Polizist behauptet man sei über Rote Ampel gefahren?

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6 Antworten

Guten Morgen!
Wenn die Sache wirklich so abgelaufen ist, wie du sagst, dann war ja keine rote Ampel dabei, oder? Ich glaube jedoch nicht, dass der Polizist euch ärgern wollte. Vielleicht kann es doch sein, dass die Ampel umgeschaltet hat, während ihr drüber seid? Und ihr wart zu beschäftigt, dies zu bemerken? Egal.
Folgendes solltest du vor Gericht beachten:

Fragen korrekt und in ordentlichem Deutsch beantworten.

Immer höflich bleiben!!!

Die Situation schildern, wie sie war. Allerdings würde ich dir raten, etwas weniger konfus zu antworten, als du oben geschrieben hast. (Nicht: dann kam noch ne Ampel, sondern 1. Ampel, 2. Ampel etc.)
Evt. wird ein Plan der Straßen aufgehängt sein, anhand dessen ihr und auch der Polizist die Route zeigen sollt und die vermeintliche rote Ampel. In diesem Fall deutlich, souverän und knapp die Route erklären und angeben, welche Ampel rot oder grün war.

Besprecht euch vorher nochmal, damit es keine Widersprüche gibt.

Entschuldige dich ggf. beim Polizisten über einen nicht angemessenen Ton. Begründe das mit Nervosität oder Stress. Evt sagst du vorher auch schon dem Richter, wenn du deine Fall schilderst, dass es dir leid tut, wenn du dem Polizist in unangemessener Weise geantwortet hast. Du wolltest in keiner Weise beleidigend oder aufsässig sein, sondern warst in diesem Moment gestresst und hast dich zu einer unbedachten Bemerkung (dein "bin ja nicht farbenblind") hinreißen lassen.
Das nimmt ihm von Vornherein den Wind aus den Segeln.

Sag, dass du immer ein achtsamer und aufmerksamer Autofahrer bist (ich hoffe du hast nicht schon zig Verfahren und Punkte) und, aufgrund der Tatsache, dass es dunkel war und ihr etwas gesucht habt, auch deine Mitfahrer um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten hast, um problematische Situationen zu vermeiden.

Ihr seid euch daher alle sicher, weil alle ganz besonders aufmerksam waren, dass ihr keine rote Ampel überfahren habt.

 

An sich müsste es keine Probleme geben, denn du hast ja zwei Zeugen. Der Richter entscheidet dann nach der Glaubwürdigkeit und der Sachlage, wie er sie selbst einschätzt. Kommt es zu keiner Entscheidung, dann gilt normalerweise, in dubio pro reo (im Zweifel für den Angeklagten). Gibt es jedoch Fotos oder Filmaufnahmen vom Polizisten, die das Überfahren einer roten Ampel belegen, dann würde ich mich entschuldigen und sagen, dass ihr im Eifer des Gefechts diese wohl übersehen habt und selbstverständlich eine Strafe annehmt und in Zukunft wieder besser achtgebt.

Viel Erfolg

P. S. Dass der Polizist sarkastisch war und "rumgenörgelt" hat, darauf würde ich besser nicht herumreiten ;-)

Chiri96 28.11.2016, 10:23

Vielen Dank erstmal für die hilfreichen tips ich werde sie sicherlich gebrauchen!
Ich weiß nicht ob der Polizist wirklich hinter mir war.
Er war ziemlich beleidigend, das ging echt garnicht, aber sie haben recht da musste ich mich auch entschuldigen, so geantwortet zu haben.
Wo wir angefahren sind war die Ampel 100% grün Vlt als der Polizist drauf geachtet war sie schon rot, da die Ampel sehr schnell von grün auf rot umspringt. Könnte man es auch so belegen?

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Mary150879 28.11.2016, 10:26
@Chiri96

Bitte, gerne. Ihr müsst ja nicht belegen, was der Polizist gesehen hat! Ihr müsst nur wahrheitsgemäß schildern, was ihr gesehen habt. Wenn ihr anfangt, Mutmaßungen anzustellen, wie es sich beim Polizisten zugetragen haben könnte, dann sieht der das bestimmt nicht gern. Wenn sich in einem Gespräch die Situation von sich aus ergibt, beispielsweise durch eine Frage vom Richter, so könnt ihr durchaus sagen, dass die Ampel sehr schnell umspringt, dass ihr aber definitiv bei grün gefahren seid. Aber wie gesagt, Mutmaßungen zur Wahrnehmung des Polizisten würde ich ungefragt lassen.

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Sage ganz einfach die Wahrheit. Wenn du dich in Lügen verstrickst, wirst du unglaubwürdig. Das wäre zu deinem Nachteil. Richter und Staatsanwalt haben gute Menschenkenntnisse und sind täglich mit vielen Lügen konfrontiert, so dass sie den Lügnern sehr häufig auf die Schliche kommen.

