plebejer,proleten, patrizier, bourgeoisie

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Bourgeoisie (Bürgertum) ist ein Wort aus der französischen Sprache. Die Begriffe Bourgeoisie und Proletariat bekamen im 19. Jahrhundert, als eine moderne Industriegesellschaft entstand, größere Bedeutung. Dabei wurde “Proletariat“ zum Teil eher abschätzig für die Unterschicht verwendet. Karl Marx benutzte die Begriffe für die Beschreibung und Analyse der Gesellschaft.

Den besitzlosen und lohnabhängigen Proletariern steht die Klasse des besitzenden Bürger (Großbürgertum = Bourgeoisie) gegenüber. Weil sie die Produktionsmittel besitzen und als Eigentum ein beträchtliches Vermögen (Kapital) haben, werden sie auch Kapitalisten (Bourgeosie = Klasse der Kapitalisten) genannt. Bei Marx ist das Proletariat die Klasse der Lohnarbeiter, die keine eigenen Produktionsmittel und kein Vermögen besitzen und daher gezwungen sind, zur Sicherung ihrer Existenz und der Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse ihre Arbeitskraft anzubieten (zu verkaufen) und Lohnarbeit zu verrichten.

Die Angehörigen der Bourgeoisie heißen Bourgeois (der Singular in der französischen Sprache dazu ist männlich „bourgeois“, weiblich „bourgeoise“).

Ein Proletarier (lateinisch: proletarius; Plural: proletarii) war im antiken Rom ein Angehöriger der untersten Schicht des Volkes. Die Bevölkerungsgruppe der Proletarier, das Proletariat, trug den Staat nicht durch ihr Vermögen (sie waren nahezu besitzlos, hatten kein Land), sondern nur durch ihre Nachkommen (lateinisch: proles = Abkömmling, Nachkommenschaft, Nachwuchs, Sprößling). Ihre Kinder waren ihr einziger Besitz.

Prolet (Plural: Proleten) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Proletarier, die sie als unkultiviert/ungebildet/unfein/derb und grob abwertet.

Patrizier ist die Bezeichnung für die Angehörigen des alten Adels im antiken Rom (lateinisch: patricii; Singular: patricius). Sie wurden auch „patres“ („Väter“) genannt, weil sie eine Autorität wie ein Vater beanspruchten und als Nachkommen der Gründerväter Rom gelten wollten. Sie nahmen auch für sich die ausschließliche Vertretung des Volkes (populus) gegenüber den Göttern in Anspruch.

In der frühen römischen Republik waren die Patrizier eine herrschende adlige Oberschicht mit Vorrechten, die Plebejer (lateinisch: plebeii) das nichtadlige Volk. Nach den Ständekämpfen, in denen viele rechtliche Einschränkungen der Plebejer abgeschafft wurden, bildete sich eine neue Oberschicht aus Patriziern und reichen Plebejern, die Nobilität (lateinisch: nobilitas).

Die Plebejer waren Angehörige der Plebs (lateinisch: plebs = (einfaches) Volk, Menge). Die Proletarier waren ein besonders armer Teil der Plebs.

Bücher zur römischen Geschichte enthalten genaue Informationen, z. B.:

Géza Alföldy, Römische Sozialgeschichte. 3., völlig überarbeitete Auflage. Wiesbaden : Steiner, 1984 (Wissenschaftliche Paperbacks Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ; 8). ISBN 3-515-04057-9

Jochen Bleicken, Die Verfassung der römischen Republik : Grundlagen und Entwicklung. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh. 8. Auflage, 2000. (UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher, 460). ISBN 3-8252-0460-X (UTB); ISBN 3-506-99405-0 (Schöningh)

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