Politik lernen und verstehen?

10 Antworten

Politik lernen und verstehen?

Ich würde das ganz praktisch angehen:

  1. Picke dir ein für dich interessantes Thema aus den Nachrichten heraus.
  2. Google das Thema.
  3. Lies dir Informationen zum Thema durch.
  4. Beschränke dich nicht auf Mainstream-Medien und schon gar nicht auf politische Ausrichtungen, sondern suche auch in den Tiefen des Internets nach diesem Thema. Lies auch Kommentare und Blogs zu diesem Thema.
  5. Findest du dabei irgendwas, das du nicht verstehst, hast du ein neues Thema, das du dir "ergooglen", also bei Punkt (2) beginnen kannst. Ansonsten beginne bei (1) mit dem nächsten für dich interessanten Thema.

Du wirst sehr schnell feststellen, dass du dir eine große Bandbreite an Wissen aneignen kannst, über das du dir deine eigenen Gedanken machst. 

... und auf diesem Weg macht es obendrein Spaß, weil du dich für die jeweiligen Themen wirklich interessierst und es nicht nur knochentrockenes Zeug ist.

Hättet ihr vielleicht ein paar Links, Websites oder sonstiges wo politische Themen einfach erklärt werden?

"Einfach" liegt immer im Auge des Betrachters. Manche finden Wikipedia schon schwer und unleserlich. Andere brauchen vertiefte Literatur, um es besser zu verstehen. Und als ob das nicht genug wäre: Manchmal taugt Wikipedia gar nix, manchmal ist es eine hervorragende Quelle. Ein "Nimm immer XYZ oder ABC" hilft dir also nicht weiter.

Folge einfach den Tipps oben und "ergoogle" dir die Informationen, indem du einfach die dich interessierenden Begriffe eingibst. Dann kannst du bei jedem Thema selbst entscheiden, was dir beim Verstehen hilft, und was nicht.

Der erste Schritt:

Hei, Carina98765, einen guten Tipp hat dir schon SoissesPDF gegeben. Außerdem solltest du ganz unten anfangen, lies die lokale Zeitung, guck was der Stadtrat beschließt, denk nach, wie das zusammenhängt mit dem Kreis, dem Land, dem Bund, der EU und peu à peu kommst du dahinter ~~~ auch wenn du die ersten 14 Tage nur Bahnhof verstehst, danach dämmert´s allmählich. Und so. Viel Erfolg! Grüße!

Gewöhne Dir zunächst mal an, dradio regelmäßig zu nutzen. Während Hausarbeiten höre ich immer Deutschlandfunk. Im Archiv findest Du massenweise Hintergrundinformationen.

Politik ist keine Sache, die sich in Schwarz und Weiß mal eben so unterteilen lässt.

Bitte beachte:

Laut Europäischem Transparenzgesetz sind alle rechtlichen Regeln online aufrufbar. Sie können im Volltext gelesen werden.

Ansonsten gibt es das documentenarchiv.de. Da findest Du alle wesentlichen rechtlichen Grundlagen der Vergangenheit und die aktuellen.

Dem Rat von unsinnkable2 möchte ich mich anschließen. Denn der politischen Themen gibt es zahlreiche. Sich an einem mal gründlich einarbeiten schadet da absolut nicht.

Das Grundgesetz zu kennen schadet gewiss nicht. Auch wenn mancher Volljurist sich öffentlich nicht schämt zu behaupten, sich damit auseinander zu setzen sei Juristensache und gehe das sogenannte unstudierte Volk nichts an. Diese Behauptung ist grundgesetzwidrig.

Lasse mich Dir an einem aktuellen Beispiel mal die Komplexität von Politik versuchen zu veranschaulichen:

Die AfD hatte den Antrag im Deutschen Bundestag gestellt, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern.

Daraufhin hat ein friesischer SPD-Abgeordneter sich in ganz normalem Friesisch an den Deutschen Bundestag und vor allen Dingen an die AfD gewandt. Schäuble verstand ihn auch nicht. War aber gut verständliches normales friesisches Platt. Und darin führte er aus, dass sich die Menschen nun mal in Niederdeutsch, norddeutsch Platt genannt, unterhalten, Hochdeutsch dagegen Amtssprache ist.

Vor Jahren schon hat das Oberlandesgericht Köln zur Frage entschieden. Damals regte sich ein aus Bayern frisch nach Köln gezogener Polizist vor Gericht darüber auf, von einem Kölner freundlich dazu aufgefordert worden zu sein, ihm mal am Arsch zu lecken. Der Bayer fühlte sich beleidigt und klagte auf Amtsbeleidigung.

Das Oberlandesgericht Köln führte dagegen aus:

Leck mich am Arsch ist in Köln ein eher dem Mittelhochdeutschen zuzuordnender und vielfältig nutzbarer Ausruf. Er gehört schlicht zur Landessprache und stellt damit keine Beleidigung dar.

Mittelhochdeutsch ist nun mal mindestens bis auf Landesebene normale Kommunikationsform. Deutsch hingegen ist gesetzlich verankerte Amtssprache. Zwei Paar Stiefel

Noch angemerkt:

Über vergangene politische Ereignisse wirst Du online in vielen Archiven fündig. Brauchst nur einfach die bekannten Blätter nutzen.

Ansonsten gibt es immer mehr unabhängige Informationsmöglichkeiten online. netzpolitik.org ist dann wohl schon kompliziert. piqd.de könnte noch verständlich sein.

Aber bitte:

Sei Dir die Zeit wert immer mal wieder nach neuen Quellen zu schauen. Gerade online. Und verlasse Dich niemals auf eine einzige

Phoenix und Arte seien noch erwähnt.

Die Informationen der Bundesministerien beinhalten maximal die halbe Wahrheit.

Die EU bietet zahlreiche Möglichkeiten nicht nur sich zu informieren, sondern auch an politischer Willensbildung aktiv teilzuhaben.

Hier und da ein Blick zu change.org kann auch nicht schaden.

So. Bis dahin dürftest Du reichlich ausgelastet sein.

Noch eine Anmerkung:

Wir sind nicht auf politische Parteien angewiesen in diesem Staat. Das gibt unser Grundgesetz nicht her. Denke da bitte immer dran.

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