Plötzlich Pflicht zur Steuererklärung?

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6 Antworten

Der Umstand "StKl 3+5" kann für sich allein zur Folge haben, dass zu wenig Lohnsteuer (gegenüber der Jahreseinkommensteuer) erhoben wurde. Ähnliches kann gelten, wenn sich jemand bspw. für seine Arbeitswege einen Freibetrag eintragen läßt. War er dann öfter krank oder wurde er in eine andere (nähere) Filiale versetzt, könnte der FB zu hoch und deswegen auch hier zuwenig Lohnsteuer erhoben worden sein. Im § 46 Abs. 2 gibt es einen abschließenden Katalog mit entsprechenden Sachverhalten. Ist kein einziger erfüllt, kann das Finanzamt auf die Erklärung verzichten. 

"Pflichtveranlagung" heißt folglich erst mal nur, dass eine Steuernachzahlung theoretisch möglich wäre. Ein solcher Umstand wird in der Praxis jedoch häufig durch andere (steuersenkende) Umstände mehr als ausgeglichen - bspw. Werbungskosten, Spenden, außergewöhnliche Belastungen, Unterstützung von Angehörigen uvm. Ein Großteil der Arbeitnehmer-Pflichtveranlagungen führt somit gleichwohl zu Erstattungen des Finanzamts.

Bei euch kommt steuermindernd hinzu, dass der günstigere Splittingtarif für Eheleute im Lohnsteuerverfahren nur ab dem Heiratsmonat berücksichtigt werden kann. Bei der Veranlagung wird euch der günstigere Tarif aber für eure gesamten Einkünfte - also bereits rückwirkend ab Januar 2014 - gewährt.

FAZIT: 3/5 zwingt euch quasi, euch Geld vom Finanzamt zu holen...  ;-)

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Wenn Du ALG II beziehst, bist Du (frag mich nicht, warum) zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. In diesem Jahr scheinen aber einige Leute Post mit der Aufforderung zur Abgabe der StE bekommen zu haben. Ich musste auch im Oktober nachreichen (und nachzahlen wg. Progressionsvorbehalt wegen 3 Tagen Krankengeld. Grrrr.)

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Kommentar von kevin1905
11.11.2015, 12:17

Wenn Du ALG II beziehst, bist Du (frag mich nicht, warum) zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Nein. ALG II ist eine steuerfinanzierte Transferleistung. Das wäre recht sinnfrei.

Was du meinst ist das ALG I als eine beitragsfinanzierte Entgeltersatzleistung, die dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) unterliegt.

Die Abgabepflicht des Fragestellers egibt sich aus dem Lohnsteuerklasse V.

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Wenn über die Klasse V Lohn abgerechnet wird, ist die Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtend vorgeschrieben (§ 46 Abs. 2 EStG).

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Kommentar von tt290
11.11.2015, 19:06

Das stimmt so nur, wenn beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen haben und einer von ihnen nach V oder VI abgerechnet wurde und zusätzlich auch die Zusammenveranlagung beantragt wird ;)

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Ja das lag am Wechsel der Steuerklassen. Bei 3 u. 5 bist du dazu verpflichtet. Bei 4 u 4 wärst es nicht.
Aber so wie ich die Zahlen sehe bekommt ihr zurück. Also macht.

Liebe Grüsse

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Ja, gemeinsam veranlagte Ehepaare (Klasse III + V) haben die Pflicht, eine Steuererklärung abzugeben.

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Hi

wenn ich die Zahlen   so sehe, solltest du eine Steuererklärung abgeben.

Ich glaube ihr bekommt was zurück. Und wenn du dich erst mal hinsetzt, geht das in 2 h schnell von der Hand.

LG


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