zu beschuldigen oder wenn man dem Beschuldigten gegenüber ein Zeugnisverweigerungsrecht hat. (Verwandt in gerade Linie z. B.)

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Zeugen sind grundsätzlich verpflichtet zu erscheinen und wahrheitsgemäß auszusagen. 

Nur hat die Polizei keine Zwangsmittel, so dass nichts passiert, wenn man nicht hingeht.

Die Staatsanwaltschaft kann allerdings einen Zeugen, der nicht erscheint, zwangweise von der Polizei vorführen lassen und dem Zeugen, auch wenn er 16 ist, ein Ordnungsgeld aufbrummen. Und wenn der Zeuge sich weigert, etwas zu sagen, gibts gleich das nächste O-Geld.

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