Pony will andauernt grasen beim spatzieren gehen - wie kann ich das ab gewöhnen?

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3 Antworten

hallo, 

wenn du meinst, es liegt an fehlender erziehung deiner rb, dann stelle sicher, dass du der boss bist und nicht das pony.

zum einen solltest du ruhig eine trense für den spaziergang benutzen. ausserdem heisst spazieren gehen spazieren gehen. achte immer darauf, dass aus gehen kein schlendern wird. das pony geht wie bei jedem korrekten führen. den führstrick nicht zu lang halten, sondern die handbreit unter dem kinn des ponies, so wie du es sicher gelernt hast.

wenn dein pony keine angst vor der gerte hat, nimm am besten eine gerte mit. die gerte hast du locker in der linken hand. wenn du nach links abbiegen willst, führst du ganz normal. wenn du aber nach rechts abbiegst, gibst du das kommando "rechts" und gleichzeitig kommt die gerte in die waagerechte auf höhe der pferdenase. die gerte nicht plötzlich heben, sondern in der schrittbewegung und während du das kommando gibst. die gerte ist in dem moment ein virtueller zaun. das pferd wird nach rechts abbiegen, die einzige freie richtung.

wird das pferd langsamer und der kopf geht weiter nach unten, ist das ein zeichen, dass das pferd gleich den kopf ins gras steckt. sei aufmerksam und nimm sofort (aber nicht plötzlich) die gerte vor der brust des pferdes hoch bis dahin, wo kopf und hals ineinander übergehen. dazu sagst du laut "nein"  und führst das pferd mit bestimmtheit weiter. gern ein bisschen schneller werden mit dem gehen. diese version der abgewandelten bodenarbeit nennt man "bedingtes target". bedingt ist es deswegen, weil nicht das pferd das target, sondern du mit dem target das pferd berührst.

also nochmal kurz: geradeaus und links abbiegen ganz normal. rechts abbiegen, kommando rechts und die gerte waagerecht anheben. nimmt das pferd die nase runter oder wird langsamer, kommando "nein" und die gerte vor der pferdebrust anheben und bis zum hals/kopf übergang hochführen. gleichzeitig bestimmter führen und ein bisschen schneller gehen.

ganz wichtig ist, dass du beim spazierengehen mit dem pony ganz bei der sache bist und dich nicht ablenken lässt.

die vier sachen zunächst üben. zuerst auf dem platz, dann direkt beim spazierengehen. wenn du diese vier kleinen übungen kannst, hast du schon viel besseren einfluss auf das pony. die übungen sind auch gut fürs vertrauen. und wenn du diese übungen kannst (kann durchaus drei wochen dauern, nicht aufgeben also), dann findest du hier weitere anregungen zur bodenarbeit.

Lady31032003 02.07.2015, 22:27

Vielen Dank!

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ponyfliege 02.07.2015, 22:31
@Lady31032003

gern doch. fleissig üben ist aber wichtig.

sollte der pony-dickkopf doch mal im grase landen, dann mit kraft (wie einen vollen eimer wasser anheben) gleichmässig aufwärts ziehen, nicht rucken. dazu ein bestimmtes nein und weitergehen.  so lernt das pony, dass DU bestimmst, wann gefressen wird. wenn du das dann später mit halfter mit dem pony kannst, darf natürlich auch mal ein paar maul voll gras unterwegs nicht fehlen. aber DU bestimmst. und es wird nicht gefressen, bis ihr die vier übungen könnt.

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MissDeathMetal 02.07.2015, 22:31

Mit Trense spazieren gehen finde ich nicht so toll. Gerade wenn das Pferd öfters Richtung Gras zieht kommt es immer wieder zu unangenehmen Rucken im empfindlichen Pferdemaul. Das stumpft enorm ab und ist auch schmerzhaft, vor allem weil Pferde beim Ziehen am Zügel mit Gebiss doch oft irgendwann nachgeben weil es so weh tut. Dann gewöhnen sich die Leute an dagegen zu ziehen und da tut mir das Pferdemaul sehr, sehr leid. Wenn man kann sollte man mit Knoti rausgehen. Trense finde ich gar nicht gut, zumindest nicht wenn man das Pferd nicht unter Kontrolle hat

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ponyfliege 02.07.2015, 22:37
@MissDeathMetal

mit strick steht da deutlich genug.

jedoch wird ein pferdemaul nicht stumpf, sondern lernt, den reiz zu ignorieren als nicht wichtig. 

anheben, wenn der kopf im gras ist. ANHEBEN.

