Postapokalypse. Wie würde sich Deutschland in 15-20 Jahren verändern?

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4 Antworten

Die erste Frage, die ich mir stellen würde, ist, wie hat man beim Ausbruch des Virus reagiert und welche Eigenschaften haben die wenigen Überlebenden, als dass sie nicht vom Virus betroffen waren. 0,5% legt eine vielleicht genetische oder vielleicht auch ernährungstechnische Gemeinsamkeit nahe!

Auch ist die Reaktion der Regierung wichtig. Länder mit starkem
Militär könnten zum Beispiel versuchen, alles unter eiserner Kontrolle
zu halten und einen an Monarchie grenzenden Überwachsungsstaat zu
errichten. Anderswo versinkt durch die plötzlich fehlenden Polizisten
und Co alles im Chaos und die kriminellen Selbsterhaltungstriebe der
Menschen kommen zum Vorschein.

Wenn wir uns den kürzlichen Ebola-Ausbruch und auch den Umgang mit Dingen wie Vogelgrippe ansehen, werden da ja schnell Grenzen dicht gemacht, Länder abgeschottet, Reisen und Flugverkehr eingestellt usw. Das bedeutet den kompletten Kollaps des Handels. Gewisse Güter dürften schwer ranzukomen sein. Sauberes Wasser dürfte außerdem zu einem wichtigen Gut werden. Vor allem wenn man mit der Theorie geht, dass durch die Leichenmassen etwas ins Grundwasser gelangen könnte, was vor allem für das Flachland verheerend wäre…

Strom und Kommunikation ist ein weiteres Thema. Wenn die Kernkraftwerke abgeschaltet werden, fällt die Stromversorgung großteils weg. Allerdings gibt es noch Wind-, Wasser- und Solarenergie und Diesel-Notaggregate. Da dürften manche Häuser, genauso wie manche Städte besser bestückt sein, als andere. Mit dem fehlenden flächendeckenden Strom, dürften auch Dinge wie Internet und Mobiltelefonie kollabieren, was die Menschen voneinander trennt und die Welt praktisch wieder "groß" macht.

Strom- und Versorgungstechnisch dürften deshalb Krankenhäuser interessant sein, da diese sowohl Notstromaggregate, als auch eine gewisse Grundversorgung haben müssen. Zudem gibt es da Betten und Medikamente – was sowohl als Gift als auch als wichtige Ressource benützt werden könnte. Auch würde ich mir aus überlebenstechnischer Sicht überlegen, etwas wie ein Kraftwerk oder eine Wasseraufbereitungsanlage zu besetzen. You know, wertvolles Handelsgut und so ;)

Auch die Treibstoffproduktion dürfte eingestellt werden, weshalb Diesel-Notaggregate zwar am Anfang funktionieren, aber mit der Zeit könnte es schwer werden, an das Zeug ranzukommen. Das heißt auch Fahrzeuge dürften zum Problem werden – allerdings könnten ein paar schlaue Köpfe andere Brennstöffe finden. Dinge, wie holzbetriebene Autos (also mit Verbrennungsmotor) oder Dampfkraft (ein hoch auf die Steampunk-Atmosphäre) könnten alternative Fortbewegungsmittel bilden, aber auch als Energiequelle dienen.

Lebensmittel würde ich auf das beschränken, was die jeweilige Umgebung hergibt – und was vielleicht kein Gefahrenherd für den Virus ist, sollte das ein Gedanke sein. Kartoffeln und Wurzelgemüse lassen sich selbst in kargen Umgebungen züchten und sind ein gutes Grundnahrungsmittel (und im Notfall macht man Suppe daraus – wenig Zeug, aber man hat was im Magen). In der Nähe eines Flusses oder gar am Meer ist Fisch ein relevantes Thema. Wenn die Menschen nicht zum Kannibalismus übergehen und Fleisch wollen, müssen sie entweder jagen – hier könnten Tauben, Raben und andere Vögel eine interessante Alternative sein – oder Herden an Tieren halten, die Weidefläche brauchen. Kühe geben zwar zusätzlich Milch, aber wenn Anarchie herrscht und man sich verstecken muss, ist es vielleicht etwas auffällig und man muss das Vieh ständig schwer bewachen. Das selbe mit großflächigem Ackerbau.

Haustiere dürften zu Nutztieren werden, Katzen und Hasen entweder zur Nahrungsquelle oder verstreunen. Hunde dürften nur noch Wachhunde und bei Viehzucht Hirtenhunde interessant sein. Ein Chihuahua ist da wohl eher eine Last, auch wenn das Kind noch so sehr drüber weinen mag. 

So, ich hab noch mehr im Kopf (weil ich solche Konzepte für meine eigene Geschichte durchdenke), aber ich glaube, ich hab hier mal genug Gedankenfutter für dich aufgeschrieben :D

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Kommentar von GezeitenDeern
10.02.2017, 18:47

Vielen Dank für die tolle Antwort :)

In Schleswig Holstein gibt es ja extrem viele Windkrafträder... Ich kenne mich damit gar nicht aus und wüsste nicht, ob man die irgendwie nutzen könnte... Da müsste ich mal recherchieren.

