Politische Situation in Israel

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2 Antworten

Israel nach dem Babylonischen Exil.
Während der 390 Jahre, die dem Tod Salomos und der Teilung des früher geeinten Königreiches folgten, bis zur Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. findet der Ausdruck „Israel“ nur auf die 10 Stämme Anwendung, die unter der Herrschaft des Nordreiches standen (2Kö 17:21-23). Doch nach der Rückkehr eines Überrests aller 12 Stämme aus dem Exil bis zur zweiten Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. schließt der Ausdruck „Israel“ erneut alle Nachkommen Jakobs ein, die zu jener Zeit lebten. Die Angehörigen aller 12 Stämme wurden wiederum als „ganz Israel“ bezeichnet (Esr 2:70; 6:17; 10:5; Ne 12:47; Apg 2:22, 36).

Im Jahre 537 v. u. Z. kehrten 42 360 Männer (und zweifellos ihre Frauen und Kinder; außerdem Sklaven und berufsmäßige Sänger) mit Serubbabel und dem Hohenpriester Josua (Jeschua) nach Jerusalem zurück, und sie begannen, das Haus der Anbetung Jehovas wieder aufzubauen (Esr 3:1, 2; 5:1, 2). Später, im Jahre 468 v. u. Z., kehrten weitere Israeliten mit Esra zurück (Esr 7:1 bis 8:36), und danach, im Jahre 455 v. u. Z., gingen zweifellos wiederum andere Israeliten mit Nehemia, der den besonderen Auftrag hatte, die Mauern und die Tore der Stadt wieder aufzubauen, nach Jerusalem (Ne 2:5-9). Wie aus dem Buch Esther hervorgeht, blieben jedoch viele Israeliten im ganzen Reich verstreut wohnen (Est 3:8; 8:8-14; 9:30).

Israel erlangte zwar nicht mehr die Souveränität, die es zuvor als unabhängige Nation gehabt hatte, doch es wurde ein hebräischer Staat, der unter der persischen Herrschaft große Freiheit genoß. Stellvertretende Herrscher und Statthalter (wie Serubbabel und Nehemia) wurden unter den Israeliten ausgewählt und über sie eingesetzt (Ne 2:16-18; 5:14, 15; Hag 1:1). Die älteren Männer Israels und die Stammeshäupter blieben weiterhin die Räte und die Vertreter des Volkes (Esr 10:8, 14). Die Priesterschaft wurde, gestützt auf die sorgfältig aufbewahrten Geschlechtsregister, neu organisiert. Da die levitischen Priester nun wieder ordnungsgemäß ihren Dienst verrichteten, konnten erneut Opfer dargebracht und auch die anderen Vorschriften des Gesetzesbundes beobachtet werden (Esr 2:59-63; 8:1-14; Ne 8:1-18).

Nach dem Fall des Perserreiches und dem Aufstieg Griechenlands zur Weltherrschaft war Israel ein Spielball zwischen den ägyptischen Ptolemäern und den syrischen Seleukiden. Die letzteren waren während der Herrschaft von Antiochos IV. Epiphanes entschlossen, die Religion und die Bräuche der Juden auszurotten. Diese Bemühungen erreichten im Jahre 168 v. u. Z. ihren Höhepunkt, als über dem Tempelaltar in Jerusalem ein heidnischer Altar errichtet wurde, den man dem griechischen Gott Zeus weihte. Doch diese frevelhafte Tat bewirkte nur das Gegenteil: Sie löste den Aufstand der Makkabäer aus. Drei Jahre später, auf den Tag genau, wurde der gereinigte Tempel von dem siegreichen jüdischen Führer Judas Makkabäus bei einem Fest erneut Jehova geweiht. Dieses Fest (Chanukka) wird seitdem zur Erinnerung an jenes Ereignis von den Juden gefeiert.