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MissDeathMetal 02.07.2015, 22:41
@ponyfliege

Und wo machst du den strick fest?? Wenn nicht am Gebissring?

Stumpf im Sinne von "Nerven reagieren nicht mehr so heftig auf Einwirkungen, das Pferd kann den Schmerz länger ignorieren, bzw spürt ihn erst später oder weniger stark"

Na, sag mal Reitschülern sie sollen den Kopf anheben. Mir musst du das nicht sagen, aber wie sollen das verzweifelte Kinder mit Pony am Strick schaffen? Irgendwann und irgendwie müssen die es ja auch lernen. Und sobald die merken, dass "anheben" bei ihnen nicht funktioniert, ziehen aber schon - na du weißt was dann ist. Dann wird halt gezogen und gezerrt.

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ponyfliege 02.07.2015, 23:12
@MissDeathMetal

na du weisst wie das ist. dann wird halt gezogen und gezerrt.

überhaupt nicht. und auch nicht geklappst.

ich brauch keinem reitschüler zu sagen, er solle den kopf anheben. das machen die alle von ganz allein. ALLE. wenn der lehrer was taugt.

wenn ich mit lady mitgehen könnte, wär das problem nach ein paar tagen erledigt. kann ich aber nicht.

im übrigen scheint überlesen worden zu sein, dass in meiner antwort ein bedingtes target als lösung vorgeschlagen wird. das bedingte target zeigt einem pferde in dieser phase sanfter die grenze, als jede andere methode es kann.

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MissDeathMetal 03.07.2015, 07:08
@ponyfliege

Dann bist du in einzigartigen Reitställen unterwegs. Wenn du da alleine bist ok. Hier bei uns den Ställen sind zu viele Anfänger für zu wenige Helfer. Klar machen die Kinder das so wie ich es sage, wenn ich danebenstehe. Die holen mich auch wenn sie es nicht schaffen. Aber woher weißt du bitte was die Kinder machen wenn du NICHT da bist? Kannst du glaskugelsehen?

Hm. Und wenn ich einen Tag dabei wäre wäre das Problem auch gelöst. Du bist nicht die einzige die mit Pferden umgehen kann, Ponyfliege.

Natürlich ist eine Begrenzung was gutes und sanftes. Ich denke aber, es geht nicht darum das Pferd zu führen, sondern es vom Fressen abzuhalten. Und was willst du da mit deiner Target machen? Dem Pferd vor die Nase halten?

Und was machst du eig wenn du das Pferd am Halfter führst? Dann schau ich gerne mal zu, wie du den Kopf "anhebst".

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LyciaKarma 03.07.2015, 11:05
@MissDeathMetal

Die Methode mit der Gerte finde ich gut. Wie ich aber oben schon geschrieben habe, ist ein Gebiss ausschließlich zum (sanften) Reiten da, in keinem Fall zum Führen - schon gar nicht, wenn man nur einseitig einen Strick ranhängt. Da kommen die Hilfen nicht an, weil man nur einseitig einwirken kann. Das Einzige, was das Pferd lernt ist "Schmerz bei Ungehorsam" und das ist nicht das Ziel.  

Wieso frisst das Pferd? Weil es das kann!  

Die Lösung ist also, schneller zu sein als das Pferd, vorrauszuschauen und all sowas. Aber sicher nicht mit einem Gebiss im Maul rumziehen.  

Ein Kräftemessen mit einem Pferd gewinnt man nie, deswegen ist der Vorschlag "Ziehen statt Rucken" eher hinfällig.

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ponyfliege 04.07.2015, 14:54
@MissDeathMetal

was das ross bei mir macht, wenn ich es mit halfter führe? dasselbe, als wenn ich es an der stirnlocke ohne halfter führe. es kommt gewöhnlich überhaupt nicht auf die idee, den kopf ins gras zu stecken. jedenfalls nicht, solange gegangen wird.

es funktioniert auch ohne ein bedingtes target. das bedingte target dient lediglich dazu, aus dem "stottern" in der menschlichen gestik eine geeignete übersetzung zu formulieren.