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Lassen wir das Problem mit den KKWs mal außen vor. In der Zeit des Chaos würden sich bestimmt einige Leute um die Tiere in den Zoos kümmern. Vielleicht würde es Menschen geben, die nicht mit ansehen wollen wie die Tiere hinter Gittern verhungern. Vielleicht würden sie einfach die Tore öffnen und alle Tiere frei lassen. Das würde deiner Geschichte eine ganz andere Wendung geben. Ein paar Löwen, Tiger, Braunbären und Eisbären ernähren sich von den Rinderherden in SH und erlernen so die Jagd. Bereits die zweite Generation ist an die Umgebung angepasst und die Menschen müssen sich vor ihnen in Acht nehmen. Zebras und Kamele bilden nach ein paar Jahren große Herden und Wisente paaren sich mit Nordamerikanischen Büffeln und bilden eine neue Art. Nach ein paar Jahren gibt es kaum noch Nutztiere, weil die Menschen nicht in der Lage sind die großen Herden vor den eingewanderten Wölfen und den freigelassenen Raubtieren zu schützen. Es gibt nur noch kleine Nutztierherden und die sind in ständiger Gefahr, weil die Raubtiere jetzt darauf spezialisiert sind. Doch die Menschen lernen natürlich dazu. Sie nutzen Schutzhunde und langsam stellt sich ein Gleichgewicht ein. Sie leben hinter hohen Mauern, bauen dort Gemüse an, züchten Obstbäume und halten ein paar Kleintiere. Draußen auf den Feldern bauen sie Getreide an. da es kein Benzin mehr gibt, wird der Pflug von Pferden gezogen. Möglich wäre auch eine Variante mit Benzin und Diesel, wenn auch nur in beschränktem Maße. Denn irgendwann erschöpft sich auch die größte gefundene Tankstelle. Die Tanks rosten und der Brennstoff versickert im Boden. 

Am Anfang gäbe es ganz bestimmt ein paar Desperados, die sich an kein Gesetz mehr halten und sich alles nehmen was sie brauchen. Doch irgendwann würden sich die Menschen zusammenschließen und sich gegen sie wehren. Irgendwann würde eine wehrhafte, friedliche Gesellschaft entstehen, weil es einfach effektiver ist, dem Nachbarn zu helfen als ihn zu berauben. Denn eine Hand wäscht die andere.

Viel Spaß bei deiner Geschichte.

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Kommentar von lillian92
09.02.2017, 10:04

Auch wenn ich die Idee mit dem Zootiere freilassen für eine durchaus realistische halte, ist das doch nicht so viel, dass sie in 10 bis 20 Jahren zum Problem werden dürften – zumal einige der Tiere mit dem Klima Probleme haben dürften. Außerdem sind viele der Tiere in Gefangenschaft aufgewachsen und es würde deren Anzahl entsprechend dezimieren, weil sie sich auch auf die Umstände einstellen müssen, womit konsequenter Weise gut die Hälfte schnell draufgehen dürfte (durch Mensch und die Unfähigkeit zu Jagen). Damit bleibt eine recht geringe Zahl an Exoten, die sich dann auch erst mal zum Paaren finden muss, denn die Zoos sind ja nicht gerade Nachbarn und viele haben nicht mal die gleichen Tiere…

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Kommentar von GezeitenDeern
09.02.2017, 10:04

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Die Idee mit den Tieren ist ziemlich gut, kam ich noch gar nicht drauf!

Ich glaube in 15-20 Jahren wird mit Sicherheit noch Probleme zwischen den Menschen geben... Deswegen ist die Unterkunft ein wichtiger Punkt. Sich vor Tieren zu sichern ist machbar, aber umherziehende Menschen, die sich nehmen was sie finden sind wohl die größere Gefahr für eine 'offene' Siedlung. Das müsste alles ziemlich gut geschützt werden. 

Inwiefern sich Löwen und Tiger in Deutschland entwickeln würden, müsste ich mal recherchieren:) auf jeden Fall ein interessanter Ansatz!

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Du solltest die atomare Verseuchung in Deiner Geschichte mit berücksichtigen. Weltweiter Stromausfall würde dazu führen, dass sämtliche Kernkraftwerke mangels Kühlung hochgehen und durch die freigesetzte Strahlung ein Leben auf der Erdoberfläche nicht mehr möglich wäre.

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Kommentar von sunnymarx1977
09.02.2017, 09:15

So würde ich das nicht sagen. Wenn man den Reaktor runterfährt, ist Kühlung nicht mehr wichtig. Und runterfahren kann man die Dinger auch manuell.

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Kommentar von GezeitenDeern
09.02.2017, 09:15

Ich wollte dieses Problem irgendwie umgehen... Ich liebe zb das PC Spiel Fallout, wo Strahlung etc ja auch im Fokus steht.... Davon würde ich mich gern etwas distanzieren.

Kann die Verstrahlung umgehen in dem die Kraftwerke vorher abgestellt werden? Wie weit würde Strahlung reichen, wenn in den Nachbarländern so ein Ding hochgehen würde?

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da gibt es viele Möglichkeiten, anscheinend willst du eine Geschichte schreiben, lass deiner Kreativität ihren Lauf

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Kommentar von GezeitenDeern
10.02.2017, 18:35

Klar, das gehört dazu wenn man schreibt. Aber ein wenig Realismus muss auch sein finde ich und dafür muss ich einiges bedenken :)

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