Im folgenden Jahrhundert erlebte Israel große innere Unruhen, durch die es sich von den im Gesetz dargelegten Bestimmungen zur Verwaltung der Stämme immer weiter entfernte. Zu jener Zeit konnten die Makkabäer oder Hasmonäer, die Israel zur Selbständigkeit verhalfen, verschiedene Erfolge erzielen. Außerdem kamen die Parteien der prohasmonäischen Sadduzäer und der antihasmonäischen Pharisäer ins Dasein. Schließlich wurde Rom, das inzwischen Weltmacht geworden war, aufgefordert einzugreifen. Daraufhin wurde General Gnaeus Pompejus gesandt, und im Jahre 63 v. u. Z. eroberte er nach einer dreimonatigen Belagerung Jerusalem und verleibte Judäa dem Reich ein. Um das Jahr 39 v. u. Z. setzte Rom Herodes den Großen als König der Juden ein, und etwa drei Jahre später zerschlug er erfolgreich die Herrschaft der Hasmonäer. Kurz vor seinem Tod wurde im Jahre 2 v. u. Z. Jesus geboren, „eine Herrlichkeit deines Volkes Israel“ (Luk 2:32).

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Die römische Herrschaft über Israel wurde im 1. Jahrhundert u. Z. durch Bezirksherrscher (manchmal rechtmäßige Könige) und Statthalter oder Prokuratoren ausgeübt. In der Bibel werden Philippus, Lysanias und Herodes Antipas als Bezirksherrscher erwähnt (Luk 3:1) sowie Pontius Pilatus, Felix und Festus als Statthalter (Apg 23:26; 24:27) und auch die Könige Agrippa I. und Agrippa II. (Apg 12:1; 25:13). Bei den Juden selbst gab es immer noch eine gewisse Vorkehrung, die dazu diente, die Stammeszugehörigkeit festzustellen. Das wurde offensichtlich, als Cäsar Augustus die Verordnung erließ, jeder Israelit solle sich am jeweiligen Ort seines Vaterhauses einschreiben lassen (Luk 2:1-5). Die „älteren Männer“ und die levitischen Priester, die als Beamte fungierten, waren unter dem Volk noch immer sehr einflußreich (Mat 21:23; 26:47, 57; Apg 4:5, 23), obwohl sie zum großen Teil die Vorschriften des Gesetzesbundes durch menschliche Überlieferungen ersetzt hatten (Mat 15:1-11).

Unter diesen Umständen wurde das Christentum geboren. Zuerst erschien der Vorläufer Jesu, Johannes der Täufer, der bewirkte, daß viele Israeliten zu Jehova umkehrten (Luk 1:16; Joh 1:31). Dann führten Jesus und seine Apostel unter „den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ das Rettungswerk weiter und öffneten „Blinden“ die „Augen“, damit sie die Verkehrtheit menschlicher Überlieferungen und den überaus großen Nutzen der wahren Gottesanbetung erkannten (Mat 15:24; 10:6). Aber nur ein Überrest nahm Jesus als den Messias an und wurde gerettet (Rö 9:27; 11:7). Er jubelte ihm als „König von Israel“ begeistert zu (Joh 1:49; 12:12, 13). Doch die Mehrheit glaubte nicht an Jesus (Mat 8:10; Rö 9:31, 32), sondern schrie gemeinsam mit den religiösen Führern: „Weg mit ihm! Weg mit ihm! An den Pfahl mit ihm!“ „Wir haben keinen König außer Cäsar“ (Joh 19:15; Mar 15:11-15).

Bald stellte sich diese unerschütterliche Treue zu Cäsar als unecht heraus. Fanatische Elemente in Israel wiegelten das Volk immer wieder zu einem Aufstand auf, und jedes Mal litt die Provinz unter strengen Vergeltungsmaßnahmen der Römer, Maßnahmen, durch die wiederum der Haß der Juden auf die römische Herrschaft nur noch mehr geschürt wurde. Die Lage spitzte sich schließlich so sehr zu, daß die dort stationierten römischen Streitkräfte nicht mehr Herr der Lage blieben. Deshalb rückte der Statthalter von Syrien, Cestius Gallus, mit einer größeren Streitmacht gegen Jerusalem vor, um die Machtstellung Roms zu bewahren.

