Polieren eines Messers

4 Antworten

Liebe/r bitweazle,

dieser Schriftzug hat doch eine gewisse Tiefe, oder wird dieser Schriftzug bei den LaGuiole-Messern neuerdings geätzt? Die Riefen oder Schlieren, wenn sie durch halbwegs fachgerechtes Schärfen entstanden sind, haben in der Regel weniger als 5/100-stel mm Tiefe, vielleicht 1/100-stel mm oder 5/1000-stel mm. Natürlich ist Polieren = Materialabtrag.

Nun kenne ich das genaue Bild Deiner KLinge nicht, daher kann ich nur folgenden RAt geben: Du nimmst dieses schön "scharfe", gut offenhaltende Wasserschleifpapier vom Autoteilehandel / Lackpflegebedarf mit der Körnung 600 - 4 Bögen, 2 Bögen mit 1000-der Körnung / ca 1 - 1,20 €/ Stck. (wahrscheinlich bleibt da was über)

Dann nimmst Du einen ebenen, glatten Gürtel oder ein ca 30 cm langes Stück Kunstleder, Gummi, so 4-5 cm breit, höchsten so breit, wie Deine Klinge lang ist, als Unterlage, welche eben noch ein klein wenig nachgiebig ist.

Schließlich kaufst Du Dir auf dem Baumarkt noch einen Polierset für Deine Bohrmaschine ( diese Dinger mit einem seifenähnlich geformten Stück Polierpaste in blau und in braun, meistens mit einer Filtz- und einer Tuchscheibe und einem Aufspanndorn mit Linksgewinde 14-ner Schlüssel / ca 6 - 8 € ). UND einen Klebestift von UHU oder Pritt oder so . . .( . . . die so aussehen, wie Lippenstifte)

Entsprechend schneidest Du das Schleifpapier mit einem Messer und vielleicht einem Lineal oder etwas anderem Geraden, als Hilfsmittel um gerade und parallel zur äußeren Kante des Schleifpapierbogens schneiden zu können, in Streifen - passend zu Deiner Unterlage.

Mittels dieses Klebstiftes kannst Du die Schleifpapierstreifen ausreichend fest auf Deine Unterlage kleben und diese leicht wieder entfernen, wenn sie verbraucht sind. Meistens kannst Du sogar ein- bis zweimal einen frischen Streichen (immer schön ganzflächig) aufbringen, ohne neu zu bestreichen. Nimm´auch noch etwas gerades, kantiges, um im Zweifeilsfalle damit Deine Unterlage glatt abziehen zu können.

Dann fängst Du mit dem 600-derter an, hälst mit einer Hand fest, wenn Du nicht Deine UNterlage auf etwas aufgelebt oder mittels Schraubzwinge befestigt hast und ziehst die KLinge vollflächig, von der festhaltenden Hand weg, mit leichtem Druck über das Schleifpapier - die Klingenachse im rechten Winkel zur Schleifbahn, der Klingenrücken voran. Du kontrollierst regelmäßig die Klingenoberfläche auf Riefen. Sobald diese für Deine Ansprüche hinreichend beseitigt sind, benutzt Du das 1000-der Papier und zum Schluß den Polierset, mit der Filzscheibe und der blauen Paste (den anderen Kram brauchst Du hier nicht).

ACHTUNG: Achte auf die Drehrichtung der Scheibe bzw. darauf, daß die Scheibe von Dir weg dreht und Du dann am Klingenrücken zuerst in Kontakt mit der Scheibe kommst. Ansonsten kannst Du sehr leicht mit der Schneide "einhaken" - besten Falls fliegt Dir das Messer dann einfach nur aus der Hand und die Polierscheibe wird beschädigt. (Schutzbrille aufsetzen!).

Ich übernehme keine Garantie / Haftung für jegliche Schäden, welche aus der Befolgung meiner obigen Anleitung entstehen.

Normalerweise klappt die oben beschriebene Vorgehensweise bestens. Mit ein wenig Geschick und Übung (Geduld) wirst Du Deiner Klinge praktisch ein neuwertiges Aussehen verleihen.

