Plötzliche Verhaltensänderung beim Pferd

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hallo,

also eine derartige Verhaltensänderung kommt sicherlich nicht durch irgendein Erlebnis, das müsste dann schon so gravierend sein, dass Du es bestimmt mitbekommen hättest. Wenn er mißhandelt worden wäre, würde er sich nur gegen Menschen, nicht auch gegen andere Pferde so aggressiv benehmen. Auch ein kleineres Wewehchen kann nicht die Ursache sein, denn es ist ja nicht nur eine Veränderung, wie man sie bei Schmerz beobachten kann, man kann ja hier schon fast von Umkehr des Verhaltens sprechen, von einem normal sozialisierten Pferd zu einem der "auf den Mann geht".

Er benimmt sich ja wohl nicht nur zu Dir, sondern auch zu anderen Pferden äußerst aggressiv und dazu für ein normales Pferd auch ansonsten völlig unvernünftig. Kein im Kopf gesundes Pferd springt einfach so, ohne Grund und ohne Druck dahinter, ohne dass es bedroht wird aus einer Halle raus, selbst junge Pferde, die zuwenig Bewegung haben und die der Hafer sticht tun das normalerweise nicht und schon gar nicht, wenn es schon älter ist, die Bande 1,50 m hoch ist und es Hufrolle hat.

Bitte nimm das sehr ernst, es liegt ganz bestimmt nicht am Wetter. Die Verhaltensänderung im Winter, die man bei Pferden öfter beobachtet, liegt meist daran, dass das Pferd im Winter viel zu viel Zeit im Stall verbringt. Es hat also nicht so viel "Außenreize" wie im Sommer, wo es auf der Weide steht, öfter (aus)geritten wird und ständig Traktoren, Spaziergänger, Vögel im Busch, etc. sieht. Daher ist im Sommer die "Nervositätsgrenze" automatisch etwas abgestumpfter als im Winter. Wenn die Pferde jedoch im Winter 23 Std. in der Box oder einem langweiligen Paddock stehen, wo nix los ist, oder nur ab und zu mal dem altbekannten Procedere auf dem Reitplatz, wo sie alles genau kennen, ausgesetzt sind, dann sind sie nichts "Neues" mehr gewohnt und sehen "Heckenzwerge" die ihnen nach dem Leben trachten, wo eigentlich nichts ist. Dazu kommt, dass auch im Winter meist die gleiche Menge gefüttert wird, wie im Sommer, die meisten Pferde jedoch viel weniger bewegt werden und auch viel weniger Bewegung auf der Weide haben. Sie haben also Energieüberschuss und noch ein Nervenkostüm, was nichts mehr gewohnt ist. Da reicht dann manchmal schon wenig aus, um ein Pferd nervös und schreckhaft zu machen. Das ist ein oft beobachtetes und leidiges Thema im Winter.

Doch was Du hier schilderst ist sicherlich etwas völlig anderes. Bitte gehe nicht mehr allein zu Deinem Pferd. Hole Dir Unterstützung bei einem(r) erfahrenen Reiter(in) und lass vor allem einen Tierarzt draufschauen, das wäre für einen 3jährigen Hengst, der keine Erziehung hat so gerade mal noch im Bereich des zu tolerierenden Verhaltens, aber für ein älters Pferd, das bisher völlig normal war, ist das keinesfalls mehr normal.

Ich will ja jetzt hier nicht schwarzmalen, aber meine Freundin hatte einen Wallach, der hatte einen Hirntumor, der hat sich plötzlich ähnlich benommen. Leider ist das erst später rausgekommen, sie hat gemeint, das sei Widersetzlichkeit und versucht es ihm "auszutreiben", mit dem Ergebnis, dass sie 3 Monate im Krankenhaus lag mit gebrochenen Rippen, Schlüsselbein und einer angeknacksten Wirbelsäule. Wenn mehrere hundert Kilo Muskelmasse durchdrehen, dann kann das lebensgefährlich werden.

Bitte laß abklären, ob es gesundheitliche Probleme bei dem Pferd gibt und gehe nicht mehr allein mit ihm spazieren, damit wenigestens jemand da ist, der Hilfe holen kann, wenn etwas passiert.