Nachdem Gallus die n. des Tempels gelegene Bezetha in Brand gesteckt hatte, ließ er sw. des Tempels gegenüber dem königlichen Palast das Lager aufschlagen. Gemäß den Worten von Josephus wäre es ihm in diesem Moment ein leichtes gewesen, gewaltsam in die Stadt einzudringen. Dadurch, daß er jedoch zögerte, gewannen die Rebellen an Stärke. Die vordersten der Römer hielten ihre Schilde so, daß sie vollständig davon bedeckt waren — sie bildeten die sogenannte „Schildkröte“ —, und machten sich daran, die Mauer zu unterhöhlen. Als die Römer wieder fast den Sieg davongetragen hätten, zogen sie sich im Herbst des Jahres 66 u. Z. zurück. Über diesen Rückzug sagte Josephus: „Cestius . . . gab auf der Stelle den Soldaten den Befehl zum Rückzug, und obgleich er überhaupt keine Niederlage erlitten hatte, gab er die Hoffnung auf einen Erfolg auf und zog wider alle Vernunft von der Stadt ab“ (Der Jüdische Krieg, übersetzt von H. Endrös, Bd. 1, 1965, 2. Buch, Kap. 19, Abs. 7, S. 239). Der Angriff auf die Stadt, gefolgt von dem plötzlichen Rückzug, war für die Christen dort das Zeichen, „in die Berge zu fliehen“, und sie hatten nun auch Gelegenheit, diese Anweisung Jesu zu befolgen (Luk 21:20-22).

Im folgenden Jahr (67 u. Z.) ging Vespasian daran, den jüdischen Aufstand niederzuschlagen. Durch den unerwarteten Tod Neros im Jahre 68 öffnete sich jedoch für Vespasian der Weg, Kaiser zu werden. So kehrte er 69 nach Rom zurück und ließ seinen Sohn Titus den Feldzug fortsetzen. Im nächsten Jahr, im Jahre 70 u. Z., drang Titus in Jerusalem ein und zerstörte es. Drei Jahre später fiel Masada, die letzte jüdische Festung, in die Hände der Römer. Josephus sagte, während des ganzen Feldzuges gegen Jerusalem seien 1 100 000 Juden gestorben, viele von ihnen durch Pest oder Hungersnot, und 97 000 seien gefangengenommen und als Sklaven in alle Teile des Reiches zerstreut worden (Der Jüdische Krieg, übersetzt von H. Endrös, Bd. 2, 1966, 6. Buch, Kap. 9, Abs. 3, S. 217, 218).


Quelle:
Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Stichwort "Israel", auf jw.org

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Jesus mußte seine Botschaften und Gleichnisse verschlüsseln, weil wenn er die Dinge beim Namen genannt hätte, wäre er schnell weg vom Fenster gewesen. Bei den Römern brauchte es nicht viel dazu. Er meinte die damalige Politik, Er hat auch nur 3 Jahre lang gewirkt, bevor er ans kreuz genagelt wurde, so wie 100000 andere Aufrührer aus seiner Zeit die zur Regirungszeit Herodes ans Kreuz kamen . Die Römer aber, und an ihrer Spitze der Prokurator Pontius Pilatus, haben Jesus im Blick gehabt, weil er ihnen gefährlich zu werden drohte“,. „Sie mußten ihn in Schach halten, weil er eine riesige Anhängerschaft unter den Juden hatte, Tausende von Menschen.“ Das zeige zum Beispiel die Geschichte von der Brotvermehrung, an der 5000 Männer und ihre Familien teilgenommen hätten, „also etwa 30.000 Menschen“..Und Jesus sei von vielen seiner Zeitgenossen als Messias angesehen worden, als Retter. „Seine Botschaft vom Königreich Gottes wäre aber ohne eine reale Befreiung der Juden vom Joch der Römer unmöglich gewesen“. „Die Menschen mußten frei ,ja' zu dieser Botschaft vom Reich Gottes, zum Bund mit Gott, sagen können.“ Genau das machte Jesus den Römern suspekt, und deswegen mußte er sterben. „Jesus war ein Märtyrer“ „so wie es mehrere Märtyrer im Judentum gab.“ Die Römer beuteten das Land gnadenlos aus, und schreckten auch vor Greultaten nicht zurück , um an Geld zu kommen.Sie haben sogar die kostbaren Gewänder der Hohen Priester in Gewahrsam genommen ,und haben sie nur zu besonderen Anlässen und hohen Feiertagen rausgegeben. 26 - 36 n.Chr. Pontius Pilatus römischer Prokurator von Judäa. 27 n.Chr. Beginn des Wirkens Jesu: Predigt einer spirituellen Erneuerung des Judentums auf dem Boden der Torah.