Viel Erfolg

Hallo Messerschmied, danke für die sehr professionelle Antwort. Werde zuerst einmal den Vorschlag von "Kurushiyama" ausprobieren, da der von Dir sehr aufwändig ist und ich mir nicht sicher bin, ob ich es genauso hinbekomme. Leider ist der Schriftzug LAGUIOLE in diesem Fall eingeätzt und nicht gestanzt, so dass er ,bei welchen Maßnahmen auch immer, wohl verschwinden wird. Der Hersteller empfiehlt übrigens beim Schleifen die Schneide zum Stein zu führen und nicht weg von ihm. Gruß bitweazle

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@bitweazle

Der Herstellertipp ist ja auch richtig, liebe/r bitweazle - beim Schleifen ( gemeint ist dabei aber Schärfen) mit dem Stein.

Bei meiner Anleitung zum "Auffrischen" der Klingenoberfläche arbeitest Du aber mit Schleifpapier auf einer leicht nachgiebigen Unterlage und zum Schluß mit der relativ weichen Filzscheibe.

Nun, da der Schriftzug geätzt ist, kann der Aufarbeitungsversuch ohnehin anspruchsvoll sein.

Ich hoffe für Dich, daß Du Dir Deine KLinge nicht noch mehr versaust. Mag sein, daß das Arbeiten nach meiner Anleitung beim ersten Lesen sehr aufwändig wirkt - ist es aber nicht. Natürlich arbeitest Du bei dem anderen Vorschlag nur mit den Steinen ( . . . welche sich anzuschaffen ohnehin lohnt) und es geht auch damit. Bei der Umsetzung ist allerdings mehr handwerkliches Geschick und Ausdauer nötig und das für LaGuiole-Messer typische Finish wirst Du so wahrscheinlich nicht hinbekommen.

Auf jeden Fall wirst Du nach dem Versuch erfahrener sein. Schließlich ist es ja Dein Messer und vielleicht ist es Dir ja irgendwann wichtiger, eine schöne KLinge mit ansprechendem Finish zu haben, als unbedingt diesen Schriftzug sehen können zu müssen.

Viel Spaß bei Deinem Experiment

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Das sind keine Schlieren, sondern Riefen und die kommen daher, wenn Du die Klinge in zu flachem Winkel auf dem Schleifstein führst. Großes Problem. Schneide ist wahrscheinlich versaut. Maßnahmen:

  • 2 Wasserschleifsteine feinerer Körnung als Du jetzt besitzt besorgen (400er und 600er Körnung dürften langen). Steine ins Wasser schmeißen, bis keine Blasen mehr aufsteigen
  • Messer langsam (!) mit mäßigem (!!!) Druck in einem Winkel über den 400er führen, so das die Riefen erwischt werden. Das so lange fortführen, bis die Riefen nicht mehr zu sehen sind.
  • Mit dem 600er-Stein das selbe, bis das ganze ordentlich ausschaut.
  • Jetzt mit grobem Schleifstein, 400er und 600er die Klinge bei 25-30 Grad Schleifwinkel die Schneide neu aufbauen.

Wichtig: Den Winkel zum Schneidenaufbau muss beständig sein. Sprich: hast Du Dich für 25 Grad entschieden, dann musst Du diesen Winkel beibehalten.

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Hallo Kurushiyama, habe nach meinem Dafürhalten nicht die Schneide versaut sondern eher die Klinge etwas verunstaltet. Nichts desto Trotz werde ich Deinen Vorschlag annehmen. Danke für diesen Tipp. Gruß bitweazle

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Lieber bitweazle,

den Antworten von messerschmied und Kurushiyama ist nichts mehr hinzuzufügen.Sollten die Kerben auf deiner Klinge aber wirklich eher Schlieren oder kleine Kratzer sein,die beispielsweise durch Sandkörner entstanden sind,reicht es auch das Messer mit etwas Chrompolitur zu bearbeiten.Bei den anderen Methoden kann nämlich schnell viel schief gehen,was man auch mit nochsoviel Arbeit und Schleifen nicht mehr wegbekommt.

Lieber ozelot18, möglicherweise eine Lösung mit dem zumindest geringsten Aufwand, den ich dann doch als Erstes testen werden. Je nach Ergebnis mache ich mit den anderen Vorschlägen vorsichtig weiter. Probieren werde ich es auf jeden Fall. Sollte es schief gehen, werde ich diese Messer in Zukunft so behandeln, wie es sein sollte: als Sammlermesser ohne jeglichen Einsatz. Obwohl ich dachte, ein zünftiger Gebrauch, wie alle diese Hirtenmesser einmal gedacht waren, hätte nicht diese "einschneidenden" Folgen. Gruß bitweazle

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