Plötzlich enormer Unterhaltsrückstand?

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10 Antworten

Für die Frage nach Unterhaltsrückständen kommt es darauf an, wie der Unterhalt tituliert wurde. Ganz wichtig ist hierbei, das im Falle von fehlender Leistungsfähigkeit der Titel entsprechend angepasst wird. Werden die Titel nicht angepasst, dann gelten diese weiter auch wenn materiellrechtlich kein Unterhalt geschuldet wird. Gibt es keine Titel oder wurden diese richtig angepasst, dann laufen keine Rückstände auf, da im Falle von fehlender Leistungsfähgikeit kein Unterhalt geschuldet wird.

Nach einer Telefonischer Rückfrage wurde mir gesagt das wäre so und das Programm hätte das so ausgerechnet.

Was irgendwelche Programme ausrechen ist hingegen komplett irrelevant.

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so plötzlich können keine Schulden auflaufen; das sind deine Nichtgezahlten Unterhaltsbeiträge. Das Amt ist in Vorleistung getreten. Die Summe must schon zurückzahlen; die Modalitäten klärst am besten mit dem Amt. Eine genaue Aufstellung steht dir zu.

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Es existiert ein Urkunde über den festgesetzten Kindesunterhalt aus dem Jahre 1998, wie Du schreibst. Eine solche Urkunde hat dieselben Wirkungen wie ein Gerichtsurteil. Derjenige Betrag, den Du seit 1998 aufgrund dieser Festsetzung hättest zahlen müssen, minus dem, was Du tatsächlich gezahlt hast, ergibt den Rückstand. Das ist erst mal richtig so. Erst mal. Denn es gibt zweierlei zu bedenken: Erstens: Wenn Du alle die Jahre nicht zur Rückstandszahlung aufgefordert wurdest, sind die Unterhaltsansprüche verwirkt. Bei Dir kommt ja offenbar noch hinzu, dass Du nicht nur nicht aufgefordert wurdest, sondern dass das JA ausdrücklich festgestellt hat, dass Du nicht zahlungsfähig bist. Schreibe das JA an und berufe Dich auf diese Verwirkung. Sie sollen Dir schriftlich bestätigen, dass kein Rückstand mehr geltend gemacht wird (oder höchstens ein viel geringerer aus der letzten Zeit), anderenfalls drohst Du eine so genannte "negative Feststellungsklage" an. Mit einer "negativen Feststellungsklage" kann man beim Gericht beantragen, festzustellen, dass eine angebliche Schuld nicht besteht. Zweitens besteht bei einer Jugendamtsurkunde die Möglichkeit, diese auch rückwirkend zu ändern, sie also herabsetzen zu lassen. Dazu müsstest Du allerdings für die Vergangenheit Deine Einkommenssituation nachweisen können sowie nachweisen, dass es Dir seit 1998 nicht möglich war, mehr zu verdienen. Da das schwierig ist, dürftest Du mit der Einrede der Verwirkung mehr Glück haben.

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Gehe persönlich zum Jugendamt hin und bitte um die Aufstellung des Unterhaltsrückstandes. Telefonisch ist immer ungünstig.

Dein erstes Kind bzw. die Kindsmutter hat sicherlich bis zum 12. ten Lebensjahr Unterhaltsvorschuss bekommen und dieses fordern sie von Dir zurück.
Beim Unterhaltstitel wird aber auch darauf aufmerksam gemacht, das Du ein Recht hast den Titel zu ändern, sobald sich Dein Einkommen um 10% mindert. Pflicht sogar wenn Dein Einkommen sich um 10% erhöht hätte.
Das hast du leider versäumt, ob das jetzt zu Deinem Ungunsten ausfällt kann ich Dir aus eigener Erfahrung allein nicht sagen.

Alle 2 Jahre hat die Kindsmutter ein Anrecht auf eine Neuberechnung.

Um auf der sicheren Seite zu sein, würde ich alle Schreiben seitens des Jugendamtes, Unterhaltstitel und Deine Gehaltsabrechnungen bzw. Einkünfte bei einem Anwalt vorlegen. Der kann Dich sicherlich besser beraten.

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Du warst über Jahre hinweg nicht leistungsfähig. Daher hat das Jugendamt Unterhaltsvorschuss ausgezahlt. Dieses Geld holen die sich natürlich von dir zurück.

Allerdings solltest du auf eine genaue Aufrechnung bestehen. Einfach eine Summe hinzuschreiben reicht natürlich nicht.

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das jugendamt hat da unterhaltsvorschuss gezahlt. den wollen sie natürlich von dir wiederhaben.

du kannst dir natürlich erst mal genau nachweisen lassen wie sich diese summe denn zusammensetzt. das muss das jugendamt schon machen.

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Ja, das ist ganz logisch! Für die Jahre wo du nicht zahlen konntest, hat das Jugendamt an die Mutter gezahlt, denn die soll ja keinen Nachteil haben, wenn du nicht flüssig bist. Das holen die sich jetzt wieder. Also... Ist doch logisch, oder?

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Das Jugendamt ist in Vorleistung gegangen. Jetzt bist Du dran. Das Jugendamt holt sich alles Geld von Dir zurück. Schließlich hat der Steuerzahler für Dich bis jetzt gezahlt. Zu verschenken hat keiner was. Auch Du nicht wenn ich da richtig liege.

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Kommentar von Neuanfang2013
24.05.2016, 08:57

"Schließlich hat der Steuerzahler für Dich bis jetzt gezahlt"

Richtig lesen!! Hat er nicht bis Jetzt!

Und Steuern werden für so viele Dinge Sinnlos verschleudert, da ist es für sollche Zwecke, meiner Meinung nach, besser angelegt.

Das ist aber ein anderes Thema und gehört hier nicht her.

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Na ja, plötzlich hast du den Unterhaltsrückstand nicht, sondern der hat sich halt über viele Jahre hin angesammelt. Es wundert mich, dass du dich nun wunderst. Glaubtest du, dass dir das Geld einfach geschenkt wird.

Allerdings tust du mir auch leid, denn das viele Geld abzahlen zu müssen, ist schon heftig.

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Wenn Du als "nicht leistungsfähig" einestuft wirst, steht ja den Kindern trotzdem Unterhalt zu  - und da tritt das Amt in Vorleistung.

Laut den durch die Düsseldorfer-Tabelle geltenden Beitragssätze werden Deine "Schulden" gegenüber dem Jugendamt jeden Monat, in dem Du selbst nicht zahlst, größer.

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