29 n.Chr. Enthauptung Johannes des Täufers auf Befehl von Herodes Antipas.

um 30 n.Chr. Jesus wird von den Römern gekreuzigt. Nach drei Tagen ist er auferstanden und über 500 Menschen erschienen. 36 n.Chr. Pontius Pilatus lässt eine große Gruppe Samaritaner umbringen. Dieses Verbrechen wird einer der Gründe für seine Absetzung.

37 - 41 n.Chr. Kaiser Caligula. Er erklärt sich selbst zur Gottheit. 65 n.Chr. Anfang des jüdischen Aufstandes gegen die römischen Besetzer von Eretz Israel. Die Judenchristen fliehen aus Jerusalem.

70 n.Chr. Die Römer unter Vespasian erobern zuerst West-Galiläa und dann die jüdische Bergstadt Gamla (Golan), wo sie einen großen Teil der Bevölkerung niedermetzeln. Aus Furcht begehen Tausende Selbstmord. Jerusalem wird von Titus, Sohn des Vespasian, erobert. Die traurige Bilanz: Etwa eine Million Tote unter der jüdischen Bevölkerung. Zehntausende von Juden werden in die Sklaverei geführt. Der Tempel und ein großer Teil der Stadt werden vernichtet. 73 n.Chr. Die Römer erobern Qumran, wo die Verteidiger ihre religiösen Manuskripte vor den Angreifern verstecken können. Im Jahre 1947 werden diese Rollen entdeckt. Als letztes jüdisches Bollwerk fällt die Bergfestung Massada durch die Römer. Die Verteidiger begehen alle Selbstmord. 111 n.Chr. Rom verbietet das Christentum. Weil sie nicht den römischen Göttern opfer darbringen, das bedeutet finanzielle Einbußen. 115 n.Chr. Der römische General Lucius Quietus bezwingt neue jüdische Aufstände in Mesopotamien und Judäa. Er lässt die Leiter exekutieren und stellt einen Götzen auf den Tempelberg in Jerusalem. 117 n.Chr. Der neue römische Kaiser Hadrian schlägt die jüdischen Aufstände nieder. Darauf ordnet er ein Verbot der Beschneidung und anderer jüdischer Gebräuche an. 132 n.Chr. Beginn des zweiten jüdischen Aufstandes gegen Rom unter der Leitung von Simon bar Kochba (Sternensohn), der von Rabbiner Akiva "Messias" genannt wird. Zahlreiche Christen werden von bar Kochba massakriert.

135 n.Chr. Rom bezwingt den jüdischen Aufstand auf grausame Weise: Auf jüdischer Seite sind mindestens 600.000 Tote zu beklagen. Zahllose andere werden in die Sklaverei geführt; viele jüdische Leiter, darunter Rabbi Akiva, werden hingerichtet. Jerusalem wird völlig zerstört, im römischen Stil wieder aufgebaut und in "Aelia Capitolina" umbenannt. Judäa erhält den Namen "Palestina", damit nichts mehr an die Juden erinnern soll. Der teilweise wieder hergestellte Tempel wird Zeuss geweiht.

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