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MissDeathMetal 05.07.2015, 14:20
@ponyfliege

wenn das Pferd am Halfter den Kopf im Gras hat, und die ziehst den Kopf hoch... ich wünsche dir bei meiner RB frohes Ziehen. Da würde ich gerne mal zuschauen wie du das ohne Rucken schaffst

die bedingte target formuliert keine Übersetzung. Der Mensch hält sie nur von Natur aus eher so, wie er sie tatsächlich braucht, mit der Körpersprache sind Menschen sehr kreativ. Hält man aber die Target falsch, so kann auch diese nichts formulieren. Die Dinge sind immer nur so klar, wie wir sie ausführen. Was soll der stock übersetzen? Wir sehen nur selber deutlicher was wir damit machen

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ozeana2 23.03.2016, 22:26
@MissDeathMetal

Schreib mir mal bitte dann die Uhrzeit und das Datum! Ich bring Keckse mit, kannst du für Saft sorgen? Aber bring viel mit, dass wird ne lange Vorstellung!

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Erstmal sicher stellen dass das Pferd keinen Hunger hat. Sonst kann man es ihm ja nicht verübeln oder? :D Also vllt nicht spazieren gehen wenn das Pferd zuvor 3 Stunden ohne Heu am Paddock stand. Sollte das Pferd aber Hunger haben, so suche dir ein Stück Graslinie/Wiese aus (nicht an der Straße und nicht da wo alle Hunde hinmachen) und gehe gezielt dorthin um das Pferd da fressen zu lassen. Wenn es Hunger hat und sich auf das Grün freut, dann kann man ihm das auch mal gönnen lassen - aber eben kontrolliert.

Wenn dich das Pferd zum Gras zieht, dann warst du viiiiiieeeel zu reaktionslahm ;) Ein Pferd deutet schon an, dass es gleich zum Gras möchte. Erst ein unauffällier Blick Richtung Gras. Dann kommt die Kontrolle ob du das evtl wahr genommen hast. Danach drängt das Pferd gaaaaanz unauffällig Richtung Gras... und Zack! Zieht es dich hin und frisst. Der beste Moment zum Einschreiten ist der "Ich könnt' doch mal"-Blick, der späteste Moment ist das unauffällige rüberschleichen. Wenn das Pferd schon am Fressen ist bist du erstmal chancenlos.

Ich empfehle zum Spazieren immer ein Knotenhalfter. Damit kann man deutliche Signale und Impulse geben und diese auch gut dosieren. Beim Halfter kommen Signale erst später und sehr verschwommen an, zudem ist das Halter nicht für Zug gemacht, es schneidet unangenehm ein. Deshalb würde ich dir ein Knoti ans Herz legen ;) Ist auch zur Bodenarbeit am Rope oder beim Führtraining toll. Reiten oder longieren aber bitte nicht damit! Ich habe mir folgendes Knoti mit Zügeln (die ich als langen Strick nehme) angeschafft:

http://www.loesdau.de/Knotenhalfter-mit-Z%fcgel.htm?websale7=loesdau&pi=52236&ci=thema-bodenarbeit-halfter

Kann ich nur empfehlen, sitzt sehr gut, lässt sich recht gut einstellen, hält, ist schlicht in der Farbe, nicht zu scharf und stabil. Zudem sehr preiswert! Ich nehme wie gesagt die Zügel und schnalle sie seitlich in die Ringe ein. Dann verzieht es das Knoti nicht bei einseitigem Zug (was sonst wortwörtlich ins Auge gehen kann)

