Politische Frage zu privat (Schule)?

6 Antworten

Wenn es so ist, wie du sagst: Diese Aufgabe würde ich verweigern. Sie ist nicht in Ordnung. Aber natürlich kommt es auf die genaue Aufgabenstellung, die Umstände und das bisherige Verhalten der Lehrkraft an. Das können wir aber nicht beurteilen.

Wenn alle Stricke reißen, wäre das möglicherweise ein Fall für die Dienstaufsicht.

Du kannst natürlich auch einen rechten Lehrer satirisch vera.schen, indem du einen stramm rechten Kommentar ablieferst, auf den Bernd Höcke stolz wäre. Ihr könntet euch ja auch mit der Klasse verabreden, eine solche Strategie zu fahren...

Wie auch immer: Viel Erfolg!

Gruß, earnest

Ich bin auch absolut gegen solche Fragen. Rein theoretisch dürfte die Bewertung sich nur auf die Qualität der Argumentation beziehen, aber in der Realität ist zu befürchten, daß der Lehrer doch seine eigene Meinung zum Maßstab für "gut" oder "schlecht" macht.

Leichter gesagt als getan: Ich würde die Antwort verweigern. Wenn mehrere das tun, habt ihr vielleicht eine Chance, die Sache abzublocken.

1964 stellte unser Deutschlehrer (Altnazi) in der 11 drei Themen für eine Erörterung als 1. Klassenarbeit.

Alle drei Themen waren in deinem genannten Sinn verfänglich.

Es war dann zwar nicht nur diese Arbeit, auf jeden Fall habe ich die 11 wiederholen müssen.

Ich habe dann sowohl bei meiner Externenprüfung als auch bei den Staatsarbeiten sehr darauf geachtet, was ich da schrieb.

Konnte es mir als Familienvater mit 2 Kindern nicht anders leisten.

Ihr könntet euch noch wehren, sofern ihr zusammensteht und euch die Eltern dabei unterstützen. Meine Eltern trauten sich 1964 noch nicht.

Grundsätzlich darf ein Lehrer natürlich schon im Rahmen einer Erörterung dir die Aufgabe geben, Stellung zu bestimmten Fragen, auch politischen zu nehmen. Ich musste in der Schule auch meine Meinung zu vielen politischen Themen äußern. Dass das aber schlechter bewertet wurde, nur weil der Lehrer die Meinung nicht teilte hab ich nie so wahrgenommen. Der Lehrer ist ja zu einer objektiven Benotung verpflichtet, du hast einen sog. Antwortspielraum, vertretbares darf nicht als falsch gewertet werden. Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass das nicht objektiv bewertet wird kannst du höchstens die Benotung anfechten, das sieht man dann ja an den Randbemerkungen und den Kommentaren. Eine gute Erörterung zeichnet sich aber ohnehin dadurch aus, dass man auch Argumente der Gegenseite aufnimmt und diese dann ggfls. widerlegt. Wenn du nur deine eigene Meinung vertrittst ohne auf mögliche Einwände einzugehen ist das auch objektiv keine sehr gute Leistung.

Du bist nicht verpflichtet, deine ehrliche Meinung zu schreiben, und dein Lehrer kann auch gar nicht überprüfen, ob dein Text auch tatsächlich deine Meinung wiedergibt. Du musst nur irgendwas schreiben, was in sich konsistent ist. Wenn du die Frage zu persönlich findest, dann erfinde etwas oder schreib den Aufsatz aus der Sicht irgendeines Politikers.

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