politische Verhältnisse zur Lebenszeit Ciceros in Rom?!

2 Antworten

Die Lebenszeit Ciceros war sehr turbulent. Es beginnt mit den Bundesgenossenkriegen, durch die dieEinwohner der Italischen Städte das Römische Bürgerrecht erhielten. Dann folgt die Auseinandersetzung zwischen Marius und Sulla. Danach die Catalinarische Verschwörung, die er aufdeckte. Das nächste politische Ereignis war der Aufstieg Caesars mit dem 1. Triumvirat mit Crassus und Pompeius. Darauf folgte der Tod des Crassus, das Zerwürfnis der beiden anderen und die militärische Niederlage des Pompeius. Caesars Leben endete mit seiner Ermordung und dem Aufstieg Oktavians, der sich mit Marcus Antonius verbündete, um die Caesarmörder zu vernichten. In diese Zeit spielt auch die Königin Kleopatra als Geliebte Caesars und von Marc Anton und die Probleme mit den diversen Mithridates im Osten. Näheres zu den jeweiligen Ereignissen findest Du, indem Du sie bei Wikipedia eingibst oder ein Buch zur Römischen Geschichte liest.

Alles o.k. bis auf die cat a linarische Verschwörung: Der mann hieß Cat i lina.

0

Zu Lebzeiten Ciceros (106 – 43 v. Chr.) gab es die römische Republik, die sich allerdings in einer Krise befand. Marcus Tullius Cicero hat als Ziel für den Staat die Bewahrung bzw. Wiederherstellung der traditionellen Ordnung der Republik gesehen.

Eine politische Führungsschicht (die Nobilität) hatte die Vorherrschaft, auch durch gesellschaftliche Bindungen (z. B. Klientelwesen). Neulinge (ein „homo novus“ aus einer bis dahin nicht bis zu politischen Spitzenämtern gekommemen vornehmen Familie wie z. B. Cicero) konnten unter günstigen Bedingungen aufsteigen. Das Volk hatte vor allem über Volksversammlungen bei Wahlen und Gesetzgebung einen gewissen Anteil an der Politik. Im Mittelpunkt stand in der republikanischen Ordnung der Senat. In der Nobilität kam es aber zu Desintegration (verschärfte Auseinandersetzungen und abnehmende Übereinstimmung).

Für die Aufgaben des römischen Weltreichs wurden viele Soldaten benötigt. Eine Bürgermiliz reichte dafür nicht mehr aus, auch weil nicht mehr aureichend Vermögen besaßen und die lange Abwesenheit in weit entfernten Ländern eine Aufrechterhaltung einer Existenz als Bauer kaum zuließ. Daher war eine Berufsarmee entstanden (die Heersreform des Gaius Marius hatte die Folgen voll durchgeführt). Die Soldaten erwarteten vom Feldherrn nun ihre Versorgung bei Entlassung. Einzelne ehrgeizige Politiker konnten als Feldherrn mit außerordentlichen Kommandogewalten (imperia extraordinaria) große Macht bekommen, was Probleme mit der Einfügung ihrer Position als grunsätzlich Gleiche in das Gesamtsystem ergab.

Nach dem Bundesgenossenkrieg, durch den das römische Bürgerrecht an die römischen Bundesgenossen in Italien ging, kam es zu einem Bürgerkrieg (Lucius Cornelius Sulla und weitere Optimaten gegen Gaius Marius; Lucius Cornelius Cinna und weitere Popularen) mit anschließender Diktatur Sullas. Dessen Reformversuch hielt nicht lange. Pompeius und Crassus verfolgten ehrgeizige Ziele und als Pompeius (siegreich von Kämpfen im Osten zurückgekehrt) beim Senat seine politischen Wünsche nicht durchsetzen konnte, gelang es Caesar, ein Bündnis (Dreibund; kein formales offizielles Amt, sondern eine Zusamenarbeit, lateinisch „coitio“) herzustellen. Dabei wurde er selbst 59 v. Chr. Konsul und danach Statthalter, was ihm Gelegenheit bot, mit dem gallischen Krieg seine politische Stellung zu stärken.

Cicero hat als Konsul (63 v. Chr.) die Verschwörung des Lucius Sergius Catilina mit breiter Zustimmung niedergeschlagen und damit einen Höhepunkt an politischem Erfolg erreicht. Seine Stärken waren im zivilen Bereich (großer Redner). Es kamen aber für ihn auch Rückschläge. Besonders hart war für ihn die von seinem Feind Clodius bewirkte Verbannung aus Rom (58 – 57 v. Chr.).

Die wenig stabilen Verhältnisse und einzelne Mächtige, besonders der Dreibund von Gnaius Pompeius Magnus, Gaius Iulius Caesar und Marcus Licinius Crassus, schränkten seinen Spielraum ein. Auch über die Optimaten (Anhänger einer auf den Senat gestützten Politik mit Vorherrschaft der Nobilität; die entgegengesetzte Richtung, die dem Volk etwas mehr Gewicht geben möchte, wird Popularen genannt), denen er grundsätzlich zuneigte, war er zeitweise sehr enttäuscht und fühlte sich zumindest durch Teile von ihnen schlecht behandelt.

Nachdem Crassus 53 v. Chr. in Kampf gegen die Parther gestorben war und Pompeius die gestiegene Macht Caesars zunehmend als unangenehme Konkurrenz empfand, näherte sich Pompeius und die Optimaten an, mit Caesar als gemeinsamen Gegner.

Der ausbrechende Bürgerkrieg (49 – 45 v. Chr.) zwischen Caesar und Popmpeius sowie den Optimaten entsprach nicht Ciceros Wünschen und er fühlte sich in ihm nicht wohl. Er begrüßte Caesars Ermordung und betätigte sich mit großem Einsatz als Anhänger der Republik, wobei er Marcus Antonius als Hauptgegner bekämpfte. Dazu arbeitete er auch mit Gaius Octavius/Oktavian zusammen, der ihn aber für seine eigene Zwecke ausnutzte und sich schließlich mit Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepdius verbündete (Triumvirat). Cicero kam auf eine Proskriptionsliste und wurde getötet.

Bücher enthalten ausführliche Darstellungen, z. B.:

Matthias Gelzer, Cicero : ein biographischer Versuch. Unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1969. Wiesbaden : Steiner, 1983. ISBN 3-515-04089-7

Christian Habicht, Cicero der Politiker. München : Beck, 1990. ISBN 3-406-34355-4

Manfred Fuhrmann, Cicero und die römische Republik. Paperback-Ausgabe. 3. Auflage. Düsseldorf : Patmos, 2007. ISBN 978-3-491-691132-2

Klaus Bringmann, Cicero. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Gestalten der Antike), 2010. ISBN 978-3-534-15416-6

Jochen Bleicken, Geschichte der römischen Republik. 6. Auflage. München : Oldenbourg, 2004 (Oldenbourg-Grundriss der Geschichte ; Band 2). ISBN 3-486-49666-2

Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik. 5. Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2007. ISBN 978-3-543-20041-2

Das sollte helfen DH

0

Was möchtest Du wissen?