So weit am Rande. die passende Ausrüstung ist nämlich auch wichtig. So. Jetzt gehst du beim Spazieren mal aufmerksamer neben dem Pferd her. Nicht angespannt, nur aufmerksam. Das Pferd schielt Richtung Gras - Hand schließen (rucken muss nicht sein) und ein deutliches "Nein!" von sich geben. Pferd weiß: Aha, jetzt nicht, das hat sie bemerkt. Hälst du das konsequent durch und hälst das Pferd so stetig vom Fressen ab, so gibt es das auch auf (wird es aber trotzdem mal versuchen ;D). Beim Führen also immer aufmerksam! Bei meiner RB reicht ein mahnendes Grummeln und sie weiß, jetzt nicht. Obwohl sie sich auch manchmal noch durchmogelt ;D Sehr sinnvoll ist auch ein Kommando zum erlaubten Fressen. Du stellst dein Pferd auf die wiese und lenkst seine Aufmerksamkeit auf dich. Dann sagst du "Friss!" oder "Gras!" oder was du willst, lässt locker und machst einen Schritt zur Seite. Das Pferd darf fressen. Auf Kommando ist das echt cool, da das Pferd mit etwas Training erst um Erlaubnis fragt statt hinzuziehen. Wirklich sehr nützlich!

Wenn das Pferd langsam rüberdrängt ist es höchste Eisenbahn. Ein leichter und kurzer Zug am Strick, ein scharfes "Nein!" und ein zurückführen auf die Gerade. Dann wieder locker lassen.

Wenn dich das Pferd schon am Gras hat und frisst, warte bis es ein paar Bissen Gras gerupft hat. Mit vollem Maul kann es sich nicht ans Gras hängen und du kannst es mit einem Ruck wegholen. Dazu natürlich ein "Nein!", damit es gleich weiß dass es das nicht darf.

Wie immer ist es der Reiter, der zu unaufmerksam oder zu langsam ist ;) Die Pferde kündigen ihr Verhalten immer vorher an, man muss es nur sehen und erkennen und dementsprechend Handeln. Manchmal sehe ich meiner RB schon an, dass sie es sich jetzt *überlegt* da mal rüberzuschielen :D Da wird dann schon der Anfang des Anfangs unterbunden ^^ Insofern: Immer aufmerksam und am besten mit Knoti!

Lady31032003 02.07.2015, 22:17

Vielen Dank für den langen Text! :) Das Knoti sieht gut aus, ich denke ich werde mir so eins auch mal anschaffen müssen! :) Ich hab ihn auch noch nicht sooo wahnsinnig lange als RB, deswegen kenne ich seine Reaktionen noch nicht so gut ;) Aber du hast natürlich Recht - der Reiter hat Schuld :D

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Lady31032003 02.07.2015, 22:20

Aber was mache ich da gegen, das er - wenn er es geschafft hat zu fressen - nicht mehr anhält und weiter geht? :/

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MissDeathMetal 02.07.2015, 22:28
@Lady31032003

Wenn du ihn noch nicht so gut kennst ist das ja generell erstmal nicht schlimm, ihr müsst euch ja auch erstmal kennenlernen ;) Das Knoti kann ich wirklich empfehlen. Wichtig: Das Nasenstück muss zwei Finger breit unter dem Jochbein liegen, damit es weder zu hoch noch zu tief liegt. Beides ist nämlich schädlich.

Wenn er geschafft hat zu fressen, dann warte - wie gesagt - bis das Pferd das Maul etwas voller hat. Strick kürzer greifen (wenn er läuft nebenher laufen) und warten bis er eine kurze Pause zwischen den Bissen macht. Das sind oft nur 1-2 Sekunden, aber es ist eine Pause. So lange kann man das Pferd gut wegziehen. Also, Strick nehmen und Ruck, ruck, ruck, ruck. Nicht ziehen, denn da gewinnt IMMER das Pferd. Beim Ruck muss das Pferd nachgeben. Am besten du ruckst schräg nach hinten und nicht zur Seite oder nach vorne. Nach schräg hinten muss es den Kopf nicht nur heben sondern noch drehen und den Hals biegen. Dann drehst du das Pferd am besten im Halbskreis. sobald das Pferd Gegenzug entwickelt, Ruck! und loslaufen. Das muss kein Ruck sein dass dem Pferd der Kopf abfällt, der Ruck dient nur dazu das Pferd bei dir zu halten.

Auf jeden Fall nicht verzweifeln ;) Meine RB ist da auch hartnäckig ^^ schräg hinter rucken und loslaufen. Strick locker halten, aber halten. Wen er dann den Kopf wieder wegzieht, sofor rucken. Ist der Kopf oben, bleibt der Strick lang und locker, zieht er weg wird es unangenehm. So lernt das Pferd: Kopf oben, alles locker. Kopf am Gras, Ruck und unangenehm.