Gruß The Challenges

Ich würde auch sofort abklären lassen ob er evtl starke Schmerzen hat. Wenn er dann dich angreift, denkt er du tust ihm weh, weil er ja nicht weiß woher die Schmerzen kommen, also ab zum Tierarzt, dringend.Evtl auch an Zahnschmerzen denken, bei dem Alter auch gut möglich- Alles Gute

Hui, das hört sich aber übel an! Wichtig wäre nun herauszufinden: Was war vor zwei Tagen? Ist ihm da irgendwas widerfahren? Nächster Gedanke: Hat er vielleicht üble Schmerzen, die ihn zur Weißglut treiben? Ht er irgendwas gefressen, bekommen, was er sonst nicht bekommt? Hat er einen neuen Boxnachbar? War jemand frendes in seiner Box? Es sind so viele mögliche Ursachen, die es erst mal gilt, abzuklären! Irgend was gravierendes muss ja sein, sonst würde er sich ja nicht so extrem gebären!

TheChallenges 21.02.2011, 18:41

Ich pflichte Dir völlig bei, da stimmt etwas ganz und garnicht. Ich würde auf alle Fälle den Tierarzt holen, so ein extreme Verhaltensänderung kann nicht nur an einem Erlebnis liegen. Meine Freundin hatte einen Wallach, der einen Hirntumor hatte, der hat sich auch so aufgeführt. Leider kam das erst raus, als es zuspät war. Sie lag als Ergebnis ihrer Experimente, dennoch mit ihm klarzukommen 3 Monate mit gebrochenen Rippen, Schlüsselbein und einer angeknacksten Wirbelsäule im Krankenhaus.... Wenn so ein paar hundert Kilo Muskelmasse durchdrehen, ist das äußerst gefährlich. Bitte ganz dringend alle gesundheitlichen Sachen abklären lassen und nicht mehr allein mit ihm etwas machen. Nimm Dir immer jemanden mit an den Stall, dass wenn etwas passieren sollte, wenigstens jemand da ist, der schnell Hilfe holt.

Gruß The Challenges

0

Vielleicht ein Tumor, vielleicht auch bei der Kastration damals ein Ei im Bauch vergessen worden (Kryptochide), oder er wurde in der Box oder auf der Wiese übel misshandelt, oder Schmerzen...würde auf jeden Fall den TA rufen, das kann alles mögliche gewesen sein. Denke nicht das er auf einmal seine Benehmen vergessen hat, hoffe das Du schnell ne Antwort findest, Daumen drück...

Lass Dich bitte nicht auf eine noch so gut gemeinte Ferndiagnose ein! Wenn eine solche akute Verhaltensveraenderung vorliegt, dann hat dies gewichtige Gruende.

Bevor man zu irgendwelchen Ratschlaegen kommen kann, muss in diesem Fall durch eine umfassende Untersuchung durch den Arzt alles denkbare ausgeschlossen werden, wenn er nicht, was ich Dir wuensche, die Ursache direkt findet.

In Deiner Frage, den Antworten und Kommentaren wird, falls ich es nicht ueberlesen habe, z.B. nichts darueber geschrieben ob er normal Kot absetzt. Wenn nicht, koennte eine Darmverschlingung vorliegen, dann ist es "hoechste Eisenbahn ..." den Tierarzt zu holen!

Ich würde soweit auch sagen ,nichts überstürzen. Das kommt nicht "Einfach so" ... ich würde aber noch zu einem Osteopathen raten.Zwickende Wirbel,verpannte Muskeln ,usw. können ziemlich übel wirken.Alles Gute!

Hi,

Dein Pferd ist also nicht mehr unbedingt jung... Du hast was von "seit 9 Jahren Hufrolle" geschrieben, also denke ich, kann man "Flegelhaftes Verhalten" auch ausschließen...

Wurde irgendetwas in der Haltung geändert? Oder der Fütterung? Ist es ausgelastet genug? Genug soziale Kontakte etc... falls irgendetwas geändert wurde, bitte erwähnen, dann kann man Dir besser weiterhelfen.

Wenn er schon aggressiv Dir gegenüber wird, würde ich in nächster Zeit erst einmal aufpassen. Sei da nicht zu voreilig. Viele meinen dann: "Jetzt erst recht! Das darf der sich bei mir nicht erlauben!" und das endet dann meist in einer noch größeren Katastrophe..

lG EdOfRe

pez24 21.02.2011, 19:51

also bin freitag noch geritten, da war er sehr ruhig und es war nichts auffälliges...sogar mein sohn ist noch oben gesessen und ist ihn abgegangen....am samstag hatte er ruhetag...waren nur in der halle ein bißchen freiarbeit...war auch nix auffälliges. An der Haltung hat sich auch nichts geändert er steht seit 2 jahren im offenstall mit anderen pferden...also soziale kontakte sind auch da.. und regelmäßig gearbeitet wird er auch...

0
pez24 21.02.2011, 19:56

aja fast vergessen er ist schon 22 jahre

0

Was möchtest Du wissen?