Du hast eine Zeugin, die zu deinen Gunsten aussagen wird. Möglicherweise wird auch noch das zweite Mädchen, das im Auto saß, verhört werden - wenn das Gericht es für erforderlich hält.

Der Richter entscheidet nach Akten- und Beweislage. Du hast gegen sein Urteil ein Rechtsmittel und kannst seine Entscheidung von der nächst höheren Instanz überprüfen lassen.

Mache dir keine zu großen Sorgen. Dir wird nicht gleich der Kopf abgerissen.

Alles Gute! :-)

All das, was Du hier über den Polizisten berichtest, haben Richter schon tausendmal gehört. Die Polizisten sind immer die Bösen, die Unrecht haben. Bleibt die Frage, warum der Mann, der Dich nicht kennt, lügen sollte. Hingegen weist so ziemlich alles, was Du schreibst, darauf hin, dass Ihr mehr mit dem Erreichen Eures Zieles, als mit den Ampeln beschäftigt ward. Und dabei kann es halt passieren, dass man eine Ampel überfährt.

Deine Freundin ist, im Gegensatz zu einigen Meinungen hier, als Zeugin vor Gericht wertlos. Das sage ich Dir als jemand, der einige Jahre in der Bußgeldstelle gearbeitet hat. Du wärst gut beraten gewesen, das Bußgeld zu bezahlen. Nun wird es Dir der Richter empfehlen, wenn er nicht begründete Zweifel an der Aussage des Polizisten hat.

Von mir kommt keine weitere Antwort.

Chiri96 28.11.2016, 10:34

Ich glaube an die Gerechtigkeit! Ich war sehr auf die Straße und auf die Ampeln konzentriert weil ich auch um unsere Sicherheit geachtet habe.
Meine Freundinnen könnten aus deren eigene Wahrnehmung bestätigen dass die grün war.
Warum laden Sie dann die Zeugen ein, wenn sie keinen Wert haben?
Ich will den Polizist garnicht in den dreck ziehen.
wäre es so gewesen, dass die Ampel rot gewesen sein, dann hätte ich die Strafe akzeptiert, aber es liegt nicht in mein Interesse zu lügen und bestraft werden für eine Tat die ich nicht begangen habe.
Meinen sie jetzt wirklich dass ich wirklich keine Chancen habe?

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kreuzkampus 28.11.2016, 10:41
@Chiri96

"Meinen sie jetzt wirklich dass ich wirklich keine Chancen habe?""

Darauf dann doch noch eine Antwort: Wenn der Richter nicht

berechtigte Zweifel

an der Aussage des Polizisten hat, liegt Deine Chance bei weniger als einem Prozent. Zeugen werden übrigens

generell

geladen. Kein Richter kann vorher sagen, dass deren Aussage nutzlos ist. Es kann immer Gründe geben, dass sie der Wahrheitsfindung dienen. Aber in Deinem 08/15-Fall.......Viel Glück!

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Chiri96 30.11.2016, 14:28

Den "08/15" Fall würde frei gesprochen ;-)
Seien sie demnächst nicht zu ernst :-)

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kreuzkampus 30.11.2016, 14:41
@Chiri96

Ohne Erklärung ist diese Antwort wertlos. Das war's für mich aber. Ich bedauere die Zeit, die ich verschwendet habe.

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Nun steht erstmal Aussage gegen Aussage. Da du aber Zeugen hast, würde ich dies genauso schildern.

Außerdem: Wenn dich der Polizist beleidigt hat, dann kannst du ihn wegen Beleidigung anzeigen - denn auch Zeugen sind wieder vorhanden.

 

In Beiden Fällen wird vielleicht das Verfahren eingestellt.

Ähnliche Situation hatte ich auch mal. Hab mich geärgert und an kompetenten Stellen schlau gemacht.

Schliesslich habe ich 50€ gezahlt — billiger, als eine verlorene Gerichtsverhandlung.

Deine Freundin (Zeugin) könnte als befangen gelten.

Chiri96 28.11.2016, 10:04

Echt? Wie bist du vorgegangen, wie hast du dich und deine Zeugin geäußert? Kannst du mir Vlt ein Tipp geben?

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OhNobody 28.11.2016, 10:08
@Chiri96

Ich habe das nicht bis zum Gericht durchgezogen, sondern einfach bezahlt.

Das ist zwar teuer — und ich habe mich eine Weile lang geärgert, aber am Ende waren mir meine Nerven wichtiger.

Und wenn ich ehrlich bin: zwischen Vorder- und Hinterräder konnte ich im Augenwinkel ganz schwach Rot sehen 😉.

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Ich schätze deine Aufregung ist normal. Achte einfach drauf möglichst verständlich zu reden! Viel Erfolg!

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