Portrait-Verzerrung bei 135mm- OK oder gravierend?

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Marginaler Unterschied 100%
135mm als Portrait-Brennweite? Traumhaft! Besser als 50mm, 80mm… 0%
135mm als Portrait-Brennweite? Pfui! Verschwinde! 0%
Markanter Unterschied, aber es geht noch 0%
Nicht perfekt, kann aber ganz interessante Effekte zaubern 0%
Praktisch nicht vorhanden 0%

2 Antworten

Hallo

Verzeerung ist eine Abbildungskrümmung bzw Bildfeldwölbung. Das ist bei Telebrennweiten eigentlich vernachlässigbar und speziel bei Portraits eigentlich nicht wirklich wichtig. Wo es wichtig ist wäre bei Architektur, Dokumentation oder Repro.

Ein 135er Tele hat an Crop etwa 12° Bildiagonale das heisst damit ist es für die "üblichen" Innenräume zu "lang" (nicht bei Fotostudios oder in grossen Wohnzimmern) und man hat auch viel Abstand zum "Motiv" ist also auf "Rufweite". Das kann von Vorteil sein zb bei Kinderfotos oder eben Portraits in freier Natur

Die Perspektivische Wirkung ist gerafft und Gesichter werden damit schon leicht "platt" und die Ohren erscheinen zu gross. Heisst da muss man schon sehr sorgfältig arbeiten und Potrait en Face können auch mal "unvorteilhaft" werden. Andererseits für Gesichter mit prominenter Nase und kleinen Ohren sind lange Teles schon vorteilhafter und durch die Zeitungen/Fernsehen sind wir schon lange Portraits mit langen Brennweiten "gewohnt". Deswegen setzen Fotografen und auch Hollywood ja wieder auf "Nahportraits" um gegen die Sehgewohnheiten zu "bürsten" und der Trend geht schon zum Weitwinkel.

Ansonsten gilt man wählt zuerst eine Perspektive und dann mit der Brennweite stanzt man denn Bildausschnitt aus der Perspektive. Bedeutet wenn man etwas mit 28 Brennweite aufnimmt und aus der selben Position und Blendenwert mit 135mm dann kann ich (theoretisch) das identische Bild des 135er Teles aus dem 18er Weitwinkelbild rausschneiden. In der Praxis fehlt die Auflösung aber ich kann bei aktuellen Pixelmonstern zb Problemlos aus einem 60er Tele denn Bildwinkel eines 135er rauscropen auch wenn der Ausschnitt vermutlich etwas "weicher" als direkt aus einem 135er erscheint.

Der grosse Unterschied sind die Schärfentiefenfelder bzw deren Ausdehnung vor und hinter dem Motiv. Deswegen ist es bei Vollformat oder Mittelformat einfacher "Freizustellen".

Bei 135mm und Blende 2.8 habe ich auf etwa 5 Meter Motiventfernung etwa 15-20cm Schärfentiefenfelder damit geht nicht Nase und Ohren gleichzeitig absolut scharf zu bekommen. Bei 28mm ist bei 5 Meter @ Blende 2.8 alles ab 3 Meter bis Infinty scharf. (Unterhalb des Mindestzerstreuungskreis)

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KarlFricke 24.03.2014, 15:58

Also ist ein 135 mm vor allem unvorteilhaft, dass man nicht alles scharfsrellen kann?

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Marginaler Unterschied

Der Vorteil der 135mm ist, dass man den Hintergrund deutlicher beschneiden kann und dass die Freistellung stärker ausfällt.

Bei richtigem Posing hält sich der Pfannkuchen-Gesicht-Effekt dann auch in grenzen. Bei manchen Personen mit zB großer Nase kann das sogar gewünscht sein um das Gesicht etwas zu modellieren.

Außerdem ist ja nicht gesagt, dass man mit 135mm mit Gewalt ein Closeup-Portrait machen muss. Ich kann mit passendem Abstand auch gut anders schneiden und da fällt die Verzerrung dann wieder weniger auf.

Beachte wie der Hintergrund immer enger und unschärfer wird - (Kamera, Fotografie, Objektiv)
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Portbatus 23.03.2014, 13:53

Toll, erklärt :-)

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KarlFricke 23.03.2014, 14:37

Das stimmt.... der Hintergrund wird unschärfer und der Teddi dicker... und ja, natürlich muss man das nicht, aber vllt. wenn grad kein anderes Objektiv (zur Hand) hat... Und die Bilder, die du mir gezeigt hast, waren soweit ja auch Bombe...

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