Pornographie in der Beziehung

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11 Antworten

Erst mal Glückwunsch zu Deiner Freundin, die so viel Verständnis hat! Ich sehe es genauso wie Deine Freundin.

Wenn Frauen gegen Pornographie in der Beziehung sind, so liegt es an dem immer noch traditionellen Rollenverhalten der Frau: Die Frau will sich als das einzige weibliche Wesen in der Partnerschaft sehen und duldet keine andere Frau neben sich. Betrachtet der Mann nun pornographische Videos oder Bilder, dann gibt es dort zwangsläufig auch andere Frauen anzusehen.

Manche Frau "fürchtet " einen Vergleich auch mit dem Hintergrund, dass Pornographie für sie etwas "Schmutziges" darstellt. Sie will nicht auf eine solche Ebene hinuntergezogen werden, geschweige denn, dass der Mann durch solche Videos auf den "Geschmack" kommen könnte und Ähnliches mit ihr nacherleben möchte.

Manche dieser Frauen sind auch nicht in der Lage ihre eigenen Wünsche inSachen Sexualität gegenüber dem Mann zu äußern. Sie "tun es, weil es zu einer Beziehung dazu gehört", in Wahrheit stehen sie aber nicht immer mit tatsächlicher Lust dahinter.

Um Sexualität als lustvoll empfinden zu können, gehört ebenso dazu, dass man Erfahrungen auch vor einer Ehe sammeln kann.

Insbesondere die katholische Kirche hat jedoch dazu beigetragen, dass derartige vorehelichen Erfahrungen als moralisch abwertend angesehen werden, so dass so manche gläubige Katholikin sich so etwas "Verwerfliches" gar nicht trauen würde. Es gibt einige Sekten, für die gilt Gleiches.

Werden die ersten sexuellen Erfahrungen dann erst in der Ehe gemacht, trägt das nicht unbedingt zu einem lustvollen Ausleben bei. Sex wird zur Pflichtübung und all das, was mit sexuellem Hintergrund verbunden ist, wird als amoralisch angesehen, so eben auch Pornographie. Selbst unsere seit 1968 wirklich aufgeklärte moderne Gesellschaft hat es nicht geschafft den Mythos der Pornographie als etwas Schmutziges, Abzuwertendes abzuschaffen.

Obwohl es heute bereits freien Zugang zu Pornographieseiten im Internet gibt, wird das immer noch klammheimlich angeschaut - manchmal vielleicht sogar von Frauen.

Aber vielleicht liegt der Reiz der Pornographie tatsächlich in dem quasi "Verbotenen", dass man nicht offen über so etwas spricht, dass man zum heimlichen Zuseher wird, fast wie ein Schlüssellochgucker. Es hat etwas Pubertäres an sich.

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Kommentar von KyunKyun
26.03.2012, 00:24

Manche Frau "fürchtet " einen Vergleich auch mit dem Hintergrund, dass Pornographie für sie etwas "Schmutziges" darstellt. Sie will nicht auf eine solche Ebene hinuntergezogen werden, geschweige denn, dass der Mann durch solche Videos auf den "Geschmack" kommen könnte und Ähnliches mit ihr nacherleben möchte.

Ich denke das ist das ausschlaggebenste. Das kann ich sogar sehr gut nachvollziehen. Ich bekomm es oft mit, wie schnell eine Frau komplett abwertend als "Schlampe" bezeichnet wird, da muss Frau ja Angst haben, dass sie auch in einer Partnerschaft diesen Status aufgedrückt bekommt, wenn sie sich zu sowas "hinablässt". Und viele Frauen denken wohl nicht mehr von ihrem Partner respektiert werden zu können, wenn sie sich schmutzigeren Dingen hingeben. Ich denke da gibt es einen großen inneren Kampf in uns Frauen mit dem, was wir womöglich wollen, aber lieber sein lassen aus Angst unser "Ansehen" zu verlieren.

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Kommentar von wagemut
27.03.2012, 22:59

Hi, Fleischwolf, ich danke Dir für Deinen Stern!!!!

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hi,

Fleischwolf,

es ist sehr wohl begründet, wenn Frauen mit Skepsis oder Abneigung an das Thema Pornographie herangehen.