Braucht evtl etwas Übung aber Übung kommt auch nur durch üben ;) Also immer wieder ran! Und in kleinen Etappen, das hilft. Such dir ein Ziel in 15m wo das Pferd grasen darf, dazwischen nicht. Das ist für beide erstmal angenehmer ;D

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Lady31032003 02.07.2015, 22:31

Danke! :)

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ponyfliege 02.07.2015, 22:42
@Lady31032003

wie western calimero zu einer anderen frage mal treffend bemerkt hat, kann man mit einem nicht gut angepassten oder unfachmännischem umgan mit dem knoti dem pferd die nasenplatte brechen...

wenn da also keine "fachkraft" diesbezüglich vor ort ist, ist davon abzuraten. die trense ist da durchaus brauchbar.

und wenns an der erziehung liegt, dann reicht das bitte bitte erst mal nicht. und dann doch erst mal mit der trens den chef rauskehren, aber dafür das hotti sicher unter kontrolle halten.

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MissDeathMetal 03.07.2015, 07:11
@ponyfliege

Ja, mit einem zu tief geschnallten Knoti kann man in der tat das Nasenbein des Pferdes brechen. Aber auch nur wenn es zu tief verschnallt ist. Ich erwähnt oben ja bereits wie man es korrekt einstellen muss.

So. Ist das Knoti korrekt eingestellt, bricht man dem Pferd nichts. Mit einem Gebiss kann man dem Pferd IMMER den Kiefer brechen. Insofern ist meine vorgeschlagene Anwendung sicherer als deine.

Eine "Fachkraft" braucht man auch wenn man mit Trense führt.

Und ich kehre nicht den Chef aus, wenn ich am Gebiss des Pferdes hänge! Und mit Knoti halte ich ein Pferd genauso unter Kontrolle wie mit Trense und andersrum.

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LyciaKarma 03.07.2015, 11:01
@ponyfliege

Ein Knotenhalfter schmerzt nicht, wenn man es richtig verwendet, es wird nur sehr unangenehm. Kannst du bei dir am Schienbein mal testen.  

Ein Gebiss aber quetscht *immer* die Laden des Pferdes, weil der Druck von unten oder von oben kommt. Seitlich reißt man das Gebiss durchs Maul.  

Das Pferdemaul ist heilig, deswegen benutzt man Gebisse *nie* zum Führen, sondern immer nur zum (feinen!) Reiten! 

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ponyfliege 04.07.2015, 15:00
@LyciaKarma

was ich nicht verstehe ist folgendes:

könnte mir bitte mal jemand den unterschied zwischen "sehr unangenehm", "zugdruck" und "moderatem schmerz" erklären?

weil "sehr unangenhem" definiere ich als schmerz. und da unterscheidet sich die trense meiner erfahrung nach nicht wesentlich vom knotenhalfter. lediglich, dass die einwirkung an einer anderen stelle erfolgt.

ein kind ist definitiv nicht in der lage, einem pferd beim führen mit der trense den kiefer zu brechen.

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MissDeathMetal 05.07.2015, 13:14
@ponyfliege

Ein Kind ist sehr wohl in der Lage einem Pferd den Kiefer zu brechen. Es kommt nur immer auf das wann und wie an. Im "richtigen" Winkel nach hinten unten, ein ordentlicher ruck vom Führenden und ein ordentlicher Ruck des Pferdes in die andere Richtung und schon hat man einen angebrochenen Kiefer. Vllt passiert das nur in einem von hundert Fällen, aber die Gefahr besteht und ein Kind schafft das ebenso wie ein Erwachsener. Ab 14 kann auch ein Kind einem Pferd den Kiefer brechen, kräftige Kinder auch schon mit 12.

Das sehr unangenehm und schmerhaft kannst du dir am besten selbst erklären. Lege dir ein Knoti mit dem Nasenriemen ans Schienbein und bitte jemand anders mit dem Strick mal richtig anzuziehen. Und dann mach das mal mit einem Gebiss. Dann weiß du, wo der Unterschied liegt. Das Knoti hat nur den Druckpunkt Nasenrücken. Das Gebiss hat mit etwas Peck den Druckpunkt Gaumen, bei Zug IMMER die Laden, das Zahnfleisch und evtl noch die Zunge wenn es diese dazwischenpackt. Kannst dir ja mal einen Löffel in den Mund stecken und dran reißen.

