Platons Staatstheorie?

1 Antwort

Anscheinend richtet sich die Frage darauf, wie diese Aussagen zusammenpassen.

In Platons Dialog Politeia wird von der Figur Sokrates der Versuch unternommen, die Gerechtigkeit zuerst am Staat als großem Modell (das gleiche Geschriebene in größeren Buchstaben und daher besser ablesbar) zu betrachten (368d – 369b) und anschließend im einzelnen Menschen nach einer Ähnlichkeit suchen. Er geht aus vom Vorliegen einer Entsprechung (Analogie, Isomorphie) zwischen Staat und Einzelmensch aus. Die Hoffnung ist, bei der Entstehung des Staates (in Gedanken) Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit leichter entdecken zu können.

Die gedankliche Staatsgründung ist dann in 3 Phasen unterteilt:

1) Ur-Polis, ein einfacher Staat, mit noch ziemlich primitiver (nach einer Bemerkung, die auf die Einfachheit der Ernährung bezogen ist, ein Staat von Schweinen), aber rechter Lebensweise, ein gesunder Staat mit zufriedenen Menschen

2) ein Luxus bietender, daher üppiger, aufgeschwemmter Staat, verfeinert, aber auch mit vielfältigen Konflikten und Ungerechtigkeit

3) idealer Staat (Platon, Politeia 527 c Kallipolis [„schöne Stadt“] genannt), dessen Betrachtung mit der Frage nach der Erziehung/Bildung der Wächter eingeleitet wird.

Barbara Zehnpfennig, Platon zur Einführung. 4., ergänzte Auflage. Hamburg : Junius, 2011 (Zur Einführung ; 248), S. 97 – 100 bietet zur Erklärung auch eine Analogie zu innerseelischen Verhältnissen an, nach dem Muster 1) natürliche, vorreflexive Gerechtigkeit, 2) unnatürlicher Zustand mit Niedergang und Verfall, 3) bewußte Seele mit Gerechtigkeit.

Als Anfang/Ausgangspunkt der Entstehung des Staates wird in Übereinstimmung der Gesprächspartner das Bedürfnis (χρεία) verstanden.

Das Zusammenschließen von Menschen zu einem Staat wird mit einer Bedürftigkeit erklärt. Niemand ist für sich allein völlig autark (unabhängig, sich selbst genügend). Zum Überleben ist Unterstützung durch andere erforderlich. In einem nächsten Schritt empfiehlt sich Arbeitsteilung, weil Menschen unterschiedliche Begabungen haben und so mehr erreicht wird.

Das Begriffsgehalt von Bedürfnis wird mit diesen ersten Betrachtungen noch nicht ausgeschöpft. Der Beginn sind zum Überleben notwendige und einfache Bedürfnisse. Menschen streben aber noch nach mehr. Sie möchten nicht nur überleben, sondern auch gut leben. Das Gute ist also ein Ziel. Dies schließt ein gutes Zusammenleben mit Gerechtigkeit ein.

Gerechtigkeit (δικαιοσύνη) besteht nach Platons Auffassung aber nicht einfach darin, sich als Menschen in einem Staat zusammenzufinden, sondern in einer dabei verwirklichten richtigen Ordnung. Wenn diese Ordnung im Staat bzw. der Seele des einzelnen Menschen nicht verwirklicht wird, mangelt es an Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit bedeutet nach Platon, das Seine zu tun (Politeia 433b τοῦτο τοίνυν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ φίλε, κινδυνεύει τρόπον τινὰ γιγνόμενον ἡ δικαιοσύνη εἶναι, τὸ τὰ αὑτοῦ πράττειν). Gerechtigkeit besteht in einem Haben und Tun des Eigenen und Seinen (Politeia 433 e – 434 a ἡ τοῦ οἰκείου τε καὶ ἑαυτοῦ ἕξις τε καὶ πρᾶξις δικαιοσύνη).

Die Gerechtigkeit liegt nach Platons Auffassung in Wahrheit nicht im äußeren Tun, sondern im inneren Verhältnis zu sich selbst (Politeia 443 – 444). Sie schafft Einheit. Die Teile/Arten/Strebeformen der Seele dürfen in Bezug aufeinander nichts Fremdes tun und nicht vielerlei treiben (also nicht ihre Zuständigkeit überschreiten). Gerechtigkeit ist eine Gesundheit der Seele, ein Einklang mit sich selbst (Harmonie).