Es geht darum, wie sie als Frau "gesehen" werden möchten, also ob sie der Meinung sind, sie werden dadurch nur  reduziert auf ein Produkt der Befriedigung von Trieben.

Tatsächlich zeichnen sich ja Pornos dadurch aus, daß sie reduzieren, nämlich auf die Lustbefriedigung. Die Persönlichkeit der Menschen geht vollkommen verloren bzw. ist absolut reduziert.

Daß deine Freundin nichts dagegen zu haben scheint, ist ein Ausdruck dessen, was gesellschaftlich hier von der breiten Masse gelebt wird.

Leider geraten viele Menschen durch das "Mitschwimmen" in der Masse und ihrem Anspruch, alles auszuprobieren, oft in eine starke Abhängigkeit. Denn durch das Schauen von Pornos kommt es zu einer erhöhten Dopamin-ausschüttung, die im Laufe der Zeit gesteigert werden möchte.

Das bedeutet i.d.R., daß man nicht auf dem gegenwärtigen Maß des Konsums bleiben kann, sondern, wie bei einem Kokain-Abhängigen, dieses Maß immer weiter steigern muß.

Leider leiden dann häufig die "normalen" geschlechtlichen Beziehungen eines Menschen. Das kann man in etlichen Aufsätzen und wissenschaftlichen Forschungsberichten nachlesen!

Das ist wohl vielen Frauen bewußt. Daher lehnen sie instinktiv Pornos ab!

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Keine Ahnung. Ich schau selbst auch Pornos und finde da nichts groß bei wenn mein Freund das auch schauen würde. Für mich hat das nichts mit "nicht genügen" zu tun, das ist eben einfach etwas komplett anderes, etwas nur für's Auge. Genauso finde ich Selbstbefriedigung in einer Beziehung gut und gesund, das ist eben etwas, das man nur für sich selbst macht, da spielt kein anderer eine Rolle, weder der/die PartnerIn, noch irgendein anderer Mensch.

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Hi Fleischwolf,

sehr gute Frage. Meine jetzige Freundin hat damit überhaupt kein Problem, wir tun es auch manchmal gemeinsam.... Aber ich war auch schon mit zwei Frauen zusammen, die das nicht abkonnten. Aber richtig erklären wollten/konnten sie es nicht. Die eine fand - glaube ich - Selbstbefriedigung generell eklig, die andere hat immer nur gesagt, sie will das nicht (ohne warum?)

Keine Ahnung, dabei muss man sehen, daß die männliche und die weibliche Sexualität sich durchaus unterscheiden, und dann gibt es ja noch die himmelweiten individuellen Unterschiede....

Die besten Erklärungsversuche hier haben tantelila und michnicht geliefert, aber es überzeugt mich nicht. Es war immer so, daß ich den realen, warmen Körper meiner Freundin noch viel anziehender fand, als irgendwelche Bildchen/Filme, die über den Computer wackelten. Man "verliebt" sich ja nicht in soetwas, sondern die Liebe gilt der realen Freundin. Und natürlich: die hat wahrscheinlich nicht DEN perfekten Körper, aber darauf kommt es doch gar nicht an... ich liebe den Körper jedenfalls auch mit den angeblichen Makeln.

Gruß M.

PS: ich habe auch nichts dagegen, wenn mein Schatz sich einen netten Film ansieht und dabei ihren Spaß hat, oder sich an sexy Fotos von Männern erfreut :)

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das hat nicht unbedingt was mit der Erziehung oder so zu tun. Das ist ganz unterschiedlich.

In meienr 12jährigen Ehe waren wir swingerig ;o) unterwegs (auch jeder für sich alleine mit anderen Partnern), nun in meiner neuen Beziehung (seit gut einem Jahr) kann ich es nicht leiden wenn er sich allein vor dem PC vergnügt, bin eifersüchtig und fühle mich verletzt. Das Thema swingen ist total abgehakt.

Ich kan nmich da selbst nicht verstehen und es auch nicht erklären. Das Gefühl ist einfach da und setzt mir enorm zu!!