Und natürlich gibt es Schmerzunterschiede. Oder willst du behaupten eine Impfung tut genauso weh wie eine Armamputation ohne Narkose/Sedierung? Es gibt verschiedene Schmerzstufen und mit dem Gebiss kann man schneller und mit weniger Kraft eine höhere Schmerzstufe erreichen als mit Knoti. Ich verharmlose das Knoti nicht, die Nasenplatte hat genauso viele Nerven wie im Maul und an der Nasenplatte sind sie auch nicht durch Fett oder Muskeln geschützt. ABER das Knoti hat eben nur diesen EINEN wirkungspunkt, das Gebiss mindestens zwei, eher noch drei oder vier. Mehr Angriffspunkte und schnellerer Schmerz.

Wenn sich das ganze laut dir nicht vom Knoti unterscheidet, warum wehrst du dich dann so gegen das Knoti? Ich sehe einen Unterschied und plädiere deshalb für das Knoti. Meine RB sagt mir sehr deutlich, dass sie mit Knoti zwar händelbar ist, aber auch wesentlich zufriedener als mit Gebiss. Wenn du dein Pferd mal anschauen würdest, dann würdest du dir das vllt auch mitteilen lassen. Ich kenne kein Pferd, das das Gebiss dem Knoti beim Führen vorzieht

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ponyfliege 06.07.2015, 18:06
@MissDeathMetal

das ist von pferd zu pferd verschieden. manche teilen mit: lade knochig und eng - lieber dünnes gebiss.

manche teilen mit: druck auf nase löst fluchtreflex aus

manche springen bei druck im genick im dreieck.

auf manche pferdeköpfe kann man gar keine seilschaften, ganz gleich welcher art benutzen - gut gibt es halsringe...

manche mögen keinen impuls am backenknochen...

manche laufen vom ersten tag an ohne alles neben mir her...

früher wollte ich auch die welt verändern. man reibt sich nur auf dabei. heute bin ich konkreter. 

derjenige, der hier fragt, muss mit dem ratschlag auch was anfangen können, auch wenns erst mal nur eine teillösung ist. der nächste schritt kommt, wenn sich aus dem einfachen "sich-herr-der-lage" fühlen bei spazieren gehen mit dem pferd langsam das interesse an der bodenarbeit entwickelt. dann kommt irgendwann die frage, wie die einwirkung verfeinert werden kann.

es ist wie beim zeichnen. ich beginne mit dem umriss. die strukturen und feinheiten kommen erst nach und nach hinzu. aber zunächst muss ich wissen, wie man den stift hält. sonst bringt alles nichts.

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MissDeathMetal 06.07.2015, 20:11
@ponyfliege

Die FS kann auch mit meiner Antwort etwas anfangen. Die Teillösung hast nicht nur du erbracht. Meiner Meinung nach gehört es sich anders herum, erst Bodenarbeit, dann der Test beim Spazieren. Bei der Freiarbeit hat man auch keine Diskussionen ob Trense oder Knoti, da ist man frei und muss an sich arbeiten und mal mitdenken. Für mich geht der Weg so gut wie immer über die Bodenarbeit.

Deine weisen Worte sind allerdings auch keine Frage auf meine Antwort. Aber gut, belassen wir es damit.

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Liegt das am Hunger oder an fehlender Erziehung - das ist die Frage.

Lady31032003 02.07.2015, 21:57

Es ist meine Reitbeteiligung. Ich denke das es da an erziehung fehlt.

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LyciaKarma 02.07.2015, 21:59
@Lady31032003

Dann erzieh das Pferd. Sei schneller als das Pony, halte es vom Grasen ab, lass es nicht grasen.

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Lady31032003 02.07.2015, 22:00

Er kriegt aber auf jeden Fall genug zu fressen. Aber es ist natürlich für jedes Pferd verlockend, über all Graß um sich zu haben...

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LyciaKarma 02.07.2015, 22:01
@Lady31032003

Mag sein. Für ein Pferd ist es auch verlockend, sich die Leckerlis einfach zu nehmen, wenn man welche hat - trotzdem darf es das nicht, oder?

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