Die Unterschiede zwischen Platons Höhlengleichnis und Matrix

Ich muss in der Schule ein Referat darüber halten und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Matrix & Platon herausarbeiten.

Gemeinsamkeiten sind viele, Unterschiede habe ich eher wenige gefunden:

1) Bei Platon können aus der Höhle raus, wenn sie dazu bereit sind, bei Matrix nur einer. 2) Bei Platon ist die Realität postitv , bei Matrix negativ. 3) Bei Platon wird die 'Traumwelt' durch andere Menschen verursacht, bei Matrix durch elektrische Impulse die von der KI geschaffen werden

Ich konnte keinen weiteren Unterschiede feststellen und ich hab mich auch im Internet umgesehen und keine gefunden. Kann mir jemand weiterhelfen? Waren das alle? Wenn nein, welche gibt es noch?

Großes Dankeschön,

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Hallo die wissenschaft sagt die menschen waren früher affen,Religion sagt die menschen sind von Adam und Eva entstanden.Was stimmt den jetzt?

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Sind sapiosexuelle Menschen asexuell?

Haben Sapiosexuelle das Bedürfnis nach Sex, oder fände eine Beziehung untereinander nur über den Intellekt bzw. verbal und mit NICHT sexuellen Berührungen.
Auf Wikipedia steht nur, dass die auf Menschen mit hohem Intellekt stehen was meine Frage nicht beantwortet oder viel mehr erst hervorgerufen hat. Bitte nur antworten, wenn ihr es wisst.

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Thomas Hobbes und David Hume, Moralvorstellung, Staatsbildung

Hallo,

da ich bald, besser gesagt am Donnerstag, eine Ethik-Arbeit schreibe, über die beiden Philosophen Hobbes und Hume, hätte ich ein paar Fragen bezüglich der Beiden. Vor allem über die Staatstheorie von David Hume.

Nach Hobbes hat jeder Mensch das Bedürfnis nach Selbsterhaltung, wodurch der Krieg aller gegen alle entsteht und somit auch die Furcht, vor allem vor dem Tod. Daher schließen die Menschen einen Gesellschaftsvertrag, d.h. sie übertragen einen Teil ihrer Freiheit an einen Souverän/zentrale Autorität, unter der Voraussetzung die anderen tun dies auch. Die Menschen müssen also nach Regeln leben. Aber da der Mensch dazu neigt diese Regeln zu unterlaufen, müssen abschreckende Strafen eingeführt werden, die von einem Herrscher verhängt werden. - So hab ich die Staatstheorie von Hobbes bisher aufgefasst.

Aber was dachte Hume? Was ist außerdem mit der Hierarchie Humes von Wahrnehmen und Denken gemeint? Was hatte Hume für eine Moralvorstellung bzw. für ein Götterbild?

Eins weiß ich. Nach Hume ist der Mensch ein Gesellschaft suchendes Wesen (Grundbedürfnis) , sie bieten sich gegenseitigen Schutz und Beistand, außerdem sind sie wild/vereinsamt->elender Zustand.

Wäre für Hilfe wirklich dankbar!

LG Philipp

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Philosoph gesucht! Menschen und ihre Bedürfnisse

Ich hatte vor ca 4Jahren im Werte und Normenunterricht einen Philosoph der gesagt hat, ein Mensch sei tierischer Natur, weil er seine Bedürfnisse äußert. D.h. wir sagen, dass wir Hunger haben, müde sind, etc. aber das wäre tierisch, weil wir uns wie die Tiere selber verhalten. Wir essen öffentlich und zeigen wie wir uns fühlen.

Leider hab ich schon nach dem Menschenbild von Aristoteles und Platon geschaut, aber das war es glaube ich nicht. Ich muss das für den Deutschunterricht herausfinden und es wäre super lieb wenn mir jemand helfen könnte

Danke im Voraus !

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Warum gibt es so viel Ungerechtigkeit und Krieg in der Welt?

Das ist etwas, was mich sehr bedrückt und was ich einfach nicht verstehen kann! Warum tun Menschen anderen Menschen Leid an? Sehnt sich nicht eigentlich jeder Mensch nach Frieden?

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