Ich würds gern abstellen können, denn es tut der Beziehung nicht gut!!

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Ich finde, das hängt von den Pornos ab. Es gibt welche, die ich selbst gerne sehe und andere, die mich regelrecht abstoßen, weil sie frauenverachtend sind. Wiederum andere bringen mich zum schmunzeln, so flach sind die Dialoge - da habe ich schon Ansprüche.

Mit mangelndem Selbstbewußtsein hat das nichts zu tun, denke ich. Eher damit, ob in der Beziehung über Sexualität und den jeweiligen Bedürfnissen offen gesprochen werden kann. Wenn beide den Eindruck haben, vom Partner in ihren Bedürfnissen gesehen zu werden, ist meist die gegenseitige Toleranz (oder Neugier) größer und das Sexleben erfüllter.

Würde mein Partner auf frauenverachtende Pornos abfahren - huii, damit hätte ich schon ein Problem. Andererseits könnte man darüber ja sprechen - und Phantasien sind von der Realität meilenweit entfernt ;-)

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ist doch völlig logisch :P sie glauben, dass sie ihrem partner nicht mehr ausreichen und kommen sich eher nutzlos vor, wenn der partner genau so gut mit solchen filmen kommt, wie wenn er körperkontakt mit seiner freundin hat. Sie fragen sich, ob sie dann nur so gut wie eine pornographie sind.

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Kommentar von michnicht
25.03.2012, 23:53

und dann verbieten sie es ?! was soll das bringen ?!

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Wie kommst du denn zu der Erkenntnis, dass die meisten Frauen etwas gegen diese Art Filme (das Wort mit "P" ist mir hier gerade verboten worden, warum auch immer) haben? Das ist ja albern! Und weshalb sieht sich deine Freundin diese Filme nicht mit an? Da könnte sie gleich "aus erster Hand" etwas lernen und wäre nicht darauf angewiesen, was du dir gemerkt hast. Ihr könntet gleich, während diese Animation noch läuft, das ausprobieren, was euch am besten gefällt. Normaler Weise macht man es so. So macht es auch Spaß. Es ist auch schön, wenn sich beide bei einem solchen Film selbst befriedigen. Der andere kann zusehen und "lernen", welche Berührungen den Anderen am meisten erregen. Natürlich kann sich auch jeder alleine Einen ansehen, aber es ist gemeinsam nicht weniger interessant! Also: Es stimmt ganz einfach nicht, was du sagst!

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Sie sind von Grund auf unsicher und haben Angst, daß Du siehst, daß sie Dir nicht das bieten können, was Du dort siehst und Angst, daß Du Dich deswegen nach anderen umsiehst, bei denen Du es bekommst ...

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Vielleicht weil P. die Reduktion von Erotik auf pure Fleischeslust ist, künstlich und mit getrimmten Darstellern und herzlich wenig mit dem erfüllten Sexleben in einer Partnerschaft zu tun hat? P.s können abstumpfen; und manches dort praktizierte sollte eher der Fantasie vorbehalten bleiben, anstatt es in die Praxis mit dem Partner umsetzen zu wollen

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Kommentar von wagemut
26.03.2012, 00:20

Was soll denn ein erfülltes Sexleben in einer Partnerschaft anderes darstellen als ebenfalls die pure Fleischeslust? Nur, weil es da auch eine Liebe zwischen den Partnern gibt, hat diese keinerlei Einfluß auf die tatsächliche Lust. Lust entsteht aus Gelüsten, wonach wohl ? Eindeutig nach Fleischlichem. Die emotionale Liebe ist es auf jeden Fall nicht, was die fleischliche Lust entstehen läßt! Man darf hier auf keinen Fall den Fehler machen und emotionale Gefühle mit Lust verwechseln! Das sind absolut 2 Paar verschiedene Stiefel!

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Weil sie meinen, dass sie "nicht gut genug" sind... :(

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Kommentar von michnicht
25.03.2012, 23:52

ich gehe davon aus, daß Du eine Frau bist ... Du bestätigst hier meine Theorie - bitte erkläre doch 'mal, warum man als Frau diese Angst hat, nicht gut genug zu sein ... Danke.

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